LOGINElara Vance ist eine Wölfin ohne Rudel, eine Einzelgängerin am Rand einer Welt, die ihresgleichen verachtet. Ihr ganzes Leben hat sie damit verbracht zu fliehen, zu überleben und das eine Geheimnis zu verbergen, das sie töten könnte. Als sie vom unerbittlichen Alpha Kael Blackwood vom Rudel Shadow Fang gefangen genommen wird, erwartet sie Folter und Tod. Stattdessen findet sie sich im Herzen des Gebiets ihres Feindes wieder, eine Schachfigur in einem Spiel um politische Macht. Kael ist alles, was man ihr beigebracht hat zu hassen. Er ist grausam, mächtig und der Anführer genau jenes Rudels, das ihre Familie zerstört hat. Doch das Schicksal hat einen harten Sinn für Ironie. Ein einziger Duft, ein einziger Blick, und ihre Welten prallen aufeinander. Das Band eines vorherbestimmten Gefährten schnappt zwischen ihnen zu, ein primales Gesetz, das sich nicht leugnen lässt. Für Kael ist das Beanspruchen seiner vorherbestimmten Gefährtin sein Recht, sein Schicksal. Für Elara ist es ein Verrat an allem, was sie je gekannt hat. Sie ist an den Alpha gebunden, den sie geschworen hat zu zerstören, und ihre verbotene Liebe könnte einen Krieg zwischen den Rudeln entfachen. Sie müssen einen Weg durch Hass, Begehren und politische Intrigen finden, um eine Liebe zu entdecken, die stark genug ist, die Grundlagen ihrer Welt herauszufordern, doch alte Gesetze und mächtige Feinde sind entschlossen, sie auseinanderzuhalten.
View MoreKapitel 5Der Rückweg zur Blackstone-Festung war eine stille, grimmige Prozession. Der Geschmack der Schlacht lag noch bitter in meinem Mund, das Adrenalin verging und hinterließ eine tiefe, nagende Erschöpfung. Meine Schulter pochte, wo mich der feindliche Wolf gekratzt hatte, der Stich eine ständige Erinnerung an die Brutalität, die ich gerade erlebt und an der ich teilgenommen hatte. Das Gewicht dessen, was ich erfahren hatte, drückte auf mich. Der wahre Feind war nicht Kael, sondern ein Schatten, ein Puppenspieler, der aus der Dunkelheit die Fäden zog.Die Krieger des Rudels behandelten mich jetzt anders. Das Misstrauen war noch da, ein fortwährender Strom argwöhnischer Blicke, doch es war von einem widerwilligen Respekt gemildert. Ich hatte an ihrer Seite gekämpft. Ich hatte meinen Wert bei der Jagd bewiesen. Jace und Corbin, die mich zuvor mit solchem Hass angesehen hatten, vermieden nun meinen Blick. Es war, als wüssten sie nicht, wie sie mit den Informationen umgehen sollten,
Kapitel 4Die Morgendämmerung war blass und wässrig. Die Sonne mühte sich, die dicken, grauen Wolken zu durchdringen, und tauchte die Welt in ein mattes, ätherisches Licht. Der Schnee hatte über Nacht aufgehört zu fallen, und die Landschaft lag als makellose, stille Weite aus Weiß da. Ich stand im Hof, eingehüllt in einen dicken Fellumhang, den Kael mir gegeben hatte. Er war zu groß für mich, aber warm, und er roch schwach nach ihm — ein Duft, der zugleich tröstlich und zutiefst beunruhigend war. Mein Atem stieg in der kalten Luft auf, während ich ihm zusah, wie er seinen Kriegern letzte Befehle erteilte.Er hatte eine kleine, ausgewählte Gruppe für die Mission gewählt. Fenris stand selbstverständlich an seiner Seite, sein zynischer Blick haftete auf mir. Rourke war ebenfalls dabei, seine massige Gestalt eine stille, einschüchternde Präsenz. Zwei weitere Krieger, schlanke, scharfäugige Männer namens Jace und Corbin, betrachteten mich mit unverhohlener Skepsis. Ich war eine Außenseiter
Kapitel 3Die nächsten Tage verschwammen in einem Nebel aus Gefangenschaft und erzwungener Interaktion. Man behandelte mich mit einer seltsamen, paradoxen Mischung aus Feindseligkeit und brüchigem Respekt. Die Mitglieder des Rudels Shadow Fang funkelten mich an, während man mich vom Zimmer zur Halle und zurück eskortierte. Ich war ein Spektakel, eine Kuriosität, die Ausgestoßene, die es geschafft hatte, ihren furchteinflößenden Alpha zu fesseln. Ich spürte Wellen des Grolls, die von ihnen ausgingen. Sie sahen in mir eine Gefahr für ihre Stabilität, einen fremden Körper, den ihr Rudel verzweifelt zu verstoßen versuchte.Mein Wächter war ein stoischer, schweigsamer Krieger namens Rourke. Er war ein Berg von einem Mann mit einem dauerhaften Stirnrunzeln und einer tiefen, beständigen Loyalität zu Kael. Er sprach mit mir nur, wenn es nötig war, und sein Blick war immer wachsam, stets bereit. Es war offensichtlich, dass er mir nicht vertraute und nur auf einen Vorwand wartete, mich in meine
Kapitel 2Seine Worte hingen zwischen uns in der Luft, ein Satz, der alles und doch nichts veränderte. Mein Verstand schrie Verneinung, doch mein Körper, meine ganze Seele, verriet mich. Mein Wolf heulte in der Erkenntnis, ein freudiges, verzweifeltes Geräusch, dem ich nicht widerstehen konnte. Sie hatte ihre andere Hälfte gefunden, ihr Gegenstück, das einzige Wesen im Universum, das für sie bestimmt war. Es war ihr egal, dass er der Feind war. Sie wusste nur, dass er ihr gehörte. Und ein Teil von mir, ein kleiner, heimtückischer Teil, den ich tief vergraben hatte, fühlte dasselbe. Der Zug war unwiderlegbar. Es war eine Naturgewalt, ein Band, das in das Gewebe meines Seins gewebt war.Kaels Griff an meinen Handgelenken lockerte, doch er ließ mich nicht los. Seine Augen, dieses stechende winterliche Blau, waren auf meine gerichtet. Sie bargen ein Sturmfeld von Gefühlen: Schock, Unglaube und ein heftiges, possessives Feuer, das mir einen Schauer über den Rücken jagte, obwohl die Luft um











