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Chapter 8

作者: Enny
last update 公開日: 2026-08-12 00:39:48

Kapitel 8

ROOSEVELTS POV

„Sobald diese Gala vorbei ist und sich die Presse beruhigt hat, werde ich meine Anwälte die Scheidungspapiere aufsetzen lassen. Ich verspreche dir, ich werde dich nach Hause holen.“

Die Audiodatei lief wieder und wieder und wieder.

Ich saß auf dem Sofa, meine Hände bedeckten meinen Mund, um mein Schluchzen zu dämpfen. Der Schmerz fühlte sich wie ein schwerer Stein an, der meine Brust zerquetschte. Er verließ mich, er würde sich von mir scheiden lassen und Mina zurückholen, damit sie meinen Platz einnahm.

Ich fühlte mich so schwach. Ich wollte meine Koffer packen und in die Nacht davonlaufen. Ich wollte mein Baby vor dieser giftigen, grausamen Familie beschützen.

Aber als die Audiodatei zum sechsten Mal wiederholt wurde, zwang ich mich, mit dem Weinen aufzuhören. Ich wischte meine feuchten Wangen ab und starrte auf mein Handy.

Etwas stimmte nicht.

Ich spielte sie noch einmal ab und schloss die Augen, um auf die Stimme meines Mannes zu hören.

„...die Scheidungspapiere aufsetzen lassen.“

Langsam öffnete ich die Augen. Die Traurigkeit in meinem Herzen wurde plötzlich von einem Gedanken beiseitegeschoben.

Zyran war ein stolzer, besitzergreifender Mann. Er mochte es, Dinge zu besitzen, und hasste es, das zu verlieren, was ihm gehörte. In den vier Jahren unserer Ehe hatte er mich immer wie seinen dauerhaften Besitz behandelt. Selbst wenn wir uns stritten, benutzte er niemals das Wort „Scheidung“. Er würde niemals danach fragen. Er wollte seine gehorsame Ehefrau zu Hause und seine zerbrechliche Ex-Freundin an seiner Seite, und jetzt wollte er uns wahrscheinlich beide behalten.

Ich schnappte mir mein Handy und wählte Nixies Nummer. Meine Hände zitterten fürchterlich.

„Rose?“, antwortete Nixie, ihre Stimme voller Sorge. „Es ist spät, bist du okay?“

„Nixie, ich werde dir eine Audiodatei schicken“, sagte ich schnell. „Ich brauche dich, dass du sie dir sofort anhörst und mir sagst, was du hörst.“

Ich schickte die Datei und wartete in der Leitung, während sie sie abspielte. Ich konnte das leise Geräusch von Zyrans Stimme von ihrer Seite des Telefons hören.

Als die Audiodatei endete, keuchte Nixie. „Oh mein Gott, Rose. Er lässt sich von dir scheiden? Dieser Bastard! Ich komme sofort zu dir—“

„Warte, Nixie, stopp“, unterbrach ich sie. „Hör sie dir noch einmal an. Genau. Hör darauf, wie er das Wort ‚Scheidung‘ sagt. Hör auf den Hintergrund.“

Es herrschte kurz Stille. Ich hörte, wie die Audiodatei über das Telefon erneut abgespielt wurde.

„Es klingt... flach“, sagte Nixie langsam. Ihre Stimme wechselte von wütend zu verwirrt. „Da ist kein Atemgeräusch. Zyran holt immer tief Luft, bevor er etwas Ernstes sagt, und der Hintergrund ist vollkommen still. Es klingt nicht so, als wäre er in einem Raum.“

„Genau“, sagte ich, mein Herz schlug schnell. „Nixie, Zyran hat letzten Monat beim Tech Innovation Summit eine Rede gehalten. Sie ist überall im Internet. Mina sitzt den ganzen Tag in ihrem Penthouse und hat nichts außer ihrem Handy.“

„Du glaubst, es ist gefälscht?“, keuchte Nixie laut.

„Ich bin mir nicht sicher“, sagte ich, während meine Stimme stärker wurde. „Er hat es mir nicht geschickt. Sie hat es getan. Sie will, dass ich zusammenbreche. Sie will, dass ich einen Wutanfall bekomme und Zyran um die Scheidung bitte, weil sie vielleicht weiß, dass er es niemals selbst tun wird, also versucht sie, mich hinauszudrängen.“

„Diese verrückte Hexe!“, schrie Nixie ins Telefon. „Sie spielt psychologische Spiele mit dir! Was wirst du tun, Rose? Du musst das Zyran zeigen!“

„Nein“, sagte ich fest. „Wenn ich es ihm zeige, wird sie einfach weinen und sagen, ich hätte es gefälscht, um sie schlecht aussehen zu lassen. Er wird ihr glauben, weil er sie immer beschützt.“

„Was ist dann der Plan?“, fragte Nixie.

Ich sah auf die winzige weiße Schachtel auf dem Tisch, in der die Babysocken lagen. Vorsichtig nahm ich sie hoch und legte sie sicher in meine Handtasche. Niemand würde von meinem Baby erfahren, nicht, bis ich bereit war.

„Der Plan ist einfach“, sagte ich entschlossen. „Sie will, dass ich mich zu Hause verstecke wie ein gutes, unsichtbares Mädchen. Aber ich bin die Lady der Familie King, und ich werde sie daran erinnern.“

Der Samstagabend kam. Die Nacht der jährlichen Wohltätigkeitsgala der King Foundation.

Ich saß in meinem Seidenmorgenmantel auf der Bettkante. Zyran stand vor dem Spiegel und richtete seine schwarze Fliege. In seinem maßgeschneiderten Smoking sah er unglaublich gut aus.

Er drehte sich zu mir um. In seinen Augen blitzte kurz Schuld auf, aber sein Gesicht blieb hart.

„Ich gehe jetzt“, sagte Zyran. Er kam herüber und küsste meine Stirn. Es fühlte sich wie ein Kuss des Verrats an. „Die Presse wird heute Abend verrücktspielen. Es ist besser, wenn du hierbleibst, Roosevelt. Ich bin bis Mitternacht zurück. Ruh dich etwas aus.“

„Okay, Zyran“, sagte ich leise. Ich schenkte ihm ein kleines, höfliches Lächeln. „Hab einen schönen Abend.“

Er sah erleichtert aus, dass ich nicht mit ihm stritt. Er nahm seine Schlüssel und verließ das Zimmer. Eine Minute später hörte ich den Motor seines Wagens aufheulen, als er von der Villa davonfuhr.

Sobald er weg war, stand ich auf und ging zu meinem Kleiderschrank.

Nixie war früher durch die Hintertür angekommen. Sie kam aus meinem begehbaren Kleiderschrank und hielt einen schweren Kleidersack in den Händen. Ein riesiges, aufgeregtes Lächeln lag auf ihrem Gesicht.

„Wenn Mina dein grünes Kleid tragen will“, grinste Nixie und öffnete den Reißverschluss des Kleidersacks, „dann sorgen wir dafür, dass sie wie eine billige Nachahmung aussieht.“

Sie zog das Kleid heraus. Es war ein atemberaubendes, feuriges, tiefrotes Kleid. Es war aus reiner Seide gefertigt, mit einem gewagten Schlitz am Bein und einem wunderschönen offenen Rücken.

In den nächsten zwei Stunden half Nixie mir, mich fertig zu machen. Als ich schließlich in den Spiegel sah, erkannte ich die traurige, weinende Frau vom Donnerstagabend nicht wieder. Mein Haar war zu eleganten, lockeren Wellen gestylt. Mein Make-up war wunderschön und makellos. Das rote Kleid schmiegte sich perfekt an meine Kurven und verbarg die kleine Wölbung meiner Schwangerschaft. Ich sah aus wie eine Königin.

„Du siehst gefährlich aus, Rose“, flüsterte Nixie und reichte mir meine Diamantohrringe.

„Gut“, sagte ich und legte sie an. „Los geht’s.“

Das Grand Plaza war blendend hell. Hunderte Paparazzi standen vor den riesigen Glastüren, ihre Kameras blitzten wie Blitze.

Mein privates Auto hielt am roten Teppich.

„Warten Sie hier“, sagte der Fahrer und öffnete mir die Tür.

In dem Moment, in dem mein roter Stiletto den Teppich berührte, gerieten die Kameras außer Kontrolle.

„Mrs. King! Mrs. King ist hier!“, riefen die Reporter und drängten gegen die Sicherheitsabsperrungen. „Roosevelt! Hier drüben! Schauen Sie sich dieses Kleid an!“

Ich hielt meinen Kopf hoch. Ich beeilte mich nicht, sondern ging mit langsamen, selbstbewussten Schritten über den roten Teppich und gab ihnen perfekte Winkel. Ich lächelte warm in die Kameras und ließ die Welt die wahre Lady des Hauses sehen.

Ich erreichte die großen Türen und betrat den Hauptballsaal.

Der Raum war voller der reichsten und mächtigsten Menschen der Stadt. Im Hintergrund spielte leise klassische Musik.

Am anderen Ende des Raumes stand Zyran vor einer riesigen Wand aus weißen Rosen. Neben ihm war Mina.

Mina trug das smaragdgrüne Kleid, das ich für sie entworfen hatte. Doch neben Zyrans scharf geschnittenem schwarzen Smoking wirkte das Grün matt. Sie hielt sich fest an seinem Arm und lächelte für einen privaten Fotografen.

Dann blickte Zyran auf.

Seine dunklen Augen fanden mich auf der anderen Seite des überfüllten Raumes.

Er erstarrte vollkommen. Das höfliche Lächeln verschwand aus seinem Gesicht. Seine Augen weiteten sich vor Schock. Er starrte mich in dem roten Kleid an, sein Blick glitt zu dem Schlitz und dann wieder hinauf zu meinem Gesicht. Für einen kurzen Moment wirkte er vollkommen von mir gefesselt. Er sah aus wie ein Mann, der gerade daran erinnert worden war, was ihm fehlte.

Mina bemerkte seine Ablenkung. Sie folgte seinem Blick und sah mich.

Ihr Gesicht wurde sofort blass. Das falsche, süße Lächeln verschwand. Ihr Griff um Zyrans Arm wurde fester, ihre Augen blitzten vor Panik und Wut.

Zyran zog seinen Arm weg von Mina, ohne sie auch nur anzusehen. Er machte einen Schritt auf mich zu. Er sah wütend darüber aus, dass ich ihm nicht gehorcht hatte, aber er konnte seinen Blick nicht von mir lösen.

„Roosevelt“, murmelte er, seine Stimme trug über die leise Musik hinweg, während ich näher kam. „Was machst du hier? Ich habe dir gesagt, du sollst zu Hause bleiben—“

Ich ließ ihn nicht ausreden. Ich sah Mina nicht einmal an.

Ich ging direkt auf meinen Mann zu, die rote Seide meines Kleides strich gegen seinen schwarzen Smoking. Die Blitze der Paparazzi-Kameras blendeten mich und erhellten den Raum wie Feuerwerk. Jeder sah zu.

Ich hob meine Hände, legte sie flach auf seine breite Brust und ließ sie dann hinaufgleiten, bis ich sie um seinen Hals schlang.

„Ich tue meine Pflicht als deine Ehefrau“, flüsterte ich, meine Lippen nur wenige Zentimeter von seinen entfernt.

Bevor er antworten konnte, zog ich ihn zu mir hinunter und presste meine Lippen fest auf seine.

Für einen kurzen Moment versteifte sich Zyran. Doch während die Kameras um uns herum blitzten, stieß er mich nicht weg.

Stattdessen sanken seine großen Hände auf meine Taille. Er zog mich näher an sich und erwiderte meinen Kuss. Er war tief, hungrig und besitzergreifend. Er küsste mich, als würde er verhungern, und vergaß völlig, wo wir waren und wer uns beobachtete.

Ich hörte Keuchen aus der Menge. Ich hörte Reporter unsere Namen rufen. Aus dem Augenwinkel sah ich Mina. Sie stand dort, vollkommen gedemütigt, ihr Gesicht brannte rot, während sie beobachtete, wie der Mann, den sie wollte, öffentlich seine Ehefrau für sich beanspruchte.

Langsam löste ich mich von ihm und hinterließ einen Abdruck meines roten Lippenstifts auf seinem Mund. Zyran öffnete die Augen. Er sah atemlos aus, vollkommen unter meinem Bann.

Ich lächelte süß und drehte meinen Kopf genau richtig, damit die Kameras mein perfektes, glückliches Gesicht einfangen konnten. Dann beugte ich mich nahe an sein Ohr und flüsterte leise, sodass nur er es hören konnte.

„Ich habe die Sprachnachricht geliebt, die du Mina über unsere Scheidung geschickt hast, Liebling. Aber wenn jemand diese Ehe verlässt, dann wirst du es sein.“

Ich zog mich zurück und sah zu, wie der Bann brach. Zyrans Augen weiteten sich verwirrt. Die Leidenschaft in seinem Gesicht verwandelte sich in Schock.

„Was?“, sagte Zyran, seine Stirn legte sich in Falten. „Roosevelt... welche Sprachnachricht?“

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