Se connecterDrei Jahre lang führte Rachel ein Doppelleben – privat war sie seine Frau, in der Öffentlichkeit seine Sekretärin. Durch einen geheimen Ehevertrag an den Milliardär Slade Pierce gebunden, hielt sie sich an zwei unmögliche Regeln: keine Kinder, sich nicht verlieben. Sie brach beide. Als die letzten Tage des Vertrags abliefen, stellte Rachel fest, dass sie schwanger war. Aus Angst, Slades Vertrauen zu zerstören, und in der Gewissheit, dass er eine andere heiraten würde, unterschrieb sie die Scheidungspapiere und verschwand, entschlossen, ihre ungeborenen Kinder vor einer Liebe zu schützen, von der sie glaubte, dass sie nie echt gewesen sei. Dann griff das Schicksal ein. Ein tragischer Unfall raubte ihr ihre Erinnerungen, ihren Namen, ihr Leben. Für die Welt und für Slade war Rachel tot. Jahre später lebt Slade immer noch mit ihrem Geist. Er hat ein Imperium aufgebaut, doch sein Herz ist nie geheilt. Bis zu dem Tag, an dem er sie wiedersieht – lebendig, atmend und ihn anblickend, als wäre er ein Fremder. Rachel erinnert sich nicht an die heimliche Hochzeit. Sie erinnert sich nicht an die Nächte, die sie gemeinsam verbrachten, oder an die Versprechen, die sie brachen. Doch tief in ihrem Inneren regt sich etwas, wann immer er in ihrer Nähe ist – eine Verbindung, die sie nicht erklären kann, ein Schmerz, den sie nicht versteht. Während Fragmente der Vergangenheit wieder an die Oberfläche drängen, kommen auch die Geheimnisse zum Vorschein, die sie auseinandergerissen haben. Wird sie sich an den Mann erinnern, der nie aufgehört hat, sie zu lieben? Kann Liebe überleben, selbst wenn die Erinnerung verloren ist, oder ist das Schicksal im Begriff, sie erneut von ihm wegzunehmen?
Voir plus* ABBIES PERSPEKTIVE * In dem Moment, als ich die Türschwelle überschritt und den Sicherheitscode in das Tastenfeld eingab, überkam mich eine Welle der Erleichterung. Zuhause, süßes Zuhause. Ich war völlig erschöpft; meine Füße waren geschwollen, und mein Rücken schmerzte bei jeder Bewegung. Ich streifte meine Pumps ab, schlüpfte in meine Flip-Flops und seufzte tief. Schon vom Flur aus konnte ich Cales Stimme hören, die durch das ganze Haus dröhnte. „Ich kann nicht mal einen verdammten Löffel halten!“, brüllte er, als ich um die Ecke ins Esszimmer bog. Er saß am Tisch und sah selbst in seiner Frustration noch ungerechtfertigt gut aus. Orrick – sein stets geduldiger Pfleger – bückte sich, um das heruntergefallene Besteckteil aufzuheben, und reichte es unserer Haushälterin Olivia, die es sofort durch ein neues ersetzte. „Ja, nur zu … zeig mir doch mal, wie hilflos ich bin. Ich komme nicht mal mit einem Stück Besteck zurecht, weil ich in diesem verdammten Rollstuhl festsitze“
ABBIES SICHTWEISE Neun Monate später Ich holte tief und zittrig Luft, während ich hinter dem massiven Mahagoni-Schreibtisch in Cales Büro saß. Als Geschäftsführerin war Mutterschaftsurlaub ein Luxus, den ich mir nicht leisten konnte. Ich hatte es geschafft, mir drei Wochen zur Erholung freizunehmen, doch die Last des Unternehmens hatte mich bereits wieder in ihren Bann gezogen. Ich durfte ihn nicht im Stich lassen, und schon gar nicht das Unternehmen, das nun unsere Zukunft darstellte. Ich warf einen Blick auf die Uhr. Noch eine Stunde bis zum Mittagessen. Meine Brüste fühlten sich schwer und geschwollen an; ein dumpfer, schmerzender Druck erinnerte mich daran, dass ich in erster Linie Mutter war, bevor ich Führungskraft war. Ich musste unbedingt vor meinem Mittagstermin die Milchpumpe benutzen. Mein Blick wanderte zu den Stapeln von Ordnern, die meinen Schreibtisch überfüllten – Verträge, Prognosen, endlose Strategiebesprechungen. Während meiner kurzen Abwesenheit hatte
|| Abbie ||Für einen flüchtigen, verzweifelten Augenblick spielte mir meine Fantasie einen grausamen Streich. Ich stellte mir vor, wie die Tür aufschwang und Cale hereinkam, vollkommen gesund, mit diesem schiefen Grinsen im Gesicht, während er mir sagte, dass alles in Ordnung sei. Doch ich blinzelte, und das Bild zerbrach. Das Leben ist kein Film; es gibt keine Sprünge zum Happy End, nur das langsame, qualvolle Vorankommen durch die Gegenwart. Rachel trat vor und schob mir das Tablett hin, wobei der Geruch von Brühe und geröstetem Brot die Luft erfüllte. „Du musst versuchen zu essen, Abbie. Auch wenn es nur ein paar Bissen sind. Tu es für das Baby“, sagte sie mit einem sanften, ermutigenden Lächeln. Sie gab sich so viel Mühe, es mir leicht zu machen, mich in dieser neuen Realität zu verankern. Meine Hand schwebte immer noch über meinem Bauch, meine Finger drückten gegen den Stoff meines Nachthemds. Es fühlte sich unwirklich an – der Gedanke, dass inmitten all dieser Trümme
|| Abbie || Ich stieß die Tür auf. Jack saß an seinem Schreibtisch, doch sobald er mich sah, sprang er auf. „Abbie … was ist mit dir passiert? Sieh dich nur an. Geht es dir gut?“Ich antwortete nicht auf seine Fragen. Ich hatte keine Energie für Smalltalk, während Cales Leben dahinschwand. „Warum, Jack?“ Er verstummte, legte die Handflächen flach auf den Schreibtisch, beugte sich vor und senkte den Kopf. Er konnte mir nicht einmal in die Augen sehen.„Ich weiß, dass Cale dich schlecht behandelt hat, und ich habe mich für ihn entschuldigt, oder?“ fragte ich mit zitternder, aber fester Stimme. „Ich dachte wirklich, wir hätten das hinter uns gelassen. Ich dachte, es wäre noch ein Funken von dem Mann in dir übrig, den ich kannte. Ein Mann, der sich um die betrunkene Abbie gekümmert und für sie gekocht hat.“ „Abbie …“, begann er und blickte endlich auf, sein Gesichtsausdruck eine Mischung aus Schuldgefühlen und hartnäckigem Stolz. „Hör mir einfach zu“, unterbrach ich ihn. „Ich bin nic

















