MasukAlejandra Ferreira glaubte, Herzschmerz wäre das Schlimmste, das ihr in London passieren könnte. Vielleicht hatte sie sich geirrt. Tagsüber ist sie die unentbehrliche Assistentin des kalten, distanzierten und dennoch faszinierend charismatischen Milliardärs und CEOs Lucas Langston, der ihr gegenüber meist zumindest höflich bleibt. Doch sie verbirgt Geheimnisse, die weit größer sind als ein gebrochenes Herz. Nachts ist sie ... jemand anderes. Hinter Masken und unter Neonlichtern entsteht zwischen ihnen ein Geheimnis, das ihre Beziehung für immer verändern wird. Ein Geheimnis, das einen Sturm entfesseln wird, sobald es ans Licht kommt. Werden ihre Schultern stark genug sein, die Last der Erinnerungen an jene eine Nacht zu tragen, wenn sie ihnen schließlich gegenüberstehen?
Lihat lebih banyak„Weißt du eigentlich, wie widerlich du jetzt aussiehst, wie du hier heile Familie spielst?“
Andra erstarrte. Ihre Finger umklammerten den Pfannenwender fester.
„Wovon redest du?“
„Bitte. Stell dich jetzt nicht auch noch dumm.“ Er stieß sich von der Wand ab, an der er gelehnt hatte. Sie konnte ihn kaum ansehen.
Eine Benachrichtigung ertönte auf ihrem Handy. Sie sah die zwei roten Herz-Emojis neben dem Kontaktnamen und blickte zu ihm auf.
„Nate?“
„Ein ganzes Jahr voller Nächte, in denen du angeblich Zeit brauchtest, um dich zu sammeln, Alejandra.“ Seine Augen waren hart.
In dem Moment begriff sie es. Sie hob das Handy hoch, noch bevor sie den Fingerabdrucksensor berührte.
„Es tut mir leid“, flüsterte sie. Die Tränen sammelten sich viel zu schnell und liefen ihr über die Wangen, bevor sie sie zurückhalten konnte.
„Hast du mich überhaupt jemals geliebt?“ Er wirkte tief getroffen.
Ihre Lippen zitterten. Sie konnte ihm nicht sagen, wie oft sie schon versucht hatte, es ihm zu erzählen, wie oft ihre Scham ihr die Stimme genommen hatte.
„Warum? Haben wir dir wirklich so wenig bedeutet?“
„Nate, bitte ... es tut mir leid.“
„Hör auf, das zu sagen! Du weißt genau, dass ich Verständnis gehabt hätte, wenn du dich mir anvertraut hättest.“
„Ich habe alles völlig vermasselt, oder? Was wird jetzt passieren?“, fragte sie. Sie konnte den Geruch des anbrennenden Pfannkuchens in der Pfanne wahrnehmen.
„Nichts. Sorge einfach dafür, dass du es dem nächsten Unglücklichen von Anfang an sagst.“
Er ging hinaus und schloss ihre Wohnungstür mit einem höflichen Klicken.
Jetzt, zwei Stunden später, bewegte sich die Lobby des Firmengebäudes von The Langston Line geschäftig um sie herum, als wäre es einfach nur ein ganz gewöhnlicher Montagmorgen.
Ihre cremefarbene Seidenbluse und die schokoladenbraune Stoffhose saßen noch immer perfekt. Sogar ihr Parfüm roch noch genauso wie immer. Sie hätte am liebsten gelacht.
Die aufgesetzten Lächeln, die sie jedem schenkte, der sie auf dem Weg nach oben grüßte, ließen ihre Wangen bereits schmerzen.
Als sie den Aufzug betrat, lehnte sie sich gegen den kalten Stahl und presste ihre Hand gegen den Spiegel vor ihr.
Andra atmete laut durch den Mund, die Augen weit aufgerissen. Dann richtete sie sich auf und fragte sich, warum sie versuchte, ihre Tränen zurückzuhalten, indem sie die Augen offen hielt, anstatt sie einfach zu schließen.
Mit einem leisen Signal erreichte der Aufzug den fünfunddreißigsten Stock. Sie trat hinaus, ging direkt zu ihrem Büro und stellte ihren Laptop auf den Schreibtisch.
Sie war gerade damit beschäftigt, die Firmen-E-Mails zu sortieren und zu entscheiden, welche sie an ihren Vorgesetzten weiterleiten sollte, als die Glastür leise klirrte und sich öffnete.
„In mein Büro. Sofort, Ferreira“, sagte eine eisige Stimme mit unverhohlener Gereiztheit.
Sie blickte auf und sah ihn auf die Glaswand zugehen, die ihren Arbeitsbereich von seinem Büro trennte, als hätte er ihr nicht gerade als Erstes am Montagmorgen einen barschen Befehl erteilt.
„Ach du meine Güte“, murmelte sie leise vor sich hin, während sie aufstand und ihm folgte.
„Sie haben den Termin mit Jalil verschoben“, sagte er, sobald sie sein Büro betreten hatte, während er um seinen Schreibtisch herumging und sich setzte.
Lucas Langston sah mit scharfem Blick zu ihr auf.
„Ja, Sir. Auf Mittwoch um zehn Uhr morgens. Sie haben darum gebeten, weil ...“
„Es interessiert mich nicht, ob oder warum sie darum gebeten haben. Sie hätten zuerst Rücksprache mit mir halten müssen“, fuhr er sie an.
Andra wich unwillkürlich einen Schritt zurück.
„Sie waren seit Freitag, als die E-Mail einging, nicht erreichbar. Wir hatten nur achtundvierzig Stunden Zeit, um zu antworten.“
Für einen Moment verloren seine Augen etwas von ihrer Härte, als sie seine Unerreichbarkeit erwähnte.
„Treffen Sie inzwischen also die Entscheidungen der Geschäftsleitung?“
„Meine Aufgabe ist es, Ihren Terminkalender zu organisieren.“
„Ihre Aufgabe ist es, meinen Terminkalender ... nach meinen Bedürfnissen zu organisieren, Ferreira.“
Tiefe Linien umrahmten seine geröteten Augen. Was auch immer ihn das Wochenende über beschäftigt hatte, hatte ihn offenbar ebenso vom Schlaf abgehalten. Sein finsterer Blick ließ seinen Mund noch härter wirken.
„Es tut mir leid“, presste sie mit zusammengebissenen Zähnen hervor. „Ich werde alles noch einmal überprüfen und eventuelle Terminüberschneidungen korrigieren.“
„Bringen Sie mir die Q2-Prognosen für die Vorstandskonferenz.“ Seine Stimme war leiser geworden, so leise, dass sie ihren eigenen Herzschlag hören konnte, als sie sich zum Gehen wandte.
„Und keinen Zucker in meinen Kaffee.“
Sie drehte sich noch einmal kurz zu ihm um. Er sah sie nicht einmal an. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt, während sie das Büro verließ.
Sie ließ sich auf ihren Stuhl fallen und war dankbar, dass ihre zitternden Beine sie nicht länger tragen mussten.
Noch bevor sie bewusst darüber nachdenken konnte, liefen ihr die Tränen über das Gesicht. Sie presste sich die Hand auf den Mund, um ein Wimmern zu unterdrücken.
„Er hätte es früher oder später sowieso herausgefunden ... Warum habe ich es ihm nicht einfach gesagt?“, flüsterte sie mit zitternder Stimme.
Die Gegensprechanlage auf ihrem Schreibtisch summte auf, und Lucas' Stimme erklang.
„Ich habe nach einem Dokument gefragt“, sagte er schlicht.
Ihre Wirbelsäule versteifte sich. Andra wischte sich vorsichtig die Wangen ab und strich mit den Fingern unter ihren Augen entlang, um jede Spur dieses Moments der Schwäche zu beseitigen.
Sie zog eine Schublade auf, nahm die angeforderte Akte heraus und blätterte sie kurz durch, um sicherzugehen. Dann brachte sie sie in sein Büro.
Als sie eintrat, arbeitete er konzentriert an seinem Laptop. Sie hielt ihm die Akte hin und richtete ihren Blick auf seinen Schreibtisch, als wäre die polierte Eichenholzoberfläche plötzlich das Interessanteste auf der Welt.
Er nahm ihr die Akte erst ab, als sie gezwungen war, ihn anzusehen. In dem Moment, als sich ihre Blicke trafen, wurden seine Augen etwas weicher. Sie schluckte unwillkürlich.
Ein Hauch von Wärme flackerte darin auf, verschwand jedoch so schnell wieder, dass sie ihn nicht einordnen konnte. Vielleicht hatte sie es sich nur eingebildet, aber sie meinte auch zu sehen, wie ein Muskel an seinem Kinn zuckte.
Andra blinzelte fest. Er nahm die Akte entgegen, und sie erlaubte sich endlich, den Atem auszuatmen, den sie unbewusst angehalten hatte. Sie krümmte die Finger in ihre Handfläche, bis das Zittern nachließ.
„Bringen Sie Ihr Gesicht in Ordnung, bevor die Vorstandsmitglieder eintreffen. Und den Kaffee“, sagte er leise.
Sie verzog das Gesicht, als sie hinausging, und steuerte auf die Kaffeemaschine zu, die in einer Ecke ihres Büros stand. Das einzige Mal, als sie einfachen schwarzen Kaffee probiert hatte, war einer von Nates albernen Versuchen gewesen, sie dazu zu bringen, ihn zu mögen. Sie hatte ihn sofort ausgespuckt, und beide hatten so lange gelacht, bis ihr der Bauch wehtat.
„Du wirst hier nicht weinen, Andra. Warte, bis du zu Hause bist“, flüsterte sie sich selbst zu, während die Maschine summte.
Ach, aber zu Hause würde es immer noch nach Wut, Enttäuschung und Herzschmerz riechen – und nach den Pfannkuchen, die Nate nicht angerührt hatte, als sie am Abend zurückkam.
Sie verdrängte diese Gedanken, während sie Lucas seinen Kaffee brachte.
Als sie zu ihrem Schreibtisch zurückkehrte und sich inständig wünschte, dass er sie für den Rest des Tages nicht mehr brauchen würde, sah sie, wie der Bildschirm ihres Handys durch eine neue Nachricht aufleuchtete.
Sie war von Donna. Andra öffnete die Nachricht.
Darin stand: Denk daran, du bist heute Abend dran.
Angehängt war ein Bild des Outfits, das sie auf dem Heimweg abholen musste.
Ihre Fingerknöchel wurden kreidebleich.
Andra blickte hektisch umher. Die Vans verschwanden in der Ferne. Ihr Atem kam in kurzen Stößen. Ein kalter Schweiß brach auf ihrer Stirn aus.„Nein, nein“, flüsterte sie. „Nein… nein… das… nein.“Sie öffnete den Mund, um zu schreien, aber sie konnte ihre Stimme nicht hören. Ihre Kehle fühlte sich an wie trockenes Papier. Sie griff in ihre Handtasche, die Hände zitterten bereits.Andra fummelte herum, während sie versuchte, ihr Telefon zu nehmen. Zweimal glitt es ihr aus dem Griff. Schließlich nahm sie es und eilte aus dem Auto.Sie stand neben der offenen Tür und scrollte durch ihre Anruflisten. Die Nummer war die zweite der zuletzt gewählten. Ihr Telefon hatte 63 Prozent. Sie fragte sich unterbewusst, warum sie bemerkte, dass ihr Telefon 63 Prozent hatte, während sie die Nummer wählte und das Telefon ans Ohr hielt.Es klingelte. Ihre Augen huschten in beide Richtungen. Die Straße voraus war leer, während der Stau hinter ihr blieb.
„Bist du immer noch hier?“ fragte Irina und klang etwas benommen, als sie ins Wohnzimmer trat. Andra war über ihr Telefon gebeugt, Amaris in einem Kindersitz auf dem Sofa.„Ja. Ich versuche, eines mit Vorkehrungen für sie zu finden.“„Muss sie mit dir kommen?“Andra blickte zu ihrer Schwester auf und lächelte. „Vielleicht.“Irina kam und setzte sich auf ein leeres Sofa.„Wie lange dauert deine inoffizielle Pause?“ fragte Andra.„Willst du, dass ich gehe?“ antwortete Irina mit gespielter Verletztheit.„Das habe ich nicht gesagt…“ ihre Stimme verklang, als ihr Telefon ihre Aufmerksamkeit erregte. „Okay, wir haben zehn Minuten.“Sie sah Irina an. „Was haben wir gesagt?“„Du hast mich gebeten, dein Haus zu verlassen.“Andra schnitt eine Grimasse. „Ja. Natürlich. Du hast mir immer noch nicht gesagt, warum du in letzter Zeit immer Parfüm trägst.“„Ich kann beschließen, weißt du, die ganze Ze
Andra erstarrte. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen, als sie die Nachricht erneut las. Sie blinzelte zweimal und drehte sich dann um, um Irina anzusehen.Irina versuchte, ihr Gesicht leer zu halten, aber Andra konnte erkennen, dass sie die Nachricht aus der Benachrichtigungsleiste gelesen hatte.„Warum siehst du mich an? Antworte ihm“, sagte Irina und deutete auf das Telefon in Andras Hand.„Aber… plötzlich? Ich war gerade dort und er hat nichts gesagt. Nicht einmal angedeutet.“„Spielt das eine Rolle? Es ist eine gute Sache. Zumindest hat er es selbst vorgeschlagen, und du hast die Nachricht als Beweis, falls etwas passiert.“„Okay. Nun, ich schätze, ich werde…“ sie brach ab. „Nein. Später heute Abend antworte ich.“ Sie richtete die Wirbelsäule. Irina zuckte einfach mit den Schultern und sagte nichts weiter.Bis zum folgenden Samstagnachmittag, als sie aus ihrem Schlafzimmerfenster blickte und sein Auto auf den Parkplatz neben dem
„Schau dich an, so reizend wie immer.“ Rashid schenkte Andra ein strahlendes Lächeln, als sie auf ihn zutrat.„Danke, Rashid. Du siehst auch wirklich gut aus.“Er nickte einmal und trat von der Beifahrertür weg, an die er sich gelehnt hatte, um sie für sie zu öffnen. Es würde sie noch etwas mehr Anstrengung kosten, sich daran zu gewöhnen, mit jemandem zusammen zu sein, der nicht allzu erpicht auf körperliche Nähe war.Sie starrte durch die Windschutzscheibe, während er zum Fahrersitz herumging. Er war wirklich so ein charmanter Mann.Rashid setzte sich auf seinen Sitz. Er startete das Auto, der Motor summte leise, während er auf die Straße fuhr. Er schaltete Musik ein, als der Duft seines Kölnischwassers begann, sich mit der Klimaanlage in Andras Nase zu vermischen.„Was hast du heute gemacht?“ fragte er leise und drehte die Lautstärke ein wenig herunter.„Heute… nun, ich habe gekocht. Ich habe Jollof-Reis gemacht. Es ist ein kon


















Ulasan-ulasan