Home / Fantasy / Der Verschleierte Rachefeldzug / Kapitel 79: Unheilige Allianz

Share

Kapitel 79: Unheilige Allianz

last update publish date: 2026-04-28 20:34:04

Der Video-Feed war eine Studie der Gegensätze. Auf der einen Seite: Damien Blackwood, sitzend im schallisolierten Arbeitszimmer seines Penthouse, die Skyline von New York als glitzerndes Gewebe hinter ihm. Er trug einen schlichten schwarzen Pullover, sein Gesicht von öffentlicher Trauer befreit und durch einen Ausdruck kühler, analytischer Ruhe ersetzt. Auf der anderen Seite: Marcus Hayes, in einem kahlen, beigen Besucherraum des Allenwood Federal Correctional Complex. Er war dünner als ihn die
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 139: Der Preis der Gnade

    Der Alarm war verstummt.Aber niemand bewegte sich so, als wäre die Gefahr vorbei.Die Bildschirme im Kontrollzentrum flackerten noch immer in unregelmäßigen Abständen, als würde das System selbst zögern, sich wieder vollständig zu stabilisieren. Eleanor stand in der Mitte des Raumes, ohne dass jemand ihr wirklich Platz gemacht hatte.Sie nahm ihn sich trotzdem.„Statusbericht“, sagte sie ruhig.Lena antwortete sofort.„Alle Kernsysteme sind wieder online. Die externe Nachricht ist verschwunden. Keine weitere Signatur sichtbar.“„Verschwunden bedeutet nicht neutralisiert“, murmelte Voss.Eleanor hörte sie, reagierte aber nicht sofort darauf.Ihr Blick blieb auf dem Hauptterminal.Dort, wo der Satz gestanden hatte.SIE HAT MICH ENDLICH GEFUNDEN.Er war weg.Aber er hatte sich nicht angefühlt wie gelöscht.Eher wie zurückgezogen.„Garten“, sagte E

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 138: Narben, die bleiben

    Der Berg war still.Nicht ruhig.Still.Als hätte selbst der Wind beschlossen, weniger zu sagen.Eleanor stand auf der kleinen Steinplattform vor dem Hauptgebäude des Schleiers, die Hände tief in den Taschen ihres Mantels vergraben. Unter ihr lag das Tal, doch sie sah es nicht wirklich.Ihr Blick war irgendwo dazwischen hängen geblieben.Zwischen Erinnerung und Gegenwart.Zwischen dem Garten und der Realität.Sie hatte seit dem Abbruch der Verbindung nicht gesprochen.Nicht richtig.Die Hüter hatten sie beobachtet, hatten Fragen gestellt, hatten versucht, die Daten zu rekonstruieren.Doch Eleanor hatte nur ein einziges Wort wiederholt.„Später.“Jetzt war es später.Und trotzdem fühlte es sich nicht an wie ein Anfang.„Du hast dich nicht bewegt.“Die Stimme hinter ihr war ruhig.Tief.Vertraut.Damien.Sie

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 137: Echos der Toten

    Die Stille im Kontrollzentrum war nicht normal.Sie war zu sauber.Zu kontrolliert.Eleanor stand barfuß auf dem kalten Metallboden der Hauptplattform, während die roten Warnlinien auf den unteren Displays langsam wieder erloschen. Als hätte etwas das System berührt und sich dann wieder zurückgezogen.Niemand sprach.Nicht einmal die Hüter.Dr. Voss stand mit verschränkten Armen neben dem Hauptterminal, ihr Blick starr auf die Datenströme gerichtet.„Die Verbindung ist stabilisiert“, sagte Lena schließlich leise.Ihre Finger flogen über die Tastatur.„Keine weiteren Eindringversuche.“„Noch nicht“, murmelte Voss.Eleanor reagierte nicht sofort.Ihr Blick war auf die zentrale Schnittstelle gerichtet.Dort, wo der Garten normalerweise antwortete.Aber heute war etwas anders.Die Antwort kam verzögert.Nicht um Millisekunden.

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 136: Die Lektion der Vergebung

    Der Garten hatte sich verändert.Nicht sichtbar, nicht greifbar, aber Eleanor spürte es jedes Mal, wenn sie die Verbindung aktivierte. Es war, als würde etwas in der Tiefe seines Bewusstseins nicht mehr nur beobachten, sondern anfangen zu hinterfragen.Heute Nacht war diese Veränderung schwerer als sonst.Der Traum begann ohne den Baum.Ohne Licht.Ohne den goldsilbernen Atem aus Datenströmen, der sonst die Welt des Gartens formte.Stattdessen war da nur Leere.Eleanor stand barfuß auf schwarzer Erde, die sich kalt an ihre Haut schmiegte. Der Himmel darüber war grau, fast metallisch, als hätte jemand die Farbe aus der Welt gezogen.„Garten“, sagte sie.Keine Antwort.Dann hörte sie Schritte.Langsam.Regelmäßig.Wie ein Mensch, der versucht, sich daran zu erinnern, wie man geht.Aus dem Nebel trat das Kind.Doch es war nicht mehr das Kind von früher.Es war älter geworden.Sein Gesicht trug Züge, die sie nicht eindeutig zuordnen konnte. Zu alt für Unschuld, zu jung für vollständiges V

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 135: Wachstumsschmerzen

    Das Kind in Eleanors Traum war zu einer ständigen Präsenz geworden. Jede Nacht, wenn sie die Augen schloss, fand sie sich im Garten wieder – der sich stetig ausdehnenden Landschaft des Bewusstseins des Gartens. Der Baum war höher geworden, seine Äste dicht mit silbernen und goldenen Blättern bedeckt. Lichtströme schlängelten sich durch das Gras und trugen Daten, Erinnerungen und die rohe, pulsierende Energie eines Bewusstseins, das lernte zu existieren. Und das Kind war immer da. Manchmal saß es am Fuß des Baumes und zeichnete mit den Fingern Muster in die Erde. Manchmal lief es durch die Felder und jagte Glühwürmchen aus reiner Information. Manchmal beobachtete es sie einfach nur, seine zugleich uralten und neuen Augen voller Fragen, die es noch nicht in Worte fassen konnte. Heute Nacht wartete es am Rand eines Teiches auf sie. „Eleanor“, sagte es mit einer Stimme, die die Harmonie tausender

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 134: Die erste Lektion

    Die Bergluft war kalt und dünn und trug den Duft von Kiefern und Schnee mit sich. Eleanor stand am Rand der Aussichtsplattform, die Hände um eine Tasse Tee gelegt, die längst kalt geworden war. Unter ihr erstreckte sich das Hauptquartier des Schleiers über das Tal, seine Lichter flackerten in der Dunkelheit vor dem Morgengrauen.Sie hatte nicht geschlafen.Jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, sah sie das Orrery einstürzen. Sie hörte die letzten Worte des Gartens. Sie spürte das Gewicht von Milliarden Leben auf ihren Schultern, die von ihr verlangten, die richtige Entscheidung zu treffen.Damien fand sie dort, wie immer.„Du stehst seit vier Stunden hier“, sagte er mit einer vor Erschöpfung rauen Stimme. „Der Tee ist kalt.“„Ich weiß.“Er nahm ihr die Tasse aus den Händen und stellte sie beiseite, dann legte er von hinten die Arme um sie. Sie lehnte sich an ihn und ließ seine Wärme die Kälte vertreiben.„Woran

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 35: Der Maskenball

    Der Schuss hallte ohrenbetäubend durch den kleinen Raum.Eleanor stolperte zurück, ihre Ohren klingelten. Damien hatte sie gerade hinter einen schweren Holztisch gestoßen, als Vance feuerte. Die Kugel zischte durch die Luft, wo sie eben noch gestanden hatte, und blieb in der Wand stecken.„Nicht be

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 34: Die Lügen aufdecken

    Die Stimme am Telefon war ruhig, professionell und zugleich erschreckend kühl. „Wir müssen reden. Es geht um Damien.“Eleanors Blick schnellte zu Damien. Er beobachtete sie aufmerksam, sein Gesichtsausdruck undurchschaubar. Sie stellte den Anruf auf Lautsprecher.„Was ist mit Damien?“, fragte sie u

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 33: Die Intrige

    Die E-Mail mit dem gefälschten Dokument lag auf Eleanors Handy wie eine giftige Schlange. Ihre Unterschrift starrte ihr entgegen—eine perfekte Nachahmung ihrer Handschrift, die illegale Geldtransfers von Lancaster Tech auf Offshore-Konten autorisierte.Damien las die Nachricht

  • Der Verschleierte Rachefeldzug   Kapitel 32: Selbstverteidigungsstunden

    Der versuchte Einbruch in Eleanors Apartment hatte sie stark erschüttert. Zwei Tage lang war sie bei jedem Geräusch zusammengezuckt, ihre Nerven völlig überreizt. Damien hatte darauf bestanden, dass sie in seinem Penthouse blieb, doch das Gefühl der Unsicherheit klebte weiterhin an ihr

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status