Share

Kapitel 2: Das Gewicht der Blicke

Penulis: ASH VALE
last update Tanggal publikasi: 2026-06-28 08:05:07

Die Dämmerung kam kalt und erbarmungslos, tauchte das Anwesen in Schattierungen von geprelltem Purpur und Stahl grau. Elara erhob sich, bevor der erste Hahn krähte, so wie immer. Ihr Körper bewegte sich aus Gewohnheit: die Küchenfeuer entfachen, Wasser aus dem Brunnen holen, Teig kneten, bis die Schultern schrien. Routine war Rüstung. Routine hielt sie am Leben.

Heute fühlte sich die Rüstung papierdünn an.

Sie trug das erste Tablett mit Brot und Käse in die große Halle, gerade als das Rudel zu erwachen begann. Krieger in Leder und Pelz schlenderten herein, Stiefel polterten auf Stein, Stimmen rau vom Schlaf und dem Ale der vergangenen Nacht. Elara hielt den Kopf gesenkt, das Haar fiel wie ein Vorhang nach vorn, doch sie spürte die Veränderung in der Luft in dem Moment, als Thorne eintrat.

Er kündigte sich nicht an. Das musste er nie. Der Raum wurde allmählich still, Gespräche verstummten, Köpfe wandten sich. Er trug wieder Schwarz, eine Farbe so tief, dass sie das Licht verschluckte. Ein schwerer Umhang aus Wolfspelz hing von seinen Schultern, die Kapuze zurückgeworfen, sodass das dunkle Haar noch feucht von dem kalten Bach glänzte, in dem er bei Tagesanbruch gebadet hatte. Die Narbe in seinem Gesicht fing das schwache Morgenlicht ein und schimmerte wie frischer Reif.

Elara stellte das Tablett auf die Anrichte und wollte gehen. Sie schaffte drei Schritte, bevor seine Stimme die Gemurmel durchschnitt.

„Du. Mädchen.“

Sie blieb stehen. Jeder Muskel erstarrte. Langsam drehte sie sich zu ihm um.

Thorne saß nun am Haupttisch, Ellbogen aufgestützt, Finger aneinandergelegt. Diese sturm grauen Augen nagelten sie fest, wo sie stand. Aus der Nähe war er noch überwältigender: breite Schultern spannten die Nähte seines Wamses, Unterarme sehnig von Muskeln und feinen weißen Narben, der schwache Duft von Kiefer und Eisen wehte von ihm her wie eine Warnung.

„Komm her“, sagte er.

Die Halle wurde totenstill. Krieger tauschten Blicke. Jemand hustete in die Faust.

Elara ging vorwärts auf Beinen, die sich fremd anfühlten. Sie blieb drei Schritte vor dem Tisch stehen, nah genug, um den schwachen Puls an der Basis seiner Kehle zu sehen, die Art, wie sein Kiefer einmal zuckte, als sie seinen Blick für einen halben Herzschlag erwiderte, bevor sie die Augen wieder senkte.

„Näher.“

Sie machte einen weiteren Schritt. Die Tischkante drückte gegen ihre Oberschenkel.

Thorne musterte sie, wie ein Jäger Spuren im frischen Schnee betrachtet. „Wie heißt du?“

„Elara“, antwortete sie, die Stimme leise, aber fest. Kein Zittern. Das würde sie ihm nicht geben.

„Elara.“ Er kostete das Wort, ließ es auf der Zunge rollen. „Du dienst gut.“

Ich diene, wie man es mir befiehlt.“

Ein Mundwinkel hob sich, nicht ganz ein Lächeln. „Gehorsam. Nützliche Eigenschaft.“

Sie schwieg. Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie sicher war, er könne es hören.

Er lehnte sich zurück, der Stuhl knarrte unter seinem Gewicht. „Du warst gestern Nacht in der Nische.“

Eis flutete durch ihre Adern. Sie hielt das Gesicht ausdruckslos.

„Lüg nicht“, sagte er leise. „Ich habe dich gerochen. Angst hat einen besonderen Geruch. Scharf. Metallisch. Wie Blut knapp unter der Haut.“

Sie schluckte einmal. „Ich habe Tabletts abgeräumt, mein Herr. Nichts weiter.“

Sein Blick fiel auf ihre Hände. Zu spät bemerkte sie, dass ihre Knöchel weiß umklammerten den Saum ihrer Schürze. Er bemerkte es. Natürlich bemerkte er es.

„Dreh dich um“, befahl er.

Sie gehorchte, bevor sie es sich anders überlegen konnte. Die Bewegung kehrte ihr den Rücken zu, den Nacken entblößt. Sie spürte seinen Blick wie eine körperliche Berührung, die ihre Wirbelsäule entlangfuhr, verweilte an der Stelle, wo ihre Schulter unter dem rauen Leinen abfiel.

„Kein Mal“, murmelte er, fast zu sich selbst. „Nicht einmal ein schwacher Schatten. Bemerkenswert.“

Hitze kroch ihre Kehle hinauf. Sie wollte sich umdrehen, fauchen, verlangen, warum er von ihrem Körper sprach, als wäre er ein Gegenstand zur Begutachtung. Doch sie blieb reglos. Reglosigkeit hatte sie länger am Leben gehalten als je Trotz.

„Sieh mich an.“

Sie drehte sich um.

Thorne erhob sich in einer fließenden Bewegung. Er war größer, als sie ihn in Erinnerung hatte, breit genug, dass der Raum zwischen ihnen plötzlich zu klein wirkte. Er umrundete den Tisch, bis nur noch die Breite ihres Körpers sie trennte. Die Halle hätte ebenso gut leer sein können; sie hörte nichts außer ihrem eigenen Atem und dem leisen Knistern des Herdfeuers.

Er streckte die Hand aus. Langsam. Bedacht. Seine Finger fassten den Saum ihres Ärmels und zogen ihn hoch, entblößten ihren Unterarm. Der schwielige Daumen strich über die Innenseite ihres Handgelenks, wo ihr Puls wie ein gefangener Vogel raste.

„Du zitterst“, sagte er.

„Mir ist kalt.“

„Lügnerin.“

Sein Daumen drückte fester, gerade genug, um den hektischen Schlag unter ihrer Haut zu spüren. Dann ließ er den Ärmel los und trat noch näher. Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um seinen Augen zu begegnen. Sein Duft umhüllte sie nun: Kiefer, Eisen, etwas Dunkleres, etwas Animalisches, das die feinen Härchen auf ihren Armen aufrichtete.

„Du hast alles gehört“, sagte er. Keine Frage.

Sie schwieg.

„Du wirst deiner Schwester nichts sagen.“

Immer noch nichts.

Seine Hand hob sich erneut. Diesmal legten sich seine Finger unter ihr Kinn, zwangen ihren Blick zu seinem. Die Berührung brannte. Kein Schmerz. Etwas Schlimmeres. Ein Funke, der entlang ihrer Nerven raste und sich tief in ihrem Bauch niederließ, unwillkommen und unleugbar.

„Verstehst du mich, Elara?“

Sie zwang das Wort über trockene Lippen. „Ja.“

„Gut.“

Er hielt sie noch einen Herzschlag lang fest, der Daumen strich einmal entlang der Kante ihres Kiefers. Dann ließ er sie los und trat zurück. Das Fehlen seiner Berührung ließ sie schwanken.

„Kehre zu deinen Pflichten zurück“, sagte er, die Stimme wieder flach. „Aber wisse dies. Ich sehe dich jetzt. Jeden Schritt. Jeden Atemzug. Es gibt in diesem Haus keinen Ort, an dem du dich vor mir verstecken kannst.“

Sie nickte einmal, drehte sich um und verließ die Halle mit gemessenen Schritten. Erst als die schweren Türen hinter ihr zufielen, erlaubte sie sich, eine Hand gegen die Korridorwand zu stemmen und Luft zu holen.

Er hatte sie berührt.

Er hatte sie angesehen, wie es noch niemand getan hatte: nicht mit Mitleid, nicht mit Abscheu, sondern mit Besitzanspruch.

Und etwas in ihr hatte geantwortet.

Sie hasste es. Hasste ihn. Hasste sich selbst am meisten.

Der Rest des Vormittags verging in einem Nebel aus Schrubben und Tragen. Sie mied die große Halle, blieb in den Küchen und im Waschhof. Doch das Bewusstsein von ihm verließ sie nie. Jeder Schatten fühlte sich wie sein Schatten an. Jeder widerhallende Schritt in einem Gang ließ sie zusammenzucken.

Gegen Mittag wurde sie in die oberen Gemächer geschickt, mit frischer Bettwäsche für Selenes Räume. Die Suite ihrer Schwester blickte auf den östlichen Wald hinaus, alles helle Steine und weiche Felle, Fenster verhängt mit silbernem Gazestoff, der das Licht einfing wie Mondlicht selbst am Mittag. Selene saß an ihrer Frisierkommode, bürstete ihr langes schwarzes Haar, das sichelförmige Geburtsmal auf ihrer bloßen Schulter glänzte wie polierte Perle.

„Elara!“ Selenes Gesicht leuchtete vor echter Freude auf. Sie erhob sich und durchquerte den Raum in einem Wirbel aus Seide, zog Elara in eine kurze Umarmung, bevor die Dienerin protestieren konnte. „Ich habe dich heute Morgen vermisst. Du warst fort, bevor ich erwacht bin.“

„Frühe Arbeiten“, murmelte Elara, erwiderte die Umarmung nur für den kürzesten Moment, bevor sie zurücktrat. „Ich habe frische Wäsche gebracht.“

Selene wedelte mit der Hand. „Lass sie liegen. Setz dich einen Moment zu mir. Bitte.“

Elara zögerte. In Selenes Gegenwart zu sitzen fühlte sich wie Eindringen an. Doch die Augen der Älteren waren weich, hoffnungsvoll, und Elara konnte ihr nie etwas abschlagen.

Sie ließen sich auf der gepolsterten Bank unter dem Fenster nieder. Selene griff nach Elaras Hand, verschränkte ihre Finger.

„Ich habe Vater gestern Nacht mit Lord Thorne sprechen hören“, sagte Selene leise. „Sie dachten, ich schlafe, aber der Schall trägt in diesen Gängen.“

Elaras Magen zog sich zusammen. „Was hast du gehört?“

„Genug.“ Selenes Daumen zeichnete kleine Kreise auf Elaras Handrücken. „Er will die Paarung bald. Unter dem Blutmond. Vater ist … erfreut.“

Elara zwang ein Lächeln hervor. „Das sollte er sein. Du wirst eine perfekte Luna sein.“

Selenes Blick fiel auf ihre verschränkten Hände. „Ich fühle mich nicht perfekt. Ich fühle mich ängstlich.“

Das Geständnis überraschte Elara. „Vor ihm?“

„Vor allem.“ Selenes Stimme brach. „Davor zu versagen. Vor dem Rudel. Vor der Mondgöttin. Vor … dir.“

„Mir?“

„Du hast mich beschützt, seit wir Kinder waren“, flüsterte Selene. „Strafen auf dich genommen, die für mich gedacht waren. Meine Fehler verborgen. Mich geliebt, als niemand sonst es tat. Wenn ich Luna werde, was geschieht dann mit dir? Wird Vater dich verstoßen? Wird Thorne dich überhaupt bleiben lassen?“

Elaras Kehle schnürte sich zu. Sie konnte Selene die Wahrheit nicht sagen. Nicht die ganze Wahrheit. Noch nicht.

„Mir wird es gut gehen“, log sie. „Wie immer.“

Selene suchte ihr Gesicht ab. „Versprich mir etwas.“

„Alles.“

„Wenn er dir wehtut, wenn irgendjemand dir wehtut, komm zu mir. Ich werde für dich kämpfen. Ich schwöre es bei der Sichel, die ich trage.“

Tränen brannten in Elaras Augen. Sie blinzelte sie zurück. „Ich verspreche es.“

Selene zog sie erneut an sich, legte die Wange an Elaras Haar. „Ich liebe dich, kleine Schwester. Mehr als den Mond selbst.“

Elara schloss die Augen und ließ sich halten. Für einen zerbrechlichen Moment schrumpfte die Welt auf die Wärme von Selenes Armen, den Duft von Lavendel und Rosenwasser, den gleichmäßigen Schlag ihres Herzens.

Dann öffnete sich die Tür.

Thorne stand im Rahmen, der Umhang abgelegt, das Wams am Hals geöffnet. Sein Blick schweifte durch den Raum und landete auf den beiden Frauen, die auf der Bank ineinander verschlungen saßen.

Selene zog sich zuerst zurück, die Wangen gerötet. „Lord Thorne.“

„Lady Selene.“ Er neigte den Kopf, höflich, makellos. Dann fanden seine Augen Elara wieder. „Ich brauche die Dienerin.“

Selene runzelte die Stirn. „Elara ist hier noch nicht fertig.“

„Es wird nicht lange dauern.“

Selene blickte zwischen ihnen hin und her, Unsicherheit flackerte über ihr schönes Gesicht. Schließlich nickte sie. „Sehr gut. Aber halte sie nicht zu lange auf. Ich möchte noch mehr mit ihr sprechen.“

Thorne sagte nichts, trat nur beiseite, um Elara vorbeizulassen.

Sie erhob sich auf tauben Beinen und folgte ihm in den Korridor. Die Tür fiel leise hinter ihnen ins Schloss.

Er sprach erst, als sie die schmale Treppe erreichten, die in den ungenutzten Westflügel führte. Dann blieb er stehen, drehte sich um und drängte sie gegen die Wand, ohne sie zu berühren. Seine Hände stützten sich links und rechts von ihrem Kopf ab, hielten sie gefangen.

„Du bist ihr treu“, sagte er.

„Ja.“

„Du würdest alles tun, um sie zu schützen.“

„Ja.“

Sein Mund verzog sich, langsam und gefährlich. „Gut. Denn ich beabsichtige, diese Treue auf die Probe zu stellen.“

Er beugte sich vor, bis seine Lippen fast ihr Ohr streiften. Sein Atem war warm auf ihrer Haut.

„Heute Nacht“, flüsterte er. „Nach Mondaufgang. Die alte Jägerhütte am Waldrand. Komm allein. Sag niemandem etwas. Besonders nicht deiner Schwester.“

Elaras Puls donnerte in ihren Ohren. „Warum?“

„Weil ich sonst nehme, was ich will, von ihr. Öffentlich. Schmerzhaft. Und sie wird dir niemals verzeihen, dass du es hast geschehen lassen.“

Die Drohung traf wie eine Klinge zwischen ihre Rippen.

Thorne zog sich gerade so weit zurück, dass er ihr in die Augen sehen konnte. „Verstehen wir uns?“

Sie starrte ihn an, Wut und Angst verschmolzen, bis sie nicht mehr unterscheiden konnte, was was war. Etwas Tieferes regte sich darunter, etwas Heißes und Rücksichtsloses, das sie am meisten ängstigte.

„Ja“, sagte sie.

Er musterte sie noch einen Moment, dann stieß er sich von der Wand ab. „Mondaufgang. Sei nicht zu spät.“

Er ging davon, ohne sich umzudrehen.

Elara blieb lange gegen den Stein gepresst stehen, lange nachdem seine Schritte verhallt waren. Ihre Hände zitterten. Ihre Haut brannte dort, wo sein Atem sie berührt hatte.

Sie wusste nicht, was in dieser Jägerhütte wartete.

Sie wusste nur eines mit knochentiefem Gewissheit.

Was auch immer heute Nacht geschah, sie würde Selene schützen.

Selbst wenn es bedeutete, sich dem Monster auszuliefern, das bereits begonnen hatte, sie zu beanspruchen.

Lanjutkan membaca buku ini secara gratis
Pindai kode untuk mengunduh Aplikasi

Bab terbaru

  • Unmarkierte Begierde: Der Anspruch des Bastards    Kapitel 48: Der Riss weitet sich

    Der dritte graue Morgen legte sich über Blackthorn Manor wie eine nasse Last die keine Hoffnung trug. Elara und Thorne saßen noch immer im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe mit einem Willen aufrecht der bereits über die Grenzen des Möglichen hinausging. Das silberrote Licht war nur noch ein dünner Faden der mühsam zwischen ihnen pulsierte und der hauchdünne Riss vibrierte unter dem ständigen Druck der fremden Note. Die schwarzen Narben auf ihren Malen waren dunkler geworden und schienen die Erschöpfung selbst in sich aufzusaugen. Jeder Atemzug kostete Kraft und jeder Puls fraß tiefer in die Reserven die kaum noch vorhanden waren.Lira kniete bei ihnen und legte die Hände auf die Male. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Der Strom hält noch doch er hält nur noch durch reinen Willen. Die bewegliche Verteilung hat uns zwei Nächte gerettet aber die Träger sind an einem Punkt angelangt an dem weitere Belastung den Zusammenbruch bedeutet. Wenn die Note je

  • Unmarkierte Begierde: Der Anspruch des Bastards    Kapitel 48: Der Riss weitet sich

    Der dritte graue Morgen legte sich über Blackthorn Manor wie eine nasse Last die keine Hoffnung trug. Elara und Thorne saßen noch immer im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe mit einem Willen aufrecht der bereits über die Grenzen des Möglichen hinausging. Das silberrote Licht war nur noch ein dünner Faden der mühsam zwischen ihnen pulsierte und der hauchdünne Riss vibrierte unter dem ständigen Druck der fremden Note. Die schwarzen Narben auf ihren Malen waren dunkler geworden und schienen die Erschöpfung selbst in sich aufzusaugen. Jeder Atemzug kostete Kraft und jeder Puls fraß tiefer in die Reserven die kaum noch vorhanden waren.Lira kniete bei ihnen und legte die Hände auf die Male. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Der Strom hält noch doch er hält nur noch durch reinen Willen. Die bewegliche Verteilung hat uns zwei Nächte gerettet aber die Träger sind an einem Punkt angelangt an dem weitere Belastung den Zusammenbruch bedeutet. Wenn die Note je

  • Unmarkierte Begierde: Der Anspruch des Bastards    Kapitel 47

    Der graue Morgen legte sich schwer über Blackthorn Manor und ließ die Erschöpfung der Dynastie in jedem Gesicht und jeder Haltung sichtbar werden. Elara und Thorne saßen noch immer im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe aufrecht obwohl ihre Kräfte fast vollständig verbraucht waren. Das silberrote Licht flackerte schwach aber stetig und der hauchdünne Riss blieb eng genug um die fremde Note zurückzuhalten. Die schwarzen Narben auf ihren Malen lagen still doch unter der Oberfläche arbeitete die Müdigkeit weiter und nagte an den Reserven die kaum noch vorhanden waren.Lira prüfte die Male mit zitternden Fingern und sprach mit heiserer Stimme. Der Strom hat die Nacht überlebt und die Verengung hält doch die Träger sind tiefer erschöpft als je zuvor. Jeder Puls kostet jetzt mehr als er zurückgibt und die Seele selbst verlangt nach einer Pause die wir nicht gewähren können. Wenn die fremde Note jetzt einen neuen Weg findet wird der Kreis kaum noch reagieren können.

  • Unmarkierte Begierde: Der Anspruch des Bastards    Kapitel 46: Der brüchige Strom

    Der frühe Morgen lag über Blackthorn Manor wie eine dünne Decke die keine Wärme gab. Elara und Thorne hielten den bewussten Strom der Liebe mit letzter Kraft aufrecht und das silberrote Licht flackerte so schwach dass es zeitweise nur noch als Gefühl im Bund spürbar war. Die schwarzen Narben auf ihren Malen lagen still doch die ständige Arbeit hatte sichtbare Spuren hinterlassen. Ihre Gesichter waren aschfahl und die Hände zitterten auch im Ruhezustand und jeder Puls kostete mehr als der vorherige. Lira kniete eng bei ihnen und legte beide Hände auf die Male. Der Strom ist brüchig geworden. Die Verengung hält noch und der Riss ist eng doch die Träger sind am Ende ihrer Reserven. Wenn wir die Last nicht sofort anders verteilen wird der nächste Stoß den Strom reißen und dann öffnet sich die Tür von selbst. Sira arbeitete bereits an einer neuen Anordnung der Siegel. Die alten Kreise sind erschöpft und die neuen müssen die Last auf den gesamten Kreis legen statt auf zwei allein. Es wird

  • Unmarkierte Begierde: Der Anspruch des Bastards    Kapitel 45: Die Last der Wachsamkeit

    Der neue Tag legte sich über Blackthorn Manor mit einem blassen Licht das keine echte Erleichterung brachte. Elara und Thorne hielten den bewussten Strom der Liebe ohne Unterbrechung aufrecht weil jeder Nachlass die fremde Note sofort gegen den hauchdünnen Riss drücken ließ. Das silberrote Licht flackerte in einem engen gleichmäßigen Rhythmus und die schwarzen Narben auf ihren Malen lagen still doch die ständige Arbeit fraß an ihren Reserven mit unerbittlicher Genauigkeit.Lira bewegte sich langsam durch den inneren Kreis und prüfte jede Verbindung mit großer Vorsicht. Der Bund trägt die Last und die Verengung hält. Doch die Erschöpfung wird sichtbar. Elara und Thorne können diesen Zustand nicht endlos allein tragen. Der Kreis muss mehr von der bewussten Arbeit übernehmen sonst bricht die Tragfähigkeit zusammen.Sira erneuerte die Siegel in kurzen präzisen Abschnitten und ihre Stimme war rauh von der langen Anspannung. Die Struktur ist stabil solange der Strom nicht unter eine bestimm

  • Unmarkierte Begierde: Der Anspruch des Bastards    Kapitel 44: Der Ständige Preis

    Die ersten echten Lichtstrahlen des Morgens fielen durch die hohen Fenster des Saals und legten sich über die erschöpften Gesichter der Dynastie wie eine vorsichtige Hand. Blackthorn Manor atmete wieder doch der Atem war flach und wachsam. Elara und Thorne saßen im Zentrum des Kreises und hielten die Liebe zwischen sich mit bewusster Kraft aufrecht weil jede Unachtsamkeit die fremde Note sofort näher an den hauchdünnen Riss brachte. Das silberrote Licht flackerte schwach und stetig und die schwarzen Narben auf ihren Malen lagen still wie eingebrannte Erinnerungen an alles was die Nacht gekostet hatte.Lira ruhte kniend und prüfte den Bund in regelmäßigen Abständen mit Händen die noch immer zitterten. Die Verengung hält und der Riss bleibt eng. Doch der Preis fordert seinen Tribut ohne Pause. Jeder bewusste Strom den ihr sendet nährt das Licht und hält die Note zurück. Jeder Moment in dem die Aufmerksamkeit nachlässt lässt sie wieder drücken. Es gibt keinen Ruhezustand mehr. Nur das st

Bab Lainnya
Jelajahi dan baca novel bagus secara gratis
Akses gratis ke berbagai novel bagus di aplikasi GoodNovel. Unduh buku yang kamu suka dan baca di mana saja & kapan saja.
Baca buku gratis di Aplikasi
Pindai kode untuk membaca di Aplikasi
DMCA.com Protection Status