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Milchstraße M31
Milchstraße M31
作者: PhloxPe

Prolog, Kapitel 1 & 2

作者: PhloxPe
last update 公開日: 2026-03-20 06:05:11

Prolog

- In einer fernen Zeit -

Ihr Blick ist gebannt vom Sternenhimmel. Die Luft ist kühl und trocken, denn es ist ein sternenklarer Abend im Winter. Eine dünne Schneedecke liegt über den Feldern und Wiesen. Die Dächer ihres Heimatdorfes glitzern im Mondlicht. Wie viele solcher Abende werden ihr wohl noch bevorstehen, fragt sich Simone, denn die Situation spitzt sich zu. Sie geniest das Spektakel am Himmel. Es ist ein Himmel mit abertausenden von Pünktchen in der Größe von Nadelstichen. Die Nadelstiche haben in den letzten fünftausend Jahren stark zugenommen, weiß Simone. In einem Bereich, der sich vom kleinen Bären bis zur Königin mit Stuhl zieht, sind neue Fixsterne erschienen. Das Sternenbild Kassiopeia, welches ursprünglich aus sieben Sterne bestand, die am Himmel einen Stuhl samt sitzender Frau formten, hat nun drei Sterne hinzugewonnen. Die Königin trägt jetzt eine Pendelwaage in der Hand ihres ausgestreckten Armes. Infammatus, dessen fünf Sterne ein Haus mit Spitzdach bildeten, hat inzwischen eine Veranda hinzugewonnen, denn es haben sich zwei Sterne hinzugesellt. Ganze neun sind es beim kleinen Bären! Das Bärchen, welches eigentlich ein Drache ist, hat inzwischen eine lange Drachenschnur, die vom Waagepunkt herunterhängt. Die Neuankömmlinge am Himmel sind Vorboten.

  Sie sind Vorhut, Ausläufer und Ende zugleich!

Kapitel 1

Simone Nielsen arbeitet in einem Observatorium, wo sie Himmelskörper beobachtet. Erst kürzlich ist ihr die Entdeckung eines neuen Planeten gelungen, der aus dem interstellaren Raum, in das Tau-Ceti-System eingedrungen ist. Tau-Ceti, ein Hauptstern im Sternbild Fisch, wurde ursprünglich von fünf Planeten umlaufen. Ein sechster Planet hatte sich vor kurzer Zeit hinzugesellt. »Da gerät gerade einiges durcheinander«, murmelt Simone, als sie sich eine Grafik über die Radialgeschwindigkeit von Tau-Ceti ansieht. Stern und Planeten teilen ein gemeinsames Massezentrum. Der Stern umkreist das Massezentrum in einem kleinen Radius. Die Planeten umrunden das Massezentrum und den Stern in größeren ellipsoiden Bahnen. Die jeweiligen Bahnen schneiden sich für gewöhnlich nicht.

  Mittelfristige Auswirkungen, die das Eintreffen des Geisterplaneten auf das Gefüge des Tau-Ceti-Systems haben würde, lassen sich noch nicht abschätzen. Simone muss das Lichtspektrum des Sterns weiterhin beobachten. Sie muss die Wellenlänge im Auge behalten. Nähert sich Tau-Ceti, durch Eigenbewegung, seiner irdischen Beobachterin, wird die Wellenlänge gestaucht (Frequenzanstieg). Entfernt sich der Stern, wird die Wellenlänge gestreckt (Frequenzabfall). Die Längenänderung (oder Frequenzänderung) führt Simone zur Radialgeschwindigkeit. Die Beobachtung der Radialgeschwindigkeit Tau-Cetis über einen Zeitraum von mehreren Jahren würde Gewissheit über den Zustand des Sternensystems bringen.

Kapitel 2

Der Schimmer der Milchstraße wird vom Schein des Andromedanebels hinterleuchtet. Andromeda, eine Spiralgalaxie, bildet am Horizont eine weißliche Kugel, von der sich ein Staubband abspreizt, welches sich diagonal zur Milchstraße über das spätabendliche Firmament erstreckt.

  Als Simone zum nächtlichen Himmel hinauf sieht, nimmt sie all das wahr und ist sich in diesem Moment bewusst, dass Ausläufer vom Andromeda bereits in die Milchstraße eingedrungen sind. Die andromedaischen Staubbänder durchschneiden den äußeren Arm der Milchstraße und tangieren den Perseusarm. Die Andromedagalaxie ist dabei in die Milchstraße zu stürzen und die Konsequenzen davon, würden bald auf der Erde zu spüren seien. Dies alles ist seit tausenden von Jahren bekannt und dennoch findet es Simone interessant, in einer Zeit zu leben, in der sich zwei Galaxien vereinigen.

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