ANMELDENIris’ SichtEtwas flatterte in meiner Brust. Für einen Moment wusste ich nicht mehr, wie man atmete, während plötzlich Wärme in mir aufstieg.Sofort sah ich weg. Ein Teil von mir wollte wissen, was er damit meinte. Ein anderer Teil fürchtete die Antwort, weil ich nicht sicher war, ob ich sie schon hören konnte.„Ich habe Ihnen noch nicht gedankt“, sagte ich leise. „Für alles. Dafür, dass Sie mich hierhergebracht haben. Dafür, dass Sie dafür gesorgt haben, dass meine Wunden versorgt werden. Sie schulden mir nichts, und ich … ich bin Ihnen wirklich dankbar.“Rowan nickte. Dann stand er auf, und die Schwere in der Luft veränderte sich. Der kurze Bann zwischen uns war vorbei.Er nahm das Tablett und stellte Teller und Becher zusammen. „Sie brauchen Ruhe“, sagte er sanft. „Ich schicke Jasmine später mit Ihren Medikamenten.“Ich nickte wieder. Meine Kehle war noch immer eng.Es war absurd, ihn zu sehen – einen Alpha –, wie er das Tablett mit meinem leeren Geschirr trug. Doch ihn schien es ni
Iris’ SichtNach Chloes Abgang blieb es still. Ich starrte auf den Rand der Decke über meinen Beinen und fühlte mich furchtbar unbeholfen.Ich rührte mich nicht. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Oder ob ich überhaupt etwas sagen sollte.Rowan stand einen Moment da. Dann presste er sich Daumen und Zeigefinger an die Nasenwurzel und atmete tief aus, bevor er sich mir zuwandte.Sein Blick wurde fast sofort weicher. Trotzdem konnte ich die Schärfe von eben nicht vergessen.Zum ersten Mal hatte ich seine Alpha-Seite gesehen. Unvergesslich. Das Kribbeln, das mir bei diesem Gedanken über den Rücken lief, ignorierte ich.Er ging zu dem Sessel, in dem zuvor Jasmine gesessen hatte, zog ihn ein Stück näher ans Bett und setzte sich.„Geht es Ihnen gut?“, fragte er leise.Langsam nickte ich, ohne zu wissen, was ich sagen sollte. Die Wahrheit war: Es ging mir nicht wirklich gut. Aber über Chloe wollte ich nicht reden. Nicht über sie und nicht über das, was sie gesagt hatte.Er beobachtete mic
Iris’ SichtChloe wandte sich zur Tür, und ihr Gesicht veränderte sich in einem Augenblick. Der Spott verschwand. An seine Stelle trat ein weiches, zuckersüßes Lächeln, das ihre Augen nicht erreichte. Auch ihre Haltung änderte sich. Sie versuchte nicht länger, einschüchternd zu wirken. Jetzt wollte sie klein und zerbrechlich erscheinen.Sie faltete die Hände vor sich wie ein schüchternes Schulmädchen und neigte leicht den Kopf. Ihre Wimpern flatterten, als sie zu ihm aufsah. Dieser Wandel kam so schnell, dass mir die Haut kribbelte.„Alpha“, sagte sie süß. „Wie schön, dass du da bist. Ich habe nur … mit unserem Gast gesprochen.“Ihre Stimme war plötzlich honigsüß. Sie wollte ihr wahres Gesicht verstecken und hoffte wohl, Rowan merkte nichts. Genau wie Zara. Ein Dämon, der sich als Engel ausgab, sobald Eric in der Nähe war.Ich sah ihr zu, ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen. Das hier kam mir nur allzu bekannt vor.Chloe lachte sogar leise, doch es klang zu hoch, zu künstlich. „Ich da
Iris’ SichtKaum trat die neue Frau ein, erstarb mein Lächeln.Meine Finger schlossen sich fester um die Decke.Sie war groß, vielleicht ein paar Jahre älter als ich, mit langem blondem Haar. Ihre grauen Augen waren scharf und erinnerten mich viel zu sehr an Zara. Dieselbe kaum verhohlene Verachtung lag in ihrem Gesicht, als sie direkt zu Jasmine sah und mich völlig überging.Dieselbe Überheblichkeit. Dieselbe Selbstgefälligkeit. Meine Brust zog sich zusammen. Ich hatte geglaubt, Menschen wie sie hinter mir gelassen zu haben.„Wer ist das?“, fragte sie und ignorierte mich demonstrativ, obwohl ich direkt vor ihr auf dem Bett saß.Jasmine blinzelte nicht einmal. Mit einem übertriebenen Stöhnen rollte sie die Augen. „Sie sitzt genau da, Chloe. Versuch es beim nächsten Mal doch direkt mit ihr. Und hast du schon mal etwas von Anklopfen gehört?“Chloe verschränkte die Arme. „Was machst du hier?“Jasmine hob eine Augenbraue. „Ich wohne hier. Das ist das Zimmer meines Bruders. Was machst du hi
Iris’ SichtAus irgendeinem Grund entspannte ich mich bei ihren Worten sofort ein wenig.Sie klang nicht feindselig. Nur vorsichtig. Vielleicht neugierig.Langsam nickte ich, unsicher, ob sie es überhaupt als Frage gemeint hatte.Einen Moment betrachtete sie mich. Ihr Blick blieb zu lange auf mir, und ich fühlte mich unwohl. Dann fragte sie: „Wo ist Rowan?“Verwirrt blinzelte ich. Warum fragte sie mich das? Ausgerechnet ich sollte am wenigsten wissen, wo er war.Außer …Mein Blick glitt durch den Raum. Erst jetzt nahm ich den schwachen Duft nach Kiefernharz wahr, der noch in der Luft hing. Vorher hatten Essen und Schmerz alles überdeckt.Doch als sie Rowans Namen aussprach, fügte sich plötzlich alles zusammen. Das war kein beliebiges Gästezimmer. Das war Rowans Zimmer.Mein Magen zog sich zusammen, und mir wurde plötzlich übel. Ich sah wieder zu ihr und fühlte mich mit einem Mal entsetzlich fehl am Platz. „Ich … ich weiß es nicht“, antwortete ich. Meine Stimme war rau vom langen Schwe
Iris’ SichtIch wachte vom Essensgeruch auf.Einen Moment lang dachte ich, ich träumte noch. Vielleicht war ich noch immer bewusstlos. Mein Körper tat zu weh, um mich zu bewegen, darum ließ ich die Augen geschlossen. Doch der Duft wurde immer stärker und weckte einen beinahe schmerzhaften Hunger. Mein Magen krampfte sich zusammen und knurrte laut. Er erinnerte mich daran, wie lange ich nichts gegessen hatte.Ich zwang die Augen auf.Die Decke über mir war eine andere. Ich lag nicht mehr in dem Zimmer, in dem ich zuerst aufgewacht war.Ein paarmal blinzelte ich und drehte den Kopf.Ein kleiner Tisch stand ein Stück entfernt. Darauf lag ein abgedecktes Tablett. Daneben ein Zettel.Langsam setzte ich mich auf und stöhnte, weil jeder Muskel schmerzte. Ein Stich fuhr mir durch die Rippen, und ich verzog das Gesicht. Als ich meine Verletzungen berührte, merkte ich, dass jemand die Verbände gewechselt hatte, während ich bewusstlos gewesen war.Mein Magen knurrte erneut.Zuerst griff ich nach







