LOGINKapitel 7 – Erster Eindruck Das Anwesen war noch größer, als Alina es sich jemals vorgestellt hatte. Sauberer Stein, weite Fenster und sorgfältig gepflegte Gärten umgaben ein Haus, das seinen Reichtum nicht beweisen musste. Es entfaltete sich einfach. Sie hielten vor dem Herrenhaus, wo ein schöner Brunnen still auf dem offenen Platz stand. Adrian hielt an und ließ den Wagen verstummen. Die Luft zwischen ihnen fühlte sich eng an, unangenehm eng. „Ich werde den Großteil des Redens übernehmen, und du antwortest nur, wenn es wirklich nötig ist. Verstehst du das?“ „Damit kann ich arbeiten.“ „Gut. Warte hier.“ Er stieg aus, ging um das Auto herum und öffnete ihre Tür. Seine Hand streckte sich nach ihr aus. Alina starrte sie schockiert an. „Was macht er da?“, fragte sie sich. Dann klickte es. Sie waren in der Kingston-Villa. Leute würden zusehen, vielleicht sogar Kameras. Das musste echt aussehen. Sie nahm sich zusammen und ergriff seine Hand. Seine Handfläche legte sich in ihren u
Kapitel 6 – Das FamilienessenEin leises Klopfen an der Tür riss Alina aus dem Schlaf. Als sie die Augen langsam öffnete, begrüßte sie eine ungewohnte Umgebung. Das blasse Morgenlicht, das durch die dicken Vorhänge fiel, erhellte ein Zimmer, das viel zu luxuriös war, um sich wie ihres anzufühlen.Dann kam alles zurück. Die Ehe, seine Villa und der Ring, der perfekt an ihrem Finger saß, als gehöre er dorthin.Sie hätte beinahe geschnaubt. Es war nur ein Einjahresvertrag und nichts weiter. Sie würde das überstehen.Das Klopfen kam erneut und riss sie diesmal aus ihren Gedanken.„Herein“, rief sie und setzte sich im Bett auf.„Guten Morgen, Mrs. Kingston“, begrüßte die Haushälterin sie höflich.Der Titel ließ sie innerlich zusammenzucken.„Guten Morgen.“„Mr. Kingston hat mich gebeten, Ihnen mitzuteilen, dass das Styling-Team um zehn Uhr eintreffen wird, um Sie für das Abendessen in der Familienresidenz vorzubereiten.“„Natürlich, typisch Adrian – immer direkt zur Sache“, dachte sie und
Kapitel Fünf — Mrs. KingstonAm Sonntagmorgen fühlte sich ihr Wochenende nicht mehr normal an, und der Diamantring an ihrem Finger machte es nur noch unangenehmer.Dann begann ihr Telefon zu vibrieren. Einmal, zweimal und dann ohne Pause. Nachrichten füllten den Bildschirm von Kunden, alten Kontakten, Nummern, die sie nicht gespeichert hatte.„Siehst du das?“„Alina, ruf mich an.“„Ist das wahr?“Sie öffnete den ersten Link.„ADRIAN KINGSTON HEIRATET HEIMLICH INNENARCHITEKTIN ALINA HAYES“Ihr Magen zog sich zusammen. Eine weitere Schlagzeile folgte.„WER IST ALINA HAYES?“Dann eine weitere.„CEO DES KINGSTON EMPIRE NIMMT MYSTERIÖSE FRAU ZUR FRAU“Bevor sie die Seite schließen konnte, klingelte ihr Telefon.Claire Bennett, ihre beste Freundin.Alina nahm ab. „Hey.“„Sag mir, das ist fake.“„Claire—“„Ich bin ein paar Wochen weg und du heiratest Adrian Kingston?“Alina lehnte sich zurück. „Es ist echt.“Stille.„Du hast ihn tatsächlich geheiratet“, sagte Claire.„Ja.“„Warum hast du mir
Kapitel Vier — Der VertragDas war vor drei Tagen.Jetzt war Samstagmorgen, und in dieser Realität hatte Adrian Kingston Alina Hayes’ Antrag angenommen.Einen Moment nach dem Aufwachen lag sie still da und starrte an die Decke, ließ die Tatsache sacken. Der Antrag, seine Zustimmung und die Warnung in seiner Stimme, als er ihr gesagt hatte, sie solle ihn das nicht bereuen lassen. Es fühlte sich bereits zu schnell an. Ihre Hand schloss sich fester um ihr Telefon.Sollte sie Xavier informieren? Nein, sie wollte es ihm nicht sagen.Sie schob die Decke beiseite und ging aus dem Schlafzimmer, noch halb in der Stille des Morgens, als ihr Telefon klingelte.Alina nahm ab. „Dad.“„Geht es dir gut?“, fragte Daniel sofort.„Mir geht’s gut, Dad, warum …?“„Sag mir das nicht.“ Seine Stimme war rau von Schlafmangel. „Nach dem, was in jener Nacht passiert ist, sag mir das nicht.“Sie blieb in der Nähe der Küchentheke stehen. „Bist du in Sicherheit?“„Ich bin zu Hause. Die Tür ist abgeschlossen und s
Kapitel Drei — Das ZielAm dritten Tag hatte Alina sich beinahe eingeredet, sie könne ihn ignorieren.Sie kam spät nach Hause, warf ihre Tasche neben die Tür und streifte die Schuhe mit mehr Kraft als nötig ab. Die Wohnung war still. Die letzten zwei Tage hatte sie länger als üblich gearbeitet, jede Kunden-Nachricht beantwortet, jede Stunde gefüllt, damit sie nicht an Xaviers Deadline denken musste. Es hatte nicht funktioniert.Ihr Telefon klingelte, gerade als sie die Küche erreichte.Unbekannte Nummer.Sie starrte darauf und wusste es bereits.„Was ist?“, nahm sie ab.„Hast du dich entschieden?“, fragte Xavier.Sie schluckte, und ihre Finger schlossen sich fester um das Telefon.„Ja, Xavier, ich habe mich entschieden. Ich mache das nicht“, sagte Alina. „Such dir jemand anderen und bleib bitte aus meinem Leben.“Es gab eine kurze Pause am anderen Ende. Als er wieder sprach, klang er fast milde.„Ich hatte Angst, dass du das sagen würdest.“„Ich meine es ernst.“„Das merke ich.“ Ein l
Kapitel Zwei — Der DruckAlina atmete erst richtig, als sie wieder in ihrem Auto saß.Sie saß hinter dem Steuer, der Motor aus, und starrte auf das Lenkrad, als könnte es erklären, was sie gerade getan hatte. Hinter ihr ragte das Kingston-Empire-Gebäude empor, als würden Männer wie Adrian Kingston jede Woche Heiratsanträge von Fremden erhalten.Sie ließ einen kurzen, ungläubigen Atemzug heraus und startete den Wagen.Vor drei Tagen hatte ihr Leben noch Sinn ergeben – mit Kunden, Projektfristen und einer ruhigen Wohnung. Jetzt fuhr sie vom Büro eines der mächtigsten Männer des Landes weg als seine zukünftige Frau.Vorübergehende Frau. Oder besser: Vertragsehefrau.Welchen Namen sie dem Ganzen auch gab – es bedeutete trotzdem, dass zwischen ihnen nichts anderes war als eine Vereinbarung.Die Fahrt nach Hause registrierte sie kaum. Die Stadt zog in einem verschwommenen Strom aus Ampeln und spätnachmittäglichem Lärm vorbei, bis sie in ihre Straße einbog. Als sie vor ihrem Gebäude parkte,







