LOGINFelix’ Blick veränderte sich schlagartig. Für einen Moment sah er Elena einfach nur an.So etwas hatte noch nie jemand zu ihm gesagt.Er nahm zuerst an, dass Marius ihr von diesem Tag erzählt hatte. Dann hob er beide Hände, hielt ihr Gesicht vorsichtig fest und wischte mit den Daumen die Tränen von ihren Wangen.Anschließend beugte er sich hinunter und küsste sie sanft auf die geschlossenen Augen.Der Kuss war so vorsichtig und zärtlich, dass Elena das Herz noch mehr wehtat.„Elena, meinst du das wirklich?“Felix’ Stimme war leise. Als er sie ansah, lag so viel Gefühl in seinen dunklen Augen, dass sie sofort wieder die Arme um ihn legte.„Ja. Ganz ernst.“Sie hielt ihn noch fester.„Egal, was du früher erlebt hast, ab jetzt musst du da nicht mehr allein durch. Ich bleibe bei dir.“Elena nickte entschlossen.„Und ich bleibe auch in Zukunft an deiner Seite. Solange du mich willst.“Die Anspannung in Felix löste sich.„Dann bleibst du auch. Vergiss nicht, was du mir heute versprochen hast
„Was willst du mir jetzt schon wieder erzählen?“„Ach so. Du weißt es also noch gar nicht.“Elena wurde sofort aufmerksam.Worum ging es?Hatte es mit dem zu tun, was Felix an diesem Abend so plötzlich weggerufen hatte?Er war bei seiner Rückkehr zwar genauso liebevoll zu ihr gewesen wie immer, doch Elena hatte trotzdem gespürt, dass ihn etwas beschäftigte.„Ich habe keine Lust auf deine Spielchen, Stefan. Wenn du etwas zu sagen hast, dann sag es!“Sie wollte schon auflegen, als Stefan ruhig weitersprach.„Einer der beiden Brüder ist nicht Thomas’ leiblicher Sohn.“Elena erstarrte.War das der Grund, warum Felix so niedergeschlagen gewesen war?Ihr erster Gedanke war, dass es Felix betraf.Trotzdem glaubte sie Stefan nicht einfach jedes Wort.„Erzähl keinen Unsinn. Ich habe wirklich Besseres zu tun.“Stefan lachte leise.„Beruhig dich. Felix gehört zur Familie Stein. Adrian ist derjenige, der nicht von Thomas stammt.“„Dein Mann hat es mit seiner Familie wirklich gut getroffen. Sein Va
Marius spürte einen heftigen Stich in der Brust.Die bedrückte Stimmung im Wagen hatte sich verändert. Aus Felix’ Schweigen war etwas deutlich Schwereres geworden, eine Traurigkeit, die er sonst kaum zeigte.Marius umklammerte unwillkürlich das Lenkrad fester.Eine ganze Weile sagte keiner von beiden etwas.Dann hatte Felix sich wieder so weit unter Kontrolle, dass von der Schwäche in seiner Stimme kaum noch etwas übrig war.„Fahr nach Hause. Ich will sie nicht länger warten lassen.“„Natürlich.“Keine zwanzig Minuten später hielt der Wagen vor der Wohnanlage.Marius begleitete Felix noch bis zum Aufzug.„Ich fahre erst, wenn Sie oben sind.“Felix sah ihn an.„Das ist nicht nötig. Geh nach Hause.“Sein Ton ließ keinen Widerspruch zu.Marius blieb nichts anderes übrig. Trotzdem drehte er sich auf dem Weg nach draußen mehrmals um. Gerade als sich die Aufzugtüren öffneten und Felix einstieg, wirkte dessen Gesicht endlich ein wenig ruhiger.Ganz beruhigt war Marius trotzdem nicht.Noch im
Felix sprach mit solcher Sicherheit, dass es keine Frage mehr war.Thomas’ Gesicht versteifte sich. Offenbar hatte Felix genau ins Schwarze getroffen.„Felix, du hast es selbst gesagt. Ich war überzeugt, dass du Gregors Sohn bist. Deine Mutter hat mich all die Jahre belogen. Soll ich dafür etwa keinen Hass empfinden?“Thomas klang aufgebracht und gleichzeitig vollkommen überzeugt von sich selbst. Sein Körper zitterte noch immer. Wenn er nicht im Rollstuhl gesessen hätte, wäre er am liebsten sofort zu Gregor gefahren und hätte ihn eigenhändig zur Rechenschaft gezogen.Ohnehin hatte Gregor nach Thomas’ ursprünglichem Plan am Ende ebenfalls verschwinden sollen.Nur hatte Thomas nie damit gerechnet, dass er sich all die Jahre gegen den Falschen gerichtet und dabei beinahe seinen eigenen Sohn töten lassen hatte.Felix’ Blick wurde schlagartig hart.„Wenn du jemanden hassen wolltest, dann ihn. Nicht Menschen, die überhaupt nichts dafür konnten.“Seine Stimme blieb kontrolliert, doch die unte
„Vater, so kenne ich dich eigentlich nicht.“Felix’ Stimme blieb vollkommen ruhig. In seinem Blick lag nur Kälte.Thomas dagegen bereute inzwischen alles so sehr, dass er kaum wusste, wohin mit sich.„Es liegt an deiner Mutter. Sie hat Adrian all die Jahre bevorzugt, und irgendwann habe ich mir eingeredet, dass du ... dass du nicht mein Sohn bist.“„Ich dachte, du bist die Folge ihres größten Fehlers. Deshalb habe ich mich nie wirklich um dich gekümmert. Und jetzt stellt sich heraus, dass ich derjenige war, der sich all die Jahre geirrt hat!“Damals hatte Fiona auf Thomas ruhig, elegant und sanft gewirkt. Er verliebte sich auf den ersten Blick in sie und war überglücklich, als die Verbindung zwischen ihren Familien schließlich zustande kam. Für ihn stand fest, dass er sie gut behandeln und ihr alles geben wollte.Fiona selbst hatte sich anfangs jedoch überhaupt nicht für ihn interessiert. Vor der Hochzeit liebte sie einen anderen Mann so sehr, dass sie sogar bereit war, mit ihm von zu
Die Sicherheitsleute reagierten sofort und zogen Adrian von Elena weg.„Adrian, du bist wirklich völlig durchgedreht! Selbst wenn ich nicht mit Felix verheiratet wäre, gäbe es zwischen uns keine Zukunft mehr.“Elenas Stimme war fest, ihr Blick kalt und endgültig. Damit nahm sie Adrian auch den letzten Rest Hoffnung.Er sank verzweifelt auf die Knie und sah zu ihr auf.„Wir waren zuerst zusammen. Warum willst du jetzt ihn und nicht mich?“Elena sah ihn ohne jede Wärme an.„Du weißt selbst, warum ich damals überhaupt mit dir zusammengekommen bin. Adrian, was man sich erschleicht, muss man irgendwann zurückgeben! Wenn du damals nicht behauptet hättest, du hättest mich gerettet, wären wir nie zusammengekommen!“Jetzt lag auch Wut in ihrem Gesicht.Fünf Jahre hatte sie an ihn verschwendet. Fünf Jahre hatte er sie klein gemacht und manipuliert, und am Ende hatte sie durch all das sogar ihren Vater verloren.Diese Rechnung war für Elena noch lange nicht abgeschlossen!Adrian erstarrte.„Du we
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl
Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic
Elenas Worte waren für ihren Großvater kaum zu glauben. Nachdem er ein ums andere Mal nachgefragt hatte, lachte er noch herzlicher als zuvor.„Gut, Hauptsache, du bist verheiratet. Wann bringst du ihn mal bei mir vorbei, damit ich mir den Jungen ansehen kann?“Elena antwortete brav: „Kein Problem, O
Zum Glück klingelte in diesem Moment Elenas Handy und rettete sie aus der peinlichen Situation.„Hallo?“Ihr Herzschlag wurde schneller, sie ging hastig ran.Am anderen Ende meldete sich ihre beste Freundin, das Topmodel Mara Schmitt, mit spöttischem Ton. „Na, meine große Elena, du bist gestern unte







