LOGINAm Abend war Chris endlich zurück.Er hatte seinen Termin so schnell wie möglich beendet und war anschließend direkt zu den anderen gefahren. Inzwischen saßen sie alle gemeinsam im Wohnzimmer.Lia hatte sich mit einer Tasse Tee auf das Sofa gesetzt, während Flynn neben ihr saß. Derek, Brian, Taylor und Chris hatten es sich auf den anderen Sitzmöglichkeiten bequem gemacht.Eric war immer wieder verschwunden.Mal für ein paar Minuten.Mal etwas länger.Jedes Mal ging er nach oben, um nach Katy zu sehen.Sie hatte tatsächlich ein wenig von dem Essen gegessen, das Lia ihr später gebracht hatte.Nicht viel.Aber genug, dass alle ein kleines bisschen erleichtert gewesen waren.Reden wollte sie allerdings noch immer nicht.Eric hatte es ein paar Mal vorsichtig versucht.Doch Katy hatte meistens nur den Kopf geschüttelt oder die Augen geschlossen.Also hatte er sie schließlich einfach wieder in Ruhe gelassen.Unten herrschte währenddessen eine angespannte Stille.Bis Flynn plötzlich die Arme
Es dauerte nicht lange, bis es erneut an der Haustür klingelte.Lia sah zu Taylor.„Das werden sie sein.“Taylor nickte und legte den Kochlöffel beiseite, den er gerade in der Hand hielt.Lia ging zur Tür.Als sie öffnete, standen Flynn, Derek und Brian davor.Flynn breitete sofort die Arme aus.„Queen.“Lia musste trotz allem lächeln.„Hey, Babe.“Flynn zog sie in eine innige Umarmung.„Komm her.“Lia drückte sich kurz an ihn.„Schön, dass ihr da seid.“„Natürlich.“Flynn löste sich von ihr und sah sie ernst an.„Wie geht es dir?“„Ich halte mich.“Sein Blick wurde weich.„Das reicht fürs Erste.“Derek trat hinter ihm hervor und umarmte Lia ebenfalls kurz.„Hey, Lia.“„Hey.“Brian legte ihr eine Hand auf die Schulter.„Wir wollten nicht mit leeren Händen kommen.“Er hielt eine Tüte hoch.Lia sah hinein.„Was ist das?“„Kaffee. Und ein paar Sachen, die wir unterwegs eingepackt haben.“Flynn grinste.„Und Schokolade.“Lia schüttelte leicht den Kopf.„Ihr seid unmöglich.“„Das weißt du
Lia konnte einfach nicht nichts tun.Sie hatte es versucht.Sie hatte sich eingeredet, dass Katy gerade Ruhe brauchte und dass es wahrscheinlich das Beste war, sie nicht weiter zu bedrängen.Aber untätig herumzusitzen und zu wissen, dass ihre Schwester oben lag und weinte, fühlte sich einfach falsch an.Also stand Lia schließlich auf und sah sich in der Küche um.Vielleicht konnte sie wenigstens etwas tun.Etwas Kleines.Etwas, das Katy vielleicht ein bisschen helfen würde.Sie öffnete den Kühlschrank.Dann einen Schrank.Ihr Blick wanderte über die Lebensmittel.Und plötzlich wusste sie, was sie machen würde.Katys Lieblingsessen.Sauerkraut mit weißen Bohnen und Bratwurst.Lia lächelte schwach.Sie wusste jetzt schon, dass Katy wahrscheinlich kaum etwas davon essen würde.Vielleicht würde sie überhaupt nichts anrühren.Aber das spielte keine Rolle.Lia wollte, dass es da war.Für den Fall, dass Katy irgendwann doch Hunger bekam.Sie holte das Sauerkraut heraus, stellte die Bohnen da
Katy lag noch immer in Erics Bett.Seit Stunden hatte sie sich kaum bewegt.Die Decke lag bis zu ihrem Kinn gezogen, während sie mit leerem Blick auf die Wand starrte.Sie hatte nicht geschlafen.Nicht wirklich.Immer wenn sie die Augen geschlossen hatte, war Milo wieder da.Seine Stimme.Seine Worte.Sein Blick.Und dieser eine Satz, der sich wie ein Messer in ihr Herz gebohrt hatte.Es ist vorbei.Katy zog die Decke ein Stück höher.Sie wollte niemanden sehen.Niemanden hören.Eigentlich wollte sie überhaupt nichts.Außer, dass dieser Schmerz endlich aufhörte.Eric hatte sie nicht gedrängt.Seit sie in seinem Zimmer lag, war er einfach da gewesen.Still.Geduldig.Wenn sie reden wollte, hörte er zu.Wenn sie schwieg, blieb er trotzdem.Und genau das brauchte sie gerade.Keine Fragen.Keine gut gemeinten Ratschläge.Kein „Du musst stark sein“.Sie wollte einfach nur jemanden neben sich wissen, bei dem sie nicht so tun musste, als wäre alles in Ordnung.Lia hatte zweimal an der Tür ge
Eine Weile sagte niemand etwas.Milo stand noch immer an der Arbeitsplatte und starrte auf seine Hände.Er spürte die Blicke der anderen auf sich.Zu viele.Zu aufmerksam.Er wollte nicht weiter darüber reden.Nicht mit ihnen.Nicht jetzt.Vor allem aber wollte er ihnen nicht sagen, was tatsächlich in seinem Kopf vorging.Denn sobald er es aussprach, würde es real werden.Und Milo war sich nicht sicher, ob er bereit war, diese Möglichkeit laut auszusprechen.Er atmete tief durch und hob schließlich den Blick.„Ich glaube, ihr solltet gehen.“Flynn sah ihn ungläubig an.„Bitte was?“„Ihr habt gesagt, was ihr sagen wolltet.“Milo versuchte, ruhig zu bleiben.„Ich hab's verstanden.“„Hast du das?“„Ja.“Derek musterte ihn.„Dann warum willst du uns jetzt loswerden?“Milo zuckte mit den Schultern.„Weil ich keine Lust mehr habe, darüber zu reden.“„Das ist keine Antwort.“„Doch.“Milo sah ihn direkt an.„Für mich schon.“Brian seufzte leise.„Milo …“„Bitte.“Das eine Wort kam leiser.Nic
Milo war bereits seit einer Weile wach.Er lag noch immer auf dem Rücken und starrte an die Decke.Eigentlich hätte er aufstehen sollen.Duschen.Kaffee machen.Irgendetwas tun.Aber sein Kopf ließ ihn nicht.Immer wieder kehrte er zu demselben Gedanken zurück.Katy.Er drehte den Kopf zur Seite und griff nach seinem Handy.Keine neue Nachricht.Milo sah auf den Chat.Ihre letzte Nachricht stand noch immer dort.Er hatte sie mehrmals gelesen.Nicht, weil darin etwas Besonderes gestanden hätte.Sondern weil er versuchte, zwischen den Zeilen etwas zu finden.Irgendetwas, das ihm erklären konnte, warum sie sich in letzter Zeit so verändert hatte.Warum sie während ihres Videocalls so abwesend gewesen war.Warum sie immer wieder auf ihr Handy gesehen hatte.Und vor allem, warum er jedes Mal dieses unangenehme Gefühl bekam, wenn er daran dachte, dass sie mit jemand anderem schrieb.Felix.Allein der Name reichte inzwischen aus, um etwas in seiner Brust zusammenzuziehen.Milo schloss kurz d
Für eine ganze Weile genossen sie einfach die Wärme des Wassers. Mal unterhielten sich alle gemeinsam, dann bildeten sich wieder kleinere Grüppchen. Derek diskutierte mit Brian über irgendeinen Film, den sie beide gesehen hatten, während Taylor versuchte zu erklären, warum seine Lieblingsmannschaft
Die Fahrt zur Therme verlief zunächst ruhig, doch im Inneren des Vans war diese typische Mischung aus Vorfreude und aufgedrehter Energie sofort spürbar. Während Eric, Chris und Derek bereits eifrig darüber diskutierten, welche Rutschen sie als Erstes ausprobieren wollten, saß Milo etwas ruhiger auf
Eine halbe Stunde später war das Haus in einem deutlich ruhigeren, aber dafür geschäftigen Zustand. Alle waren geduscht, umgezogen, warm eingepackt, und die Taschen für die Therme standen bereits fertig im Flur. Katy hatte zusätzlich für jeden große Handtücher organisiert und ordentlich zusammenge
Das Frühstück lief noch immer in diesem angenehmen, langsamen Rhythmus weiter, bei dem niemand es eilig hatte aufzustehen, obwohl jeder eigentlich schon halb wusste, dass der Tag draußen weitergehen würde. Die Tassen wurden nachgefüllt, jemand schob sich das letzte Stück Brot auf den Teller, und G







