LOGINZwei Monate vor ihrer Hochzeit glaubte Lillian Evans, ihre größte Sorge sei der Beginn ihres Traumjobs bei Laurent Investments. Alles änderte sich in der Nacht, als sie ihren Verlobten mit der Frau im Bett erwischte, die er seine beste Freundin nannte. Gebrochen ertränkte sie ihren Kummer in Alkohol an einer Hotelbar — und ein betrunkener Fehler veränderte ihr Leben für immer. In ihrem betrunkenen Zustand küsste sie einen fremden Mann. Bis zum Morgen waren Fotos des Moments in den sozialen Medien viral gegangen. An ihrem ersten Arbeitstag betrat Lillian die Zentrale von Laurent Investments — nur um festzustellen, dass der Fremde, den sie geküsst hatte, kein Geringerer war als der kalte und mächtige CEO des Unternehmens, Lorenzo Laurent, oft als „LSquare” bezeichnet. Das Flüstern im Büro begann. „Habt ihr die Hure des Chefs gesehen?” Über Nacht wurde Lillian zur Frau, die jeder verurteilte und niemand verstand. Ihre Qualifikationen wurden vergessen, ihre Berufserfahrung in den Schmutz gezogen und jede ihrer Leistungen als Ergebnis eines Skandals abgetan, den sie nie beabsichtigt hatte zu verursachen. Während das Unternehmen vom Klatsch lebt, zieht jemand anderes im Hintergrund die Fäden. Die Bilder wurden nicht zufällig geleakt. Sie waren der erste Zug in einem gefährlichen Plan, Lorenzo Laurent zu zerstören und sein Imperium in andere Hände zu geben. Als jahrzehntelang vergrabene Geheimnisse ans Licht kommen, müssen Lorenzo und Lillian entscheiden, ob sie einander vertrauen können — gegen eine Welt, die entschlossen ist, sie auseinanderzureißen. Denn der größte Verrat ist nicht der, der auf der Kamera festgehalten wurde… Er wartet innerhalb der Familie Laurent.
View MoreLillians Perspektive
„Lillian… bitte, es ist nicht das, was du denkst!” Ryans Stimme jagte mir nach, genau als die Weinflasche mir aus der Hand glitt und auf dem Fliesenboden zerschellte. Für eine Sekunde konnte ich mich nicht bewegen. Ich konnte nicht atmen. Die Scherben verstreuten sich um meine Füße — aber das war nichts verglichen mit dem, was gerade in meiner Brust zerbrochen war. Die Schlafzimmertür stand noch halb offen. In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, was ich gerade gesehen hatte. Ich hatte Ryan erwischt — meinen Verlobten, den Mann, den ich in zwei Monaten heiraten sollte — obenlos und in die Arme einer Frau gewickelt, direkt auf seinem Bett. Und die Frau… (schnaubt) …war keine Geringere als seine beste Freundin. Vanessa. Dieselbe Frau, von der er mir gesagt hatte, sie sei seine beste Freundin und wie eine Schwester für ihn. Dieselbe Frau, der ich mit so viel Respekt und Achtung begegnet war und die ich wie meine Schwester behandelt hatte. Diese selbe Frau lag im Bett mit ihrem sogenannten besten Freund — eingewickelt in meine Lieblingsdecke in Cremeweiß, die ich für Ryan gekauft hatte, als er vor sechs Monaten in diese Wohnung eingezogen war. Dieselbe Vanessa, die letzten Samstag mit mir meine Hochzeitsschuhe ausgesucht hatte, die über Brautmagazine mit mir gelacht hatte. Dieselbe Vanessa, die mir immer wieder gesagt hatte, wie glücklich ich sei, einen Mann wie Ryan zu haben. Als ich sie ansah, wirkte keiner von beiden schuldig genug. Ryan trat auf mich zu. „Lillian…” „Nein.” Ich hob abwehrend meine Hand. Meine Stimme war ruhiger, als ich erwartet hatte. Seine Füße blieben stehen. Vanessa kletterte aus dem Bett und drückte die Decke gegen sich. Ich sah sie an und lachte bitter. Was auch immer ich gerade gesehen hatte — mein Gehirn hatte Mühe, die Möglichkeiten zu verarbeiten. In zwei Monaten sollte ich Mrs. Ryan Carter werden. Der Veranstaltungsort war gebucht. Die Einladungen waren bereits gedruckt. Unser Hochzeitsurlaub war bezahlt. Mein Brautkleid hing sicher in meiner Mutters Kleiderschrank, weil ich wollte, dass es bis zum Hochzeitstag eine Überraschung blieb. Alles war sorgfältig geplant worden. Aber sie hatten miteinander geschlafen die ganze Zeit, während ich unsere Hochzeit plante. Während Vanessa so tat, als wäre sie die Schwester, die ich nie hatte. Während Ryan mir versprach, für immer bei mir zu sein. Ich schluckte schwer, aber es stoppte das Stechen nicht, das in meine Kehle aufstieg. Die Wahrheit war schmerzhaft offensichtlich. Wenn ich heute Nacht nicht hierhergekommen wäre, hätten sie mich in eine Lüge hineingeheiratet. Ich hatte fast angerufen, bevor ich kam. Stattdessen dachte ich, meinen Verlobten zu überraschen wäre romantisch. Ich hatte sogar seinen Lieblingsrotwein mitgebracht. Wie dumm von mir. Ryan griff nach meinem Handgelenk. Aber ich trat schneller zurück und sah ihn verächtlich an. Der Mann, der vor mir steht, ekelt mich so sehr an, dass mir übel wird. Ich sah den Verlobungsring auf meinem Finger — hübsch sitzend, strahlend. Der Diamant funkelte im Schlafzimmerlicht. Noch gestern hatte ich ihn bewundert. Aber gerade fühlte er sich nur wie ein riesiger, schwerer Stein an. Er wirkte bedeutungslos. Ich zog ihn ab und warf ihn auf den Nachttisch. Ryans Augen weiteten sich. „Lillian…” Ich wartete keine weitere Sekunde. Ich sagte kein weiteres Wort. Ich drehte mich einfach um und verließ das Zimmer. Ryan rief mir nach, während ich den Flur entlangging, aber ich ging weiter. Meine zitternden Beine trugen mich die Treppe hinunter. Meine Hände zitterten so stark, dass ich sie kaum ruhighalten konnte. Ich drückte den Aufzugknopf wiederholt. In dem Moment, als sich die Aufzugstüren schlossen, gaben meine Beine nach. Ich lehnte mich gegen die Wand und glitt zu Boden — ich umarmte mich selbst, während warme Tränen, die ich zurückgehalten hatte, über meine Wangen rollten. Der Aufzug setzte seinen langsamen Abstieg fort, aber ich bemerkte es kaum. Drei Jahre Erinnerungen blitzten durch meinen Kopf wie Szenen aus einem Film. Ryan, der mir Blumen nach meinem Universitätsabschluss brachte — wie er vor Hunderten von Menschen vor mir kniete und mir einen Ring anbot. Das war der Tag, an dem er mir einen Antrag machte. Jede Erinnerung fühlte sich plötzlich gefälscht an. Der Aufzug klingelte, als er das Erdgeschoss erreichte. Ich wischte schnell mein Gesicht ab, bevor ich ausstieg. Das Letzte, was ich wollte, war, dass Fremde mich weinen sahen. Draußen strich die kühle Nachtluft über mein Gesicht, tat aber nichts, um den Sturm in mir zu beruhigen. Mein Handy vibrierte. Ryan rief an. Ich starrte auf den Bildschirm, bis es aufhörte zu klingeln. Eine Sekunde später kam ein weiterer Anruf — und das ging so ununterbrochen weiter, bis ich mein Handy auf lautlos stellte und es in meine Handtasche steckte. Ich winkte das erste Taxi heran, das ich sah. „Wohin, gnädige Frau?” Fragte der Fahrer. Ich öffnete den Mund, um meine Wohnadresse zu sagen, aber ich hielt mich zurück. Nach Hause ist im Moment nicht die beste Wahl — meine Mutter würde in dem Moment, in dem sie mein Gesicht sieht, wissen, dass etwas nicht stimmt. Sie vergötterte Ryan wie ihren eigenen Sohn. Wenn sie von heute Nacht erfährt, wird sie am Boden zerstört sein. Ich konnte ihr Herz nicht brechen. Noch nicht. Ich kann nicht mit zwei Herzschmerzen gleichzeitig umgehen. Der Fahrer sah mich durch den Rückspiegel an und wiederholte die Frage. „Marcell de’la Haute”, sagte ich. Der Fahrer nickte und fuhr los. Ich schaute aus dem Autofenster. Paare gingen Hand in Hand auf den Gehwegen. Das Leben ging weiter, als wäre nichts geschehen. Dabei war meines vollständig auseinandergefallen. Mein Handy summte erneut. Diesmal war es meine Mutter. Ich schloss kurz die Augen, aber ich konnte nicht rangehen. Wenn ich es täte, würde sie die Tränen in meiner Stimme hören. Der Anruf endete und eine Nachricht von ihr folgte. „Schatz, hat Ryan die Überraschung gemocht? Ruf mich an, wenn du kannst.” Frische Tränen füllten meine Augen. Ich sperrte schnell mein Handy und schob es zurück in meine Handtasche. In den nächsten zwanzig Minuten stand das Auto vor Marcell de’la Haute — der Luxushotelbar, weit und breit bekannt für ihren alten, reichen und teuren Cognac. Ich bezahlte den Fahrer für die Fahrt und gab ihm sogar ein extra Trinkgeld. „Danke, gnädige Frau”, bedankte er sich, als ich ausstieg. Marcell de’la Haute war eines der luxuriösesten Hotels der Stadt. Ich hatte es bisher nur von außen gesehen. Aber heute Nacht betrat ich seine Drehtüren als eine Frau, deren Leben gerade zusammengebrochen war. Teures Parfüm schwebte um gepflegte Gäste in der Lobby. Niemand schenkte der Frau Aufmerksamkeit, die jederzeit unter ihren Füßen zusammenbrechen könnte. Ich bahnte mir den Weg zur Hotelbar. Ich wählte den Hocker, der am weitesten von allen anderen entfernt war. Der Barmann näherte sich mit einem höflichen Lächeln. „Was darf ich Ihnen bringen, gnädige Frau?” „Geben Sie mir den stärksten Alkohol auf Ihrer Karte.” Der Barmann nickte und kehrte in weniger als einer Minute mit einem Glas Martell zurück. Bernsteinfarbene Flüssigkeit tanzte träge in dem Glas. Ich wartete keine Sekunde. Ich kippte die Flüssigkeit in einem Zug hinunter. Die Augen des Barmanns weiteten sich, aber er machte weiter, was er tat. Hitze brannte durch meine Kehle bis in meine Brust. Genau das brauchte ich. Die Anspannung in meiner Brust niederbrennen. Ich reichte dem Barmann mein Glas für eine Nachfüllung. Dann noch eine, und noch eine… bis ich aufgehört hatte zu zählen. Irgendwann fühlte ich mich gleichzeitig schwindlig und hungrig — mein Blick verschwamm. Ich stützte meine Ellbogen auf den Tresen und bettete mein Gesicht in meine Hände. „Also so fühlt sich Herzschmerz an”, murmelte ich für mich. Ich war mir nicht mehr sicher, ob ich laut sprach. Ich konnte buchstäblich die Wärme meines Gesichts in meinen Händen spüren. Plötzlich spürte ich den Drang, auf die Toilette zu gehen. Ich glitt vom Hocker, um die Toilette zu finden, aber mein Gleichgewicht versagte mir. Ich griff nach der Kante des Tresens, bevor ich fallen konnte, aber der Tresen schien sich ein Stück rückwärts zu bewegen. Ich taumelte träge rückwärts und war kurz davor, zu Boden zu gehen. Ich schloss kurz die Augen. Aber stattdessen hielten mich zwei Hände auf. Eine an meiner Taille, die andere zog meine linke Hand. Die Hände stabilisierten mich. „Gnädige Frau… alles in Ordnung?” Fragte eine Baritonstimme. Ich sah zum Besitzer der Stimme auf. Er war auch der Besitzer der Hände. Seine dunkelbraunen Augen sahen auf mich hinunter. Wir waren so nah, dass sein reicher Duft mich großzügig traf. Ich spürte, wie meine Beine weich wurden — zwischen der Alkoholvergiftung und der Betörung durch die Schönheit dieses Fremden. Ich sah auf seine Hände, die noch immer an meiner Taille lagen. Das Nächste, was ich tat, sollte mein Leben für immer verändern.Lorenzos POVIch bemerkte ihn in dem Moment, als er auf die Terrasse trat. Er stand etwas abseits von der Menge – auf eine Weise, die mir sagte, dass er nicht wegen des Champagners hier war.Martin Reilly. Leiter der Sicherheit des forensischen Buchhalters, den ich Anfang der Woche angerufen hatte – derselbe Mann, dem ich die Nachverfolgung der Zahlung durch das Trust-Konto meiner Familie anvertraut hatte.Ich hatte nicht erwartet, dass er hier auftaucht, ausgerechnet heute Abend. Aber der Ausdruck in seinem Gesicht, als sich unsere Blicke trafen, sagte mir, dass das, was er zu sagen hatte, nicht bis zum Morgen warten konnte.Ich entschuldigte mich aus dem Gespräch, dem ich nur halb zugehört hatte, und machte mich zu den Terrassentüren auf. Einmal warf ich einen Blick zurück zu Lillian am anderen Ende des Raumes. Es ging ihr gut – sie war vertieft in ein Gespräch in der Nähe des Champagnerbrunnens. Und was auch immer das hier war – ich musste es ohne Publikum hören.„Sie sollten nicht
Lillians POVDas Kleid saß besser, als ich erwartet hatte – angesichts dessen, dass ich es in unter einer Stunde gekauft hatte, während Marissa vor der Umkleidekabine stand und Größen durch den Vorhang rief.Es war ein tiefes Smaragdgrünes Kleid mit einfachen floralen Mustern – nichts, das nach Aufmerksamkeit schrie. Genau so, wie ich es mochte. Das Letzte, was ich heute Abend brauchte, war den Klatschblogs ein weiteres Thema zu liefern.Du stehst heute Abend neben dem am meisten besprochenen Mann der Stadt. Viel Glück mit diesem Plan.Ich ignorierte die Stimme und beendete das Hochstecken meiner Haare.Die Gala der Bradley Foundation war bereits in vollem Gange, als unser Auto vor dem Veranstaltungsort vorfuhr. Lichterketten spannten sich über den Eingang, eine Reihe schwarzer Autos setzte Gäste ab, die alle genau zu wissen schienen, wie man in einen solchen Raum geht, ohne dass die Hände zittern wie meine.Lorenzo stieg zuerst aus und bot mir wortlos die Hand. Ich nahm sie, weil Abl
Leons POVLucas Vikky war mitten in irgendeiner Rede über das Vertrauen der Aktionäre, als ich hereinkam – dasselbe abgenutzte Argument, das er seit dem Durchsickern des Fotos vorbrachte.Einige Mitglieder nickten mit, während andere aussahen, als wären sie lieber irgendwoanders.„Dieser Vorstand kann nicht weiter so tun, als würde die Situation mit Miss Evans nicht auf das gesamte Unternehmen zurückfallen“, sagte Lucas und warf Diane Wayne einen Blick zu, um Unterstützung zu suchen. „Wenn Lorenzo nicht handelt, muss jemand die Frage aufwerfen, ob er noch geeignet ist, diese Krise zu managen oder nicht.“Der Raum wurde still auf die besondere Weise, die er annimmt, kurz bevor jemand entscheidet, etwas zu sagen, das er bereuen wird, sobald es den Mund verlässt.Ich ließ die Stille eine Sekunde länger sitzen, bevor ich sprach.„Mit Verlaub, Lucas, ich denke, das ist ein unfairer Sprung.“ Ich hielt meine Stimme gleichmäßig – die Art von Ton, die Menschen dazu brachte, sich vorzubeugen, s
Lorenzos POVIch lehnte mich langsam in meinen Stuhl zurück. Meine Hand umklammerte das Telefon fester.Ich war seit dem Moment, in dem die Bilder zirkulierten, hinter diesem mysteriösen Paparazzo her. Es war alles offensichtlich. Es war kein Fall von Verwechslung. Die Person, die die Bilder gemacht hatte, hatte mich gezielt ins Visier genommen.Wie kam es also, dass er plötzlich tot war, gerade als die Polizei ihn beinahe gestellt hatte? Hier stimmte ganz sicher etwas nicht.Ich stand von meinem Stuhl auf, ohne zu merken, dass ich mich bewegt hatte, und ging zum Fenster. Das Telefon immer noch am Ohr. Marissas Worte waren bereits zu bloßen Geräuschen verschwommen.Unter mir ging die Stadt weiter wie immer. Der Verkehr kroch die Avenue entlang, Menschen bewegten sich in Gebäude hinein und heraus.„Wer hat die Identität bestätigt?“, fragte ich. Mein Kopf holte endlich meinen Körper ein.„Sie wurde von dem privaten Sicherheitsteam bestätigt, das Sie engagiert haben, um das Leck zu unter











