تسجيل الدخولLucian
"Alpha! Alpha Lucian!"
Die Metalltüren meines privaten Arbeitszimmers flogen mit einem lauten Knall auf und übertönten das Geräusch des Regens draußen.
Ich neigte langsam mein Kristallglas und sah zu, wie der bernsteinfarbene Whiskey um das Eis wirbelte, bevor ich einen ruhigen, entspannten Schluck nahm. Ich saß zurückgelehnt in meinem Ledersessel, ein Bein lässig über das andere geschlagen, völlig unbeeindruckt von dem plötzlichen Eindringen.
Mein Assistent Kael rannte in die Mitte des Raumes, schwer atmend, als wäre er gerade zehn Stockwerke hochgesprintet. Er umklammerte fest ein iPad in seiner rechten Hand, als würde sein Leben davon abhängen.
"Kael", sagte ich und ließ ein schwaches, gefährliches Lächeln meine Mundwinkel umspielen. Meine Stimme war ruhig, entspannt und viel umgänglicher. "Ist die Ostgrenze gefallen, während ich mir mein Getränk eingegossen habe, oder hat es endlich jemand geschafft, in meinen privaten Keller einzubrechen?"
"Weder noch, Alpha", keuchte Kael und wischte sich einen Schweißtropfen von der Stirn. Er tippte schnell auf den Glasbildschirm des iPads und schob es mir praktisch ins Gesicht. "Dein Zwillingsbruder... Adrian. Er hat gestern geheiratet."
Ich hielt inne und verharrte mit dem Glas auf halbem Weg zum Mund.
Ein leises, ehrliches Lachen entkam meiner Brust; es war ein kurzer, geheimnisvoller Laut, der Kael veranlasste, einen halben Schritt zurückzutreten. Ich stellte das Glas mit einem leisen Klacken auf den Tisch, entkreuzte meine Beine und beugte mich vor.
Im Gegensatz zu Adrian, der sein ganzes Leben in steifen, erstickenden dreiteiligen Anzügen verbrachte, um wie ein Gott ohne Seele auszusehen, trug ich ein schwarzes, legeres Hemd mit ein paar geöffneten oberen Knöpfen und hochgekrempelten Ärmeln. Aber unter der legeren Kleidung und dem Lächeln war meine Statur rein für den Krieg gebaut. Jahrelanges Leben als der Rogue-König, das Überleben in den rücksichtslosen Winkeln der Wildnis, hatte meinen Körper zu etwas Breiterem, Tödlicherem geformt, bedeckt mit dezenten Narben, die Adrians glatte Haut nie kennengelernt hatte. Ich war gebaut wie eine Bestie, die wusste, wie man lächelte, bevor sie einem die Kehle herausriss.
Ich streckte die Hand aus und nahm Kael das iPad aus den zitternden Händen.
"Adrian? Geheiratet?", murmelte ich und zog eine einzelne Augenbraue hoch. "Der Mann, der Emotionen wie eine tödliche Krankheit behandelt? Der pflichtbewusste kleine Sohn, der sein ganzes Leben damit verbracht hat, der erbärmlichen Regel unseres Vaters zu gehorchen, niemals eine Frau anzufassen?"
"Es ist wahr, Alpha", sagte Kael und zeigte auf den Bildschirm. "Eine private Zeremonie in der Kapelle des Anwesens Silvercrest gestern Nachmittag. Die Presse durfte kaum in die Nähe der Tore, aber wir haben es geschafft, das interne Rudelregister abzufangen und ein paar durchgesickerte, hochauflösende Fotos der Flurkameras zu bekommen."
Ich scrollte durch die Bilder und vergrößerte die Aufnahmen der Frau meines Bruders.
Das erste Bild zeigte Adrian, wie er wie eine Statue aus Stein dastand, seine sturmgrauen Augen ausdruckslos und völlig leer. Neben ihm stand eine junge Frau in einer steifen Seidenrobe.
In dem Moment, als meine Augen ihr Gesicht trafen, schlug mein Herz mit einem heftigen, unerwarteten Schlag gegen meine Rippen. Das Blut in meinen Adern brannte plötzlich heiß. Tief in meiner Brust brüllte mein Wolf unruhig. Er schlug gegen die Wände meines Verstandes wie ein eingesperrtes Tier, das versucht auszubrechen.
Was zur Hölle ist das?
Ich starrte das Bild aufmerksam an und vergrößerte es erneut, bis ihr Gesicht den gesamten Bildschirm ausfüllte. Sie war atemberaubend schön. Sie hatte eine wunderschöne Figur, hohe Wangenknochen und schwarzes Haar, das über ihre schmalen Schultern fiel. Aber es war nicht nur ihr Aussehen, das mir den Atem im Hals stocken ließ. Es waren ihre Augen.
Ihre Augen waren weit und leer, aber erfüllt von einem tiefen, stillen Entsetzen. Sie sah aus wie ein eingesperrter Vogel, der gerade erkannt hatte, dass die Tür für immer verschlossen war. Sie sah völlig zerbrochen aus, doch tief unter dem Schrecken gab es ein schwaches, brennendes Flackern eines verborgenen Feuers; es fühlte sich an wie ein Feuer, das sich weigerte zu erlöschen.
"Ihr Name ist Bella Sterling", erklärte Kael und brach das Schweigen. "Sie ist die Tochter von Robert Sterling. Anscheinend hat Robert bei unterirdischen menschlichen Kredithaien eine gewaltige Spielschuld von fünfzig Millionen Dollar angehäuft. Adrian hat vor drei Tagen die gesamten Schulden gekauft und sie in einen bindenden rechtlichen Ehevertrag gezwungen."
Ich starrte ihr Gesicht eine lange Zeit an, unfähig, meinen Blick vom Bildschirm loszureißen. Ein seltsames, magnetisches Ziehen zerrte in meinem Hinterkopf, intensiv und beharrlich. Es fühlte sich an wie ein unsichtbarer Faden, der direkt in meiner Seele verankert war und meine Gedanken zu einer Frau zog, die ich noch nie getroffen hatte.
"Bella Sterling...", flüsterte ich ihren Namen vor mich hin und testete seinen Klang auf meiner Zunge.
"Brauchst du mehr Informationen über sie, Alpha?", fragte Kael und trat vor, um das Tablet zurückzunehmen. "Wir können eine vollständige Überprüfung ihrer Vergangenheit durchführen, alles, was du willst, bis morgen Früh."
"Nein", sagte ich sanft und winkte mit der Hand ab.
Kael blinzelte überrascht. "Gut. Eine Sache noch, dein Bruder wird morgen nach London reisen."
Das ist keine Neuigkeit, Adrian reist viel. "Kael, was soll ich mit dieser Information anfangen? Adrian ist ein Geschäftsmann. Reisen ist keine Neuigkeit", stellte ich fest.
"Ich weiß, Alpha. Aber er reist nicht mit seiner neuen Frau", antwortete Kael, als wollte er mich auf seinen Punkt aufmerksam machen. Obwohl ich ihn verstand, stellte ich mich dumm.
"Geh einfach", befahl ich, wobei meine Stimme eine Oktave tiefer sank, obwohl ich immer noch lächelte. "Lass das Tablet hier. Ruhe dich etwas aus, Kael. Ich brauche nicht, dass du im Eigentum meines Bruders herumwühlst."
"Ja, Alpha", verneigte sich Kael schnell, wich aus dem Arbeitszimmer zurück und schloss die Türen hinter sich.
In dem Moment, als die Türen ins Schloss klickten, wurde es in dem ruhigen Raum wieder totenstill, abgesehen vom rhythmischen Prasseln des Regens gegen die Glasscheiben. Ich nahm mein Whiskeyglas, nahm einen langsamen Schluck, während ich mich im Stuhl zurücklehnte und auf den Bildschirm starrte.
Warum sollte Adrian das tun?
Unser Vater hatte unsere gesamte Kindheit damit verbracht, uns seine bittere Lektion einzutrichtern, dass Liebe eine tödliche Falle war, dass Frauen eine Schwäche waren und dass ein Alpha niemals jemanden an sich heranlassen durfte. Obwohl ich das Rudel verlassen hatte, weiß ich immer noch alles, was in meinem Zuhause und im Geschäft der Vales geschah. Adrian hatte diese Regeln als seine persönliche Bibel angenommen und war zu einer kalten, gefühllosen Unternehmensmaschine geworden, nur um zu beweisen, dass er der perfekte Erbe war. Er hasste die Vorstellung von einer Gefährtin und einer Frau.
Warum sollte er also die strengen Anweisungen unseres Vaters missachten? Warum sollte er seinen Namen und seine absolute Macht wegen einer finanziellen Schuld, mit der er nicht einmal etwas zu tun hatte, an eine schwache, pleitegegangene Streunerin binden? Es ergab keinen Sinn. Es sei denn... mein kalter, roboterhafter Bruder verheimlichte etwas.
Ich blickte wieder hinab auf Bellas Gesicht auf dem Foto. Das magnetische Ziehen in meiner Brust verengte sich und ließ meinen Wolf unruhig unter meiner Haut auf und ab gehen. Es war nicht mehr nur Neugier. Es war ein intensiver, unleugbarer Drang, ein feuriges Verlangen, das mein Blut vor reiner Faszination kochen ließ.
"Wer bist du, Bella?", fragte ich den stillen Raum, während sich meine Augen verengten, als ich in ihre dunklen, tränenüberströmten Augen starrte. "Was für einen Zauber hast du über meinen steinherzigen Bruder gelegt?"
Ich stellte das Glas ab, stand aus dem Sessel auf und dehnte meine breiten Schultern, während ich die rohe, ungezügelte Macht spürte, die in meinen Gliedmaßen summte.
Es war acht lange Jahre her, seit ich dem Rudel von Silvercrest den Rücken gekehrt hatte. Acht Jahre des Aufbaus meines eigenen Territoriums, des Meisterns meines Wolfs und des Aufstiegs als der Rogue-König, den die höheren Rudel im Clan fürchteten. Ich hatte alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Ich war stärker, freier und weitaus tödlicher als zu der Zeit, als ich ging. Und nun ist mein Bruder im Begriff, seine neue, geheimnisvolle Braut ganz allein auf seinem Anwesen sitzen zu lassen, während er geschäftlich wegfliegt. Ein leises, amüsiertes Glucksen hallte durch meine Kehle, als eine gefährliche Idee in meinem Verstand Wurzeln schlug.
"Acht Jahre Abwesenheit sind lang genug", flüsterte ich dem leeren Raum zu, während sich ein geheimnisvolles, böses Grinsen über mein Gesicht breitete. "Ich denke, es ist Zeit, dass ich dem Rudel meines lieben Bruders einen Überraschungsbesuch abstatte." "Ich muss diesen kleinen Vogel mit meinen eigenen Augen sehen."
LucianIhre Brust hob und senkte sich in einem langsamen, friedlichen Rhythmus.Ich stand an der Seite des Bettes und sah ihr beim friedlichen Schlafen zu. So sah sie kleiner aus, eingewickelt in die weißen Laken, während ihr schwarzes Haar fast ihr Gesicht bedeckte. Meine Güte! Sie ist so wunderschön. Ich könnte sie mir ewig ansehen.Ich habe die letzten sieben Jahre in Manhattan damit verbracht, Cross Enterprises von Grund auf aufzubauen, die Außenseiter zu versammeln, das Rogue Imperium zu leiten und meine Hände sauber von nutzlosen Ablenkungen zu halten. Frauen kamen und gingen, aber keine von ihnen hat jemals eine Rolle gespielt. Lange Zeit dachte ich, die Mondgöttin hätte mich entweder verflucht oder bestraft, vollkommen allein über diese Erde zu gehen. Ich dachte, ich würde niemals ein wahres Band finden.Dann sah ich ihr Bild. In der Sekunde, als Kael mir dieses iPad überreichte, sprang mein Wolf mit einem so lauten Brüllen auf, dass es mir fast den Atem aus den Lungen schlug.
BellaIch wachte mit einem langen Gähnen auf und streckte meine Arme über meinem Kopf aus, bevor ein intensiver Schmerz mich erstarren ließ.Mein ganzer Körper tat weh. Meine Muskeln fühlten sich schwer an, und als ich versuchte, meine Beine zu bewegen, um mich aufzusetzen, flammte ein heißer, brennender Schmerz zwischen meinen Oberschenkeln auf. Ich sah mich in meinem Zimmer um, aber es gab keine Spur von ihm. "Adrian?", rief ich leise.Es gab keine Antwort.Ich setzte mich langsam auf und zog die Laken hoch bis zu meiner Brust. Als ich mich bewegte, kehrten die Erinnerungen an die letzte Nacht wie ein Schlag ins Gesicht zurück. Die Art, wie er mich niederhielt, der kalte Blick in seinen Augen und die harte Art, wie er mich behandelte. Eine Träne glitt mir über die Wange, und ich wischte sie schnell mit meinem Handrücken weg.Ich wünschte, die Dinge wären anders. Ich wünschte, er würde mich mit sanften Augen ansehen und mich mit Fürsorge behandeln, mich vielleicht sogar so lieben, wi
Lucian"Alpha! Alpha Lucian!"Die Metalltüren meines privaten Arbeitszimmers flogen mit einem lauten Knall auf und übertönten das Geräusch des Regens draußen.Ich neigte langsam mein Kristallglas und sah zu, wie der bernsteinfarbene Whiskey um das Eis wirbelte, bevor ich einen ruhigen, entspannten Schluck nahm. Ich saß zurückgelehnt in meinem Ledersessel, ein Bein lässig über das andere geschlagen, völlig unbeeindruckt von dem plötzlichen Eindringen.Mein Assistent Kael rannte in die Mitte des Raumes, schwer atmend, als wäre er gerade zehn Stockwerke hochgesprintet. Er umklammerte fest ein iPad in seiner rechten Hand, als würde sein Leben davon abhängen."Kael", sagte ich und ließ ein schwaches, gefährliches Lächeln meine Mundwinkel umspielen. Meine Stimme war ruhig, entspannt und viel umgänglicher. "Ist die Ostgrenze gefallen, während ich mir mein Getränk eingegossen habe, oder hat es endlich jemand geschafft, in meinen privaten Keller einzubrechen?""Weder noch, Alpha", keuchte Kael
AdrianDie weiße Seide ihres Kleides sammelte sich zu ihren Füßen wie ein abgelegtes Leichentuch.Ich hielt meinen Kiefer angespannt, meinen Puls unter rücksichtsloser Kontrolle, während Bella zitternd in ihrer schwarzen Spitzenunterwäsche vor mir stand, die Arme eng um ihre Mitte geschlungen. Ihre Brust hob und senkte sich mit flachen, unregelmäßigen Atemzügen, als ich eintrat und die verbleibende Distanz zwischen uns überwand, bis sie keinen Ort mehr hatte, um zu fliehen."Adrian"... "Bitte", brachte sie hervor, ihre dunklen Augen weit und glänzend von ungeweinten Tränen. "Du musst das nicht tun." Du versuchst, deinem Vater etwas zu beweisen, aber ich bin ein Mensch. "Kannst du denn gar nichts fühlen?"Fühlen?Ein plötzlicher, kurzer Erinnerungsfetzen durchdrang meinen Verstand schmerzhaft wie Säure.Ich erinnerte mich daran, als ich zehn Jahre alt war und im Wohnzimmer unserer alten Villa stand. Ich erinnerte mich daran, wie mein Vater schrie, flehte und teure Kristallgläser gegen
BellaSein kalter Atem an meinem Ohr ließ jedes kleine Härchen auf meinen Armen zu Berge stehen. Ich versuchte mich zurückzuziehen, aber sein Griff um mein Handgelenk war wie ein Schraubstock aus Stahl."Bitte lass mich los", flüsterte ich und zwang meine Stimme dazu, nicht zu zittern.Adrian antwortete nicht. Er schubste mich einfach zurück in Richtung des Schreibtischs und warf den silbernen Stift mit einem lauten Klacken auf die Tischplatte."Unterschreibe", befahl er, während seine sturmgrauen Augen ausdruckslos und völlig frei von Emotionen waren."Bella, bitte!", flehte mein Vater und krabbelte über den Boden auf mich zu. "Schau dir den Vertrag an!" Er begleicht die gesamten fünfzig Millionen! "Du musst das tun!"Patricia ergriff meinen anderen Arm, während sich ihre manikürten Nägel schmerzhaft in meinen Ärmel gruben. "Wage es nicht, das für uns zu ruinieren, Bella!" Unterschreibe das Papier sofort! Es ist deine Pflicht als Sterling, den Hals deines Vaters zu retten!""Ja, hör
BellaIch stand in der Mitte von Papas Büro und starrte auf den leeren Platz, wo einst unser Familienerbe gestanden hatte. Bundesbeamte in schweren Stiefeln marschierten an mir vorbei und trugen die letzten Kartons mit verschlüsselten Festplatten hinaus.Hinter dem braunen Schreibtisch saß mein Vater zusammengesunken in einem Samtsessel. Eine halbleere Flasche billiger Scotch war zwischen seinen zitternden Knien eingeklemmt."Papa", flüsterte ich und stieg über einen verstreuten Haufen unbezahlter Rechnungen. "Was ist los? Wo ist all das Geld?"Robert Sterling sah nicht auf. Er konnte mir nicht einmal in die Augen sehen."Es ist weg, Bella", stieß er hervor, seine Stimme klang rau. "Alles." "Die Firma, das Haus, dein Trust Fund... sogar deine Studiengebühren."Mein Herz fiel mir in den Magen. "Meine Studiengebühren?" Papa, ich mache in drei Monaten meinen Abschluss in Blackwood! "Du hast mir gesagt, der Firma geht es großartig!""Ich habe gelogen!" Er schlug mit der Faust auf den Schr







