FAZER LOGINIn dieser Nacht schliefen Elena und Felix eng aneinandergekuschelt ein und redeten noch lange miteinander. Irgendwann wurde Elena so müde, dass ihre Antworten immer leiser wurden und sie schließlich in seinen Armen einschlief.Schon am nächsten Morgen hatte sich in der Weiß-Gruppe herumgesprochen, dass Heinrich wieder bei Bewusstsein war. Noch am selben Tag wurde die Nachricht auch in den besseren Kreisen Königstadts zum Gesprächsthema.Kaum war die Vormittagssitzung beendet, kam Florian in Elenas Büro.„Der Vorsitzende ist wieder wach. Warum haben Sie nichts gesagt?“Normalerweise wirkte Florian immer ruhig und höflich, doch diesmal war ihm deutlich anzumerken, dass ihn die Nachricht stärker beschäftigte als sonst.Elena hob leicht die Brauen.„Mein Großvater ist aufgewacht. Warum muss ich das sofort jedem melden?“Dann wurde Elenas Blick kühler.„Oder freut Sie das etwa nicht?“Florian merkte selbst, dass seine Reaktion zu deutlich ausgefallen war, und fing sich sofort wieder.„Natür
„Was ist los? Warum plötzlich so ernst?“Felix rückte näher, zog Elena in seine Arme und küsste sie sanft auf die Nasenspitze.In dieser kleinen Geste lag nur Zärtlichkeit, nichts Forderndes.Elena wandte den Kopf leicht zur Seite und sah zu ihm auf.„Felix, wegen des Autounfalls damals ... Du hast Thomas bewusst gedeckt. Kannst du mir sagen, warum?“Seit sie erfahren hatte, dass Felix ihr bei den Ermittlungen nicht alles gesagt hatte, war dieser Gedanke zwischen ihnen stehen geblieben.Damals war Elena so verletzt und wütend gewesen, dass sie ihm kaum noch vertraute und das Thema nicht einmal ansprechen wollte.Trotzdem kannte sie Felix inzwischen gut genug.So sehr er seinen Vater auch schützen wollte, er stellte sich normalerweise nicht gegen Elena und nahm schon gar nicht in Kauf, dass sie dafür den Preis zahlte.Nach allem, was heute passiert war, wollte sie deshalb endlich verstehen, was damals wirklich hinter seiner Entscheidung gesteckt hatte.Sie wollte nicht länger zulassen,
„Opa ...“Elenas Lider zuckten leicht, und ihr Gesicht wurde blasser.Felix dagegen bemerkte sofort, was Heinrich vorhatte, und ein kaum sichtbares Lächeln erschien auf seinen Lippen.Heinrich zog die Brauen zusammen, musste dann aber plötzlich lachen.„Jetzt sieh dich doch an. Ich habe dich ja richtig erschreckt. Wenn ich euch wirklich auseinanderbringen wollte, würdest du mir am Ende jeden Tag die Augen aus dem Kopf weinen.“Erst jetzt begriff Elena, dass er sie absichtlich hatte zappeln lassen.„Opa, seit wann machst du solche Sachen mit mir?“Sie tat empört, doch innerlich war sie erleichtert. Genau so war es ihr am liebsten. Solange Heinrich die Wahrheit über ihren Vater nicht so sehr belastete, dass seine Gesundheit erneut darunter litt, konnte sie mit allem anderen umgehen.Die Wut, die Heinrich vorher noch beherrscht hatte, war inzwischen fast vollständig verflogen.Bevor er zur Weiß-Gruppe gekommen war, hatte er zufällig die Nachrichten gesehen und Herrn Kindling so lange ausg
„Die Familie Weiß und die Familie Stein standen in Königstadt jahrelang an der Spitze. Wir sind euch nie in den Weg gekommen, wir haben nie einen Krieg mit euch angefangen. Was haben wir euch also getan, dass Fiona meinen Sohn töten musste?“Heinrich schlug den Gehstock hart auf den Boden. Vor Aufregung zitterte sein ganzer Körper, und die Mischung aus Wut und Trauer, die ihn erfasst hatte, füllte den Raum beinahe greifbar aus.Seine Stimme klang schmerzerfüllt und zornig zugleich, doch unter all dem lag eine Hilflosigkeit, die Elena noch viel mehr erschreckte.„Opa, bitte beruhig dich. Du musst auf dich achten.“Sie griff sofort nach seinem Arm und strich ihm beruhigend über den Rücken.„Ich habe Papa Gerechtigkeit verschafft. Fiona kommt damit nicht davon, das verspreche ich dir. Aber du darfst dich jetzt nicht so aufregen. Ich habe doch nur noch dich, Opa.“Elena hatte sich vorgenommen, vor Heinrich ruhig und erwachsen zu bleiben, damit er sich keine Sorgen um sie machte. Doch gerad
Elena hatte so lange versucht, all diese Dinge vor Heinrich geheim zu halten, und am Ende hatte es trotzdem nichts gebracht. Er wusste nun doch Bescheid.Ihr Hals schnürte sich zu, und zwischen Angst, Sorge und völliger Hilflosigkeit wusste sie kaum noch, was sie sagen sollte.Vor allem über den Tod ihres Vaters hatte sie nie gewusst, wie sie Heinrich die Wahrheit beibringen sollte.Felix beobachtete sie schweigend.Für einen kurzen Moment lag etwas kaum Deutbares in seinem Blick, dann trat er vor Heinrich.„Es tut mir leid, Opa. Ich habe Elena gebeten, dir nichts davon zu erzählen. Nach allem, was gesundheitlich bei dir passiert ist, wollte ich nicht, dass dich diese Nachricht noch zusätzlich belastet.“Heinrich hob den Kopf und sah ihn ernst an.„Das war deine Idee?“Elena erstarrte und wandte sich verwundert Felix zu.Warum nahm er das plötzlich auf sich?Felix erwiderte ihren Blick nur kurz, bevor er sich wieder Heinrich zuwandte und leicht den Kopf senkte.„Ich hatte Angst, dass d
Natalie stand direkt vor Heinrich und beschimpfte ihn lautstark, während er sich auf seinen Gehstock stützte.Heinrichs Rücken war leicht gebeugt, und nach der langen Krankheit wirkte sein ganzer Körper noch immer alt und geschwächt.Elena eilte sofort zu ihm.Allein der Gedanke, dass er sich wegen dieser Leute wieder aufregte, machte sie nervös.„Opa, geht es dir gut? Warum bist du überhaupt hierhergekommen? Hast du deine Medikamente genommen?“Heinrich sah jedoch ganz normal aus und schien von Natalies Geschrei kaum beeindruckt. Stattdessen betrachtete er Elena beinahe amüsiert.„Du fragst ja alles auf einmal. Sieh mich an, Elena. Sehe ich aus, als ginge es mir schlecht?“Eigentlich nicht.Trotzdem blieb Elena angespannt.Ralfs ganze Familie hatte in ihren Augen längst jede Grenze überschritten. Gerade hatte sie selbst gehört, mit welcher Selbstverständlichkeit Natalie hier Forderungen stellte, obwohl Heinrich diesen Teil der Familie über Jahre immer wieder unterstützt hatte. Genau d
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Elena wollte nichts verschweigen und erzählte Mara die ganze Sache von Anfang bis Ende.Wie erwartet fing Mara sofort an zu fluchen. Und zwar zimlich derb.„Ich glaube, Adrian hat komplett den Verstand verloren. So etwas zieht er also wirklich durch? Ganz ehrlich, der ist nicht Ninas Pflegebruder, d
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl







