Sofia stand auf, bevor sie wusste, warum.Es war ein Geräusch, das sie nicht einordnen konnte. Kein Schritt auf dem Kies – das kannte sie. Kein Klopfen an der Tür – das hätte sie erwartet. Es war ein Geräusch auf der Straße, vor dem Tor, ein leises Knirschen von Reifen auf Schotter, dann ein Motor, der ausging, dann Stille. Eine Stille, die länger dauerte, als sie sollte. Eine Stille, in der jemand nicht ausstieg, nicht weiterfuhr, einfach nur dastand und wartete.Sie trat an das Fenster. Draußen, vor dem Tor, stand ein Wagen. Nicht neu. Nicht alt. Ein Wagen, den man nicht bemerkte, wenn man nicht darauf achtete. Und daneben stand ein Mann.Er war jung. Jünger als Luca. Vielleicht Ende dreißig. Er trug einen dunklen Mantel, obwohl es September war, und er machte keine Anstalten, das Tor zu öffnen. Er stand einfach da, die Hände in den Taschen, und sah zum Haus herüber. Nicht suchend. Nicht drohend. Eher so, als ob er etwas erwartete. Als ob er geduldig war. Als ob er Zeit hatte.Sofia
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