LOGINChapter 3
Amelias POV
Die Luft in der privaten Lounge des The Obsidian war dick, schwer vom klebrigen Duft teurer Zigarren und einem dunkleren, berauschenderen Aroma, das ich nicht ganz einordnen konnte. Es haftete an dem Ort und schien jetzt auch an mir zu haften.
Ich war hier hereinspaziert auf der Suche nach Vergessenheit, einer vorübergehenden Flucht vor dem erdrückenden Gewicht der bevorstehenden Operation meines Vaters und der unmöglichen Summe Geld, die ich brauchte. Ich hatte nicht erwartet, ihn zu finden.
Xavier Sinclair.
Er saß in einer plüschigen Kabine, gebadet im niedrigen, verführerischen Licht. Die sonst so scharfe Anzugjacke war abgelegt, seine Krawatte gelockert, sodass die starke Säule seines Halses freilag. Er sah weniger aus wie der unantastbare CEO der Sinclair Group und mehr wie ein weltmüder und gefährlich menschlicher Mann.
Mein Herz stockte. Ich hätte mich umdrehen sollen. Ich hätte fliehen sollen. Aber als seine sturm-grauen Augen meine trafen, fühlte sich die Luft zwischen uns plötzlich dünn an.
„Amelia?“ Seine Stimme war ein tiefes Grollen, das durch den Jazz im Hintergrund schnitt. „Ich hatte nicht erwartet, dich hier zu sehen.“
Ich machte einen zögernden Schritt näher, meine Absätze sanken in den dicken Teppich. „Ich… ich musste aus meiner Wohnung raus“, gestand ich, die Worte fühlten sich zerbrechlich an. „Es war ein langer Tag.“
Er zuckte leicht zusammen bei der Formalität, sein Blick strich intensiv über mich und ließ meine Haut kribbeln. Er deutete auf den leeren Platz neben sich. „Setz dich zu mir?“
Mein Atem stockte. Das war nicht der CEO, der eine Mitarbeiterin herbeiwinkte. Das fühlte sich… anders an. Ich zögerte nur eine Sekunde, bevor ich in die Kabine glitt. Die Nähe war elektrisch. Ein Kellner erschien lautlos und stellte ein Getränk vor mich – eine tiefe bernsteinfarbene Flüssigkeit, die ich nicht bestellt hatte. Xavier schien die Übergehung nicht zu bemerken. Er war zu sehr damit beschäftigt, mich anzusehen.
Wir fingen an zu reden. Zuerst zögernd, dann mit einer wachsenden Leichtigkeit, die mich überraschte. Er fragte nach meiner Arbeit, nach dem Hudson-Projekt, und zum ersten Mal schaute er mich nicht als Mitarbeiterin an, sondern als jemanden, dessen Ideen Gewicht hatten.
„Deine Entwürfe sind ausgezeichnet“, sagte er, seine Stimme sank eine Oktave. „Schade, dass du nicht da warst, um sie selbst zu präsentieren.“
Ich nutzte die Gelegenheit, mich zu entschuldigen und zu erklären. „Es tut mir leid. Ich habe einige Familienangelegenheiten. Es wird nicht wieder vorkommen.“
„Ich tadle dich nicht, Amelia.“ Er lehnte sich vor, und ich konnte den leichten Duft von Sandelholz und teurem Scotch riechen. „Ich mache mir Sorgen. Du bist die brillanteste Designerin, die ich je eingestellt habe. Normalerweise hast du Feuer in den Augen. Heute Abend siehst du nur… ausgelöscht aus.“
Die Freundlichkeit in seiner Stimme war mein Verderben. Ich schaute auf und traf seinen Blick. „Manchmal ist das Gewicht der Welt einfach ein bisschen zu schwer, sogar für die Brillanten.“
Er streckte die Hand aus, seine Finger schwebten Zentimeter über meiner Hand, bevor er sie zurückzog. „Du musst es nicht allein tragen. Das weißt du, oder?“
Die Art, wie er es sagte – als ob ihm wirklich etwas daran lag, als ob ich nicht nur ein Zahnrad in seiner Konzernmaschine war – schickte eine Welle von Hitze durch mich. Ich nahm einen langen Schluck vom Drink. Er schmeckte süß, mit einem verborgenen, würzigen Kick, der den ganzen Weg hinunter brannte.
„Warum interessiert es dich, Xavier?“ Der Name fühlte sich kühn auf meiner Zunge an, eine Herausforderung.
Seine Augen verdunkelten sich, das Grau wurde zu Anthrazit. „Weil ich zwei Jahre damit verbracht habe, dich an meinem Büro vorbeigehen zu sehen, und so zu tun, als würde ich nicht bemerken, wie du auf die Lippe beißt, wenn du nachdenkst, oder wie du dich weigerst, in Vorstandszimmern voller Männer, die doppelt so alt sind wie du, nachzugeben. Es interessiert mich, weil es immer schwieriger wird, nicht zu interessieren.“
Die Luft in der Kabine wurde erstickend heiß. Meine Haut fühlte sich sensibilisiert an, jede Nervenendigung feuerte gleichzeitig. Ich spürte einen seltsamen, pulsierenden Schmerz, der in meinem Unterbauch zu blühen begann – ein plötzliches, hektisches Bedürfnis, berührt zu werden.
„Ich dachte, du findest mich nervig“, flüsterte ich, meine Stimme atemlos. „Du bist immer so… kalt.“
„Ich war professionell“, konterte er und lehnte sich so nah, dass sich unsere Schultern berührten. „Ich habe versucht, die Hände von dir zu lassen. Es war das härteste Projekt meiner Karriere.“
Die Ehrlichkeit traf mich wie ein physischer Schlag. Der Drink summte jetzt in meinem Blut und verwischte die Grenzen der Realität. Ich schaute auf seinen Mund – die feste, grausame Linie, von der ich monatelang geträumt hatte.
„Und jetzt?“ fragte ich.
„Jetzt“, murmelte er, seine Hand schloss sich endlich um meine, seine Handfläche sengend heiß. „Ich glaube, ich bin fertig damit, professionell zu sein.“
Während der berauschende Drink floss und die Ränder meiner Welt aufweichte – begann sich eine Wärme in mir auszubreiten. Es war nicht nur der Alkohol. Es war Xaviers Blick, die Art, wie er meine Augen einen Moment zu lange festhielt, die subtile Verschiebung in seiner Haltung, als er sich näher lehnte. Die Spannung zwischen uns war spürbar. Er beobachtete mich, wirklich beobachtete mich, und ich spürte, wie eine Röte meinen Hals hinaufkroch, eine Hitze, die nichts mit der Zimmertemperatur zu tun hatte.
Die professionellen Grenzen, die ich den ganzen Tag, das ganze Jahr so sorgfältig aufrechterhalten hatte, verdampften einfach. Meine Anziehung zu ihm, immer ein sorgfältig gehütetes Geheimnis, flammte auf, verstärkt durch den Drink und die rohe Verletzlichkeit meiner Situation. Ich sah, wie sein Blick weicher wurde, wie sich seine Lippen leicht öffneten. Es war eine Einladung. Und in diesem Moment, verzweifelt nach jeder Empfindung außer Angst, lehnte ich mich vor und küsste ihn.
Der Kuss war ein Funke, der einen Flächenbrand entzündete. Seine anfängliche Überraschung schmolz in ein verzehrendes Bedürfnis. Seine Hände fanden meine Taille, griffen mich fest, zogen mich näher, bis kein Raum mehr zwischen uns blieb. Es war ein Zusammenprall, ein verzweifeltes, hungriges Feuer, das alles verzehrte. Ich spürte sein Herz gegen meine Brust hämmern, und für einen flüchtigen, atemlosen Moment fühlte sich die Welt nicht so schwer an.
Ich klammerte mich an ihn, meine Finger verhederten sich in seinem Haar, zogen ihn näher, als könnte ich seine ganze Kraft in meinen Körper ziehen. Sein Stöhnen war tief und hungrig, seine Zunge verflocht sich mit meiner auf eine Weise, die mir den Kopf schwindelig machte. Für ein paar selige Minuten verschwanden die Krankenhausrechnungen und die versagenden Herzmonitore. Es gab nur den Duft von ihm und das Feuer, das zwischen uns brannte.
Aber als er sich zurückzog, um Küsse an meiner Kieferlinie hinunterzuzeichnen, flackerte der kalte Schatten der Realität im Hinterkopf. Die Hitze in meinem Körper war eine Ablenkung, aber keine Lösung. Mein Vater lag im Sterben.
Ich zog mich nur einen Zentimeter zurück, mein Atem kam in unregelmäßigen Stößen. Meine Augen waren hell von Tränen, die ich nicht zurückhalten konnte.
„Xavier“, würgte ich heraus, die Verzweiflung brach endlich durch den Dunst der Lust.
Er summte gegen meine Haut, seine Hände griffen meine Taille. „Sag mir, was du willst, Lia. Alles.“
Ich schloss die Augen, die Scham schmeckte wie Asche in meinem Mund, aber der Terror war stärker. Ich ertrank, und er war das einzige Rettungsboot in Sicht.
Ich zog mich nur einen Zentimeter zurück, mein Atem stockte. „Ich brauche Geld“, hauchte ich gegen seine Lippen. „Dreißigtausend Dollar. Sofort. Wenn du es auf das Konto überweist, das ich dir gebe… gehöre ich dir. Heute Nacht. Jede Nacht. Was auch immer du willst.“
Xaviers Hände spannten sich an meinen Hüften an, aber seine Augen… sie wurden kalt. Ich sah die Veränderung in seinen Augen – die Wärme, von der ich dachte, sie früher gesehen zu haben, verschwand, ersetzt durch ein kaltes, angewidertes Grinsen.
Er fragte nicht, wofür das Geld war. In seiner Welt baten Frauen immer um etwas. Er schaute mich an – wirklich an – und ich sah den Moment, in dem sein Respekt für mich starb. Er dachte, ich sei ein Hai. Ein Mädchen, das den Regen und die Tränen nur benutzt hatte, um eine Auszahlung zu bekommen.
Die süße und gute Amelia hätte sich wegen seines Grinsens geschämt, aber ich fühlte nichts.
„Also das ist es“, zischte er, seine Stimme wie eine gezackte Klinge. „Eine Transaktion. Du bist nur eine weitere Frau mit einem Preisschild.“
„Nein, so ist es nicht—“
„Also das ist das Spiel“, zischte er, seine Stimme tropfte vor Verachtung. „Der unschuldige Akt war nur Show?“
„Ich…“ Ich schluckte, meine Stimme blieb stecken.
„Gut“, schnappte er, seine Stimme rau. „Du willst eine Ware sein? Dann kaufe ich dich.“
Er pinte mich direkt dort an die Samtwand der privaten Kabine. Seine Berührung war nicht mehr sanft; sie war besitzergreifend und strafend. Er küsste mich, als wolle er jeden Teil von mir zurückerobern, den er jemals bewundert hatte.
Es gab keine süßen Worte. Er berührte mich, als wolle er ein Fieber aus seinem System bekommen, als versuche er sich zu beweisen, dass ich nicht besonders war. Ich weinte leise in das Kissen, aber er hörte nicht auf.
Es war das Intensivste, was ich je gespürt hatte. Der Kontrast zwischen seinen kalten Worten und seiner heißen, verzweifelten Berührung war überwältigend. Seine Hände waren überall, erkundeten mich mit einem räuberischen Hunger, der mich atemlos machte. Als er mich schließlich nahm, war es ein Verschwimmen aus Reibung, Hitze und roher, ungefilterter Leidenschaft. Ich schrie seinen Namen, meine Finger gruben sich in seine Schultern, während er mit einer Wildheit in mich stieß, die die Sterne hinter meinen Lidern explodieren ließ.
Er wollte das Bild zerbrechen, das er von mir hatte. Er wollte mich behandeln wie die „berechnende Frau“, für die er mich hielt.
Für ein paar Minuten war ich kein Mädchen, das ihren Vater verlor. Ich war nur eine Frau, die sich in ihm verlor.
Aber in dem Moment, als es vorbei war, verschwand die Wärme.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, stach das Sonnenlicht in meine Augen. Mir war übel. Mein Körper schmerzte an Stellen, an denen er es nie zuvor getan hatte.
Xavier stand am Fenster, bereits in einem anthrazitfarbenen Anzug gekleidet, und sah so kalt und distanziert aus wie eine Eisskulptur. Er schaute nicht einmal zu mir zurück.
„Die Kontonummer“, sagte er, seine Stimme flach.
Mit zitternden Fingern schrieb ich die anonyme Zahlungsroutingnummer des Krankenhauses auf ein Stück Papier, das er bereits herausgeholt hatte.
Ich sagte ihm nicht, dass es für eine Herzoperation war. Ich konnte es nicht. Nicht nach der Art, wie er mich anschaute.
Er tippte ein paar Tasten und warf das Handy auf den Tisch. „Es ist erledigt. Fünfzigtausend. Ich hoffe, was auch immer du kaufst, ist es wert.“
Er stand auf und schaute mit purem Ekel auf mich herab. „Ich dachte tatsächlich, du wärst anders, Amelia. Ich dachte, du wärst das Einzige Echte in diesem Gebäude. Aber du bist genau wie der Rest von ihnen. Ein Taschenrechner in einem hübschen Kleid.“
„Mr. Sin…“ fing ich an, meine Stimme heiser. Seine Stimme war kalt, nicht wie die des Mannes, der gestanden hatte, dass er mich sieht und bewundert.
„Nicht“, spuckte er aus und drehte sich endlich um, um mich mit purem Verachtung anzusehen. „Ich behalte keine Schlampe nach Sonnenaufgang in meinem Bett. Zieh dich an und geh. Und bemüh dich nicht, zurück ins Büro zu kommen. Ich werde deine Sachen zu dir schicken lassen.“
Die Tür schlug hinter ihm zu. Ich saß da, klammerte die Seidenlaken an meine Brust, und mein Herz fühlte sich an, als wäre es zerrissen worden. Mein Vater war sicher, aber zu welchem Preis?
Ich schaute auf das zerwühlte Bett, und die Realität dessen, was ich für das Leben meines Vaters eingetauscht hatte, traf mich endlich.
Was zur Hölle hatte ich gerade getan?
Ich saß lange im Dunkeln und zitterte. Mein Handy vibrierte. Es war eine automatische Benachrichtigung vom Krankenhaus: „Kontostand: 32.000,00 $. Patient Thomas Hayes für Operation um 8:00 Uhr geplant.“
Ich hätte glücklich sein sollen. Ich hätte vor Freude schreien sollen. Stattdessen rollte ich mich nur zu einer Kugel zusammen und schluchzte, in dem Bewusstsein, dass ich das Leben meines Vaters gerettet hatte, nur um meine Seele an einen Mann zu verlieren, der den bloßen Anblick von mir hasste.
Chapter 46Amelias Sichtweise„Wie viel hast du gewusst, Xavier?“Die Frage blieb zwischen uns, und zum ersten Mal, seit er den Raum betreten hatte, hatte Xavier keine sofortige Antwort. Er stand neben der Tür mit einer Hand locker an seiner Seite, sein Ausdruck so kontrolliert wie immer, aber ich hatte in den vergangenen zwei Jahren genug über ihn gelernt, um zu bemerken, wann etwas ihn überrascht hatte. Sein Kiefer spannte sich leicht an, und seine Augen wanderten zu seinem Großvater, bevor sie zu mir zurückkehrten.Silas blieb still auf dem Bett. Er sah nach allem, was er mir erzählt hatte, erschöpft aus, aber er beobachtete Xavier sorgfältig, fast so, als wüsste er, dass dieses Gespräch schon lange darauf gewartet hatte, zu passieren.Xavier bewegte sich schließlich weiter in den Raum. „Was genau fragst du mich?“„Über unsere Ehe“, sagte ich. „Über warum dein Großvater wollte, dass wir heiraten. Über was du gewusst hast, bevor du zugestimmt hast.“Sein Blick blieb auf meinen. „Ich
Chapter 45Amelias SichtweiseIch erinnerte mich an die frühen Tage bei Sinclair, als ich manchmal Xavier dabei ertappt hatte, wie er in Meetings meine Designs betrachtete. Ich hatte immer angenommen, dass es daran lag, dass er die Arbeit einer seiner Angestellten überprüfte. Ich hatte nie vorgestellt, dass etwas mehr dahinterstecken könnte.„Aber wenn er mich bereits bemerkt hatte, warum ist dann alles so schiefgelaufen?“ fragte ich.Silas’ Gesicht wurde ernst.„Weil ich unterschätzt habe, wie sehr er jene Nacht missverstehen würde.“Ich starrte ihn an.„Hast du gewusst, dass er denken würde, ich hätte mit ihm wegen des Geldes geschlafen?“„Ich wusste, dass er deine Gründe hinterfragen könnte. Ich habe nicht erwartet, dass er das Schlimmste von dir so vollständig glauben würde.“„Er hat es getan.“ Ich schluckte, bevor ich fortfuhr: „Er dachte, ich hätte alles geplant.“Silas schloss kurz die Augen. „Ich weiß.“Ich blickte auf meinen Ehering hinunter.„Das war der schwerste Teil“, gab
CHAPTER 44Amelias SichtweiseIch starrte Silas an und versuchte zu verstehen, wie er möglicherweise wissen konnte, was ich geplant hatte, obwohl ich so vorsichtig gewesen war, es niemandem zu erzählen. Ich hatte Xavier nichts von dem Anwalt erzählt, und ich hatte es Silas auch nicht erzählt. Ich hatte mir selbst kaum erlaubt, das Wort Scheidung in meinem Kopf zu sagen, ohne mich schuldig zu fühlen, also ließ es meinen Magen zusammenziehen, ihn so sprechen zu hören, als hätte er zugesehen, wie ich mich darauf vorbereitete zu gehen.„Welche Entscheidung?“ fragte ich und hoffte, dass meine Stimme beiläufiger klang, als ich mich fühlte.Silas gab mir ein müdes Lächeln. „Die Entscheidung, die du schon seit einiger Zeit triffst.“Ich blickte auf unsere Hände hinunter. Seine Finger ruhten an meinen, warm trotz seiner Schwäche, und plötzlich wusste ich nicht, ob ich wegziehen oder fester zupacken wollte. Ich war zum Anwesen gekommen, weil ich mir Sorgen um ihn machte, nicht weil ich bereit w
Chapter 43Amelias SichtweiseSo kam es, dass ich später an diesem Abend in Xavier Sinclairs Schlafzimmer stand und das Bett anstarrte, als hätte es mich persönlich verraten.Das Zimmer war groß und elegant, mit dunklem Möbel, sanfter Beleuchtung und bodentiefen Fenstern mit Blick über das Anwesen. Der Sturm hatte das Glas schwarz gefärbt, und alle paar Minuten erhellte ein Blitz den Raum für eine kurze Sekunde. Es hätte friedlich sein sollen. Stattdessen war ich schmerzhaft bewusst, dass Xavier nur ein paar Meter von mir entfernt stand.Er hatte sich in ein dunkles T-Shirt und eine Hose umgezogen, und der Anblick von ihm ohne den üblichen Anzug und die Krawatte war ablenkender, als ich zugeben wollte. Ich drehte mich schnell weg, bevor er merkte, wie rot mein Gesicht war.„Ich nehme die linke Seite“, sagte ich.„Du kannst nehmen, welche Seite du willst.“Ich kletterte ins Bett und zog die Decke über mich. Xavier gesellte sich einen Moment später dazu und ließ einen sorgfältigen Absta
CHAPTER 42Amelias SichtweiseDer Regen kam bereits heftig herunter, als ich das Sinclair-Anwesen erreichte und die lange Auffahrt in einen verschwommenen Mix aus Scheinwerfern, nassen Bäumen und dunklem Pflaster verwandelte. Ich saß auf dem Rücksitz mit den Händen eng im Schoß gefaltet und beobachtete, wie die Tropfen um die Wette das Fenster hinunterrannten, während die Scheibenwischer des Fahrers kämpften, die Windschutzscheibe freizuhalten. Der Anruf des Butlers war kurz gewesen, aber ich hatte nicht viele Details gebraucht, um zu verstehen, warum mein Herz unruhig gewesen war, seit ich das Penthouse verlassen hatte. Silas hatte einen weiteren Anfall erlitten, und obwohl der Arzt gesagt hatte, er sei stabil, hatte er auch gebeten, dass die Familie in der Nacht nahe bleibe.Das reichte aus, um mich ohne zweiten Gedanken hierherzubringen.Egal was zwischen Xavier und mir passierte, Silas war anders. Er war die Person gewesen, die in mein Leben trat, als mein Vater krank war und ich
CHAPTER 41Amelias SichtweiseDas Erste, woran ich dachte, als ich aufwachte, war Xavier, der mir sagte, ich solle meinen Ehering nicht abnehmen.Ich hatte genug Zeit damit verbracht, über diesen Satz in der Nacht zuvor nachzudenken, und doch war er irgendwie das Erste, was mir in den Sinn kam, in dem Moment, als ich die Augen öffnete. Ich starrte auf den Ring an meinem Finger, während das Morgenlicht durch die Vorhänge kam, und fragte mich, warum ein Mann, der so lange damit verbracht hatte, mich wie einen ungewollten Teil seines Lebens fühlen zu lassen, plötzlich darauf achtete, ob ich ein einfaches Goldband trug.Ich wusste besser, dem keine Bedeutung beizumessen.Xavier war kompliziert, aber ich hatte gelernt, dass ich mir nicht leisten konnte, seinen kleinen Gesten mehr Bedeutung zu geben, als sie tatsächlich hatten. Vielleicht wollte er nicht, dass die Leute wussten, dass unsere Ehe auseinanderfiel. Vielleicht wollte er mich bei Business-Dinnern an seiner Seite, weil ich immer n







