Mag-log inHelene bemerkte Konstantins Feindseligkeit sofort. Er hatte ganz offensichtlich nichts Gutes vor.Bei der engen Freundschaft zwischen ihm und Julius ging sie fest davon aus, dass Julius ihm den Wunsch nicht abschlagen würde.Doch Julius lächelte nur gelassen. „Nein, danke. Eine so ausgezeichnete Tänzerin ist bei einem Lebemann wie dir viel besser aufgehoben.“Konstantin verzog den Mund und drängte nicht weiter. Sein Spott wurde nur noch beißender.Seine Begleiterin im roten Kleid hatte ein feines Gespür für die Stimmung. Längst hatte sie begriffen, gegen wen sich Konstantins Abneigung richtete.Bei einer Drehung rammte sie Helene scheinbar versehentlich den Ellbogen in die Seite. Es ging so blitzschnell, dass Helene nicht mehr ausweichen konnte.„Ah …“ Helene stolperte nach vorn und knickte um. Ein stechender Schmerz fuhr ihr in den Knöchel, und sie wäre beinahe gestürzt.„Vorsicht!“ Julius reagierte sofort und fing sie auf. Unter seiner Hand an ihrem Rücken spürte er, wie s
„Ja … ja.“Carolin lächelte zuckersüß und trat einen halben Schritt näher. „Was für ein Zufall. Seit der Schulzeit haben wir uns nicht mehr gesehen. Ich dachte, du hättest Hafenstadt längst verlassen. Gib mir doch deine Kontaktdaten, dann können wir uns demnächst einmal treffen.“Ronja geriet sichtlich in Panik. „Ich … ich habe mein Handy nicht dabei.“Carolin durchschaute die Lüge sofort, ließ sich jedoch nichts anmerken. „Kein Problem. Dann gib mir einfach deine Nummer.“Ronja fuhr zusammen. Unter Carolins prüfendem Blick brachte sie stammelnd eine Zahlenfolge hervor.Carolin tippte die Nummer ein und hob ihr Handy. „Die Nachricht ist raus. Jetzt hast du auch meine Nummer. Wir verabreden uns demnächst auf einen Kaffee.“Dann ging sie davon.Ronja blieb wie angewurzelt stehen. Eisige Kälte breitete sich in ihr aus.Helene und Julius hatten gerade die letzten Einzelheiten ihrer Zusammenarbeit geklärt, als Helene Ronja bleich am Buffet stehen sah. Sie erhob sich und ging zu
Damian schwieg und leerte seinen Whisky in einem Zug.Der Alkohol brannte ihm in der Kehle, doch gegen die rastlose Unruhe in ihm richtete er nichts aus.Carolins Finger krampften sich um den Stoff ihres Rocks.Helene war kaum eingetroffen, da gehörte ihr bereits die Aufmerksamkeit, die eben noch Carolin gegolten hatte. Allein ihre Anwesenheit empfand Carolin als Bedrohung, und das machte sie wütend.Trotzdem zwang sie sich zu einem Lächeln und gab sich betont unbefangen. „Die Severin Gruppe und Nordlicht Biotech sprechen gerade über eine engere Zusammenarbeit. Natürlich ist Julius besonders höflich zu einer wichtigen Geschäftspartnerin.“Konstantin stieß ein spöttisches Lachen aus. „Stimmt. Früher konnte Julius Helene nicht ausstehen. Ohne das gemeinsame Projekt würde er sie wahrscheinlich nicht einmal ansehen.“Während Julius sich noch mit Helene unterhielt, traf Wilhelm Severin ein, sein Großvater und Seniorchef der Severin Gruppe. Julius wandte sich an Helene. „Entschuldi
Als Damian mit Carolin am Arm den Festsaal betrat, zog das Paar sofort alle Blicke auf sich.„Herr Hofmann, Frau Adler – da sind Sie ja endlich!“ Ein Geschäftspartner kam ihnen mit erhobenem Glas entgegen. „Frau Adler sieht heute hinreißend aus. Sie beide sind wirklich ein Traumpaar!“Carolin errötete und schmiegte sich noch enger an Damian. „Sie schmeicheln mir, Herr Wagner. Damian hat einfach einen ausgezeichneten Geschmack. Er hat das Kleid eigens für mich anfertigen lassen.“Damian nickte höflich und erwiderte die Grüße der Umstehenden.In ihren Kreisen war längst bekannt, dass er Carolin jeden Wunsch erfüllte und sie zu jedem gesellschaftlichen Anlass mitnahm. Niemand konnte übersehen, welchen besonderen Stellenwert sie für ihn hatte.So dauerte es nicht lange, bis sich zahlreiche Gäste um Carolin scharten und sie mit Komplimenten überhäuften.Mit einem Glas Champagner in der Hand gesellte Konstantin sich zu ihnen. „Carolin, du strahlst ja heute. Trägst du da wieder den Gege
Helene trat in dem dunkelblauen Kleid aus ihrer Kabine. „Ronja, was hältst du von …“ Mitten im Satz verstummte sie.Ronja war nirgends zu sehen. Stattdessen stand Damian nur wenige Meter entfernt und musterte Helene unverwandt.Das trägerlose Kleid betonte Helenes Schlüsselbeine und schmiegte sich eng an ihre schmale Taille. Von dort folgte der Stoff ihren weiblichen Rundungen, bevor der Rock an den Knöcheln leicht ausgestellt fiel.Das tiefe Blau ließ ihre helle Haut beinahe leuchten, während ihr langes dunkles Haar offen über ihren Rücken fiel. Helene wirkte wie eine Meerjungfrau aus einem Märchen – kühl, anmutig und so schön, dass Damian nicht wegsehen konnte.Für einen Augenblick ließ die gewohnte Kühle in Damians Miene kaum merklich nach. Als sich ihre Blicke trafen, schien alles um sie herum stillzustehen.„Damian, steht mir das Kleid?“ Die Tür der benachbarten Kabine öffnete sich, und Carolin trat in dem weißen Abendkleid heraus. Die zahllosen Diamanten auf dem Rock f
Julius schwieg einen Moment. Als er weitersprach, klang er noch eindringlicher. „Offen gesagt schätze ich Ihre fachliche Kompetenz sehr. Ich wünsche mir, dass dieser Empfang den Auftakt zu einer noch engeren Zusammenarbeit bildet. Geben Sie mir die Gelegenheit, Sie dort persönlich zu begrüßen – und Nordlicht Biotech die Chance, neue Kontakte zu knüpfen.“Helene sah, dass er es ernst meinte, und musste an all die Mühe denken, die in die Entwicklung des Medikaments geflossen war.Der Empfang bot tatsächlich eine hervorragende Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und weitere Partner zu gewinnen. Ihre persönlichen Gefühle durften den Interessen des Unternehmens nicht im Weg stehen.Einen Moment lang hielt Helene die Einladung schweigend in der Hand. Dann nickte sie. „Wenn Ihnen meine Teilnahme so wichtig ist, komme ich.“Julius’ Gesicht hellte sich auf. „Dann freue ich mich auf Freitag.“Zurück bei Nordlicht Biotech erzählte Helene Tobias von der Einladung und sprach mit ihm über d







