LOGINThomas kam mit unverhohlener Wut herein und funkelte Elena an. Die Rolle des fürsorglichen Familienvaters, die er früher vor ihr gespielt hatte, legte er nun endgültig ab.Herr Stein glaubte im ersten Augenblick, sich verhört zu haben.„Was redest du da? Du bist gegen Elena und Felix? Jetzt hast du wohl endgültig den Verstand verloren.“Elena zog leicht die Brauen zusammen.Allein Thomas zu sehen, verdarb ihr die Stimmung.In der ganzen Stein-Familie gab es für sie inzwischen nur noch zwei Menschen, die ihr wirklich etwas bedeuteten: Felix und Herr Stein.„Doch, Papa. Ich will, dass die beiden sich scheiden lassen.“Thomas sagte es ohne jedes Zögern. Seine Haltung war eindeutig.„Thomas, du bist ja völlig verrückt geworden!“Herr Stein schlug fassungslos mit der Hand auf den Tisch und fuhr ihn scharf an.„Papa, die beiden passen nicht mehr zusammen. Wenn du unbedingt Urenkel willst, soll Adrian heiraten. Der kann dir meinetwegen gleich zehn schenken.“„Und Felix erst. Er ist erfolgreic
Elena wollte auf keinen Fall, dass Herr Stein sich ihretwegen schlecht fühlte, und erklärte sich sofort.„Opa, bei der Arbeit war in letzter Zeit einfach so viel los. Ich hab’s wirklich vergessen. Nicht, weil ich nicht kommen wollte. Sei mir bitte nicht böse.“„Ach was, ich bin dir doch nicht böse.“ Herr Stein lachte. „Ich hab mir schon gedacht, dass du einfach viel um die Ohren hast.“Dass er sie am Ende sogar noch beruhigte, rührte Elena umso mehr.„Opa, ich bin gerade mit der Arbeit fertig. Ich komme jetzt vorbei.“„Wirklich?“Herr Stein klang so überrascht, dass er noch einmal nachfragte.Als Elena es bestätigte, freute er sich sofort.„Gut, gut. Dann warte ich auf dich.“Gegen sechs Uhr abends kam Elena am Haus der Steins an.Jens hatte sie persönlich hergebracht. Während Elena hineinging, blieb er im Wagen sitzen und vertrieb sich die Zeit mit einem Spiel auf dem Handy.Als Herr Stein Elena sah, strahlte er übers ganze Gesicht.„Da bist du ja endlich. Ich dachte schon, du hast de
Thomas’ Ton wurde immer schärfer. Selbst durchs Telefon klang jedes Wort wie ein Befehl.Felix stieß ein spöttisches Lachen aus.„Merk dir gut, was du heute gesagt hast. Irgendwann merkst du vielleicht selbst, wie lächerlich diese Worte waren.“Thomas wurde sofort wütend.„Was soll das heißen? Wegen ihr widersetzt du dich mir inzwischen nicht nur, jetzt wünschst du deinem eigenen Vater auch noch etwas Schlechtes?“Seine Stimme dröhnte streng und vorwurfsvoll aus dem Hörer.Felix’ Blick wurde immer kälter. Ein höhnisches Lächeln zog erneut über seine Lippen.„Dafür müsstest du mich überhaupt erst als deinen Sohn sehen. Für dich bin ich doch nichts weiter als die Gelddruckmaschine der Familie.“„Felix!“Thomas fuhr ihn scharf an. Für einen Augenblick sah man ihm an, wie sehr ihn die Worte getroffen hatten. Gleich darauf schlug die Verlegenheit in Wut um.„Ich habe all die Jahre in dich investiert und dich zum Erben der Stein-Gruppe gemacht. Heute liegt der ganze Konzern in deinen Händen.
Elena bemerkte Lias Reaktion und wurde neugierig.Kannten die beiden sich etwa?Stefan hatte Lias Blick inzwischen ebenfalls bemerkt. Er hob leicht eine Braue, sah zu ihr hinüber und lächelte schwach.„Frau Fischer?“Lias Herz machte einen Satz. Sie fing sich schnell wieder, doch in ihrem überraschten Blick lag für einen kurzen Moment sogar Freude.„Du kennst mich?“Stefan verzog leicht die Lippen.„Felix hat dich eigens aus dem Ausland zurückgeholt und dir direkt die Leitung der Niederlassung übertragen. Natürlich fällt so etwas auf.“Das Leuchten in Lias Augen verblasste ein wenig. Trotzdem setzte sie sofort wieder ihr professionelles Lächeln auf.„Verstehe. Ich hätte nicht gedacht, dass jemand wie du sich für solche Personalentscheidungen interessiert.“Stefan musterte sie aufmerksam.„Du machst dich kleiner, als du bist. In der Venture-Capital-Szene kennt man deinen Namen ziemlich gut.“Damit war klar, dass er sich über sie informiert hatte.Ein Schatten huschte über Lias Blick. Si
Thomas’ Gesicht wurde ernst.„Sie hat dafür gesorgt, dass meine Frau im Gefängnis landet. Glaubst du wirklich, so eine Schwiegertochter muss ich noch in der Familie behalten?“Gregor zog die Brauen tief zusammen und schwieg einen Moment. Offenbar überlegte er, wie weit er bei der Sache gehen wollte.„Elena aus dem Weg zu räumen, ist nicht das Problem. Aber deine Frau da rauszuholen, wird deutlich schwieriger.“„Wenn du mir hilfst, nenn deinen Preis.“Thomas legte sofort nach. Gregor durfte ihm jetzt auf keinen Fall abspringen.Gregor hob einen Finger.„Die Summe. Darunter läuft nichts.“Thomas zog die Brauen zusammen.Der Preis war deutlich höher, als er erwartet hatte. Aber für das, was er wollte, war es ihm das wert.„Gut. Du bekommst die Hälfte im Voraus. Den Rest, sobald die Sache erledigt ist.“Dann kam Thomas auf den zweiten Punkt zurück.„Und was Elena angeht?“Gregors Gesicht verdüsterte sich. Er stieß ein kaltes Schnauben aus.„Wenn du schon so großzügig bist, bekommst du eben
„Du warst also den ganzen Tag so beschäftigt, dass du nicht einmal ein paar Sekunden für eine Nachricht hattest?“Felix kam langsam auf sie zu. Das Licht im Flur fiel auf seine große Gestalt, während sein Schatten Elena immer mehr einhüllte.Plötzlich fühlte sie sich enorm unter Druck gesetzt.Elena hatte praktisch keine Erfahrung mit Beziehungen und wusste nicht, wie sie sich aus dieser Situation herausreden sollte. Also blieb sie einfach bei der Wahrheit.„Er hat mich tatsächlich mal im Arm gehalten. Aber nicht so, wie du denkst. Damals in Nordstadt hat er mir zweimal geholfen.“Sie schilderte ihm knapp, was damals passiert war.„Mehr war da wirklich nicht.“Felix’ Blick verdunkelte sich für einen Augenblick.„Du hast ja ganz schön viele Verehrer, Elena.“Mit einem spöttischen Zug um die Lippen drehte er sich um und ging weiter ins Haus.Elena wusste sofort, dass er immer noch sauer war, und langsam ging ihr das Ganze selbst auf die Nerven.Die Stimmung zwischen ihnen war ohnehin sch
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl
Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic
Elenas Worte waren für ihren Großvater kaum zu glauben. Nachdem er ein ums andere Mal nachgefragt hatte, lachte er noch herzlicher als zuvor.„Gut, Hauptsache, du bist verheiratet. Wann bringst du ihn mal bei mir vorbei, damit ich mir den Jungen ansehen kann?“Elena antwortete brav: „Kein Problem, O
Zum Glück klingelte in diesem Moment Elenas Handy und rettete sie aus der peinlichen Situation.„Hallo?“Ihr Herzschlag wurde schneller, sie ging hastig ran.Am anderen Ende meldete sich ihre beste Freundin, das Topmodel Mara Schmitt, mit spöttischem Ton. „Na, meine große Elena, du bist gestern unte







