ANMELDENKapitel Drei — Das Ziel
Am dritten Tag hatte Alina sich beinahe eingeredet, sie könne ihn ignorieren.
Sie kam spät nach Hause, warf ihre Tasche neben die Tür und streifte die Schuhe mit mehr Kraft als nötig ab. Die Wohnung war still. Die letzten zwei Tage hatte sie länger als üblich gearbeitet, jede Kunden-Nachricht beantwortet, jede Stunde gefüllt, damit sie nicht an Xaviers Deadline denken musste. Es hatte nicht funktioniert.
Ihr Telefon klingelte, gerade als sie die Küche erreichte.
Unbekannte Nummer.
Sie starrte darauf und wusste es bereits.
„Was ist?“, nahm sie ab.
„Hast du dich entschieden?“, fragte Xavier.
Sie schluckte, und ihre Finger schlossen sich fester um das Telefon.
„Ja, Xavier, ich habe mich entschieden. Ich mache das nicht“, sagte Alina. „Such dir jemand anderen und bleib bitte aus meinem Leben.“
Es gab eine kurze Pause am anderen Ende. Als er wieder sprach, klang er fast milde.
„Ich hatte Angst, dass du das sagen würdest.“
„Ich meine es ernst.“
„Das merke ich.“ Ein leiser Atemzug. „Du hast meine Warnung auf die leichte Schulter genommen.“
Ihr Griff um das Telefon verstärkte sich. „Fang nicht an.“
„Dein Vater“, sagte er einfach. „Du solltest sorgfältiger über ihn nachdenken.“
Die Leitung war tot.
Alina stand erstarrt in der Küche, das Telefon noch am Ohr. Dann senkte sie es und rief sofort ihren Vater an.
Es klingelte. Keine Antwort.
Sie rief erneut an.
Immer noch nichts.
Beim vierten Versuch waren ihre Hände unruhig. Sie griff nach ihren Schlüsseln und verließ die Wohnung, ohne sich umzuziehen.
Es war fast elf, als sie bei ihm ankam. Die Haustür stand offen.
Alina blieb im Flur abrupt stehen. „Dad?“
Keine Antwort.
Sie drückte die Tür weiter auf und trat ein. Das Wohnzimmer war unordentlich. Ihr Vater ließ den Ort nie so zurück. Ein Stuhl lag umgekippt, Papiere waren über den Tisch verstreut, und eine der Schubladen war halb herausgezogen. Der Ort war nicht zerstört.
„Dad?“ Ihre Stimme wurde lauter.
Ihre Tasche fiel mit einem dumpfen Geräusch aus ihrer Hand, aber sie ignorierte es.
Sie bewegte sich jetzt schneller durch die Wohnung, prüfte das Schlafzimmer, das Bad, die Küche. Alles leer.
Sie griff nach der Tasche auf dem Boden und suchte nach ihrem Telefon, die Hände die ganze Zeit zittrig.
Sie holte das Telefon heraus und rief Xavier an.
Er nahm beim ersten Klingeln ab.
„Ich hatte deinen Anruf früher erwartet“, sagte er, klang lässig.
„Wo ist er?“, verlangte Alina. „Was hast du getan?“
„Er ist unverletzt“, antwortete er ruhig.
„Wo ist er?“, fragte sie lauter.
„Ich schicke dir den Ort. Komm allein.“
„Xavier, tu nicht …“
„Wenn du ihn zurückwillst, komm.“
Der Anruf endete. Eine Sekunde später kam eine Nachricht mit einer Adresse.
Alina starrte nur eine Sekunde darauf, bevor sie zurück zu ihrem Auto rannte.
Der Ort war ein altes Lagergebäude am Rand des Industriegebiets der Stadt. Dimmlicht. Leerer Parkplatz. Die Art von Ort, die aussah, als sei sie dafür gemacht, Kriminelle zu verstecken.
Sie parkte, stieg aus und folgte den Anweisungen, die er geschickt hatte. Seiteneingang, zweite Tür, einen kurzen Korridor hinunter.
Als sie den Raum betrat, war das Erste, was sie sah, ihr Vater.
Daniel Hayes saß auf einem Metallstuhl an der gegenüberliegenden Wand, die Handgelenke gefesselt, der Mund unbedeckt, die Augen weit vor Wut mehr als vor Angst. Es gab kein Blut und keine sichtbare Verletzung, aber der Anblick von ihm, gefesselt, ließ trotzdem ihren Atem stocken.
„Dad!“
Sie bewegte sich sofort auf ihn zu. Zwei Männer traten von der Seite vor und blockierten ihren Weg.
„Nicht“, sagte einer von ihnen.
Alinas Brust zog sich zusammen. „Geht mir aus dem Weg!“
Eine Stimme kam aus dem dunkleren Teil des Raumes.
„Das reicht.“
Xavier Lawrence trat ins Licht.
Einen Moment lang konnte Alina nur starren. Sechs Jahre hatten ihn verändert. Er hatte jetzt mehr Narben und sah deutlich reifer aus.
Er sah sie genauso an, seine Augen glitten über sie und nahmen die Unterschiede auf.
„Alina“, sagte er.
Sie hasste, wie ihr Name in seinem Mund klang.
„Lass ihn gehen.“
„Ich werde es.“ Xavier blieb ein paar Schritte entfernt stehen. „Nachdem wir das geklärt haben.“
„Es gibt nichts zu klären.“
„Es gibt eine Schuld.“
Daniel zerrte an den Fesseln. „Alina, hör nicht auf ihn.“
Xavier warf ihm nicht einmal einen Blick zu. „Du weißt, was ich für euch getan habe. Für euch beide. Als alles zusammenbrach, als eure Mutter ging, als nichts mehr da war, woran man sich festhalten konnte.“
„Das gibt dir nicht das Recht, das zu tun“, sagte Alina. Er antwortete nicht, und sie fuhr fort: „Was willst du von mir?“
„Zugang zu Adrian Kingston.“
Sie ließ einen kurzen, humorlosen Atemzug heraus. „Das hast du schon gesagt. Ich kann nicht einfach in sein Leben spazieren.“
„Du wirst mir Zugang dazu verschaffen“, sagte Xavier.
„Wie?“ Sie runzelte die Stirn und warf einen Blick auf ihren Vater, der gegen das Seil ankämpfte.
„Heirate ihn.“
Einen Moment lang starrte sie nur. Dann lachte sie. „Das ist wahnsinnig.“
„Die Hälfte der Elite heiratet nicht aus Liebe oder Wissen. Ich brauche, dass du ihm so nah wie möglich kommst. Auch wenn das bedeutet, dass du ihn fickst, wenn er es will.“
„Ich kenne ihn nicht und kann nicht einfach in das Büro eines Mannes gehen und ihn um die Ehe bitten.“
Xavier griff in die Innenseite seiner Jacke und holte einen schmalen Ordner hervor. Er hielt ihn hin.
„Du kannst es, wenn du weißt, wo er verwundbar ist.“
Alina nahm ihn zunächst nicht. Einer der Männer bewegte sich, und sie griff schließlich nach dem Ordner. Darin waren Seiten mit Informationen. Öffentliche Aufzeichnungen gemischt mit privaten Details. Kingston Empire und Nachfolgedruck. Seine Großmutter Eleanor und deren Beharren auf Heirat. Seine Stiefmutter Victoria und deren Einfluss sowie die Position seines Stiefbruders Ethan im Hintergrund. Notizen zu Vorstandsbedenken und Fragmente seines persönlichen Zeitplans. Genug, um zu zeigen, dass Xavier lange gegraben hatte.
Alles in der Akte fühlte sich an wie der Einstieg in das Leben eines anderen.
„So kommst du nah genug ran. Ich werde eine Gelegenheit schaffen. Alles, was du tun musst, ist, alles auf diesem Papier zu nutzen“, sagte Xavier.
Alina blickte von den Seiten auf. „Du kannst dir jemand anderen suchen.“
Er nickte. „Niemand ist vertrauenswürdig genug, um den Job zu erledigen.“
„Und wenn ich ablehne?“
Xaviers Blick wanderte kurz zu Daniel und dann zurück zu ihr. „Dann wird das komplizierter. Für ihn, für dich und für alles, was du wieder aufgebaut hast.“
Daniels Stimme war rau. „Alina, lass mich. Tu das nicht.“
Sie schloss den Ordner.
Jeder Teil von ihr wollte ihn Xavier zurückwerfen und hinausgehen, aber ihr Vater war immer noch an diesen Stuhl gefesselt, und Xavier stand immer noch da wie ein Mann, der bereits jeden Ausgang berechnet hatte.
„Du lässt ihn zuerst frei“, sagte sie.
„Bist du einverstanden?“
Ihre Blicke hielten sich.
Alinas Stimme kam leise heraus. „Ich werde es tun.“
Xavier musterte sie noch eine Sekunde länger, dann nickte er den Männern einmal zu. Sie gingen zu Daniel und schnitten die Fesseln durch. In dem Moment, als er frei war, überquerte Alina den Raum und fasste seinen Arm.
„Bist du verletzt?“, fragte sie, während ihre Hände über seinen Körper liefen und nach Verletzungen suchten.
„Nein.“ Daniels Augen waren hart. „Du hättest nicht zustimmen sollen.“
Xavier richtete seine Manschetten, als wäre das ein gewöhnliches Treffen gewesen. „Du hast deinen Vater. Ich erwarte bald Ergebnisse. Gib mir keinen Grund, zurückzukommen.“
Alina drehte sich zu ihm um. „Wenn du ihm noch einmal nahekommst—“
„Gib mir keinen Grund dazu.“
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Auf der Rückfahrt sprachen sie kaum.
Daniel saß auf dem Beifahrersitz, der Kiefer fest, und starrte aus dem Fenster. Erst als Alina in der Nähe seines Gebäudes anhielt, sah er sie endlich an.
„Du musst das nicht für mich tun.“
„Doch“, sagte sie leise. „Muss ich.“
„Alina …“
„Er hat dich einmal erwischt. Ich gebe ihm nicht die Chance, es noch einmal zu tun.“
Daniels Gesicht spannte sich an, aber er widersprach nicht weiter. Sie begleitete ihn nach oben, prüfte die Wohnung noch einmal und wartete, bis er sie versprechen ließ, am nächsten Morgen anzurufen.
Erst als sie wieder allein in ihrem Auto saß, begannen ihre Hände zu zittern.
Ehe mit Adrian Kingston.
Es klang immer noch unmöglich. Aber unmöglich war nicht mehr der Punkt.
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Am nächsten Morgen
Gegen Mittag stand Cleo, Alinas Assistentin, in der Tür ihres Büros mit einem Ordner und einem verwirrten Blick.
„Wusstest du davon?“
„Wovon?“
„Kingston Empire. Neugestaltung der Executive-Etage. Sie haben speziell nach dir gefragt.“
Alina nahm den Ordner. Das Kingston-Logo saß sauber auf der Titelseite. Ihre Hand schloss sich fester um das Papier.
War das die Gelegenheit, von der Xavier gesprochen hatte?
„Wann?“, fragte sie.
„Heute, um 14 Uhr.“
Alina schloss den Ordner. Es blieb kein Raum mehr zum Zögern. Ihr Vater war ihr wichtiger als irgendein Erbe eines Imperiums.
Um zwei Uhr stand sie in der Lobby des Kingston Empire mit ihrer Mappe unter dem Arm. Das Gebäude war still, poliert und kalt. Sie ging durch die Sicherheitskontrolle, folgte den Anweisungen, die man ihr gegeben hatte, und betrat die unfertige Executive-Etage mit dem Projektteam.
Das Meeting selbst war unkompliziert. Sie inspizierte den Raum, zeigte Probleme im ursprünglichen Layout auf und machte praktische Vorschläge. Der Projektmanager hörte aufmerksam zu und schien alles zu mögen.
Dann sagte er: „Die endgültige Genehmigung muss von Mr. Kingston kommen.“
Alina blickte auf. „Adrian Kingston?“
„Ja. Wir können keine großen Entscheidungen zuerst treffen. Er unterschreibt große Änderungen ab.“
Sie nickte. „Das ergibt Sinn.“
Sie beendeten die Durchsicht der Materialien. Am Ende des Meetings schloss der Projektmanager den Ordner.
„Ich schicke den überarbeiteten Vorschlag nach oben.“
„Ich nehme ihn selbst mit“, sagte Alina.
Er zögerte. „Das musst du nicht.“
„Ich weiß. Aber wenn er Fragen hat, spart es Zeit.“
Er musterte sie eine Sekunde, dann telefonierte er. Die erste Antwort war nein. Sie sollte es bei der Assistentin hinterlassen.
Alina gab nicht nach. „Fünf Minuten. Mehr brauche ich nicht.“
Ein weiterer Anruf folgte. Diesmal änderte sich die Antwort.
„Er wird dich sehen. Nur fünf Minuten.“
Die Fahrt mit dem Aufzug zur Executive-Etage fühlte sich länger an, als sie sein sollte. Alina hielt den Ordner ruhig in den Händen, während ihre Nervosität mit jedem Stockwerk stieg. Sie hatte sich die ganze Nacht eingeredet, dass das notwendig sei. Jetzt, da sie tatsächlich hier war, fühlte sich die Entscheidung viel schwerer an.
Als die Türen aufgingen, blickte die Assistentin auf. „Ms. Hayes?“
„Ja.“
„Mr. Kingston erwartet Sie.“
Sie folgte ihr den Korridor hinunter zu einer dunklen Holztür. Die Assistentin klopfte einmal.
„Herein“, sagte ein Mann von innen.
Alina trat in das Büro.
Adrian Kingston stand in der Nähe der Fenster. Groß. Breitschultrig und in einem dunklen Anzug. Er wirkte genau so mächtig, wie die Artikel andeuteten, und in persona noch einschüchternder. Seine Präsenz füllte den Raum mühelos.
Sein Blick wanderte von ihrem Gesicht zum Ordner und dann wieder zurück.
„Sie sind die Designerin?“
„Ja. Alina Hayes.“
Er setzte sich und lehnte sich leicht zurück. „Mir wurde gesagt, Sie würden den Vorschlag bei meiner Assistentin hinterlassen.“
„Habe ich.“
Eine Augenbraue hob sich. „Aber?“
Alina schluckte und griff sich in den Oberschenkel, um die Finger am Zittern zu hindern.
Sie schloss die Tür hinter sich. „Ich dachte, es wäre einfacher, die Änderungen selbst zu erklären.“
„Fünf Minuten.“
„Mehr brauche ich nicht.“
Er deutete auf den Stuhl ihm gegenüber. „Setzen Sie sich.“
Sie setzte sich und legte den Ordner auf den Schreibtisch, ohne ihn zu öffnen. Er bemerkte es sofort.
„Sie sagten, Sie seien gekommen, um das Design zu besprechen.“
„Habe ich.“
„Warum haben Sie dann die Datei nicht geöffnet?“
Alina hielt seinem Blick stand. Ihr Puls war zu schnell, aber sie sah nicht weg.
„Weil ich Sie noch etwas anderes fragen möchte.“
Sein Ausdruck wurde einen Bruchteil härter. „Fahren Sie fort.“
Sie holte tief Luft. Sie hatte sich diesen Moment öfter vorgestellt, als sie zugeben wollte. Keine dieser Versionen hatte sie auf den Mann vorbereitet, der ihr gegenübersaß.
„Mr. Kingston …“
Seine Augen blieben auf den ihren.
„Heirate mich.“
Kapitel 7 – Erster Eindruck Das Anwesen war noch größer, als Alina es sich jemals vorgestellt hatte. Sauberer Stein, weite Fenster und sorgfältig gepflegte Gärten umgaben ein Haus, das seinen Reichtum nicht beweisen musste. Es entfaltete sich einfach. Sie hielten vor dem Herrenhaus, wo ein schöner Brunnen still auf dem offenen Platz stand. Adrian hielt an und ließ den Wagen verstummen. Die Luft zwischen ihnen fühlte sich eng an, unangenehm eng. „Ich werde den Großteil des Redens übernehmen, und du antwortest nur, wenn es wirklich nötig ist. Verstehst du das?“ „Damit kann ich arbeiten.“ „Gut. Warte hier.“ Er stieg aus, ging um das Auto herum und öffnete ihre Tür. Seine Hand streckte sich nach ihr aus. Alina starrte sie schockiert an. „Was macht er da?“, fragte sie sich. Dann klickte es. Sie waren in der Kingston-Villa. Leute würden zusehen, vielleicht sogar Kameras. Das musste echt aussehen. Sie nahm sich zusammen und ergriff seine Hand. Seine Handfläche legte sich in ihren u
Kapitel 6 – Das FamilienessenEin leises Klopfen an der Tür riss Alina aus dem Schlaf. Als sie die Augen langsam öffnete, begrüßte sie eine ungewohnte Umgebung. Das blasse Morgenlicht, das durch die dicken Vorhänge fiel, erhellte ein Zimmer, das viel zu luxuriös war, um sich wie ihres anzufühlen.Dann kam alles zurück. Die Ehe, seine Villa und der Ring, der perfekt an ihrem Finger saß, als gehöre er dorthin.Sie hätte beinahe geschnaubt. Es war nur ein Einjahresvertrag und nichts weiter. Sie würde das überstehen.Das Klopfen kam erneut und riss sie diesmal aus ihren Gedanken.„Herein“, rief sie und setzte sich im Bett auf.„Guten Morgen, Mrs. Kingston“, begrüßte die Haushälterin sie höflich.Der Titel ließ sie innerlich zusammenzucken.„Guten Morgen.“„Mr. Kingston hat mich gebeten, Ihnen mitzuteilen, dass das Styling-Team um zehn Uhr eintreffen wird, um Sie für das Abendessen in der Familienresidenz vorzubereiten.“„Natürlich, typisch Adrian – immer direkt zur Sache“, dachte sie und
Kapitel Fünf — Mrs. KingstonAm Sonntagmorgen fühlte sich ihr Wochenende nicht mehr normal an, und der Diamantring an ihrem Finger machte es nur noch unangenehmer.Dann begann ihr Telefon zu vibrieren. Einmal, zweimal und dann ohne Pause. Nachrichten füllten den Bildschirm von Kunden, alten Kontakten, Nummern, die sie nicht gespeichert hatte.„Siehst du das?“„Alina, ruf mich an.“„Ist das wahr?“Sie öffnete den ersten Link.„ADRIAN KINGSTON HEIRATET HEIMLICH INNENARCHITEKTIN ALINA HAYES“Ihr Magen zog sich zusammen. Eine weitere Schlagzeile folgte.„WER IST ALINA HAYES?“Dann eine weitere.„CEO DES KINGSTON EMPIRE NIMMT MYSTERIÖSE FRAU ZUR FRAU“Bevor sie die Seite schließen konnte, klingelte ihr Telefon.Claire Bennett, ihre beste Freundin.Alina nahm ab. „Hey.“„Sag mir, das ist fake.“„Claire—“„Ich bin ein paar Wochen weg und du heiratest Adrian Kingston?“Alina lehnte sich zurück. „Es ist echt.“Stille.„Du hast ihn tatsächlich geheiratet“, sagte Claire.„Ja.“„Warum hast du mir
Kapitel Vier — Der VertragDas war vor drei Tagen.Jetzt war Samstagmorgen, und in dieser Realität hatte Adrian Kingston Alina Hayes’ Antrag angenommen.Einen Moment nach dem Aufwachen lag sie still da und starrte an die Decke, ließ die Tatsache sacken. Der Antrag, seine Zustimmung und die Warnung in seiner Stimme, als er ihr gesagt hatte, sie solle ihn das nicht bereuen lassen. Es fühlte sich bereits zu schnell an. Ihre Hand schloss sich fester um ihr Telefon.Sollte sie Xavier informieren? Nein, sie wollte es ihm nicht sagen.Sie schob die Decke beiseite und ging aus dem Schlafzimmer, noch halb in der Stille des Morgens, als ihr Telefon klingelte.Alina nahm ab. „Dad.“„Geht es dir gut?“, fragte Daniel sofort.„Mir geht’s gut, Dad, warum …?“„Sag mir das nicht.“ Seine Stimme war rau von Schlafmangel. „Nach dem, was in jener Nacht passiert ist, sag mir das nicht.“Sie blieb in der Nähe der Küchentheke stehen. „Bist du in Sicherheit?“„Ich bin zu Hause. Die Tür ist abgeschlossen und s
Kapitel Drei — Das ZielAm dritten Tag hatte Alina sich beinahe eingeredet, sie könne ihn ignorieren.Sie kam spät nach Hause, warf ihre Tasche neben die Tür und streifte die Schuhe mit mehr Kraft als nötig ab. Die Wohnung war still. Die letzten zwei Tage hatte sie länger als üblich gearbeitet, jede Kunden-Nachricht beantwortet, jede Stunde gefüllt, damit sie nicht an Xaviers Deadline denken musste. Es hatte nicht funktioniert.Ihr Telefon klingelte, gerade als sie die Küche erreichte.Unbekannte Nummer.Sie starrte darauf und wusste es bereits.„Was ist?“, nahm sie ab.„Hast du dich entschieden?“, fragte Xavier.Sie schluckte, und ihre Finger schlossen sich fester um das Telefon.„Ja, Xavier, ich habe mich entschieden. Ich mache das nicht“, sagte Alina. „Such dir jemand anderen und bleib bitte aus meinem Leben.“Es gab eine kurze Pause am anderen Ende. Als er wieder sprach, klang er fast milde.„Ich hatte Angst, dass du das sagen würdest.“„Ich meine es ernst.“„Das merke ich.“ Ein l
Kapitel Zwei — Der DruckAlina atmete erst richtig, als sie wieder in ihrem Auto saß.Sie saß hinter dem Steuer, der Motor aus, und starrte auf das Lenkrad, als könnte es erklären, was sie gerade getan hatte. Hinter ihr ragte das Kingston-Empire-Gebäude empor, als würden Männer wie Adrian Kingston jede Woche Heiratsanträge von Fremden erhalten.Sie ließ einen kurzen, ungläubigen Atemzug heraus und startete den Wagen.Vor drei Tagen hatte ihr Leben noch Sinn ergeben – mit Kunden, Projektfristen und einer ruhigen Wohnung. Jetzt fuhr sie vom Büro eines der mächtigsten Männer des Landes weg als seine zukünftige Frau.Vorübergehende Frau. Oder besser: Vertragsehefrau.Welchen Namen sie dem Ganzen auch gab – es bedeutete trotzdem, dass zwischen ihnen nichts anderes war als eine Vereinbarung.Die Fahrt nach Hause registrierte sie kaum. Die Stadt zog in einem verschwommenen Strom aus Ampeln und spätnachmittäglichem Lärm vorbei, bis sie in ihre Straße einbog. Als sie vor ihrem Gebäude parkte,







