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Nach der Scheidung blüht sie auf.
Nach der Scheidung blüht sie auf.
作者: Hannelore

Kapitel 1

作者: Hannelore
„Unterschreib.“

Eine kühle, tiefe Stimme ertönte über ihrem Kopf, und ein Scheidungsvertrag wurde ihr vorgelegt.

Jana Schuhbert erstarrte einen Moment, hob schweigend den Kopf und sah David Fischer an — ein bitteres Lächeln huschte über ihre Lippen.

So war es also.

Kein Wunder, dass er sie heute Morgen ausnahmsweise angerufen und gesagt hatte: „Ich komme heute Abend nach Hause, ich habe etwas mit dir zu besprechen.“

Sie hatte sich den ganzen Tag darauf gefreut — und am Ende war es das...

Drei Jahre Ehe, und nun war alles vorbei.

Jana nahm den Scheidungsvertrag wortlos entgegen. Ihre Hand verkrampfte sich leicht. Nach einem kurzen Schweigen fragte sie mit heiserer Stimme: „Muss es wirklich sein?“

David Fischer runzelte die Stirn und musterte die Frau, die seit drei Jahren seine Ehefrau gewesen war.

Offenbar hatte sie gerade die Zimmer fertig gemacht; an ihrer hellen Schläfe hingen noch Schweißperlen. In ihren Augen lag eine sichtbare Müdigkeit und Verwirrung. Ihr schlichtes Gesicht wurde von einer dicken Brille verdeckt.

Sanft, schlicht – und langweilig. Eine ganz gewöhnliche, etwas hölzerne Frau.

Und doch war sie drei Jahre lang Frau Fischer gewesen.

David wandte den Blick ab, drückte die Zigarette aus und sagte ruhig,aber mit unmissverständlicher Härte: „Unterschreib. Sie ist zurückgekommen. Ich möchte nicht, dass sie es falsch versteht.“

Jana erstarrte erneut. Ein bitterer Geschmack breitete sich auf ihrer Zunge aus. Sie wusste genau, wen David meinte.

Tina Meyer – Davids erste Liebe, seine unvergessliche Jugendliebe.

Ihretwegen war diese Ehe drei Jahre lang nur ein leeres Arrangement geblieben.

Drei Jahre lang hatte David Fischer ihr nicht einmal näherkommen wollen – alles aus Rücksicht auf jene Frau.

Als fürchte er, sie konnte nicht zustimmen, fügte David ruhig hinzu: „Wir lassen uns einvernehmlich scheiden. Du hast keine hohe Ausbildung. Die Wohnungen und das Auto aus der Stadtvilla gehören nach der Scheidung dir, außerdem gebe ich dir weitere achtzig Millionen als Ausgleich.“

Damals hatten sie nur wegen seines Großvaters geheiratet und einen Ehevertrag unterschrieben.

Das, was David ihr jetzt überließ, war weit mehr, als ihr zustand.

Obwohl er sie nie gemocht hatte, musste er zugeben, dass Jana in diesen drei Jahren ihr Bestes gegeben hatte.

Und eine Frau mit ihrem Hintergrund brauchte nach der Scheidung Geld.

Jana verstand sehr gut, was er meinte. Sie blätterte den Vertrag durch, senkte dann die Augen und nickte langsam: „Gut, ich stimme zu.“

Sie nahm den Stift und unterschrieb entschlossen und sauber ihren Namen.

Als sie zu David aufblickte, schimmerten ihre Augen hinter den dicken Brillengläsern — unklar, ob es Bitterkeit war oder Unwille.

„Mach dir keine Sorgen. Ich ziehe in ein paar Tagen aus. Ich werde euch nicht stören.“

David nickte.

„Diese drei Jahre... Danke für deine Mühe.“

So langweilig, so steif und so gewöhnlich sie auch gewesen sein mochte — er musste zugeben, dass Jana eine tüchtige Ehefrau gewesen war.

Sie hatte sich um die ganze Familie gekümmert.

Er hatte sich auf seine Karriere konzentrieren können – weil sie da gewesen war.

Aber Gefühle ließen sich nicht erzwingen.

Jana fand es fast lächerlich.

Sie hatte so viel gegeben, drei Jahre ihrer Jugend geopfert – und am Ende bekam sie nur ein „Danke für deine Mühe“.

David bemerkte ihr spöttisches Lächeln nicht. Er nahm den unterschriebenen Vertrag entgegen, als sein Assistent anrief.

Er warf Jana einen flüchtigen Blick zu und sagte kühl: „Ich muss zurück in die Firma. Wenn du etwas brauchst, kann Frau Wagner dir helfen.“

Jana nickte.

Als David das Arbeitszimmer verließ, kam ihm seine Mutter im Wohnzimmer schon aufgeregt entgegen.

„Und? Hat sie unterschrieben?“

David runzelte die Stirn, nickte aber.

Die Mutter atmete erleichtert auf, fast frohlockend: „Gut, sehr gut. Seit du sie geheiratet hast, war ich keine Minute ruhig. Drei Jahre — und kein einziges Kind. Den ganzen Tag sitzt sie still herum, wer weiß, was sie im Schilde führt.“

David sagte nichts.

Seine Mutter seufzte und fuhr fort: „Als dein Großvater unbedingt wollte, dass du sie heiratest, war ich strikt dagegen. Ein Waisenkind, das bei der Familie Weber untergebracht wurde – was kann daraus schon werden? Jetzt ist es endlich vorbei. Wenn du Tina heiratest, kann ich beruhigt sein. Nur eine wie sie ist würdig, deine Frau zu sein.“

Neben ihr nickte Anna Fischer zustimmend: „Genau! Mit so einer Schwägerin habe ich mich immer geschämt. Wenn Tina meine Schwägerin wird, werden uns die Leute beneiden.“

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