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Die Pistole

Auteur: Yole Writes
last update Date de publication: 2026-06-21 06:29:50

Das kalte Metall des Pistolenlaufs glänzte im schwachen Licht der Straßenlaternen. Liam stand da, sein Blick ließ Maya bis ins Mark erschauern. Sie wollte um Hilfe schreien, doch ihre Stimme versagte. Der Mann, der sich auf dem Ball so nett verhalten hatte, war ein Lügner. Er war nicht hier, um ihr zu helfen, nach Hause in ihr Bett zu kommen. Er war hier, um sie an einen finsteren Ort zu bringen. Maya suchte auf dem leeren Parkplatz nach einem Hoffnungsschimmer. Die schwarzen Autos standen still, und die Welt schien stillzustehen.

„Steig ins Auto, bevor ich dich dazu zwinge“, sagte Liam mit sanfter, grausamer Stimme.

Maya wich zurück, bis ihre Absätze den harten, rauen Asphalt berührten. Hinter seiner breiten Gestalt konnte sie die dunkle Silhouette des Wagens erkennen. Sie fragte sich, wo Julian war und ob er alles mitbekommen hatte. Ein tiefer Schmerz durchfuhr sie, als sie an ihren falschen Pakt dachte. War sie nur eine Spielfigur in einem Spiel, das sie noch nicht verstand? Sie hatte versucht, stark zu sein, aber das war jenseits ihrer Kräfte. Sie war eine Modestudentin mit einem Traum, kein Ziel für eine Pistole.

„Du hast keinen Grund, das zu tun“, sagte Maya mit zitternder Stimme. „Ich bin nur ein Mädchen, das heute seinen Lebensunterhalt mit Kleidung verdient.“

Liam lachte trocken und gefühllos in der dunklen Luft. Er kam näher, und sie spürte die Wärme seines Körpers an ihrem. „Du bist mehr als das, Maya. Du bist die Einzige, die meinen Masterplan zunichtemachen kann.“ Maya blinzelte geschockt, denn sie verstand nicht, was er meinte. Sie hatte diesen Mann vor dem Ball an diesem Abend noch nie getroffen. Warum glaubte er, sie könne sein Lebenswerk verhindern?

„Ich kenne dich nicht einmal“, flüsterte sie, während ihre Augen nach einer Lücke suchten.

Liam machte einen weiteren Schritt, und die Pistole senkte sich auf ihre Hüfte zu. „Du wirst mich bald genug kennenlernen, wenn du in meinem Zimmer eingesperrt bist.“ Die Angst verwandelte sich in einen heißen Funken Wut in ihrem müden Magen. Sie würde ihm diesen Kampf nicht kampflos überlassen. Sie entdeckte einen schweren Ziegelstein am Rand des Bordsteins. Wenn sie ihn erreichen konnte, hatte sie vielleicht eine Chance, schnell zu fliehen. Sie musste flink und klug sein, um diese unheilvolle Nacht hier zu überleben.

„Schau da drüben!“, rief Maya und deutete auf das dunkle Tor hinter ihm.

Liam drehte den Kopf nur einen Augenblick, um die Straße zu sehen. Maya griff im Dunkeln nach dem Ziegelstein. Sie packte den rauen Stein und schlug ihn mit voller Wucht nach seiner Hand. Die Pistole flog ihm aus der Hand und klirrte auf dem nassen, schwarzen Teer. Liam stieß einen lauten Schmerzensschrei aus und griff sich an den Hals. Maya duckte sich und spürte, wie seine Finger ihr kurzes, wildes braunes Haar streiften. Sie rappelte sich auf und rannte zum Haupttor an der Straße.

Sie hörte seine schweren Stiefel dicht hinter sich auf dem Boden aufprallen. Sie rang nach Luft, trieb ihre Beine aber an, um schneller voranzukommen. Sie erreichte das Tor und sah kurz darauf einen hellen Lichtblitz. Ein Motor heulte in der Stille der Nacht auf. Es war ein schwarzer Geländewagen, dessen Scheinwerfer ihre müden braunen Augen blendeten. Sie wusste nicht, ob es Hilfe war oder nur ein neues Grab. Der Wagen kam quietschend zwischen ihr und dem wütenden Liam zum Stehen.

Die Tür flog auf, und ein Mann mit kaltem Blick trat heraus. Es war Julian. Sein Anzug war zerknittert, seine Krawatte fehlte. Er sah aus wie ein brodelnder Sturm der Wut, der die Welt zu zerstören drohte. Er blickte an Maya vorbei und sah Liam neben dem Backstein stehen. Liam brach seine Verfolgung ab und grinste den reichen Boss breit an. „Du bist zu spät, Julian. Das Mädchen weiß zu viel über unseren Deal.“

Julian antwortete nicht, sondern ging mit geballten Fäusten auf ihn zu. „Fass sie noch einmal an, und ich bringe dich um, bevor die Sonne aufgeht.“ Seine Stimme war ein tiefes Knurren, das den Boden unter ihnen erzittern ließ. Maya fühlte sich schwach, als das Adrenalin aus ihrem müden, zitternden Körper wich. Sie lehnte sich gegen die kalten Eisenstangen des schweren Gartentors. Liam griff in seine Jackentasche und zog eine kleine schwarze Klinge heraus. „Du hängst zu sehr an einer Scheinehefrau, Julian. Das ist deine größte Schwäche.“

 Liam stürzte sich mit hoch erhobenem Messer auf Julian. Julian wich zur Seite aus und packte ihn fest am Arm. Die beiden Männer rangen im Lichtkegel des laufenden Autos. Maya beobachtete sie mit aufgerissenen Augen und wusste nicht, was sie tun sollte. Sie war Modestudentin und keine Kämpferin für Straßenkriege. Sie suchte nach der Pistole, die Liam zuvor fallen gelassen hatte. Sie sah sie neben dem Hinterreifen seiner dunklen Limousine liegen.

Sie rannte darauf zu und packte die kalte Waffe mit ihren kleinen Händen. Sie spürte das schwere Gewicht des Stahls und eine Welle der Angst. Sie stand auf und richtete die Pistole auf die beiden Kämpfenden. „Hört sofort auf, sonst schieße ich!“, schrie sie laut. Beide erstarrten und sahen sie im schwachen Schein der Nacht an. Julian hatte Liam im Schwitzkasten und blickte sie stolz an. Liam sah die Pistole an, und sein Gesicht wurde vor Angst kreidebleich.

 „Maya, leg das weg“, befahl Julian ihr mit sanfter Stimme, um sie zu schützen. „Du willst doch nicht für einen Mann wie mich zur Mörderin werden.“

Liam nutzte die Gelegenheit, sich loszureißen und stieß Julian zu Boden. Er rannte zu seinem Auto und sprang schnell durch den offenen Türrahmen. Er raste in die Nacht hinaus und hinterließ den Geruch von verbranntem Gummi. Maya ließ die Pistole fallen und schluchzte in ihre kleinen Hände. Julian ging zu ihr und nahm sie in seine Arme. Er küsste ihr Haar und flüsterte ihr zu, dass sie jetzt bei ihm sicher sei.

Sie sah zu ihm auf und spürte, wie ihr Herz in ihrer müden Brust höher schlug. Er war zwar ihr falscher Ehemann, aber er fühlte sich wie ein wahrer Held an. „Warum bist du gekommen, um mich zu holen?“, fragte sie und sah ihm ins Gesicht. Julian sah ihr in die Augen und schien mit der Wahrheit zu ringen. „Weil du mein bist und ich dich beschützen muss“, flüsterte er. Plötzlich ertönte eine laute Sirene und blaue Lichter erhellten die Dunkelheit. Julian blickte auf sein Handy, sein Gesichtsausdruck erstarrte zu einer steinernen Maske. Vorsichtig nahm er ihre Hand und führte sie zu seinem Auto. „Wir müssen jetzt los“, sagte er und öffnete ihr die Tür. Als sie Platz nahm, sah sie einen Schatten auf dem Rücksitz huschen.

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