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KAPITEL FUNF

Auteur: Rosey
last update Date de publication: 2026-10-16 01:30:22

Lacy's Perspektive

  Die Dusche half. Ein wenig.

  Sie berührte nicht die gedämpfte Angst, die seit der Nachsitze hinter meinem Brustbein gesessen hatte, und sie tat absolut nichts gegen das Bild von Axel Beckett, der mich in einem stillen Raum ansah, als würde er versuchen, eine Gleichung zu lösen. Aber das heiße Wasser arbeitete sich durch die Verspannungen in meinen Schultern, und als ich heraustrat, fühlte ich mich weniger so, als würde ich gleich aus meiner eigenen Haut vibrieren.

  Ich griff nach meiner Medizin auf dem Badregal. Schüttelte die Tabletten in meine Handfläche. Schluckte sie mit einem vollen Glas Wasser hinunter, wie mein Arzt immer darauf bestanden hatte, und wartete darauf, dass die leichte Übelkeit, die manchmal folgte, verging.

  Sie verging.

  Ich saß in Macys Bademantel an ihrer Schminktischkommode und starrte auf das karmesinrote Kleid, das an der Schranktur hing, als würde es zurückstarren — da summte mein Handy.

  Es war Macy.

  Ich hob ab.

  „Du gehst heute Abend hin." Keine Begrüßung. Nur ihre Stimme, die wie viele Meilen Ozean zwischen uns auch immer lagen überbrückte, ohne auch nur ein Grad ihrer Gewissheit zu verlieren.

  „Hallo auch dir", sagte ich.

  „Lacy." Ein Wort. Die Warnung war präzise. „Die Harrington-Party ist nicht optional. Ich habe im September zugesagt. Wenn du nicht erscheinst, reden die Leute. Wenn die Leute reden —"

  „Ich gehe hin." Ich unterbrach sie.

  Ich warf einen Blick auf das Kleid. „Ich habe das Kleid bereits."

  Sie pausierte. „Hat Davina es geliefert?"

  „Ja. Heute Nachmittag."

  „Gut." Sie atmete aus. „Hast du deine Medikamente genommen?"

  Ich zögerte für eine halbe Sekunde. Kaum merklich. „Ja."

  Stille. Dann, unter ihrem Atem, etwas Kurzes und Abgebissenes, das nicht ganz zu einem vollständigen Wort wurde. Ein Fluch, den sie schluckte, bevor er sich vollständig formen konnte. Das hob ich auf, um später darüber nachzudenken.

  Ihre Stimme kam wieder glatt zurück. „Hör gut zu, denn ich sage das nicht zweimal. Die Party ist auf dem Harrington-Anwesen in der Lakeview Drive. Samantha holt dich ab — wir sollten zusammen gehen, benimm dich einfach normal. Trink nichts, das du nicht selbst eingeschenkt hast, irgendjemand könnte dich betäuben. Lächle den Harrington-Jungen an, wenn du ihn siehst, sein Name ist Cole. Sein Vater und Papa haben eine Geschäftsvereinbarung, also ist das wichtig. Verbring nicht die ganze Nacht in einer Ecke, die Leute werden denken, dass etwas mit mir nicht stimmt." Eine Pause. „Und Lacy. Tu nichts, was ich nicht tun würde."

  „Das lässt fast nichts vom Tisch", sagte ich.

  Sie legte auf.

  Ich saß in der Stille, die sie hinterließ, und sah mich im Spiegel an. Nicht Macy. Nur ich, eine Rolle spielend in einem Haus, das nicht mein eigenes war, auf dem Weg zu einer Party, zu der ich nicht eingeladen worden war, in einem Kleid, das von einer Schwester ausgewählt worden war, die gerade unter ihrem Atem geflucht hatte, als ich ihr sagte, dass ich meine Tabletten genommen hatte.

  Ich drehte das einmal um. Legte es beiseite. Ich konnte heute Abend nichts damit anfangen.

  ---

  Ich entschied, dass wenn ich das schon tat, ich es richtig tun würde.

  Ich arbeitete methodisch durch Macys Schminksammlung — Foundation in meinen Hals eingearbeitet, Concealer unter meinen Augen, ein warmer Kontur entlang meiner Wangenknochen. Dann der Lidschatten: tiefes Braun in der Lidfalte, Kupfer auf dem Lid, schwarzer Eyeliner zu einem Punkt an den äußeren Ecken gezogen. Es veränderte mein Gesicht. Nicht in Macys Gesicht, sondern in ein Gesicht, das sich nicht dafür entschuldigte zu existieren.

  Mascara. Ein Lippenstift eine Nuance dunkler als das Kleid, bewusst genug um absichtlich auszusehen. Ich zog Macys Diffusor durch mein Haar, bis es in lockeren dunklen Wellen um meine Schultern fiel. Das Braun davon, das sich immer schlicht angefühlt hatte, sah heute Abend anders aus. Satter. Als hätte es gewartet.

  Ich stand auf und schlüpfte in das karmesinrote Kleid. Der Stoff legte sich über mich wie gemacht für diesen besonderen Abend. Ich zog den Reißverschluss selbst hoch, dann schlüpfte ich in die schwarzen Riemchensandalen aus Macys Schrank.

  Ich drehte mich zum Spiegel.

  Für einen Moment erkannte ich mich selbst nicht, und was ich dabei fühlte, war nicht das, was ich erwartet hatte.

  Es war nicht unangenehm. Es war nicht das vertraute dumpfe Summen der Unzulänglichkeit, das mein Begleiter für den Großteil meines Lebens gewesen war.

  Ich ließ mich einen langen Moment lang anschauen. Einmal fand ich keinen Grund wegzusehen.

  Ein Klopfen an der Tür.

  „Miss Macy? Es ist eine junge Dame unten. Sie sagt, ihr Name sei Samantha."

  „Ich komme sofort."

  ---

  Samantha stand in der Eingangshalle, als ich die Treppe herunterkam, und ich blieb für eine halbe Sekunde auf dem Treppenabsatz stehen.

  Sie trug ein schwarzes Kleid, das in der Mitte des Oberschenkels endete, gefährlich tief am Ausschnitt ausgeschnitten auf eine Art, die darauf hindeutete, dass sie sich in vollem Bewusstsein darüber angezogen hatte, was sie tat, und ohne jede Entschuldigung. Ihr Haar war offen — groß, voluminös, fiel um ihre Schultern wie sie einem Magazin entstiegen wäre. Goldene Creolen. Eine dünne Kette an ihrem Schlüsselbein. Sie sah aus wie jemand, der speziell aufgetaucht war, um einen Standpunkt zu setzen.

  Sie blickte auf, als sie meine Absätze auf der Treppe hörte, und ihre Augen machten einen schnellen, anerkennenden Blick.

  „Okay." Sie neigte den Kopf. „Du siehst gut aus."

  „Du siehst aus wie Ärger", sagte ich.

  Sie grinste — scharf und zufrieden, als wäre genau das ihr Ziel gewesen. „Bereit?"

  „Leider", sagte ich, und folgte ihr hinaus.

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