เข้าสู่ระบบDie Morgensonne stieg langsam über die weitläufige Skyline des Finanzdistrikts empor und tauchte die in den Himmel ragenden Glaswolkenkratzer in ein blasses, bernsteinfarbenes Licht. In der ruhigen, luxuriösen Küche des Penthouses roch es reichhaltig und gemütlich – nach einer Mischung aus frisch gebrühtem, starkem Kaffee und getoastetem Artisan-Brot.Alessia stand an der Küchenarbeitsblende aus Marmor und trug ein weiches, cremefarbenes Hauskleid. Ihr Haar war zu einem ordentlichen, lockeren Pferdeschwanz gebunden, und ihr Gesicht war frei von schwerem Make-up, was eine natürliche, ruhige Schönheit zur Geltung brachte, die Wochenlang vermisst worden war. Als sie heißes Wasser in eine Keramiktasse goss, lag ein sanftes, echtes Lächeln auf ihren Lippen.Der gestrige Abend im privaten Fitnessclub hatte tief in ihrem Inneren etwas Grundlegendes verändert. Zum ersten Mal seit dem Skandal auf der High-Society-Gala fühlte sie sich nicht mehr wie ein verängstigtes Tier in einem Käfig. Sie fü
„Alessia“, sagte Lucien und drehte sich ein wenig zu ihr um. „Ich habe eine Idee. Ich finde, du solltest anfangen, ins Fitnessstudio zu gehen.“Alessia blinzelte und drehte den Kopf, um ihn fassungslos anzusehen. „Ins... ins Fitnessstudio?“„Ja“, nickte Lucien, sein Gesicht ernst. „Ich werde mich in einem privaten, exklusiven Fitnessclub in der Innenstadt anmelden. Ich möchte, dass wir beide zusammen dorthin gehen. Du kannst trainieren, Kraft aufbauen und ein bisschen Gewicht verlieren, wenn du das möchtest. Das wird dir helfen, den Kopf freizubekommen.“Alessia starrte ihn an, ihr Mund stand leicht offen. Ein plötzlicher Mix aus Verletzung und Wut brodelte in ihrer Brust. Dachte er etwa, sie sei fett? Sah er sie an und sah all die Dinge, die Liora ihr im Einkaufszentrum an den Kopf geworfen hatte?„Gewicht verlieren?!“, wiederholte Alessia, ihre Stimme hob sich in scharfer Ungläubigkeit. Ihre Augen füllten sich mit heißen Tränen. Sie verschränkte die Arme fest vor der Brust. „Ist das
Die helle Nachmittagssonne brannte auf die geschäftigen Straßen der Stadt herab. Im kleinen, lauten Motelzimmer hatten Evander und Liora das Thema mit den Spionen inzwischen abgehakt. Sie hatten begriffen, dass dieser Plan zu kompliziert und zu riskant war. Sie brauchten einen schnelleren, lauteren Weg, um Alessia und Lucien wehzutun.Liora saß auf der Kante des ungemachten Bettes und trommelte mit ihren langen Fingernägeln auf das Display ihres Handys. Ihr Gesicht war zu einer bitteren, wütenden Grimasse verzerrt. Sie war es leid, sich zu verstecken. Sie wollte, dass die ganze Stadt ihren Namen kannte, und sie wollte, dass Alessia litt.„Wir treffen keinen Spion“, sagte Liora und wandte den Kopf zu Evander, der im schmutzigen Zimmer auf und ab ging. „Das dauert viel zu lange. Und es kostet zu viel Geld.“Evander blieb stehen und sah sie an. „Was willst du dann mit den fünfzigtausend Dollar machen, die Lucien uns gegeben hat? Wir können uns doch nicht einfach hier hinsetzen.“Ein scha
Evander saß auf dem Boden und starrte stumpf auf den schmutzigen Teppich. Er wollte ihr glauben. Er wollte das Geld verzweifelt annehmen, einen Luxuswagen mieten und weit weg von den Lichtern der Stadt fahren. Doch tief in seinem Magen sagte ihm ein schweres, einsinkendes Gefühl, dass sie gerade in das Maul eines Ungeheuers spaziert waren, das sich nur tot stellte.Währenddessen, meilenweit entfernt auf der anderen Seite der Stadt, hoch über dem lautem Verkehr des Finanzdistrikts, war die Atmosphäre in der Chefetage von Vance Enterprises – die nun vollständig unter Luciens Kontrolle stand – so ruhig und still wie ein Grab.Lucien stand vor den massiven, raumhohen Glasscheiben seines privaten Büros. Das späte Nachmittagslicht brach sich an dem polierten Stahl und Glas der umliegenden Wolkenkratzer und warf lange, scharfe Schatten in den Raum. Er trug einen perfekt geschneiderten anthrazitgrauen Anzug, seine breiten Schultern waren gerade, seine Haltung unnachgiebig.In einer Hand hielt
Liora saß auf der Kante der durchgelegenen, unbequemen Matratze. Sie hatte die Beine übereinandergeschlagen und scrollte gedankenverloren durch ihr Handy, während sie die Internetkommentare las. Jedes Mal, wenn sie sah, wie jemand Alessia beleidigte oder Lucien einen skrupellosen Tyrannen nannte, breitete sich ein bösartiges, triumphierendes Lächeln auf ihren geschminkten Lippen aus.„Sieh dir das an, Evander“, lachte Liora, und ihre Stimme klang scharf und kratzig in dem kleinen Raum. Sie drehte das Handy um, um ihm den Bildschirm zu zeigen. „Diese Person schreibt, Lucien sei ein Biest, das es verdient hat, seine Firma zu verlieren. Sie sagen, seine neue Frau sei eine billige Straßendirne, die ihn mit Lügen reingelegt hat. Die ganze Stadt lacht über sie!“Evander lächelte nicht. Er drehte sich nicht einmal um, um auf den Bildschirm zu sehen. Seine Schultern waren nach vorne gebeugt, und seine Hände waren so fest zu Fäusten geballt, dass seine Knöchel komplett weiß geworden waren.„Hö
Liora zischte vor Schmerz und presste die Hand auf ihre brennende Wange. Doch in dem Moment, als sie aufblickte und Alessia sah, die in ihrem wunderschönen blauen Kleid so reich, mächtig und strahlend vor ihr stand, ergriff ein dunkler, verzweifelter Wahnsinn Besitz von ihrem Verstand. Liora wusste, dass sie bereits alles verloren hatte. Sie hatte kein Geld, kein Zuhause und keine Würde mehr. Wenn sie schon unterging, dann würde sie Alessia mit in den Dreck reißen.Anstatt wegzulaufen oder zu weinen, warf Liora den Kopf in den Nacken und stieß ein lautes, hässliches, hysterisches Lachen aus.„Du dumme, fette Kuh!“, kreischte Liora aus Leibeskräften zurück, und ihre Stimme triefte vor purem Gift. „Du glaubst wohl, du bist eine Königin, nur weil dir irgendein reicher Kerl ein hübsches Kleid gekauft hat?! Du bist und bleibst ein wertloses Nichts!“„Halt den Mund, Liora“, warnte Alessia sie und tat einen bedrohlichen Schritt nach vorn, während ihre Hände sich zu festen Fäusten ballten. „D







