로그인Nach einer schmerzhaften Trennung und Eltern, die ihre Träume aufgrund ihrer eigenen Berufsvorstellungen nie akzeptieren wollten, verlässt die 23-jährige Yasmine Camellia ihr Zuhause. Fest entschlossen, sich eine Zukunft aufzubauen, die sie selbst wählen und kontrollieren kann, beginnt sie ein neues Leben. Doch ihr scheinbar perfekter Neuanfang nimmt eine unerwartete Wendung, als ihr Chef nach Frankreich versetzt wird, um sich um eine weitere Niederlassung des Unternehmens zu kümmern. Er überlässt die Leitung seinem widerwilligen Sohn Damian Graham, dem neuen Geschäftsführer – einem Mann, der Yasmines Arbeit schwieriger macht, als sie ohnehin schon ist. Aus Ärger wird Spannung, und aus Spannung wächst langsam Mitgefühl – Gefühle, die keiner von beiden wahrhaben möchte. Während Damians Ex-Freundin Cossette immer wieder für Chaos sorgt und Yasmines Vergangenheit sie einholt, häufen sich Missverständnisse und ihre Gefühle werden immer komplizierter. Werden Yasmine und Damian für ihre aufkeimende Liebe kämpfen, oder werden sie sich voneinander abwenden, noch bevor ihre Geschichte überhaupt beginnen kann?
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Piep. Piep. Piep. Piep. Piep. Piep. „Ughhh… mach das aus…“, stöhnte Selene. Ich vergrub meinen Kopf im Kissen und versuchte, das Geräusch auszublenden. Es war nervig. Letzte Nacht hatte ich kaum genug Schlaf bekommen, weil ich einige Dokumente für meinen Chef durchgesehen und außerdem Vorbereitungen für eine Besprechung getroffen hatte, die für den nächsten Tag angesetzt war. Ich lag im Bett und überlegte, ob ich den Wecker einfach ans andere Ende des Zimmers werfen sollte, während ich versuchte mich daran zu erinnern, warum ich überhaupt einen Wecker gestellt hatte. Normalerweise wachte ich immer früh auf. Plötzlich riss ich die Augen auf. Mein Herz begann zu rasen, als es mir endlich einfiel. „Es ist heute!!!!“ Ich sprang aus dem Bett und stolperte beinahe, als ich zur Badezimmertür eilte. „Was ist denn mit dir los?“, fragte Selene schläfrig, während sie sich erschöpft vom Vortag auf die andere Seite drehte. „Es ist 8:47 Uhr! Wir sind zu spät!“, rief ich aus dem Badezimmer, während ich gleichzeitig versuchte, mir die Zähne zu putzen und zu duschen. „Steh auf, du Idiotin!“ Zuerst blieb es still. Man hörte nur das Wasser aus der Dusche auf den Boden prasseln und mich beim Zähneputzen. Dann begriff auch sie es. „Zu spät?!“ „Ja, zu spät!“, rief ich und stürmte mit nassen Haaren und Seifenresten auf den Schultern aus dem Badezimmer. „Beeil dich!“ Sie eilte zur Badezimmertür und blieb plötzlich stehen. „Moment. Ich muss heute erst um zwölf Uhr anfangen.“ „Wie meinst du das, du musst erst um zwölf anfangen?“, fragte ich. „Na ja“, sagte sie, „heute haben wir keine Besprechungen und mein Chef kommt sowieso erst gegen zwei Uhr ins Büro. Also ist alles gut. Ich muss mir überhaupt keine Sorgen machen.“ Dabei ging sie ganz entspannt wieder zurück ins Bett. Glückspilz. Was hatte ich auch erwartet? Die Leute aus der Modeabteilung machen ohnehin nicht viel außer Modenschauen organisieren, Outfits entwerfen, Meetings mit Models führen und solche Dinge. „Aber wer bringt mich dann zur Arbeit?“ Selene sah mich an. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich, als hätte sie gerade etwas Wichtiges bemerkt. „Ich kann nicht fahren!“, platzte ich heraus. „Dann nimm ein Taxi, Yas…“, antwortete sie. „Ich buche dir sofort ein Uber. Keine Sorge…“ „Ein Taxi?!“ Ich blinzelte sie an. „Weißt du eigentlich, wie nervig Taxifahrer manchmal sind? Und bei diesem Verkehr wird es nur noch schlimmer.“ Sie drehte sich wieder um und murmelte etwas, das ich nicht richtig verstand. „Dann fahr mich doch einfach zur Arbeit und komm danach wieder nach Hause… Es sind doch nur fünfzehn Minuten Fahrt!“ Sie setzte sich auf, rieb sich die Schläfen und sah mich streng an. „Ich bin müde… Ich bin gestern Abend erst gegen halb zwölf nach Hause gekommen. Schau mich doch mal an!…“ Das tat ich nicht. Ich tat stattdessen so, als würde ich etwas suchen. „…Ich bin völlig erschöpft. Also nimm. Ein. Taxi!“ „Na schön.“ Ich verschränkte genervt die Arme. „Aber komm bloß nicht zu mir gerannt, wenn du Hilfe brauchst.“ „Du wirst mir trotzdem helfen!“, lachte sie. Sie hatte recht. Ich würde ihr helfen. Sie war in den schlimmsten Zeiten meines Lebens für mich da gewesen, als meine eigene Familie es nicht war. Ich verdrängte diesen Gedanken. Im Moment hatte ich größere Sorgen. Die Besprechung! Ich lief nach draußen und zog mir unterwegs hastig meinen Schuh an, während ich versuchte, die Riemen richtig zu schließen. Ich strich meine Bluse glatt. Vor einem Fenster blieb ich kurz stehen und betrachtete mein Spiegelbild im Glas. Hübsch, dachte ich. „Miss Yasmine!“ Ich runzelte die Stirn und drehte mich um. Ein Auto hielt am Straßenrand. Der Fahrer lehnte sich leicht aus dem Fenster. „Ich bin hier, um Miss Yasmine abzuholen.“ Ach ja. Das Uber. „Miss Yasmine!!!“ Ich verzog das Gesicht, als ich näher trat. „Das bin wohl ich. Ich wäre Ihnen allerdings dankbar, wenn Sie aufhören würden, meinen Namen so laut zu rufen.“ „Oh. Das tut mir leid, Ma’am…“ Sein Gesicht wurde für einen kurzen Moment weicher. Fast so, als wäre die Entschuldigung ehrlich gemeint. Doch dieser Ausdruck verschwand genauso schnell wieder. „Man bezahlt mich nicht genug, um Befehle von Kunden entgegenzunehmen. Ich bin nur hier, um Sie abzuholen und an Ihr Ziel zu bringen.“ Er nickte mit dem Kopf zur Rückbank. „Also steigen Sie bitte ein. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, Fräulein.“ Wie unhöflich. Die Fahrt zur Arbeit war irgendwie beruhigend. Der Verkehr wurde immer dichter. Autos reihten sich endlos vor uns aneinander. Die Stadt war inzwischen vollkommen erwacht. Menschen liefen über die Gehwege. Stimmen wurden lauter. Motoren liefen ohne Pause. Es war laut. Chaotisch. Und trotzdem… wunderschön. Plötzlich holte mich die Realität wieder ein. Mein Herz sank, als ich auf meine Uhr sah. 9:30 Uhr. „Könnten Sie bitte etwas schneller fahren?“, fragte ich und beugte mich nach vorne über den Fahrersitz. „Ich komme zu spät.“ Er sah mich über den Rückspiegel an. „Was soll ich denn machen? Über den Verkehr fliegen?“, sagte er sarkastisch. „Wir sind nur noch ungefähr fünf Minuten von Ihrem Ziel entfernt. Also entspannen Sie sich.“ Fünf Minuten… Den Rest konnte ich laufen. Ich bat den Fahrer anzuhalten und fragte ihn, ob die Fahrt bereits bezahlt worden sei. Er nickte. „Gut, dann steige ich hier aus“, sagte ich und sammelte meine Sachen zusammen. „Miss, das kann ich nicht zulassen“, sagte er und blickte nach hinten. „Das verstößt gegen unsere Vorschriften.“ „Ich muss aber. Sonst werde ich noch gefeuert.“ Schnell stieg ich aus dem Auto, schlängelte mich durch den Verkehr und ging anschließend so schnell, dass es beinahe schon Laufen war, in Richtung Büro. Was für ein Morgen, dachte ich. Schließlich blieb ich vor dem Gebäude stehen. Ein gewaltiges Hochhaus aus Glas ragte in den Himmel und spiegelte das Morgenlicht wider, als wäre die Sonne selbst nicht hell genug. Ich verlangsamte meine Schritte. Ich legte den Kopf in den Nacken und sah nach oben. Die Spiegelung der Sonne blendete mich fast. Das ist es. Ich bin da. Meine Brust zog sich leicht zusammen. Das Gebäude zu betreten fühlte sich plötzlich überwältigend an. Hätte ich mich einfach krankmelden sollen? Oder lügen sollen, dass ein Familienmitglied im Krankenhaus liegt? Aber das war nicht meine Art. Ich mochte es nie zu lügen oder Menschen zu täuschen. Meine Eltern hatten mir beigebracht, bescheiden und ehrlich zu sein, nicht hinterlistig. Außerdem konnte ich meinem Chef einfach alles erklären. Er war ein freundlicher Mann. Er würde Verständnis haben. Ich beruhigte mich. Solche Dinge passierten eben manchmal. Das war völlig normal. Schließlich fasste ich all meinen Mut zusammen und ging hinein. Die Luft veränderte sich sofort. Die kalte Klimaanlage strich über meine Haut und ersetzte die natürliche Brise von draußen. Der Duft von Kaffee lag in der Luft. Der Geruch von frischem Papier. Und teurer Möbelpolitur. Überall waren Geräusche. Absätze klackerten über den Marmorboden. Fahrstuhlknöpfe wurden gedrückt. Telefone klingelten leise im Hintergrund. Es war eine völlig andere Welt als draußen. Alles bewegte sich geordnet. Strukturiert. Geschäftig. Faszinierend. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, hier gar nicht dazuzugehören. Trotzdem ging ich weiter und blieb am Empfang stehen. „Guten Morgen“, sagte ich. „Oh, guten Morgen, Miss“, erwiderte die Empfangsdame. „Ich würde mich gern anmelden.“ „Sofort.“ Sie nahm das Anmeldebuch, legte es vor mich und ich unterschrieb, bevor ich es ihr zurückgab. „Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag“, sagte sie lächelnd. „Danke, Ihnen ebenfalls.“ Ich lächelte zurück, auch wenn es sich wahrscheinlich etwas schief anfühlte. Kein schlechter Start in den Arbeitstag.Damians sichtIch starrte sie an und wartete auf eine Antwort.„Nun?“Sie blinzelte, als würde sie sich wieder fassen, und antwortete leise: „Ich verstehe nicht ganz, was Sie meinen.“„Schon gut“, erwiderte ich und winkte mit der Hand.Der Aufzug war schnell. Ich richtete meinen Anzug und straffte meine Haltung. Ich war nervös. Ich ging den Flur entlang, während Miss Perfekt mir schweigend folgte.Ich öffnete die Bürotür und trat ein.„Schließen Sie die Tür hinter sich.“Sie tat, wie ihr befohlen wurde.Für einen kurzen Moment herrschte Stille. Sie starrte auf den Marmorboden, eine Hand hinter ihrem Rücken, während die andere eine lose Haarsträhne hinter ihr Ohr strich. Sie vermied meinen Blick.Wunderschön.Das Wort schlich sich lautlos in meine Gedanken.Wie unerquicklich. Ich hatte keinen Grund, darauf zu achten, wie hübsch sie war. Sie ist meine Sekretärin und nichts weiter.Und doch… erregte irgendetwas an ihr meine Aufmerksamkeit.„Warum starren Sie mich an?“Sie durchbrach die
Yasmines Sicht Ich blieb neben dem Sofa stehen und wartete, bis er die Treppe hinauf verschwunden war. Erst dann ließ ich erleichtert die Luft aus. „Was für ein unhöflicher Mann“, murmelte ich vor mich hin. Ich war schon schwierigen Menschen begegnet, meinem Vater zum Beispiel, aber Damian Graham war etwas ganz anderes. Er war einfach nur unhöflich. Und wahrscheinlich davon überzeugt, dass sich die ganze Welt um ihn drehte. Typisch. „Weißt du überhaupt, wie teuer die sind...?“, murmelte ich und ahmte ihn nach. Ich warf einen Blick auf das Sofa, auf das ich mich beinahe gesetzt hätte. Es ist doch nur ein Sofa. Meine Güte. Für einen kurzen Moment dachte ich darüber nach, einfach zur Haustür hinauszugehen und so zu tun, als bräuchte ich diesen Job ohnehin nicht. Das wäre besser, als mich mit diesem Mann herumzuschlagen. Aber es wäre auch dumm. Ich brauchte diesen Job. Es war schon immer mein Traum gewesen, in einem Unternehmen wie diesem zu arbeiten, und ich würde ganz sicher
Damians Sicht 6:22 Uhr, zeigte die Uhr. Ich war schon seit fünf Uhr wach und hing meinen Gedanken nach. Ich lehnte mich mit dem Rücken an das Kopfteil meines Bettes und starrte auf die Vorhänge. Schwere, schwarze, dicke Vorhänge, die bis zum Boden reichten und sich elegant darauf ausbreiteten. Sie verdeckten die Fenster mit Blick auf den Eingang meiner Villa. Ich hatte diese Aussicht schon immer geliebt. Es ist gut, wieder zu Hause zu sein, dachte ich. Der vorige Abend war meine Willkommensfeier gewesen. Mein Vater hatte seinen Geschäftspartnern – oder besser gesagt meinen Geschäftspartnern – mitgeteilt, dass er nach Frankreich reisen würde. Ein Raum voller Geschäftspartner, erzwungener Gespräche, Händeschütteln und vielleicht sogar aufgesetztem Gelächter, das überhaupt nichts bedeutete. Es war nur eine weitere Gelegenheit für meinen Vater, mich zu ärgern. Der ganzen Welt zu verkünden, dass ich seinen Platz einnehmen würde. Als hätte ich überhaupt eine Wahl. Jedes Mal, wenn i
Damians SichtIch sah an diesem Morgen bereits zum sechsten Mal auf meine Armbanduhr. Ich hasste das hier, alles daran. Vor allem Dinge, die für mich so bedeutungslos waren wie das hier.Der vorige Abend war ein einziges Chaos. Ein schrecklicher Abend, wie meine Mutter sagte, während sie mich ausschimpfte.„Warum musst du ihm immer widersprechen? Er will doch nur das Beste für dich“, sagte sie immer.Nicht, dass es mich interessiert hätte.Ich hatte mich mit meinem Vater gestritten, weil er wollte, dass ich während seiner Reise nach Frankreich mit meinem Bruder seine Firma übernahm. Die Ereignisse des Abends spielten sich immer wieder in meinem Kopf ab.„Dafür habe ich keine Zeit“, sagte ich.Mein Vater sah mich an und stellte seine Kaffeetasse auf den Esstisch.„Entschuldigung?“, fragte er. „Ich habe das nicht ganz verstanden.“Ich verdrehte die Augen.Na toll, jetzt geht das wieder los, dachte ich.Ich antwortete nicht und spielte nur weiter mit dem Löffel in meiner Hand.„Ich sagte






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