เข้าสู่ระบบDas Jubilaeum war im Dezember. Das war immer so: der sechzehnte Dezember, der Tag, an dem Wolff und Crane vor fuenfundzwanzig Jahren gegruendet worden war, und der sechzehnte Dezember des sechsten Jahres war das fuenfundzwanzigste Jubilaeum, eine Zahl, die einen Namen hatte: Silbernes Jubilaeum, auch wenn niemand diesen Namen benutzte, weil es nicht die Art von Firma war, die ihre Jubilaeen mit silbernen oder goldenen Benennungen versah. Es war einfach das Jubilaeum. Das Fuenfundzwanzigste. Und das war genug. Das war sehr genug. Die Dachterrasse war festlich. Das hatte Lena organisiert, weil Lena jetzt die Dinge organisierte, die fruher Felix organisiert hatte, und weil Lena sie auf ihre Art organisierte: prazise und ohne Aufwand um den Aufwand. Die Dachterrasse hatte Lichter. Nicht viele. Die richtigen. Kleine weisse Lichter, die den Rand der Terrasse markierten, und das war alles, weil die Stadt darunter schon das Licht hatte und weil der Dezember die Weihnachtslichter h
Renz wurde in Hamburg bestattet. Das war sein Wunsch, in dem Brief, den die Pflegerin bei seinen Unterlagen gefunden hatte, sorgfaeltig abgeheftet unter dem Titel: Was zu tun ist. Renz hatte alles geregelt. Das war sein Charakter bis zum Schluss: die Dinge regeln, damit andere sie nicht regeln mussten. Noelle und Damian fuhren. Das war klar, ohne Diskussion, ohne Frage. Man fuhr. Man war dabei. Das war das, was man tat, wenn jemand gegangen war, dem man etwas schuldete. Nicht Schuld im negativen Sinne. Das Schuldige im ehrenden Sinne. Das Dabei-Sein als Dank. Hamburg im Maerz war das Hamburg, das Noelle kannte: feucht und bestimmt und mit dem Wind von der Elbe, der kein sanfter Wind war, sondern ein ehrlicher. Die Beerdigung war klein. Das hatte Renz so gewollt: klein und ohne langen Aufwand, weil grosser Aufwand nicht seine Art gewesen war. Es waren zwanzig Menschen da. Menschen, die ihn gekannt hatten, aus verschiedenen Zeiten und verschiedenen Kreisen. Alte Menschen
Das sechste Jahr begann auf die Art aller guten Jahre: ohne Ankuendigung, ohne Fanfare, ohne das Versprechen des Grossen. Es begann mit einem Januarmorgen, der grau war und ruhig, mit dem Licht, das noch nicht entschieden hatte, wie hell es sein wollte, und mit der Stadt darunter, die langsam erwachte, wie Staedte im Januar erwachten, zaegernd und behutsam, als haetten sie noch nicht vergessen, dass es Winter war. Noelle stand auf dem Balkon. Das war ihr Morgen. Das war ihr Ort. Sie hielt den Kaffee mit beiden Haenden, weil der Januar das verlangte, und sie schaute auf Frankfurt und dachte nichts Besonderes, was das Beste war, was man denken konnte: nichts Besonderes, weil alles an seinem Platz war und weil alles an seinem Platz zu haben bedeutete, dass nichts fehlte und nichts draengte und nichts wartete ausser dem Tag selbst. Das sechste Jahr. Das erste, das kein Meilenstein mehr war. Das erste, das einfach das naechste Jahr war, das naechste in einer Reihe von Jahren, die
Der letzte Tag des fuenften Jahres war der einunddreissigste Dezember. Das war immer sein Datum. Aber dieser einunddreissigste Dezember hatte eine Qualitaet, die die anderen nicht gehabt hatten: Er war der Abschluss des fuenften Jahres, und das fuenfte Jahr war das Jahr, in dem alles getragen hatte. Das war ein Abschluss, der kein Ende war. Das war das Schoenste. Ein Abschluss, der kein Ende war. Noelle stand am Morgen frueh auf, frueher als noetig, weil der letzte Tag des Jahres das fruehzeitige Aufstehen verdiente, weil man ihn nicht verschlafen wollte. Das Schlafzimmer war still. Damian schlief. Sie ging ins kleine Zimmer. Das Regal. Die vier Buecher. Das erste aus Frankfurt. Den Gedichtband. Das Buch von Renz. Lenas Heft. Vier. Das war vollstaendig. Vier Buecher, vier Anfaenge, vier Wege, die zusammen das waren, was das Regal war: die Geschichte dieser Wohnung und dieser Menschen und dieser fuenf Jahre. Noelle nahm das erste Buch heraus. Das alte Taschenbuch, das
Das fuenfte Weihnachten war das erste, das sich anfuehlte wie das, was es war. Nicht mehr das Neue, nicht mehr das Pruehen, nicht mehr das Grosse-Anlass-Sein. Das Weihnachten, das einfach Weihnachten war. Das eigene Weihnachten. Das war das Beste. Wenn ein Fest aufgehoert hatte, ein Anlass zu sein, und angefangen hatte, einfach das Fest zu sein, dann hatte man es. Das Weihnachten. Wirklich. Sie waren in Frankfurt, in der Wohnung. Hanna Fischer kam am zweiundzwanzigsten. Das war ihr vierter Frankfurter Dezember, und sie kannte die Wohnung und die Stadt und den Weg vom Bahnhof und die Baeckerei und das kleine Restaurant drei Strassen weiter, und das Kennen machte das Ankommen anders: nicht das Ankommen des Fremden, sondern das Ankommen desjenigen, der weiss, wohin er kommt. Damian kochte. Das war das Weihnachten der Damiankueche: Rinderbraten, weil Hanna beim ersten Mal gesagt hatte, das sei ein Sonntagsgericht, und weil er seitdem jeden Weihnachtsabend Rinderbraten kochte,
Lena Brandt verstand im November des fuenften Jahres etwas, das sie seit dem ersten Tag gesucht hatte. Das war das Dritte von Renz. Das, das er am laengsten gebraucht hatte. Das Gute Aufbauen, das damit endete, dass man loslassen konnte. Sie verstand es nicht durch ein Ereignis. Sie verstand es durch einen Novembernachmittag, an dem das grosse Projekt seinen ersten grossen Abschluss hatte, an dem der erste Teil der Restrukturierung fertig war und an dem der Klient gesagt hatte: Das war gut. Das war sehr gut. Und Lena hatte zugehoert und gedacht: Das war nicht ich. Das war das Team. Und das Denken des Das-war-das-Team war das Dritte. Das war das Loslassen. Nicht das Aufhoeren. Das Loslassen. Das Weitergeben. Das Wissen, dass das Gute nicht einem selbst gehoerte, sondern dem, das man aufgebaut hatte. Das war der Moment. Sie trat danach in Noelles Buero. Noelle sah ihr Gesicht. "Du hast es verstanden," sagte Noelle. "Ja," sagte Lena. "Das Dritte," sagte Noelle. "Das D







