LOGINDie Frau im roten Kleid betrat den großen Raum. Ihr stechender Blick musterte Julian und dann Maya. Maya stieß sich von der wütenden, hochgewachsenen Chefin ab. Sie strich mit den Händen über ihre billige Kleidung. Die ältere Frau hatte kalte, blaue Augen.
Sie sah genauso aus wie ihr reicher, mächtiger Sohn, der dort stand. Sie war älter, aber immer noch sehr schön und wirkte wohlhabend. Sie trug eine glänzende Goldtasche und teuren Diamantschmuck. Ihr Gesicht verzog sich zu einem tiefen, angewiderten Grinsen. Sie zeigte mit einem manikürten, dünnen Finger direkt auf die arme Maya.
„Wer ist diese dreckige kleine Straßenratte?“, fragte sie laut. Ihre Stimme hallte scharf und laut in dem stillen Büro wider. Julian holte tief Luft und stellte sich aufrecht neben Maya. Er legte seine große, warme Hand auf ihre nackte Schulter. Er zog sie demonstrativ an sich.
„Das ist meine zukünftige Frau“, verkündete er mit einem lauten Knall. Die ältere Frau keuchte auf und ließ ihre glänzende Goldtasche fallen. Die Tasche knallte mit einem lauten Knall auf den harten Boden. Maya spürte, wie ihr Herz in ihrer engen Brust raste. Sie zwang sich zu einem aufgesetzten Lächeln auf ihr blasses Gesicht.
„Sie ist doch nur ein armes Mädchen!“, schrie die Mutter zurück. „Du sollst eine reiche, standesgemäße Frau heiraten. Ich werde diesen Abschaum nicht in meiner feinen Familie dulden!“ Maya spürte, wie ein stechender Zorn in ihr aufstieg. Sie weigerte sich, sich von diesem reichen Snob ihre Kunst beleidigen zu lassen.
„Ich bin Modedesignerin!“, sagte Maya mit lautem Stolz. „Ich bin doch kein Dreckszeug für deine Stiefel!“ Die Mutter lachte ein grausames, hohes Lachen voller Schadenfreude. „Du siehst aus wie ein schmutziges Dienstmädchen“, sagte sie zu der stolzen Maya. Julian packte ihren nackten linken Arm fester.
„Sprich nicht so mit meiner Braut, wütende Mutter!“, sagte Julian mit dunkler, gefährlicher Warnung in der Stimme. „Sie wird morgen Abend mit mir zum großen Ball gehen. Du wirst sehen, sie ist die perfekte Partie für mich.“ Seine Mutter hob ihre goldene Tasche vom glatten Boden auf.
„Das werden wir ja sehen“, warnte die Mutter. „Ich werde sie vor all unseren Standesgenossen auf die Probe stellen.“ „Wenn sie versagt, löst du diese lächerliche Scheinverlobung auf.“ Die ältere Frau drehte sich um und marschierte zur Tür hinaus. Das laute Klacken ihrer Absätze verhallte im Flur.
Julian atmete schwer aus und wich schnell zurück. „Siehst du, warum ich eine Scheinehefrau brauche?“, fragte er. Maya rieb sich den Arm, wo seine kräftige Hand geruht hatte. „Deine Mutter ist eine richtig fiese Schlange“, sagte sie. Er schenkte ihr ein kleines, finsteres Grinsen kalter Wahrheit.
Geh nach Hause und pack deine billigen Taschen, Maya. Mein Fahrer wartet morgen früh vor deinem kleinen Gebäude. Maya drehte sich um und verließ sein großes, karges, kaltes Büro. Sie fuhr mit dem Aufzug hinunter auf die belebte, laute Straße. Die kühle Luft tat ihrem heißen, roten Gesicht gut.
Sie nahm einen lauten Bus zurück zu ihrer kleinen Wohnung. Ihr winziges Zimmer war voller herumliegender Fäden und Stoffreste. Sie griff nach einem alten blauen Koffer unter ihrem Bett. Sie packte ihre wenigen schlichten Kleidungsstücke und ihre bunten Skizzenblöcke ein. Sie brauchte ihre frischen Entwürfe, um nicht den Verstand zu verlieren und stark zu bleiben.
Sie lag die ganze Nacht wach auf ihrer harten, dünnen Matratze. Sie dachte an den arroganten Chef und seine kalten Augen. Sie hatte ihre Freiheit für eine Chance auf Erfolg verkauft. Die Morgensonne kroch durch ihr zerbrochenes, schmutziges Fenster. Sie hörte ein lautes Autohupen auf der Straße.
Maya trug ihre schwere blaue Tasche die steile Treppe hinunter. Ein eleganter schwarzer Wagen stand neben dem kaputten Bordstein. Ein Fahrer in einem grauen Anzug nahm ihre alte Tasche entgegen. Er öffnete ihr die Hintertür, damit sie einsteigen konnte. Die Ledersitze waren weich und rochen nach Reichtum.
Die Fahrt zu der riesigen Villa dauerte eine ganze Stunde. Sie kamen an einem gewaltigen Haus mit hohen Eisentoren an. Maya stieg aus und starrte auf das imposante Gebäude. Es sah aus wie ein königliches Schloss aus einem alten Buch. Ein strenges Dienstmädchen empfing sie an der gewaltigen Eingangstür.
Das Dienstmädchen führte sie eine breite, geschwungene Marmortreppe hinauf. Sie betraten ein riesiges Schlafzimmer voller kostbarer Dinge. In der Mitte stand ein großes, weiches Bett. Julian stand in einem dunklen Anzug am breiten Fenster. Er deutete auf eine große weiße Schachtel auf dem Bett.
„Das ist dein teures Ballkleid“, sagte er. „Ich erwarte, dass du es trägst und sehr gut aussiehst.“ Maya ging zum Bett und öffnete die weiße Schachtel. Sie zog ein schweres, mit rosa Spitze besetztes Kleid heraus. Es war ein scheußliches Kleid, wie für eine langweilige Puppe gemacht.
„Ich werde dieses hässliche rosa Ding niemals tragen!“, rief sie. „Es hat keine Seele und sieht lächerlich aus!“ Julian verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust. Du trägst es heute Abend, oder die Sache ist erledigt. Er drehte sich um und verließ das Zimmer.
Wütend starrte Maya die geschlossene, schwere Holztür an. Ihr Blick fiel auf das teure, hässliche, rosa Spitzenkleid. Kein reicher, arroganter Mann sollte ihr ihren Stil und ihre Kunst vorschreiben. Da entdeckte sie ihr Nähzeug, das aus ihrer Tasche ragte. Ein kühner Plan formte sich in ihrem wachen Kopf.
Sie griff nach ihrer scharfen Stahlschere. Sie breitete das rosa Kleid flach auf dem weichen Bett aus. Sie würde diesen hässlichen Witz in ein modisches Meisterwerk verwandeln. Sie hob die Schere und machte den ersten langen Schnitt. Der schwere Stoff riss mit einem lauten Geräusch ab.
Schnell riss sie die dicke rosa Spitze ab. Sie schnitt einen hohen Schlitz an der Längsseite entlang. Die bauschigen, hässlichen, runden Spitzenärmel riss sie ab. Mit Stecknadeln zog sie die breite Taille enger. Sie lächelte zufrieden über ihr kühnes Werk.
Julian stieß die schwere Tür auf und blieb beim Anblick der Schere wie angewurzelt stehen.
Das kalte Metall des Pistolenlaufs glänzte im schwachen Licht der Straßenlaternen. Liam stand da, sein Blick ließ Maya bis ins Mark erschauern. Sie wollte um Hilfe schreien, doch ihre Stimme versagte. Der Mann, der sich auf dem Ball so nett verhalten hatte, war ein Lügner. Er war nicht hier, um ihr zu helfen, nach Hause in ihr Bett zu kommen. Er war hier, um sie an einen finsteren Ort zu bringen. Maya suchte auf dem leeren Parkplatz nach einem Hoffnungsschimmer. Die schwarzen Autos standen still, und die Welt schien stillzustehen.„Steig ins Auto, bevor ich dich dazu zwinge“, sagte Liam mit sanfter, grausamer Stimme.Maya wich zurück, bis ihre Absätze den harten, rauen Asphalt berührten. Hinter seiner breiten Gestalt konnte sie die dunkle Silhouette des Wagens erkennen. Sie fragte sich, wo Julian war und ob er alles mitbekommen hatte. Ein tiefer Schmerz durchfuhr sie, als sie an ihren falschen Pakt dachte. War sie nur eine Spielfigur in einem Spiel, das sie noch nicht verstand? Sie ha
Maya spürte, wie die kalte Luft ihre brennenden Lungen verließ. Sie starrte die große, blonde Frau im Raum an. Chloe war ihre beste Freundin seit Kindertagen. Sie hatten all ihre großen Träume und tiefsten Geheimnisse miteinander geteilt. Nun trug Chloe ein weißes Kleid für eine prunkvolle Hochzeit. Julian stand wie erstarrt neben Maya, sein Gesicht kreidebleich. Seine Mutter lächelte der Menge ein diabolisches Lächeln zu. Liam beobachtete das wilde Drama mit einem finsteren Grinsen. Maya wurde in dem lauten Raum übel. Die laute Musik verstummte, und absolute Stille erfüllte den großen Saal.Chloe schritt mit langsamer Anmut auf den runden Glastisch zu. Sie blickte an Maya vorbei, als wäre sie Luft. Sie blieb vor Julian stehen und lächelte sanft. „Hallo Julian“, sagte sie mit sanfter, hoher Stimme. „Deine Mutter hat mir erzählt, dass du bereit bist, dich niederzulassen. Ich bin von meiner langen Reise zurückgekommen, um dich zu heiraten.“ Maya spürte einen stechenden Schmerz in ihrer
Julian erstarrte in der weit geöffneten Tür. Seine kalten blauen Augen fixierten den rosafarbenen Stoff, der auf dem dicken Teppich verstreut lag. Er blickte auf die scharfe silberne Schere in Mayas Hand. Sein Gesicht lief dunkelrot an. Schnell trat er in den großen, hellen Raum.„Was hast du mit dem teuren Kleid gemacht?“, brüllte er laut.Maya zuckte nicht einmal vor seiner rauen, dunklen Stimme zurück. Sie legte die silberne Schere auf die glatte Matratze. Stolz hob sie das geänderte Kleid auf.„Ich habe deinen hässlichen rosa Fehler korrigiert“, sagte sie ihm trocken. „Ich bin Designerin und kenne mich mit gutem, gewagtem Stil aus.“Julian rieb sich mit einer großen Hand den Kiefer. Er sah aus wie ein wildes Tier, bereit zum Angriff.„Du hast ein Kleid zerstört, das mehr wert ist als dein Leben. Wir brechen in einer Stunde zum großen Ball auf. Du hast nichts, was du auf dieser schicken Party anziehen sollst.“ Maya schenkte ihm ein scharfes, feuriges Lächeln.„Warte hier und schli
Die Frau im roten Kleid betrat den großen Raum. Ihr stechender Blick musterte Julian und dann Maya. Maya stieß sich von der wütenden, hochgewachsenen Chefin ab. Sie strich mit den Händen über ihre billige Kleidung. Die ältere Frau hatte kalte, blaue Augen.Sie sah genauso aus wie ihr reicher, mächtiger Sohn, der dort stand. Sie war älter, aber immer noch sehr schön und wirkte wohlhabend. Sie trug eine glänzende Goldtasche und teuren Diamantschmuck. Ihr Gesicht verzog sich zu einem tiefen, angewiderten Grinsen. Sie zeigte mit einem manikürten, dünnen Finger direkt auf die arme Maya.„Wer ist diese dreckige kleine Straßenratte?“, fragte sie laut. Ihre Stimme hallte scharf und laut in dem stillen Büro wider. Julian holte tief Luft und stellte sich aufrecht neben Maya. Er legte seine große, warme Hand auf ihre nackte Schulter. Er zog sie demonstrativ an sich.„Das ist meine zukünftige Frau“, verkündete er mit einem lauten Knall. Die ältere Frau keuchte auf und ließ ihre glänzende Goldtasc
Der laute Feueralarm ertönte unaufhörlich im weißen Flur. Julian zuckte heute nicht einmal bei dem ohrenbetäubenden Lärm zusammen. Er starrte Maya nur mit seinen kalten blauen Augen an. Mayas Herz hämmerte ihr bis zum Hals. Sie wollte vor diesem mächtigen, reichen Mann fliehen.Doch sein massiger Körper versperrte ihr den einzigen Fluchtweg. Sicherheitsleute in dunklen Anzügen stürmten aus dem Aufzug. Sie blieben stehen, als sie den mächtigen Boss dort stehen sahen. Ein großer Wachmann ging schnell auf den wütenden Boss zu. Der Wachmann blickte auf den verschütteten Kaffee und schnappte laut nach Luft.Julian hob die Hand, um den besorgten, großen Wachmann zu beruhigen. Er versicherte ihm, dass alles in Ordnung sei. Nach einigen kurzen, angespannten Minuten verstummte der Alarm. Die plötzliche Stille verstärkte die angespannte Atmosphäre noch. Maya verschränkte die Arme vor der Brust und richtete sich auf.Sie weigerte sich, diesem reichen Tyrannen ihre Unsicherheit spüren zu lassen.
Maya stand mitten im lauten Designraum. Heute war ihr zwanzigster Geburtstag, doch sie empfand keine Freude. Sie hatte große Träume, ihr eigenes Modelabel zu gründen. Doch im Moment war sie nur eine überarbeitete, mittellose Studentin. Ihr wütender Chef drückte ihr eine schwarze Samtjacke auf einem Holzbügel in die Hand.„Bring das sofort in die Penthouse-Suite“, befahl er. „Sie gehört Julian Vance, also mach bloß keinen Fehler.“ Julian Vance war der reichste Chef der ganzen Stadt. Ihm gehörte das riesige Gebäude, und jeder fürchtete sein kaltes Temperament. Maya schnappte sich die dunkle Jacke und ihren heißen Kaffee. Sie verließ das geschäftige Studio und ging zum gläsernen Aufzug. Eine Minute später öffneten sich die Metalltüren im obersten Stockwerk. Maya trat in einen langen Flur aus weißem Marmor. Sie hielt die Jacke hoch, damit sie nicht auf den sauberen Boden fiel. Sie bog um die scharfe Ecke und prallte gegen eine massive Wand. Doch es war gar keine Wand, sondern ein großer M







