LOGINSeit ihrer Hochzeit hatte Elena immer wieder gemerkt, wie behutsam Felix mit ihr war.Vor anderen war er der gefürchtete Erbe der Stein-Gruppe, ein Mann, vor dem halb Königstadt Respekt hatte.Doch bei ihr wurde seine Härte leiser.Er kümmerte sich um sie, geduldig und selbstverständlich, bis in die kleinsten Dinge.In Elenas Kopf tauchte plötzlich wieder der Moment auf, in dem Felix ihr seine Liebe gestanden hatte.„Warum sagst du nichts? Tut dir doch noch etwas weh?“Felix half ihr, sich wieder aufs Bett zu setzen. Zwischen seinen Brauen lag deutliche Anspannung.Elena war eigentlich nur hungrig. Ihr war schwindlig, mehr nicht.Sie wollte nicht, dass er sich weiter Sorgen machte, und schüttelte sofort den Kopf.„Mir geht es gut. Ich muss nur etwas essen.“Felix klappte den kleinen Tisch am Krankenbett hoch und stellte die mitgebrachten Speisen nacheinander darauf.Alles war leicht, frisch und genau nach Elenas Geschmack.Felix hatte einen frischen Salat mitgebracht, dazu zart gebrate
In Stefans Worten lag blanker Spott. Sogar sein Blick auf Anja war voller Verachtung.„Hast du nie darüber nachgedacht, warum Felix sich von dem Material in deiner Hand überhaupt unter Druck setzen ließ?“Er sah sie kalt an.„Weil er Elena liebt. Weil er nicht zulassen wollte, dass sie auch nur den geringsten Schaden nimmt.“Für eine Frau war es alles andere als harmlos, wenn die öffentliche Bekanntgabe der Ehe plötzlich abgesagt wurde.Doch der eigentliche Bruch entstand nicht durch diese Absage, sondern durch Heinrich Weiß’ Unfall an jenem Abend. Davor hatte Felix noch die Möglichkeit, Elena alles zu erklären und Anjas Druckmittel schnell aus dem Weg zu räumen.Diese Sache allein zerstörte ihn und Elena nicht.Ausgerechnet Anja, eine Brandt, wählte jedoch den dümmsten Weg und rannte damit geradewegs in ihren eigenen Untergang.„Hör auf, mich hier absichtlich zu provozieren“, fauchte Anja. „Tatsache ist, dass Elena Felix nicht verzeihen wird, selbst wenn sie die Wahrheit kennt.“Ihre
„Felix.“Elena rief seinen Namen. Ihre Stimme war heiser, ihre Lider öffneten sich nur einen Spalt.„Elena, du bist wirklich wach.“Auf ihrem Handrücken spürte sie etwas Kühles.Felix stand sofort auf und drückte den Rufknopf. In ihrem benommenen Zustand sah Elena nur verschwommen, wie aufgewühlt er war.Doch sie war zu erschöpft, nicht nur müde, sondern völlig leer. Ihr Körper hatte jede Kraft verbraucht.Kaum hatte sie die Augen geöffnet, fielen sie ihr wieder schwer zu.Als sie das nächste Mal erwachte, war es bereits tief in der Nacht.Im Krankenzimmer brannte nur ein weiches Licht. Felix saß am Bett und wich keinen Schritt von ihrer Seite.Elena sah ihn an. Ihr Blick war noch etwas unscharf.Während ihrer Bewusstlosigkeit hatte sie immer wieder eine Stimme gehört. Jemand hatte mit ihr gesprochen.Sie wusste, dass es Felix gewesen war.„Elena, du bist wach. Tut dir etwas weh?“Felix bemerkte sofort, dass sie die Augen geöffnet hatte, und beugte sich zu ihr. Seine Stimme war leise u
Sebastian wusste, wie eng Mara und Elena einander standen. Seine sonst so klaren, kühlen Züge wurden für einen seltenen Moment weicher.„Medizinisch gesprochen ist das eine Stressreaktion nach extremer seelischer Belastung. Umgangssprachlich nennt man es ein gebrochenes Herz.“„Wenn der Schmerz zu groß wird, zieht sich ein Mensch manchmal von der Wirklichkeit zurück. Dann bleibt er in einer inneren Welt, in der er noch etwas festhalten kann.“Mara sah ihn fassungslos an.Sebastians Stimme blieb sachlich, aber nicht kalt.„Im Moment können wir vor allem bei ihr bleiben. Mit ihr sprechen. Ihr zeigen, dass sie hier noch gebraucht wird. Sie muss den Weg von dort zurückfinden.“Kaum hatte Mara das gehört, liefen ihr die Tränen herunter. Schon vorher tat Mara Elena schrecklich leid. Jetzt wurde der Schmerz noch größer.Wie schrecklich musste die Wirklichkeit für Elena geworden sein, wenn sie lieber in einer Welt blieb, die es nur in ihrem Bewusstsein gab?Sebastian runzelte leicht die Stirn,
Ihre Mutter hielt sie im Arm und strich ihr sanft über den Rücken. Jede Bewegung, jede Silbe klang genau wie früher, weich und voller Liebe.„Ach, mein Mädchen.“ Ihre Mutter hielt sie fester. „Du bist doch nicht schuld. Du warst ein Kind.“Die kleine Elena hob das nasse Gesicht.„Mein System war damals noch nicht fertig. Es hat einen Fehler gemacht. Und wegen mir bist du gestorben. Mama, ich habe dich umgebracht.“„Und jetzt habe ich auch Opa geschadet. Ich mache alles kaputt, oder?“Alles, was Elena so lange tief in sich vergraben hatte, brach in diesem Traum aus ihr heraus.Sie schluchzte, bis ihr ganzer kleiner Körper bebte.Ihre Mutter strich ihr die Tränen aus dem Gesicht. Ihre Stimme blieb warm, genau wie früher.„Nein. Hör mir zu. Du hast damals etwas geschaffen, das kaum ein Kind überhaupt verstanden hätte. Darauf war ich stolz. Sehr stolz sogar.“„Ein Fehler macht dich nicht zu einem schlechten Menschen. Und schon gar nicht zu einer Mörderin.“Sie legte eine Hand an Elenas Wan
„Opa, Opa, wach bitte auf.“Elenas Gesicht war von Tränen verschwommen. Sie umklammerte die Schultern ihres Großvaters und schüttelte ihn ganz leicht. In ihrer Brust zog sich alles zusammen, so heftig, dass sie beinahe daran zerbrach.Sie wagte nicht, an den Tod ihrer Mutter zu denken.Sie hatte Angst, an diesem Gedanken endgültig zu zerbrechen. Angst, dann nicht einmal mehr die Weiß-Gruppe halten zu können. Also biss sie die Zähne zusammen und zwang sich, die Bilder wegzudrücken, die sich ihr immer wieder aufdrängten.Doch sobald sie einschlief, holte jene Nacht von vor zehn Jahren sie ein.Die Dunkelheit färbte sich rot im Feuer, dichter Rauch stieg in den Himmel, und ihre Mutter war im Wagen eingeschlossen, während die Flammen sie verschlangen. Elena sah sie kämpfen, sah sie schreien, sah sie vor ihren und ihres Vaters Augen verbrennen, bis kaum noch etwas von ihr übrig war.Elena krallte sich mit der Hand in ihre Brust. Der Schmerz nahm ihr den Atem. Die Tränen liefen immer heftige
Elena fasste innerlich einen Entschluss. Sobald Felix zurück war, wollte sie ihn gründlich zur Rede stellen....Am dritten Tag fand die Benefizveranstaltung statt. Mara holte Elena persönlich an der Villa ab.Die Veranstaltung wurde direkt auf dem Campus abgehalten.Draußen war eine große Bühne auf
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl
Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic
Elenas Worte waren für ihren Großvater kaum zu glauben. Nachdem er ein ums andere Mal nachgefragt hatte, lachte er noch herzlicher als zuvor.„Gut, Hauptsache, du bist verheiratet. Wann bringst du ihn mal bei mir vorbei, damit ich mir den Jungen ansehen kann?“Elena antwortete brav: „Kein Problem, O







