GABRIELIch klingle an der Tür des Familienhauses, die Hände in den Taschen meiner Jeans vergraben. Mein Mund ist trocken. Als sie öffnet, bleibt die Zeit für eine Sekunde stehen.Sie trägt ein schwarzes Kleid. Schlicht. Es sollte banal sein. Ist es aber nicht. Es schmiegt sich an jede Kurve, die ich jetzt kenne, an jede Sanftheit, die ich mit Küssen malträtiert habe. Ihr Haar ist offen. Ihre Augen, durch einen Eyeliner-Strich vergrößert, fixieren mich mit einer Intensität, die mir den Atem raubt. Da ist Angst, Herausforderung und dieses dunkle Glühen, das ich sah, als sie sich hingab.– Guten Abend, Gabriel, sagt sie mit leicht angespannter Stimme.– Stiefmutter, erwidere ich und betone das Wort schwer, nur um einen Funken Wut – oder Verlangen – in ihrem Blick aufblitzen zu sehen.Sie senkt den Blick, umklammert ihre kleine Handtasche. Die Stille zwischen uns ist dick, aufgeladen mit all dem, was nicht gesagt werden kann.Das Auto ist ein zu kleiner Kokon. Der Duft ihres Parfums, lei
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