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Kapitel 3

Penulis: SaKoHei
last update Tanggal publikasi: 2026-02-13 12:13:47

Klara war pünktlich. 07:58 Uhr.

Sie mochte es, vor der Zeit zu sein. Es gab ihr das Gefühl, vorbereitet zu sein, bevor der Tag begann.

Julian öffnete die Tür bereits angezogen. Frisches Hemd. Krawatte. Kontrollierte Haltung.

Aber seine Augen verrieten, dass die Nacht wieder zu kurz gewesen war.

„Guten Morgen“, sagte sie.

Er nickte nur. „Sie sind früh.“

„Ich arbeite lieber mit Puffer.“

Ein kurzer Blick, der fast so wirkte, als würde er das respektieren.

Aus der Küche hörte man Ava quengeln.

Klara stellte ihre Tasche ab und ging direkt dorthin, ohne auf eine Aufforderung zu warten.

Julian blieb einen Moment stehen und beobachtete, wie selbstverständlich sie sich bewegte. Als wäre sie nicht zum ersten Mal hier.

Ava saß im Hochstuhl und schlug mit einem Löffel auf das Tablett.

Als sie Klara sah, hellte sich ihr Gesicht sofort auf.

Dieses Lächeln.

Julian bemerkte es.

Und etwas daran ließ ihn gleichzeitig erleichtert und seltsam unruhig fühlen.

„Guten Morgen, kleine Maus“, sagte Klara sanft und ging in die Hocke, auf Augenhöhe mit ihr.

Ava streckte ihr sofort die Arme entgegen.

Wieder.

Ohne Zögern.

Julian verschränkte die Arme vor der Brust. „Sie mag Sie.“

„Kinder spüren, wer bleibt“, sagte Klara ruhig, während sie Ava aus dem Stuhl hob.

Der Satz traf ihn härter, als er sollte.

Er sah auf die Uhr. „Ich muss in zwanzig Minuten los.“

„Dann frühstücken Sie besser jetzt noch etwas“, entgegnete sie, ohne ihn anzusehen.

Er blinzelte leicht. „Ich frühstücke nicht.“

„Ab heute schon.“

Jetzt sah er sie an.

„Entschuldigung?“

Klara hob eine Augenbraue. „Sie können nicht den ganzen Tag funktionieren, wenn Sie nichts essen und nicht schlafen. Das merkt auch Ava.“

Da war sie.

Diese direkte Art.

Kein Respekt vor seinem Status. Kein vorsichtiges Herumreden.

Und zu seiner eigenen Überraschung… widersprach er nicht.

Zehn Minuten später saß er tatsächlich am Küchentisch.

Mit Toast.

Und Kaffee.

Und beobachtete, wie Klara mit Ava sprach, lachte, sie ablenkte, während sie ihr Brei gab.

Es war laut. Ungeordnet. Lebendig.

Und es fühlte sich zum ersten Mal seit Langem nicht nach Überforderung an.

Sondern nach… Zuhause.

Julian griff nach seiner Aktentasche.

„Ich bin gegen 19 Uhr zurück.“

Klara nickte nur. „Wir kommen zurecht.“

Wir.

Dieses Wort blieb ihm im Kopf hängen, als er das Haus verließ.

Er war schon fast an der Tür, als er innehielt.

Sich noch einmal umdrehte.

Klara saß mit Ava auf dem Boden der Küche. Nicht am Tisch. Nicht ordentlich. Sondern mitten zwischen Bauklötzen, einem Stoffhasen und einem umgekippten Becher, aus dem ein paar Tropfen Wasser auf die Fliesen liefen.

Ava lachte. Laut. Ungefiltert.

Julian konnte sich nicht erinnern, wann er dieses Lachen das letzte Mal gehört hatte.

Klara bemerkte seinen Blick. Sah kurz zu ihm hoch.

„Sie können gehen“, sagte sie ruhig. „Wirklich.“

Es war kein Rauswurf.

Es war eine Feststellung.

Ava war in diesem Moment versorgt. Sicher. Beschäftigt.

Er wurde hier gerade nicht gebraucht.

Und genau das fühlte sich ungewohnt falsch an.

Julian nickte knapp und verließ das Haus.

⸻

Um 11:42 Uhr griff er zum ersten Mal an diesem Tag nicht zum Handy, um eine Mail zu beantworten.

Sondern um zu sehen, ob Klara geschrieben hatte.

Nichts.

Um 13:17 Uhr tat er es wieder.

Nichts.

Um 15:03 Uhr lag sein Handy neben der Tastatur, das Display nach oben gedreht.

Lautlos.

Wartend.

Er hasste sich ein wenig dafür.

Gegen 16 Uhr vibrierte es endlich.

Eine Nachricht.

Von Klara.

Ein Foto.

Ava, draußen im Garten, auf einer Decke sitzend, die Sonne im Gesicht. Gras an ihren Fingern. Ein schiefer Blumenkranz auf dem Kopf.

Darunter nur ein Satz:

„Sie hat heute zum ersten Mal gelacht, als sie hingefallen ist.“

Julian starrte auf das Bild.

Dann auf den Satz.

Und merkte, wie sich etwas in seiner Brust lockerte, das dort seit Wochen festgesessen hatte.

Er tippte zurück.

„Danke.“

Drei Punkte erschienen sofort.

Verschwanden.

Erschienen wieder.

Dann kam ihre Antwort:

„Das ist mein Job.“

Er lehnte sich im Stuhl zurück.

Und wusste nicht, warum sich dieser Satz falsch anfühlte.

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