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Capital 4

مؤلف: Iann
last update تاريخ النشر: 2026-07-23 21:54:33

Xavier Barone

Der schwere Lederstiefel von Garrick Valerius traf mit einem dumpfen, schweren Aufprall auf das nasse Rollfeld, der direkt durch die Sohlen meiner eigenen Schuhe zu vibrieren schien.

Er stieg vollständig aus dem gepanzerten Fahrzeug, und für einen Moment schien sich der Sturm selbst ihm zu beugen.

Der Regen prasselte auf seine breiten Schultern und lief von dem edlen, teuren Stoff seines maßgeschneiderten anthrazitfarbenen Mantels ab, doch er zuckte nicht einmal zusammen.

Er war ein hochgewachsener, kräftig gebauter Mann, dessen körperliche Präsenz so massiv und gebieterisch war, dass es sich anfühlte, als würde er sämtlichen Sauerstoff aus der Luft ziehen.

Er stand so hoch aufgerichtet, dass er das Licht der Autos hinter ihm zu verdecken schien.

Mein Herz hämmerte heftig gegen meine Rippen. Ich umklammerte den Riemen meiner Reisetasche, meine Fingerknöchel wurden geisterhaft weiß, meine Knie zitterten so heftig, dass ich sicher war, auf dem nassen Rollfeld zusammenzubrechen.

Das war es also.

Das Ende meiner kurzlebigen Freiheit.

Der Beginn meiner Hinrichtung.

Langsam richteten sich seine scharfen, berechnenden Augen auf mich.

Ich stand zitternd, bis auf die Knochen durchnässt, mein Atem kam in flachen, unregelmäßigen Stößen. Doch als diese dunklen, durchdringenden Augen über mich glitten, flackerte tief in meiner Brust ein seltsamer, verzweifelter Instinkt auf.

Ich weigerte mich zu kuschen. Ich weigerte mich, ihn betteln zu sehen. Mit der letzten Reserve meines Barone-Stolzes hob ich mein Kinn und starrte ihn in stillem, zitterndem Trotz an.

Wir standen erstarrt in diesem atemlosen Augenblick. Die Scheinwerfer der umliegenden Geländewagen beleuchteten die Regenschauer zwischen uns wie fallende Kristalle.

Als Garrick auf mich herabblickte, wappnete ich mich für das kalte, sadistische Grinsen des Kriegsherrn aus meinem Albtraum. Doch die erwartete Grausamkeit blieb aus.

Stattdessen schien plötzlich eine schwere Stille über ihn zu fallen. Seine dunklen Augen weiteten sich ein wenig, sein Blick folgte den Linien meines Gesichts, meinem durchnässten Haar, das an meiner Stirn klebte, der Kontur meines Kiefers.

Eine unerwartete, fast greifbare Veränderung lag in der Luft. Die harte Linie seines Kiefers spannte sich an, nicht vor Zorn, sondern mit einer brennenden, wilden Intensität, die mich völlig überrumpelte.

In dieser stillen Sekunde, während ich ihn durch den Regenschleier betrachtete, durchzuckte mich mitten in meiner Panik eine irritierende Erkenntnis.

Er sah nicht aus wie das abscheuliche, entstellte Monster aus meinem Traum. Tatsächlich sah er... beeindruckend aus.

Er war unglaublich massiv, ja, seine imposante Größe und sein kräftiger, markanter Körperbau machten ihn mühelos zum körperlich beeindruckendsten Menschen, dem ich je so nah gestanden hatte.

Doch selbst in den frühen Stunden eines kalten Morgens war er tadellos gekleidet. Der Schnitt seines anthrazitfarbenen Mantels war makellos und fiel über seine breiten, kräftigen Schultern. Sein dunkles Haar war zu einem sauberen, scharf geschnittenen Stil frisiert, unberührt von der chaotischen Wildheit, die ich mir vorgestellt hatte.

Als er einen Schritt auf mich zu machte, trieb ein zarter, eleganter Duft durch die feuchte Luft, und ich roch eine raffinierte Mischung aus edlem Zedernholz, teurem Tabak und einem noch teureren Parfum.

Er sah nicht aus wie ein wildes Tier. Er sah aus wie ein unglaublich mächtiger, wohlhabender Wirtschaftsmagnat.

Nur die eisige, tödliche Konzentration in seinen Augen und die Armee schwer bewaffneter, schweigender Männer, die die Autos flankierten, verrieten die erschreckende Wahrheit: Dieser Mann war ein Kriegsherr, der mein Leben in seiner Hand hielt.

„Du bist nicht Adrian", grollte seine Stimme. Es war ein tiefer, rauer Bariton, der in meiner Brust vibrierte und mir einen Schauer über den Rücken jagte, der nichts mit dem eiskalten Regen zu tun hatte.

„Nein", flüsterte ich, meine Stimme trug kaum über den Wind hinweg, doch ich wusste, dass er es gehört hatte.

Garrick verschwendete keine Zeit mit Fragen. Er überbrückte die verbleibende Distanz zwischen uns mit zwei langen, bedächtigen Schritten. Er war so groß, dass er den Wind vollständig blockierte und meinen zitternden Körper vor dem Schlimmsten des Sturms abschirmte.

Er streckte die Hand aus. Ich zuckte zusammen und schloss sofort die Augen, während ich mich auf einen brutalen Schlag oder einen gewaltsamen Griff wappnete.

Stattdessen legte sich eine große, warme Hand um mein Handgelenk.

Sein Griff war absolut unnachgiebig. Ich wusste mit vollkommener Gewissheit, dass es wie der Versuch wäre, sich aus einem eisernen Griff zu befreien, sollte ich mich losreißen wollen, und doch war er überraschend sanft.

Er drückte meinen Arm nicht zusammen. Er verursachte keine blauen Flecken und versuchte nicht, mir wehzutun. Stattdessen war seine schwielige Handfläche unglaublich warm gegen meine nasse, eiskalte Haut. Ohne ein einziges Wort übte er einen festen, lenkenden Druck aus und zog mich vorwärts.

Meine Füße bewegten sich instinktiv. Ich hätte ihm nicht widerstehen können, selbst wenn ich gewollt hätte. Er führte mich direkt zur offenen Tür seines vordersten Geländewagens. Einer seiner bewaffneten Wachmänner stand daneben und hielt die Tür in strenger, respektvoller Haltung offen, seinen Blick streng auf den Boden gerichtet.

Garrick schickte mich hinein, seine Hand verweilte einen Sekundenbruchteil länger als nötig an meinem Handgelenk, bevor er mich losließ.

Ich kletterte auf die Ledersitze des Wagens und presste meine nasse Reisetasche wie einen Rettungsanker an meine Brust.

Sekunden später öffnete sich die andere Tür, und das Fahrzeug senkte sich leicht ab, als Garrick neben mir einstieg.

Die Tür schlug mit einem schweren Dumpf zu und schnitt sofort den heulenden Wind und den Klang des Sturms ab.

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