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GEWAGT

作者: Kay Amour
last update 公開日: 2026-10-22 17:00:29

Glydons Sicht

„Was zur Hölle, Chris? Du hast mich mit dieser Schlampe betrogen!“ Ich schleuderte meine Handtasche nach ihm, während er sich schützend vor sie stellte.

Er wusste genau, wie sehr ich Lucy hasste. Meine verdammt nervige Nachbarin, die einfach nicht die Finger von anderen Männern lassen konnte.

„Es ist nicht so, wie du denkst, Glyn“, sagte er und wich dem Schuh aus, den ich nach ihm warf.

„Ich kann nicht glauben, dass ich dir vertraut habe. Du verdammter Mistkerl! Verschwinde sofort aus meinem Haus!“, schrie ich aus voller Kehle. Die Wut über seinen Verrat brachte mich beinahe zum Explodieren.

Doch anstatt mit seiner untreuen Schlampe zu verschwinden, stellte er sich stolz hin und stemmte die Hände in die Hüften.

„Hast du das etwa vergessen?“ Er grinste höhnisch, während Lucy ihm ein unterschriebenes Dokument reichte. „Ich bin der Eigentümer dieses Hauses, schon vergessen?“

Ich las die Überschrift und fluchte leise vor mich hin.

Eigentumsübertragungsvertrag.

Vor zwei Jahren hatte ich einen Kredit aufgenommen, um die Wohnung zu kaufen, und sie dummerweise auf seinen Namen eintragen lassen.

„Du schamloser Bastard! Ich habe dieses Haus mit meinem eigenen Geld gekauft.“ Dass ich den Kredit noch immer abbezahlte, verschwieg ich lieber.

„Tja, die Zeiten haben sich geändert. Dieses Haus gehört mir, und du hast nichts.“

„Ich habe dich geliebt, Chris.“

„Ach, bitte! Verschon mich mit diesem Unsinn.“ Mit finsterer Miene unterbrach er mich. „Glaubst du wirklich, ich wäre blind auf deine Spielchen hereingefallen? Ich wusste von Anfang an, dass du mich nur benutzt hast, um deine Taschen zu füllen, bis ich meinen Job verloren habe.“

Ich starrte ihn fassungslos an. Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte.

Ich hatte meinen eigenen Komfort aufgegeben, um seine Träume zu unterstützen. Von meinem ersten Gehalt hatte ich ihm sogar ein Auto gekauft. Ich hatte auch auf meine Chance verzichtet, das Land zu verlassen, nur weil ich ihn nicht im Stich lassen wollte, als es ihm am schlechtesten ging.

„Du wirst das bereuen!“, presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Es schmerzte, dass ich einen Mann so töricht geliebt hatte, der nie etwas für mich empfunden hatte.

Fünf Jahre meines Lebens – völlig verschwendet!

Gedemütigt durchquerte ich das Wohnzimmer und wollte gerade mein Schlafzimmer betreten, als Lucy mir den Weg versperrte.

„Nicht so schnell“, höhnte sie. „Das Einzige, was du aus diesem Haus mitnehmen wirst, sind die Klamotten, die du gerade trägst. Sei froh, dass ich so großzügig bin. Schließlich gehört dir jetzt nichts mehr.“

„Wie bitte?“

„Sie hat recht“, fügte Chris hinzu und stellte sich auf ihre Seite. „Da mir dieses Haus gehört, gehört mir auch alles darin. Das ist Teil des Vertrags, den du unterschrieben hast, Glydon.“

„Was? Das ist unmöglich!“

Ich riss ihm den Vertrag aus der Hand und las die vierte Klausel.

Alle Gegenstände innerhalb des Hauses, einschließlich persönlicher Besitztümer, gehen automatisch in das Eigentum des Hauseigentümers über. Im Falle einer Streitigkeit hat die zweite Vertragspartei keinerlei Anspruch auf irgendwelche Gegenstände.

„Du hättest den Vertrag gründlich lesen sollen, bevor du ihn unterschrieben hast“, murmelte Chris in spöttischem Ton.

Ich hatte diese Klausel vor der Unterzeichnung nicht bemerkt. Die Liebe hatte mich so blind vertrauen lassen, dass ich nicht einmal das Risiko erkannte, das meine Unachtsamkeit mit sich brachte.

„Das ist nicht in Ordnung! Du hast mich dazu gebracht, diesen Vertrag zu unterschreiben, indem du mich getäuscht hast“, widersprach ich.

„Welche Beweise hast du dafür? Außerdem ist ein Vertrag nun einmal ein Vertrag. Niemand hat dich gezwungen, ihn zu unterschreiben. Du hast es freiwillig getan“, erwiderte Lucy mit einem selbstgefälligen Lächeln.

Ihr Lächeln machte mich wahnsinnig. Am liebsten hätte ich es ihr direkt aus dem Gesicht gekratzt. Wenn ich doch nur die Zeit zurückdrehen könnte! Ich würde diesen Bastard ein für alle Mal aus meinem Leben werfen.

„Ich habe dich erst zu dem gemacht, was du heute bist, Chris. Ich kann dich genauso leicht wieder zu Fall bringen“, murmelte ich und bohrte meine Fingernägel in meine Handfläche.

„Oh, tut mir leid! Aber was kann so eine erbärmliche, obdachlose Schlampe wie du schon ausrichten? Chris hat eine neue Stelle als Manager bei Lexie Cosmetics bekommen. Welche Macht hast du überhaupt, um ihn fertigzumachen?“, spottete Lucy und bekam dafür einen Kuss von Chris.

„Wenn Lucy nicht gewesen wäre, hätte ich meine neue Stelle niemals bekommen. Du herzlose Hexe hast immer nur an dich selbst gedacht. Aber Lucy hat sich selbstlos Zeit genommen, um mir einen Job zu besorgen“, lobte er sie mit so viel Bewunderung in der Stimme, dass mir beinahe schlecht wurde.

„Ach wirklich? Das denkst du also? Na schön. Behaltet das billige Haus und mein ganzes Eigentum. Bettler wie ihr könnt es schließlich gebrauchen“, sagte ich und ein wissendes Lächeln legte sich auf meine Lippen.

Lucys Gesicht verzerrte sich vor Wut. Genau die Reaktion, die ich mir erhofft hatte.

„Wen nennst du hier eine Bettlerin?“, fauchte sie.

„Du gehst wirklich zu weit, Glyn. Genau deshalb konnte ich dich noch nie leiden. Du hältst dich ständig für etwas Besseres und schaust auf andere herab“, knurrte Chris und zeigte anklagend mit dem Finger auf mich.

Zufrieden, weil meine Provokation ihre Wirkung nicht verfehlt hatte, verließ ich mit erhobenem Kopf das Haus.

Chris redete mir weiterhin hinterher. Er faselte etwas von seinem Minderwertigkeitskomplex und davon, wie erbärmlich er sich fühlte, weil er mein Selbstbewusstsein nicht ertragen konnte.

Zumindest war das die einzige Erklärung, die ich für sein Verhalten brauchte.

Draußen stand Mr. Han am Eingang des Gebäudes, umgeben von einer Kolonne eleganter, schwarzer Luxuswagen. Verwirrt hob ich die Augenbrauen. Die ganze Inszenierung wirkte geradezu dramatisch.

„Mr. Han …“

„Mr. Rognez verlangt nach Ihnen“, informierte mich Mr. Han.

Ich verdrehte erschöpft die Augen. Seine Hartnäckigkeit ging mir langsam auf die Nerven.

Ich hatte ihm doch ausdrücklich Nein gesagt. Warum ließ er mich einfach nicht in Ruhe?

„Sagen Sie ihm, dass …“

„Mr. Han!“

Chris' Stimme hallte hinter mir wider. Er drängte mich zur Seite, stellte sich vor Mr. Han und grinste unterwürfig.

„Was führt Sie hierher?“

„Sei nicht so voreilig, Chris. Es ist doch offensichtlich, dass er hier ist, um deine neue Position als Manager bei Lexie Cosmetics zu würdigen“, prahlte Lucy mit einem schmierigen Lächeln.

Ich schnaubte verächtlich. Sie hatten ja keine Ahnung, wie sehr sie sich gleich blamieren würden.

Mr. Han schenkte ihnen keinerlei Beachtung. Stattdessen ging er einfach an ihnen vorbei und reichte mir eine schwarze Karte.

„Mr. Rognez hat Ihnen Zugang zur Westspring-Villa gewährt. Er wird dort auf Sie warten“, verkündete Mr. Han laut genug, dass Chris und Lucy jedes Wort hören konnten.

„Westspring-Villa? Das ist unmöglich! Niemand durfte jemals die Westspring-Villa betreten. Nicht einmal ein direktes Familienmitglied hat Zutritt zu diesem Anwesen“, murmelte Lucy. Der Schock war deutlich in ihrer Stimme zu hören.

„Du meinst die Westspring-Villa, die ein Vermögen gekostet hat? Niemals würde jemand, der so arm und billig ist wie Glydon, Zugang zu dieser Villa bekommen“, sagte Chris ungläubig.

Ich konnte mir ein selbstgefälliges Grinsen nicht verkneifen, als ich ihre fassungslosen Gesichter sah.

Vielleicht wäre es doch keine schlechte Idee, ein wenig mit Mr. Rognez zu spielen.

„Also gut, Mr. Han. Ich komme mit Ihnen, aber unter einer Bedingung“, erklärte ich entschlossen.

„Und die wäre?“

Eine tiefe Stimme unterbrach die angespannte Atmosphäre und ließ alle Köpfe in ihre Richtung schnellen.

Mr. Rognez stand aufrecht neben seinem schwarzen Maybach in limitierter Auflage. Sein schwarzer Anzug war makellos und faltenfrei. Seine gesamte Ausstrahlung strahlte Autorität und Macht aus.

Mit drei Schritten überbrückte er die Entfernung zwischen uns.

Ich beugte mich zu ihm und flüsterte so deutlich, dass nur er mich hören konnte.

„Sie wollen eine Ehefrau, richtig? Dann kaufen Sie mir dieses gesamte Wohngebäude, und ich unterschreibe den Vertrag.“

„Ist das alles?“

Er schnippte mit den Fingern in Richtung Mr. Han.

Ohne zu zögern, gab er den Befehl: „Kaufen Sie den gesamten Wohnkomplex und lassen Sie ihn auf Miss Parkers Namen eintragen.“

„Was?!“, schrie Lucy, während Chris wie ein Idiot sprachlos vor Schock dastand.

Innerhalb weniger Sekunden gehörte mir das gesamte Gebäude mit seinen zweiundfünfzig Wohnungen.

Mit einem triumphierenden Lächeln ging ich auf Chris zu und sagte: „Jetzt bin ich deine Vermieterin. Ich hoffe, du kannst die Miete pünktlich bezahlen.“

Zufrieden mit dem erbärmlichen Gesichtsausdruck meines Ex-Freundes kehrte ich zu Mr. Rognez zurück und fuhr mit ihm zur Westspring-Villa.

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