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EIN RAUM VOLLER ABLENKUNG

مؤلف: Chidoscorner
last update تاريخ النشر: 2026-09-11 19:55:36

Flora's POV

Ich saß an dem niedrigen Tisch in der Bar, aber meine Gedanken waren ganz woanders. Im gesamten Raum befanden sich nur acht Leute – vier Jungs und vier Mädchen, perfekt als Paare aufgeteilt. Es sollte ein unterhaltsamer, entspannter Gruppenabend werden, und ich sollte mich eigentlich auf mein Date konzentrieren.

Man musste Sam zu seinen Gunsten anrechnen, dass er wirklich sehr nett und witzig war. Er war ein älterer, unglaublich gutaussehender Typ mit einem gewinnenden Lächeln und einer charmanten Art. Jedes normale Mädchen wäre begeistert gewesen, neben ihm zu sitzen. Doch als er einen Witz erzählte, über den der gesamte Tisch lachte, fühlte ich absolut gar nichts. Kein Prickeln. Keine Schmetterlinge.

Stattdessen wanderten meine Gedanken immer wieder zurück in den Flur unseres Hauses. Ich erinnerte mich an den verlangenden, intensiven Blick, mit dem Eugene mich gemustert hatte, als ich die Treppe hinuntergekommen war. Sogar jetzt, wo ich nur hier saß und an diesen brennenden Blick dachte, jagte eine Hitzewelle durch meinen Körper und erregte mich auf eine Weise, die Sams höfliche Unterhaltung nicht einmal ansatzweise berühren konnte. Sam war attraktiv, aber er berührte mich einfach nicht auf diese Weise.

Dann öffnete sich die Eingangstür der Bar, und mein Herz blieb augenblicklich stehen.

Eugene kam herein. Er trug nicht seine üblichen Business-Anzüge. Stattdessen trug er dunkle Jeans und einen tannengrünen Rollkragenpullover, der sich perfekt an seine breite, muskulöse Brust schmiegte. Er wirkte gebieterisch, reif und umwerfend attraktiv. Als er behauptete, es sei ein Zufall, und beiläufig mit seinen beiden Freunden zur Bar hinüberging, schaltete mein gesamter Körper auf Hochspannung. Meine Augen folgten jeder seiner Bewegungen, und mir stockte der Atem, während ich zusah, wie sich der Stoff seines Pullovers über seinen Schultern spannte.

„Oh mein Gott“, flüsterte Chloe, eines der Mädchen am Tisch, und lehnte sich näher zu unserer Gruppe. Sie beobachtete Eugene mit einem verträumten Ausdruck, wie er davonging. „Emily, ich weiß, das ist dein Vater, aber heilige Scheiße … er ist absolut heiß. Wen versucht er heute Abend in diesem Rollkragenpullover eigentlich zu beeindrucken?“

„Chloe, igitt! Das ist mein Vater!“, lachte Emily und warf eine zerknüllte Servette nach ihr.

Ich hielt den Mund und starrte auf mein Getränk hinab, damit niemand das tiefe Rot bemerkte, das meinen Hals hochstieg. Meine Haut kribbelte, und die Luft im Raum fühlte sich plötzlich zehn Grad heißer an. Er war nur wenige Meter entfernt an der Bar, und obwohl Sam direkt neben mir saß, war Eugene der einzige Mann im Raum, den ich wirklich wahrnahm.

Ich zwang mich, über Sams Witze zu lächeln, nickte brav und gab mein Bestes, mich Emily zuliebe auf mein Date zu konzentrieren. Sie hatte sich so viel Mühe gegeben, das hier zu organisieren, und ich wollte ihr den Abend nicht ruinieren. Aber es war erschöpfend. Jedes Mal, wenn Eugene an der Bar lachte oder die Position wechselte, wanderten meine Augen automatisch zu ihm.

Nach einer Weile entschuldigten wir vier Mädchen uns, um auf die Toilette zu gehen. In dem Moment, als die Tür hinter uns ins Schloss fiel, fingen die anderen Mädchen sofort wieder an, von Eugene zu schwärmen.

„Im Ernst, Emily, dein Vater ist ein absoluter Silver Fox“, seufzte Chloe und überprüfte ihren Lipgloss im Spiegel. „Wie kann der bitte noch Single sein? Wenn ich zehn Jahre älter wäre, würde ich heute Abend definitv meinen Versuch wagen.“

„Ekelhaft, hör auf damit!“, lachte Emily, obwohl sie mit einem liebevollen Lächeln den Kopf schüttelte. „Aber ehrlich gesagt hat er einfach kein Interesse an Dates. Er hat sich so lange auf seine Arbeit und die Erziehung von mir konzentriert, dass er Romantik, glaube ich, komplett von seiner Liste gestrichen hat. In der Hinsicht ist er total altmodisch.“

Ihn von Emily so beschreiben zu hören, fühlte sich wie eine Zentnerlast an, die auf meine Brust drückte. Kein Interesse an Dates. Sie hatte keine Ahnung, wie sehr er mich noch vor wenigen Tagen aufgewühlt hatte oder wie sein Blick mich heute Abend im Flur schier verschlungen hatte.

Als wir zurück in den Hauptraum gingen, wurde der Rest des Abends unglaublich anstrengend. Die Spannung in der Luft war so dicht, dass man sie hätte schneiden können. Ich saß neben Sam und tat so, als amüsierte ich mich, während Eugene an der Bar blieb – ein dunkler, beschützender Schatten in meinem Augenwinkel. Ich konnte seinen Blick auf mir spüren, jedes Mal, wenn Sam sich etwas zu nah zu mir lehnte. Als unsere Gruppe endlich beschloss, Schluss zu machen und zu gehen, waren meine Nerven völlig am Ende.

Während wir in der Nähe des Ausgangs unsere Mäntel zusammensuchten, ging Emily hinüber zum Tisch ihres Vaters, um sich zu verabschieden. Ich blieb ein paar Schritte hinter ihr stehen, das Herz hämmerte mir in der Brust.

„Wir machen uns auf den Weg, Papa“, sagte Emily und gab ihm eine kurze Umarmung. „Nur als Erinnerung – ich verbringe den Rest des Wochenendes mit Joshs Familie in ihrem Haus am See, bin also erst morgen Abend wieder da.“

„Alles klar, Schatz. Pass auf dich auf“, sagte Eugene, seine Stimme tief und vollkommen ruhig, als er die Umarmung erwiderte.

Doch über Emilys Schulter hinweg verhakten sich seine dunklen Augen mit meinen. Eine plötzliche, gefährliche Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Emily war übers Wochenende weg.

Ich würde in ein leeres Haus zurückkehren. Mit ihm.

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