Share

Kapitel 341

Author: Tanja
Es war die Scham einer „anderen Frau“, die von der Ehefrau ertappt worden war – ein Gefühl, das Claudia bis dahin nicht kannte.

Als Kronprinzessin war Claudia es gewohnt, alles zu bekommen, was sie wollte. Um gesellschaftliche Moralvorstellungen hatte sie sich nie geschert. Doch Yuna sah sie so ruhig an und lächelte dabei so kühl, dass Claudia sich zum ersten Mal in ihrem Leben für sich selbst schämte.

Dieses ungewohnte Gefühl war ihr zutiefst unangenehm. Es ärgerte sie und verstärkte ihre Abnei
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 349

    Adrian musste sich zusammenreißen. Er durfte Yuna nicht erschrecken.Gerade als er die Klinke herunterdrückte und die Tür einen Spalt weit öffnete, hörte er aus dem Zimmer die Stimme eines Mannes.Es war Henrik.„Wenn du weißt, dass Adrian mit Claudia zusammen ist, warum verlässt du ihn dann nicht?“, fragte er Yuna.Adrian hielt mitten in der Bewegung inne. Das Blut schien ihm in den Adern zu gefrieren, und seine Finger schlossen sich so fest um die Klinke, dass die Knöchel weiß hervortraten.Mit angehaltenem Atem lauschte er jedem Wort.Yuna erwiderte voller Abscheu: „Das geht dich einen Scheißdreck an. Ruf mich nie wieder an!“Mit dem Handgelenk tippte sie auf das Display, um aufzulegen.Henriks Stimme wurde schlagartig lauter. Er klang erregt und hasserfüllt.„Adrian betrügt dich, und du verlässt ihn trotzdem nicht? Yuna, bist du verrückt geworden? Liebst du ihn so sehr, dass du sogar seine Untreue hinnimmst und trotzdem nicht von ihm loskommst?“Adrians Herz schlug ihm bis zum Hals

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 348

    Adrian legte auf. In seinem Kopf rauschte es.Yuna wusste davon.Sie hatte es längst gewusst.Mit einem Mal fügten sich sämtliche Einzelheiten zusammen: ihr ausweichender Blick, als sie die Brühe gegen den Kater erwähnt hatte, ihre merkwürdige Frage vor seinem Geburtstag, ob er überhaupt Zeit für sie haben würde, und schließlich ihre rätselhafte Bemerkung vom Vorabend, dass er am Königshof besser aufgehoben wäre.All das war nur damit zu erklären, dass sie davon wusste.Die Erkenntnis traf ihn mit solcher Wucht, dass ihm der Atem stockte.Er trat das Gaspedal durch. Der Motor heulte auf, die Tachonadel schoss nach oben, und der Sportwagen raste über die noch leeren Straßen.Adrian musste sofort zurück, musste Yuna sehen und ihr alles erklären.Claudia, die Abmachung und diese eine Woche konnten zur Hölle fahren.Er wollte nur verhindern, dass Yuna ihn weiter missverstand.Doch an diesem Morgen schien sich alles gegen ihn zu verschwören.Kaum bog er auf eine der Hauptstraßen im Stadtzen

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 347

    Yuna begann zu bezweifeln, wie lange sie das noch ertragen konnte.Unter diesen Umständen konnte sie Adrian ihre Dankesschuld niemals angemessen zurückzahlen.Eine Lösung fiel ihr nicht ein.…Spät in der Nacht vibrierte Adrians Handy leise. Sofort öffnete er die Augen.Behutsam nahm er den Anruf an und hielt sich das Handy ans Ohr. Nachdem er eine Weile zugehört hatte, verfinsterte sich seine Miene. Dann legte er auf.Lautlos stand er auf, zog seinen Mantel an und verließ das Zimmer.Die Tür fiel so leise ins Schloss, dass kaum etwas zu hören war.Trotzdem öffnete Yuna in diesem Moment die Augen.Sie starrte im Dunkeln zur Tür. Der leere Platz neben ihr ließ ihr Herz immer tiefer sinken.Adrian war vermutlich zu Claudia gefahren.Das war ja rücksichtsvoll von ihm: Er hatte wenigstens gewartet, bis sie eingeschlafen war.Yuna stieß ein leises, bitteres Lachen aus und schloss wieder die Augen. Es war ihr gleichgültig. So musste es sein; sie selbst hatte diese Beziehung geduldet. Es gab

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 346

    Adrians drängende Bewegungen stockten abrupt.Langsam löste er seine Lippen von ihren.Mit zitternden Wimpern schlug Yuna die Augen auf.Sein Gesicht war ihr ganz nah. Leidenschaft und Verlangen waren aus seinen Augen verschwunden. Geblieben waren deutliches Erstaunen, Enttäuschung und eine kaum verhohlene Niedergeschlagenheit.Mit einem Schlag war die knisternde Spannung im Zimmer verflogen.Zu hören waren nur noch die hastigen Atemzüge der beiden.Nach langem Schweigen seufzte Adrian leise.„Ich war zu ungeduldig.“Er trat zurück, hob ihren Mantel vom Boden auf und legte ihn ihr um die Schultern.Yuna schwankte leicht. Scham und eine schwer erklärliche Verletztheit schnürten ihr die Kehle zu.„Entschuldige.“Sie senkte den Kopf. Ihre Stimme war kaum zu hören. „Ich dachte, ich schaffe es … Jetzt habe ich dir die ganze Stimmung verdorben.“„Yuna.“ Adrian sah sie an. In seiner Stimme lag tiefe Hilflosigkeit. „Müssen wir wirklich so distanziert miteinander umgehen?“„Wie sollst du dich s

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 345

    Die Suite wirkte romantisch und zugleich ausgesprochen sinnlich.Als Yuna eintrat und die Dekoration sah, stieg ihr unwillkürlich die Röte ins Gesicht, und ihr Körper spannte sich an.Einige Sekunden lang blieb sie stehen, bis sie sich überwunden hatte. Dann öffnete sie ihren Mantel und ließ ihn zu Boden gleiten.Darunter trug sie ein schwarzes Negligé mit schmalen Trägern. Der seidige Stoff fiel weich an ihrem Körper herab und zeichnete ihre Konturen nach.Am meisten fiel jedoch die riesige weiße Schleife ins Auge, die vorn auf Brusthöhe saß. Mit ihr wirkte Yuna selbst wie ein Geschenk, das nur noch ausgepackt werden musste.Yuna drehte sich zu Adrian um.Sie bemühte sich, ruhig zu bleiben. Doch ihre Wangen glühten, und ihre Wimpern zitterten verräterisch.„Dein Geburtstagsgeschenk“, sagte sie leise, aber deutlich.Adrian stand reglos da und hielt unwillkürlich den Atem an.Sein Blick glitt von Yuna über das schwarze Negligé zu der riesigen Schleife. Sie hatte sich tatsächlich wie ein

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 344

    Am Morgen fiel Licht durch einen Spalt zwischen den Vorhängen auf Yunas Gesicht.Sie sah Adrian an, der den Kragen ihres Pullovers richtete. Nach kurzem Zögern fragte sie leise: „Bist du sicher, dass du heute … nichts anderes vorhast?“Adrian hielt kurz inne und blickte auf sie hinab. Yuna saß in einem schlichten beigefarbenen Pullover und einer Hose auf der Bettkante. Ihr langes Haar fiel locker über die Schultern. Sie sah ihn ruhig an; ihr Gesicht verriet nichts, doch in ihren Augen lag noch immer ein schwer greifbares Zögern.„Nein“, antwortete er bestimmt. „Der ganze Tag gehört dir.“Sie presste kaum merklich die Lippen aufeinander.Seine Worte hätten ihr guttun sollen. Stattdessen fragte sie sich unwillkürlich, ob Claudia ebenfalls etwas für ihn vorbereitet hatte.Die Kronprinzessin ließ sich einen so wichtigen Anlass wie seinen Geburtstag vermutlich nicht entgehen.„Wenn ich dann den ganzen Tag für dich verplane …“ Yuna hob den Blick und sah ihm in die Augen. In ihr regte sich ei

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 4

    Am nächsten Tag im Vorstandsbüro des Wolfhardt-Konzerns warf Henrik gereizt die Akten auf den Tisch und trommelte mit den Fingernägeln auf die teure Nussbaumplatte. „Ist Yuna immer noch nicht zur Arbeit erschienen?“Der Assistent senkte den Kopf. „Nein, Herr Wolfhardt. Frau Sommer fehlt seit drei Ta

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 3

    Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 2

    Yuna war zurückgekommen, um ihre Sachen zu holen.Kaum hatte sie die Tür aufgestoßen, drang ein schrilles Lachen an ihr Ohr.Henrik, der sonst nie lachte, saß neben Chiara und erzählte ihr trockene Witze, um sie aufzuheitern.„Hatschi…“Chiara nieste lieblich.„Frierst du?“, fragte Henrik sofort bes

  • Du mit ihr, ich mit deinem Cousin   Kapitel 1

    „Henrik, das Kind in ihrem Bauch – ist es deins?“Yuna war kreidebleich. Sie traute ihren eigenen Ohren nicht.Vor sieben Monaten war Henriks älterer Bruder Erwin Wolfhardt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus Mitleid mit Chiara Jensen, der jungen Witwe, die zudem schwanger war, hatte Yuna s

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status