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Kapitel Fünf: Bereute Entscheidung

Penulis: C.O. Chris
last update Tanggal publikasi: 2026-09-19 22:35:16

 

Jakes Perspektive

Ich saß hoch oben auf dem geschnitzten hölzernen Alpha-Thron im großen Saal, meine Knöchel wurden weiß, während sich meine Finger in die polierten Armlehnen krallten. Ich lauschte den Nachrichten, die überbracht wurden, und spürte, wie das Blut vollständig aus meinem Gesicht wich.

„Der Kampf muss wiederholt werden“, verkündete der Oberste Älteste, seine Stimme hallte mit tiefer, unerschütterlicher Autorität von den Steinwänden wider. „Ich war während des zeremoniellen Kampfes vor drei Tagen nicht anwesend, und wir haben nun stichhaltige Gründe zu der Annahme, dass Darius durch Einmischung von außen schwer geschwächt war.“

Ich spürte, wie mein Magen in ein Loch aus Eis stürzte. Meine Handflächen wurden feucht, und ich hatte Mühe, meine Brust vor den zusehenden Kriegern ruhig steigen und fallen zu lassen.

„Ein... ein Rückkampf?“, wiederholte ich. Meine Stimme klang dünn, kaum über einem verzweifelten Flüstern.

„Ja“, sagte der Oberste Älteste bestimmt und verschränkte die Arme vor der Brust. „Der Kampf wird in drei Tagen stattfinden. Dieses Mal wird es keine Trickserei, kein Gift und keine Einmischung geben. Der wahre Alpha von Shadowwood wird gerecht vor den Augen des gesamten Rudels bestimmt.“

Ich wollte aufstehen und laut protestieren. Ich wollte behaupten, dass ich bereits zum Alpha ernannt worden war, dass das Rudel gesehen hatte, wie Darius sich mir in der Arena unterworfen hatte. Aber die Worte blieben mir im Hals stecken.

Das Siegel des Alphas – das heilige, uralte Zeichen, das meine Seele an das Land des Rudels binden und meine Führung unanfechtbar machen würde – war mir von den Ältesten noch nicht verliehen worden. Ohne dieses leuchtende Siegel auf meiner Schulter war mein Titel nichts weiter als ein leeres Wort.

Ich schluckte schwer, mein Hals war trocken wie Staub, während ich verzweifelt versuchte, einen Ausweg aus dieser Falle zu finden. Aber es gab keinen.

Darius war ein Monster von einem Wolf. Er war größer, schwerer und weit aus stärker als ich. Der einzige Grund, warum es mir vor drei Tagen gelungen war, ihn niederzudrücken und seine Unterwerfung zu erzwingen, war, dass Selene vor dem Erklingen des Gongs Eisenhut in seine Feldflasche gemischt hatte.

Und jetzt war Selene weg.

Ich war vollkommen allein.

Ich drehte meinen Kopf langsam zu meiner neu erklärten Luna, die auf dem verzierten Stuhl neben mir saß.

Leila. Die Tochter des Ältesten. Die Frau von reinem Blut und hohem Ansehen, die ich unmittelbar nach dem Kampf Selene vorgezogen hatte.

Sie saß aufrecht und gefasst da, ihr Kinn erhoben, ihr goldenes Haar perfekt frisiert, aber ihre Augen waren kalt, leer und völlig teilnahmslos. Sie sah mich nicht mit dem geringsten Funken von Sorge an. Sie streckte nicht die Hand aus, um meinen Arm zu berühren, und bot mir kein einziges Wort der Unterstützung. Sie war wegen des Status und des Komforts des Luna-Titels hier – nicht wegen mir.

Wenn Selene jetzt neben mir stünde...

Nein. Ich schlug die Tür zu diesem Gedanken sofort zu. Ich durfte nicht an sie denken.

Aber mein Verstand weigerte sich zu gehorchen.

Wenn Selene jetzt hier wäre, würde sie nicht wie eine Dekoration schweigend dasesen. Sie hätte bereits einen Weg gefunden, mit den Ältesten umzugehen. Sie hätte mich auf den Trainingsplatz gezerrt und mich gezwungen zu üben, bis meine Muskeln brannten. Sie hätte Darius’ Kampfstil analysiert und jede Schwachstelle gefunden, die man ausnutzen konnte. Sie hätte an meiner Seite gestanden und mit allem gekämpft, was sie hatte, anstatt wie eine gleichgültige Zuschauerin dazusitzen.

Mein Herz hämmerte wild gegen meine Rippen, als Panik einzusetzen begann. Ich hatte sie vor Tausenden von Wölfen weggeworfen. Ich hatte ihre Opfer verspottet, sie eine Barmherzigkeitsnummer genannt und den Wachen befohlen, sie über die Grenze in den Schlamm zu werfen.

Und jetzt... jetzt, da mir der Thron durch die Finger glitt, brauchte ich sie mehr denn je.

Ich hatte Mühe, vom Thron aufzustehen. Meine Beine zitterten so stark, dass ich mich mit der Hand an der Armlehne abstützen musste, um das Zittern zu verbergen.

„Oberster Ältester“, begann ich und versuchte, meine Stimme tief, fest und alphahaft klingen zu lassen, „gibt es keinen anderen Weg? Ich habe bereits gegen Darius gekämpft und ihn in der Arena zur Unterwerfung gezwungen. Das Rudel hat meinen Sieg akzeptiert. Es gibt keine Notwendigkeit für einen zweiten Kampf.“

Der ältere Mann lachte leise – ein tiefes, spöttisches Geräusch, das meine Haut vor Scham brennen ließ.

„Dich akzeptiert? Glaubst du wirklich, dass du ein wahrer Anführer bist, nur weil du auf diesem Stuhl sitzt und einen feinen Anzug trägst?“ Er trat näher an das Podest heran, seine dunklen Augen brannten vor strenger Verachtung. „Wenn du der Krone wirklich würdig bist, dann kämpfe ehrlich dafür. Oder tritt genau jetzt zurück und lass den stäkeren Wolf den Thron besteigen.“

Ich knirschte so fest mit den Zähnen, dass mein Kiefer schmerzte. Zurücktreten? Aufgeben nach allem, was ich getan habe, um hierher zu gelangen? Niemals.

Aber wenn ich in diese Arena trat und alleine gegen Darius kämpfte, ohne Selenes geheime Hilfe... würde er mir in weniger als zwei Minuten die Wirbelsäule brechen.

Ich ballte meine Hände zu festen Fäusten, während mir kalter Schweiß den Rücken hinunterlief und Wut und Angst in meinem Magen gegeneinander kämpften. Ich konnte mir die Enttäuschung und den Abscheu im Gesicht meiner Krieger bereits vorstellen. Sie hatten mir vertraut, dass ich sie führe. Was würden sie tun, wenn sie zusahen, wie Darius mich vor dem gesamten Reich zerriss?

Was habe ich getan?

Das Gewicht meiner eigenen Dummheit krachte wie ein einstürzender Berg auf mich herab. Ich hatte Selene von mir gestoßen. Ich hatte ihre Loyalität verspottet, ihre Hingabe beleidigt und ihr vor allen Leuten mitgeteilt, dass sie mir nichts bedeutete.

Und jetzt, wo mein Leben und meine Krone von ihr abhingen...

War sie weg. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich sie zurückholen sollte.

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