تسجيل الدخولUnd trotz der Scham, trotz des Entsetzens, trotz des Hasses, der in meinem Herzen brodelt, kann ich nicht vergessen, was mein Körper gefühlt hat. Ich kann nicht vergessen, dass ich geschrien habe. Ich kann nicht vergessen, dass ich für einen Augenblick ganz die Seine war. Und das ist es, was mich mehr als alles andere bis zum Morgengrauen weinen lässt. Liora Die nächsten zwei Tage verbringe ich in einem tranceartigen Zustand, einem wattigen Nebel, der meine Gedanken einhüllt und meine Bewegungen verlangsamt. Helga kommt dreimal am Tag mit Dienerinnen, die meine Laken wechseln, die Becken leeren, Tabletts mit Essen bringen, das ich kaum anrühre. Sie sagt nichts über die erste Nacht, stellt keine Fragen, macht keine Bemerkungen. Aber ich sehe in ihren Augen ein müdes Verständnis, eine stille Empathie, die mir wohler tut als jede Rede.
Ein Schrei entfährt mir, ein Schrei, der nicht schmerzvoll ist. Mein Rücken wölbt sich gegen meinen Willen, meine Hüften heben sich seiner Hand entgegen. Ich kontrolliere meinen Körper nicht mehr. Mein Körper hat aufgehört, mir zu gehorchen. — Genau so, sagt er, und ich spüre seinen heißen Atem auf meinem Bauch. Genau so. Seine Finger setzen ihr Werk fort, streicheln, reiben, drücken auf diese empfindliche Stelle mit einer Fachkenntnis, die mich erschreckt. Er kennt mich besser, als ich mich selbst kenne. Er weiß genau, wo er berühren muss, mit welchem Druck, in welchem Rhythmus. Und mein Körper antwortet, mein Körper verrät mich, mein Körper öffnet sich ihm wie eine Blume, die sich der Sonne öffnet. Als er seine Hand zurückzieht, bin ich keuchend, zitternd, am Rande von etwas, das ich nicht verstehe. Meine Augen sind verschleiert, meine Lippen halb geöffnet, meine Brüste heben sich im Rhythmus eines Atems, der ni
Er zieht seine Hand zurück und führt sie zu seinem Gesicht. Seine Nasenflügel beben erneut, und ein Glimmen, das ich noch nie gesehen hatte, entzündet sich in seinen eisigen Augen. Ein Glimmen puren, animalischen Verlangens, bar jeder Künstlichkeit. — Du bist bereit, sagt er. Bereiter, als du glaubst. Er löst seinen Morgenmantel mit einer fließenden Bewegung, und die Seide fällt als dunkler Haufen zu seinen Füßen. Er ist nackt, völlig nackt, und ich kann meine Augen nicht von ihm lösen. Sein Körper ist ein Monument, gemeißelt vom Krieg. Jeder Muskel ist mit der Präzision einer antiken Skulptur gezeichnet, aber es sind die Narben, die seine Geschichte erzählen. Schnitte, Brandwunden, Spuren von Klauen und Klingen, eine Karte der Gewalt, die seine Brust, seine Arme, seine Schenkel bedeckt. Seine Schultern sind breit, seine Taille schmal, seine Hüften kantig. Und zwischen seinen Schenkeln, gegen seinen Bauch aufgeric
Meine Finger zittern. Mein Herz schlägt so stark, dass ich es in meinen Schläfen, in meinem Hals, an jener geheimen Stelle zwischen meinen Schenkeln pochen spüre, die mich beschämt. Ich kämpfe gegen mich selbst, gegen meine Angst, gegen meinen Stolz, gegen diesen Rest königlicher Würde, der sich weigert nachzugeben. — Denk an die Dienerinnen, sagt er sanft. Denk an die Peitsche. Zehn Schläge für deine erste Weigerung. Ich schlucke mühsam. Dann, mit einer Langsamkeit, die kein Gehorsam ist, sondern Resignation, lasse ich die Laken hinabgleiten. Die schwarze Seide entblößt meine Schultern, meine Brust, umschlossen vom silbernen Netz, meinen flachen Bauch, meine Hüften, meine Schenkel. Sie gleitet bis zu meinen Füßen, und ich bin nackt vor ihm, völlig nackt, bis auf das Juwel, das auf meiner Haut glänzt wie eine Unterschrift. Dorian bleibt am Rand des Bettes stehen. Seine eisigen Augen mustern mi
Seine Hand hielt am Ansatz meiner Pobacke inne, sein Daumen zog einen Bogen auf der empfindlichen Haut. — Weißt du, warum ich das von meinen Favoritinnen verlange, Liora? Ich schüttelte den Kopf, unfähig zu sprechen. — Weil es dich verletzlich macht. Weil eine Frau, die kein einziges Haar mehr am Körper hat, sich selbst dann nackt fühlt, wenn sie angezogen ist. Weil es dich in jedem Augenblick daran erinnert, dass dein Körper für mich vorbereitet wurde, dass jedes Detail deiner Anatomie von mir bestimmt wurde, dass deine eigene Haut nicht mehr wirklich dir gehört. Seine Finger glitten tiefer, tiefer, zu einer Zone, die noch nie jemand berührt hatte. Ich versteifte mich, meine Nägel kratzten über den Spiegelrahmen. Aber er ging nicht weiter. Er zog seine Hand zurück und richtete sich auf. — Steh auf. Ich tat es, die Beine wackelig, das Herz schlug mir wild in der Kehle. Er war dicht hinter mir, so nah, dass ich die Wärme seines Körpers durch meine Tunika spürte. — Sieh
Man zog mir eine Tunika aus weißer Seide über, so fein, dass sie fast durchsichtig war, sie reichte bis zur Mitte des Oberschenkels und verbarg nichts von meinen Formen. Ein silberner Gürtel hielt sie in der Taille. Keine Unterwäsche. Nichts außer diesem unmerklichen Stoff, der meine glatte Haut mit einer Sinnlichkeit liebkoste, die mich beschämte. — Setz dich, sagte Helga und deutete auf einen Hocker vor einem bodenlangen Spiegel. Ich setzte mich, und zum ersten Mal sah ich mich wirklich. Der Spiegel warf das Bild einer Unbekannten zurück. Eine Frau mit riesigen, ernsten Augen, ein blasses Gesicht, umrahmt von goldenem Haar, das in glänzenden Wellen auf ihre Schultern fiel. Eine Frau mit rosigen, vollen Lippen, makelloser Haut, zarten, aber harmonischen Formen. Die weiße Tunika betonte die Rundung meiner Brüste, die Feinheit meiner Taille, die Wölbung meiner Hüften. Meine Beine waren lang, wohlgeformt, glatt wie Seide. Ich war schön. Ich hatte es nicht gewusst. Ich war zu s







