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Kapitel 6

Author: Jens Sven
Elijah erstarrte. Der Hocker in seiner Hand fiel mit einem lauten Krachen zu Boden.

Die zarten, kraftlosen Hände fuhren unruhig über seine Taille. Ein prickelndes Gefühl breitete sich in seinem ganzen Körper aus.

„Lass ... lass mich los!“

Seine Stimme war heiser. Sein Adamsapfel bewegte sich unwillkürlich auf und ab.

Die Person hinter ihm ließ ihn nicht los. Im Gegenteil, sie schmiegte sich noch enger an ihn.

Stacies zarte Wange presste sich an seinen kräftigen Rücken. Ihr heißer Atem strich immer wieder über seine Wirbelsäule.

„So heiß ...“, murmelte sie benommen. „Du fühlst dich so gut an. Lass mich dich umarmen ...“

Elijah biss die Zähne zusammen und löste ihre Finger einen nach dem anderen von seiner Taille.

Doch kaum hatte er einen Finger befreit, schlang sie ihn bereits wieder um ihn. Sie war jedes Mal schneller als er.

Seine Vernunft löste sich zusehends auf. Das Feuer in seinem Unterbauch wurde immer heftiger. Es brannte so stark, dass seine Schläfen pochten.

Er hatte vielleicht noch nie Schweinefleisch gegessen. Aber ein Schwein laufen sehen hatte er doch wohl schon einmal!

Nach allem, was er in Videos gesehen und im Internet gelesen hatte, schien er tatsächlich ein wenig zu „funktionieren“.

Aber selbst wenn er funktionierte, war er immer noch ein Mensch und kein Tier!

„Dräng mich nicht. Ich werde wirklich die Kontrolle verlieren.“

Elijah drehte sich abrupt um, packte sie an den Schultern und schob sie ein Stück zurück.

Stacie war keineswegs völlig bewusstlos.

Nachdem sie eine Weile im kalten Wasser gesessen hatte, war ihr Verstand vorübergehend wieder klarer geworden.

Die Wahrscheinlichkeit, aus diesem Haus zu entkommen, war verschwindend gering. Wenn sie überleben wollte, gab es nur einen Weg.

Ihr Leben war mit zwei anderen Leben erkauft worden. Sie durfte hier nicht einfach sterben.

Starb sie hier, tat sie genau das, was Isabelle und Kyson wollten.

Sie hatte Moppelchen noch nicht gerächt. Wie konnte sie sich so leicht töten lassen?

Bei diesem Gedanken legte sie die Arme um Elijahs Hals, stellte sich auf die Zehenspitzen und schmiegte sich an ihn.

Wenn sie schon keine Angst vor dem Tod hatte, warum sollte sie sich dann noch um ihre Unschuld sorgen?

Außerdem war dieser Mann groß und attraktiv. Er wirkte, als stammte er direkt aus einem Modelkatalog. Und nachdem er sie gerade mit aller Kraft beschützt hatte, konnte sein Charakter nicht allzu schlecht sein.

Er hatte sie einmal gerettet. Nun rettete sie auch ihn.

Danach waren sie quitt.

„Ich dränge dich nicht. Ich will ... ich will mit dir schlafen!“

Stacies Blick wurde immer verschwommener. Benommen gab sie diese ungeheuerliche Erklärung von sich.

Elijah war vollkommen fassungslos.

Vor ihm stand eindeutig eine hemmungslose Lustmolchin.

„Nein! Ich ... ich bin nicht damit einverstanden. Und ich werde deine Schwäche nicht ausnutzen. Geh zurück ins Badezimmer und kühl dich weiter ab ...“

Noch bevor er den Satz beenden konnte, lagen ihre Lippen bereits auf seinen.

Sie waren unglaublich weich.

Sie waren heiß und verströmten ihren ganz eigenen Duft.

In seinem Kopf ertönte ein lautes Summen. Seine gesamte Vernunft zerbarst in diesem Augenblick.

Er erstarrte. Seine Hände verharrten in der Luft, genau dort, wo er sie hatte wegstoßen wollen. Seine Fingerspitzen krümmten sich leicht.

Stacie war völlig unerfahren. Kaum hatte sie seine Lippen berührt, blieb sie einfach bewegungslos.

Dann strich sie zweimal unbeholfen über seinen Mund, als wollte sie prüfen, ob sie die richtige Stelle gefunden hatte.

Auf den Zehenspitzen konnte sie das Gleichgewicht nicht halten. Ihr ganzer Körper hing an ihm und sank langsam nach unten.

Ihre Lippen glitten von seinem Mundwinkel zu seiner Kieferlinie.

Elijahs Atem geriet völlig außer Kontrolle.

„Weißt du überhaupt, was du tust?“

Seine Hand legte sich auf ihren unteren Rücken. Eigentlich wollte er sie wegschieben. Doch als seine Fingerspitzen ihre schmale Taille berührten, schloss sich seine Hand unwillkürlich fester.

Stacie hob den Kopf und sah ihn an. Ihre mandelförmigen Augen glänzten feucht.

„Ich weiß es.“

Noch bevor er reagieren konnte, warf sie sich erneut auf ihn.

Elijah war völlig unvorbereitet. Sie riss ihn mit sich auf das große Bett hinter ihm. Sein Körper sank in die Matratze.

Stacie setzte sich auf ihn. Ohne jede Technik bedeckte sie ihn mit einer Flut unbeholfener Küsse.

In Stacies Kopf gab es nur einen einzigen Gedanken: „Überleben!“

Wie das Sprichwort sagte: „Wenn man schon einer Schönheit erlag, dann wenigstens glücklich.“

Selbst wenn sie nach dieser Nacht noch sterben musste, hatte sie zumindest alles versucht.

Stacie ließ ihm keine Gelegenheit zu sprechen. Sie presste ihren Mund auf seinen und biss sich an seinen Lippen fest.

Elijah konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Gegen ihre Initiative hatte er keinerlei Verteidigung.

Er schlang die Arme um sie. Ohne jede Unterstützung richtete er sich aus der Hüfte auf und setzte sich auf dem Bett auf.

Mit beiden Händen hielt er ihr Gesicht. Seine Stimme war heiser und kaum wiederzuerkennen.

„Wirst ... wirst du die Verantwortung übernehmen?“

Stacie lachte leise.

War er nicht bloß ein gemieteter Mann aus einem Club? Warum benahm er sich dann wie ein unschuldiger, unerfahrener Junge und verlangte sogar, dass sie die Verantwortung übernahm?

„Ja. Ich werde die Verantwortung übernehmen.“

Ihre Stimme klang entschlossen.

In Gedanken fügte sie hinzu: „Natürlich übernehme ich die Verantwortung. Ich werde dir einfach etwas mehr Geld geben.“

„Wirklich?“

Stacie war nahe daran, den Verstand zu verlieren.

Ihre Stimme klang zutiefst gekränkt. Sie hob die Hand und schlug immer wieder gegen seine Brust.

„Warum bist du so umständlich? Ich will nicht sterben. Sieh es als gute Tat an und rette mich noch einmal.“

Dann schien ihr etwas einzufallen. Benommen wich sie einen halben Schritt zurück und musterte ihn von oben bis unten.

Ihr Blick blieb schließlich an seinem Unterbauch hängen.

„Oder ... kannst du etwa nicht?“

Elijahs Schläfen pochten heftig.

Sie sagte zwar die Wahrheit. Doch diese Wahrheit war wirklich schwer zu ertragen.

„Es ist mir egal, ob du kannst oder nicht. Heute Nacht musst du einfach funktionieren!“

Nach diesen Worten presste sie ihre Lippen erneut auf seine.

Sie klang wie eine echte Lustmolchin.

Elijah hörte zum ersten Mal eine derart dreiste Aussage. Er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte.

Doch diesmal schob er sie nicht weg.

Gerade als er die Augen schließen wollte, fiel sein Blick aus dem Augenwinkel auf die Wand am Fußende des Bettes.

Dort blinkte ein kleiner roter Punkt.

Eine Kamera oder etwas Ähnliches.

Man hatte ihr wirklich keinen einzigen Ausweg gelassen.

Elijah legte eine Hand an ihren Hinterkopf. Während er die Kamera herausfordernd ansah, erwiderte er ihren Kuss mit Nachdruck.

Mit der anderen Hand griff er nach einer kleinen Dekoration auf dem Nachttisch und schleuderte sie in Richtung des roten Punktes.

Das Dekoobjekt traf die Kamera genau. Ein dumpfer Laut ertönte. Das rote Licht erlosch sofort.

Stacie erschrak bei dem Geräusch. Ihre Lippen glitten von seinem Mundwinkel. Benommen sah sie in die entsprechende Richtung.

Elijah packte ihren Nacken erneut und zog sie zu sich.

Seine Lippen waren nur noch einen Hauch von ihren entfernt. Seine Stimme war so heiser, dass sie kaum mehr als ein Atemzug war.

„Ich kann dich retten ...“

Er drehte den Kopf. Seine Lippen streiften ihr Ohr.

„Aber was heute Nacht passiert, musst du morgen anerkennen. Du hast schließlich mit mir angefangen!“

Stacie erstarrte.

Noch bevor sie seine Worte verarbeiten konnte, drehte Elijah sie bereits um und drückte sie in die Matratze.

„Wenn es dir unangenehm ist, sag es.“

Seine Finger schlossen sich um ihren unteren Rücken und hoben sie leicht an.

Stacie reckte den Hals. Ein gedämpftes Stöhnen entwich ihrer Kehle.

Ihre Finger krallten sich in den Stoff an seiner Schulter. Ihre Nägel bohrten sich in die Wunde auf seinem Rücken. Frische Blutstropfen traten hervor.

Elijah lachte leise und senkte den Kopf. Er küsste den kleinen roten Leberfleck über ihrem Schlüsselbein.

„Du bist ganz schön wild.“

Seine Worte klangen tadelnd. Doch seine Bewegungen waren überraschend sanft.

Das Hochzeitsfoto am Kopfende des Bettes wirkte in diesem Moment wie blanker Hohn.

Eine neue Runde des wilden Liebesspiels begann. Die Lust wurde immer intensiver. Niemand wusste, wie tief die Nacht draußen bereits geworden war.

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