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GRENZEN UND ILLUSION

Penulis: Chidoscorner
last update Tanggal publikasi: 2026-09-11 20:16:24

Floras Perspektive

Der Weg vom Wohnzimmer zu meinem Schlafzimmer fühlte sich wie eine Meile an. Meine Füße waren kalt auf dem Hartholzboden, aber der Rest meines Körpers brannte. Ich schloss meine Tür leise; das Geräusch glich dem endgültigen Klicken von Eugenes Riegel am Ende des Flurs. Ich machte kein Licht an. Ich blieb einfach dort im Dunkeln stehen, während mein Atem in kurzen, rauhen Stoßseufzern kam.

Die Zurückweisung schmerzte, aber die körperliche Frustration war noch schlimmer. Meine Haut fühlte sich absolut zu eng für meinen Körper an. Das smaragdgrüne Kleid, das sich noch vor einer Stunde so befreiend angefühlt hatte, wirkte nun wie ein erstickender Käfig. Ich griff nach hinten, um den Reißverschluss zu öffnen, und ließ den Stoff zu meinen Füßen gleiten, bis ich nur noch in Unterwäsche da stand.

Ich warf mich aufs Bett und starrte zu den Schatten empor, die an der Decke tanzten. Mir war zu heiß. Ich war viel zu aufgewühlt. Jede einzelne Nervenendigung schrie nach der Berührung, die Eugene mir verwehrt hatte.

Normalerweise berührte ich mich nicht oft selbst. Um ehrlich zu sein, fühlte es sich für mich immer etwas merkwürdig an – ein wenig zu klinisch, ein wenig zu einsam. Aber heute Abend war alles völlig anders. Die Hitze, die sich in meinem Unterleib staute, war intensiv; ein schwerer, pulsierender Schmerz, der einfach nicht weichen wollte. Ich spürte die tiefe Gewissheit, dass ich tatsächlich verbrennen würde, wenn ich nicht sofort irgendeine Linderung fand.

Ich schloss die Augen und ließ meine Hand über meinen Bauch gleiten. Meine Finger zitterten. In dem Moment, als ich mich berührte, entkam meinen Lippen ein Keuchen. Ich stellte mir keine beliebige Fantasie vor. Ich stellte mir ihn vor. Ich stellte mir Eugene in diesem grünen Rollkragenpullover vor, seine großen, schwieligen Hände an meiner Taille, seine dunklen Augen erfüllt von jenem verlangenden, besitzergreifenden Hunger, den ich in der Bar gesehen hatte.

Ich rief mir den Moment in Erinnerung, als seine Knöchel die nackte Haut meines Schlüsselbeins gestreift hatten. Ich stellte mir vor, wie dieselben Knöchel weiter nach unten wanderten, die Wölbung meiner Brust nachzeichneten und mich flach gegen die Matratze drückten. Das Bild war so lebendig, so intensiv real, dass mir der Atem stockte. Ich bewegte mich schneller, mein Körper wölbte sich von den Laken hoch, während sich die Spannung zu einem engen, unerträglichen Höhepunkt aufbaute.

Als die Erlösung kam, war sie plötzlich und scharf. Eine Welle intensiver Wärme spülte über mich hinweg und ließ meine Glieder schwer werden, während mein Herz in einem hektischen Rhythmus gegen meine Rippen hämmerte.

Ich lag noch lange da und wartete darauf, dass sich mein Atem verlangsamte. Als der körperliche Nebel zu verfliegen begann, stellte sich die Peinlichkeit, die ich erwartet hatte, nicht ein. Stattdessen trat eine seltsame, brennende Klarheit an ihre Stelle.

Ich habe es mir nicht eingebildet.

Ich rollte mich auf die Seite und starrte zur Schlafzimmertür. Eugene konnte sagen, was er wollte. Er konnte sich hinter seinem Alter verstecken, er konnte sich hinter seiner Rolle als Vater verstecken, und er konnte seine Tür abschließen, bis der Klinkenhebel brach. Aber ich wusste, was ich gesehen hatte. Ich hatte das Feuer in seinen Augen gesehen, als ich am Ende der Treppe gestanden hatte. Ich hatte die Hitze gespürt, die von seinem Körper ausging, als er in die Schatten des Wohnzimmers getreten war. Er ertrank in Verlangen nach mir – genauso sehr wie ich nach ihm.

Er war einfach nur stur. Er ließ zu, dass seine strengen Regeln und seine Schuldgefühle ihn zurückhielten.

Ein leiser, gefährlicher Nervenkitzel durchströmte meine Adern. Wenn der Abstand bei ihm nicht funktioniert hatte und wenn der Anblick von mir in diesem Kleid seine vier Tage des Fortschritts vollkommen zunichte gemacht hatte, dann war er verletzlich. Er stand direkt am Rande des Zusammenbruchs. Er brauchte nur einen kleinen Schubs.

Ich begann mir Möglichkeiten zu überlegen, wie ich ihn zum Brechen bringen konnte.

Emily würde erst Sonntagabend nach Hause kommen. Das gab mir einen ganzen Tag. Einen ganzen Tag allein im Haus mit einem Mann, der verzweifelt versuchte vorzugeben, dass ich nicht existierte. Wenn er den strengen, unnahbaren Erwachsenen spielen wollte, würde ich es zum härtesten Job machen, den er je hatte. Ich würde subtil sein, aber ich würde unerbittlich sein. Ich würde die Kleidung tragen, die seine Augen verweilen ließ. Ich würde die Räume besetzen, denen er nicht ausweichen konnte. Ich würde dafür sorgen, dass ich jedes Mal, wenn er aufblickte, da war und ihn genau an das erinnerte, was er so krampfhaft zu leugnen versuchte.

Als ich schließlich die Augen schloss, um zu schlafen, war die Frustration verschwunden – ersetzt durch eine gefährliche, aufregende Vorfreude auf den Morgen.

Auf der anderen Seite der Wand schloss Eugene unterdessen seine Schlafzimmertür und drehte den Riegel um; das scharfe Geräusch hallte wie eine letzte, verzweilfelte Grenze zwischen ihm und dem Mädchen am Ende des Flurs wider. Er lehnte sich schwer gegen das Holz, seine Stirn ruhte auf der kalten Oberfläche, während er auf seine eigenen zitternden Hände hinabblickte.

Er war vollkommen von Schuldgefühlen zerfressen. Der Ausdruck völliger Verwirrung und Demütigung auf Floras Gesicht, als er sie angefahren hatte, schnitt ihm direkt durchs Herz. Sie war ein Gast in seinem Haus. Sie war die engste Freundin seiner Tochter. Er sollte sie beschützen, die stabile Säule der Autorität sein – und doch hatte er gerade wie ein eifersüchtiger, besessener Irrer in seinem Wohnzimmer gestanden.

Doch so sehr sein Gewissen auch auf ihn einprügelte, sein Körper war einfach zu angespannt, als dass er klar denken konnte. Der verbleibende Duft ihres Parfüms, das Bild ihrer nackten, geröteten Schulter, die seinen grünen Rollkragenpullover gestreift hatte, und die rückhaltlose Aufforderung in ihren Augen hatten sein System in den Ausnahmezustand versetzt. Der körperliche Schmerz in seinem Unterleib war unerträglich.

Er konnte sie nicht berühren. Er wusste, welche Grenzen er überschreiten würde, wenn er jemals wirklich seine Hände an sie legte – Grenzen, die Leben ruinieren und die Beziehung zu seiner Tochter zerstören würden.

Doch noch bevor er seinen nächsten Schritt überhaupt durchdenken konnte, arbeiteten seine Hände bereits am Knopf seiner Jeans. Getrieben von einer rauhen, hektischen Verzweiflung legte Eugene noch direkt an der Tür Hand an sich an. Er schaffte es nicht einmal bis zum Bett. Er zog seine Kleidung herunter, seine Finger umschlossen sich fest, während sein Verstand seine Disziplin vollkommen verriet.

Diesmal kämpfte er nicht gegen die Bilder an. Er schloss die Augen und ließ seiner Fantasie freien Lauf. Er stellte sich vor, wie sie im dunklen Wohnzimmer stand, wie ihr smaragdgrünes Kleid über ihre Hüften glitt und sie vollkommen nackt unter ihm zurückließ. Er stellte sich vor, wie er sie gegen die Wand drückte, ihren Mund eroberte und sich endlich das nahm, was er sich seit Tagen versagt hatte.

Seine Bewegungen wurden schneller, härter, bis eine gewaltige, erschütternde Erlösung durch ihn hindurchfuhr. Er stöhnte leise in den leeren Raum hinein, seine Knie gaben fast nach, als die intensive Welle der Lust über seine angespannten Muskeln hinwegspülte.

Er säuberte sich langsam, während die körperliche Spannung aus seinem Körper wich, doch es brachte keinen Frieden. Selbst nach dieser gewaltigen, explosiven Erlösung nistete sich die kalte Realität in seiner Brust ein. Es war nicht genug gewesen. Er wusste mit absoluter Sicherheit, dass keine noch so große einsame Linderung jemals an das echte Erlebnis heranreichen würde. Es war nur ein hohler Ersatz für die Wärme ihrer Haut.

„Nur heute Nacht“, murmelte Eugene vor sich hin und rieb sich mit den Händen über das Gesicht, als er schließlich zu seinem Bett ging. „Nur heute Nacht, und morgen werde ich das hier für immer verschließen und zu dem zurückkehren, wie die Dinge waren.“

Er beschloss, diese gefährlichen Regungen so tief zu vergraben, dass sie nie wieder das Licht der Welt erblicken würden. Sobald der Morgen anbrach, würde er genau zu dem zurückkehren, was vorher war – distanziert, höflich und vollkommen unnahbar. Er würde die Mauer wieder aufbauen, und diesmal würde er nicht zulassen, dass sie sie durchbrach.

Er legte sich auf die Matratze und starrte an die dunkle Decke. Sein Plan zur Disziplin fühlte sich solide an, doch als er die Stille des großen Hauses bemerkte, nistete sich ein plötzliches, schweres Unbehagen tief in seinem Magen ein.

Emily würde erst späten Sonntagabend zurück sein.

Das einzige Problem – das gewaltige, beängstigende Problem – war das Wissen, dass er den ganzen Tag vollkommen allein mit Flora sein würde.

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