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last update publish date: 2026-05-26 02:45:26

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Hunter musste bei der Rezeption nicht nach seiner Frau fragen. Ein Arzt, der ihn beim Hineingehen bemerkte und gerade mit einer Krankenschwester sprach, beendete sein Gespräch sofort, um den Erben des MacIntyre-Imperiums in die Station seiner Frau zu begleiten.

Offensichtlich musste Claire in die VIP-Etage gebracht und im größten Zimmer untergebracht werden. Als Hunter sich ihr näherte, begann sein Körper zu schwitzen und sein Herz donnerte in seiner Brust.

Dieses Gefühl war vergleichbar damit, als würde die Seele den Körper verlassen. Was ihn noch mehr erstaunte, war die Tatsache, dass er so etwas wegen seiner Frau empfand, die er verzweifelt loswerden wollte, um mit seiner wahren Geliebten zusammen zu sein.

„Was zum Teufel!“ Ein Kloß bildete sich in seiner Kehle, als er sich selbst schockiert fluchen hörte.

Vor ihm saßen Thea und Cole auf einer Bank. Während die alte Frau nervös ihre Hände rieb und knetete, starrte sein bester Freund regungslos auf seine Schuhe. Doch sie hatten eines gemeinsam: Blut.

Die Kleidung der beiden war mit Blut verschmiert, als hätten sie mit roter Farbe gespielt.

Hunters schwere Schritte kündigten seine Ankunft an. Coles Gesicht verhärtete sich sofort zu einer Maske der Wut, während Thea erneut in heftiges Weinen ausbrach, das ihr Gesicht rot werden ließ.

„Sir“, sagte Thea und erhob sich ehrfürchtig, doch das Zittern in ihrer Stimme ließ Hunter erstarren.

Er blickte zur geschlossenen Tür der Station und versuchte, die Schwere von Claires Schmerz zu begreifen. Es bestand kein Zweifel, dass sie sich verletzt hatte. Aber die Frage war … wie?

Als wäre Cole ein Gedankenleser, erfasste er die Unsicherheiten in den Augen seines Freundes und schnaubte: „Thea, dein Chef will sicher eine Zusammenfassung dessen, was passiert ist. Obwohl er deine Anrufe ignoriert und später sein Telefon ausgeschaltet hat. Aber als gute Haushälterin musst du ihm alles berichten.“

Hunter schwieg. Er sah, wie Cole ihn verächtlich ansah. Er hätte ihn gern zur Reue gebracht, wenn er nicht einen Anruf erhalten hätte.

Während Cole sich entschuldigte und Hunter mit Thea allein ließ, bedeckte die alte Frau ihren Mund, um zu schluchzen.

In der Zwischenzeit stand Hunter da und beobachtete ihr Gesicht in der Erwartung, zu erfahren, was passiert war.

„M-Madam ist die Treppe hinuntergekippt und heruntergerollt, Sir. Ihr Kopf wurde verletzt, und sie hat schlecht geatmet, als wir sie hierhergebracht haben.“ Hunters Schultern sackten herab.

Er starrte zur Tür der Station, während er unentschlossen blinzelte. Er erinnerte sich daran, dass Cole erwähnt hatte, Claire habe sich selbst ausgehungert.

„Wo zum Teufel warst du, als sie sich selbst ausgehungert hat, Thea? Deine Aufgabe ist es, dich um das Haus zu kümmern und ihr Gesellschaft zu leisten. Warum hast du mir nichts davon erzählt, als sie Mahlzeiten ausgelassen hat?“

„Ich … ich habe es versucht, Sir. Aber Madam hat mich jedes Mal daran gehindert, es Ihnen zu melden. Sie sagte, es sei zwischen Ihnen und ihr. S-sie sagte, sie würde nichts essen, bis Sie sich zu ihr setzen und mit ihr essen.“ Sie brauchte Zeit, um sich zu beruhigen.

Als sie sprach, setzte Hunters Herz einen Schlag aus. „Sie war sich sicher, dass Sie kommen würden, Sir. Für Madam sind Sie ein fürsorglicher Ehemann. Sie hat ihre Mahlzeiten zuversichtlich ausgelassen, weil sie annahm, dass Sie zu ihr eilen würden, wenn Sie ihre Nachrichten lesen würden.“

Nach einer Pause fügte sie hinzu: „Früher sind Sie immer rechtzeitig nach Hause gekommen, Sir. W-was hat sich geän—“

Thea senkte den Kopf, als Hunter ihr einen warnenden Blick zuwarf.

Sie wusste genau, wann sie schweigen musste. Doch sie konnte nicht anders, denn ihr Arbeitgeber hatte ihrer Madam so viel Wärme gezeigt, dass es für sie eindeutig echt wirkte. Ihre Neugier war allgegenwärtig, und wie alle anderen fragte sie sich, warum er so herzlos gegenüber der Frau geworden war, die ihm so ergeben war.

Im Gegenteil seufzte Hunter nervös. Er weigerte sich zuzugeben, dass er angespannt war. Doch tief in seinem Inneren brach sein Herz zusammen.

Die Nachrichten. Er erinnerte sich.

Hunter griff nach seinem Telefon. Seine Finger zuckten, als er ihren Namen berührte, um ihre Chats zu öffnen.

Eine Flut gemischter Emotionen überrollte ihn. Sie hatte viele Dinge geschrieben, und eines davon war beinahe prahlerisch formuliert, als wisse sie, dass es so kommen würde.

Sie schrieb: Ich weiß, dass du dich kümmerst, deshalb reduziere ich meine Nahrungsaufnahme, Hunter. Von einer Frucht pro Tag werde ich es auf einen Bissen pro Tag reduzieren. Ich werde nichts essen, bis du nach Hause kommst und mit mir isst.

„Du …“ Er ballte seine andere Hand zur Faust und fuhr herum, um seine Frustration gegen die Tür ihrer Station zu richten.

Eine ihrer Nachrichten lautete: Ich spüre, wie sich meine Gedärme vor Hunger zusammenziehen, Hunter. Ich werde sicher an Hunger sterben, wenn nicht an diesem Schmerz in meiner Brust. Komm bald nach Hause.

„Dein Gesicht ist farblos, Hunter. Bist du schuldig? Gibst du dir selbst die Schuld dafür …“

Cole war zurückgekehrt und zeigte nun auf sich selbst – genauer gesagt auf das Blut auf seinem blauen Hemd.

Sein Gesicht wurde ausdruckslos, während seine Augen Mitleid für die Frau seines besten Freundes zeigten.

„Sie hat im Bewusstlosen deinen Namen gerufen, Hunter. Tu ihr nicht so weh“, sagte Cole leise.

„Schau, ich weiß, dass Zara sehr besonders ist. Aber sie war es in der Vergangenheit. In den zwei Jahren, seit sie weg ist, hat Claire sich um dich gekümmert wie um ein Kind. Sie war geduldig mit dir und hat ständig gelächelt, selbst wenn du Wutanfälle hattest oder sie ignoriert hast. Sie hat sich an dich geklammert wie jemand, der sich an einen Felsen oder eine alte Wurzel klammert, um nicht zu fallen.“ Cole kam näher.

Sein Gang war erschöpft, und es war ein Freund, der mit seinem Freund sprach, als er sagte: „Claire verdient deine Liebe und Zuneigung, Hunter. Sie sollte in deiner Gegenwart und Zukunft sein. Nicht eine Geliebte, die dich verlassen hat, um jemand anderen zu heiraten, während du gelitten hast.“

Hunter reagierte nicht. Doch die Kälte seines Blicks sagte vieles aus.

„Umarme sie, solange sie noch an dir hängt. Sonst wird eines Tages der Moment kommen, in dem du nach ihrer Aufmerksamkeit verlangst und nur Schweigen bekommst.“

Nach einem Moment ohrenbetäubender Stille deutete Cole auf die Tür.

„Sie wurde fürs Erste schlafen gelegt. Du kannst sie sehen.“

Hunter ging ruhig zur Tür. Bevor er eintrat, sagte Cole: „Denk über meine Worte nach, Homie. Wir alle wollen das Beste für dich. Und dein Bestes liegt in Claires Armen.“

Hunter öffnete die Tür leicht, und der Anblick von Claire im Bett, umgeben von Maschinen, ließ seine Augen erstarren. Er setzte sich auf den Stuhl und streichelte schwach ihre Hand, in die die Infusionsnadel gelegt war.

Ihr Gesicht hatte seinen rosigen Schimmer verloren, ihre Lippen waren trocken wie verwelkte Rosenblätter. Dennoch wirkte sie außergewöhnlich schön. Entstellt wurde ihr Gesicht nur durch den weißen Verband an ihrer Stirn. Links, in der Mitte, befand sich ein runder Fleck sichtbaren Blutes.

Hunter berührte ihn vorsichtig. Wie von selbst beugte er sich hinunter und küsste ihre trockenen Lippen. Sofort wurde sein Körper wach. Er streichelte ihre Wange und starrte sie überrascht an.

Dieses Gefühl – diese Ruhe – ließ ihn bewegungslos werden. So hatte er sich nicht einmal bei einem Kuss mit Zara gefühlt.

Er küsste ihre Stirn und flüsterte: „Wach auf, Claire. Ich mag es, wenn du mit mir kämpfst. Wach auf und fordere mich heraus.“

***

„Wach auf, Claire“, diese Stimme war heiser.

Doch sie erfüllte ihr Wesen mit einem Gefühl von Ruhe. Claire konnte nichts sehen, aber tief in sich spürte sie, wie ihr Herz vor Glück strahlte.

„Wach auf und fordere mich heraus.“ Diese Worte gaben ihr Mut.

Sie kämpfte gegen die Schwere ihres Körpers. Ihre Wimpern schmerzten, als sie versuchte, sie zu öffnen, doch als sie es schließlich tat, sah sie niemanden. Claire betrachtete ihre Umgebung, als sie die Stimme erneut hörte.

„Storniere meinen Terminplan und verlege alle Meetings online. Meine Frau ist im Krankenhaus, also werde ich für ein paar Tage nicht zur Arbeit kommen.“

Claire vergaß zu atmen, als sie ihn hereinkommen sah. Ihre Augen leuchteten, und ein Gefühl von Zufriedenheit erfüllte ihre Brust.

„Hunter, du bist gekommen“, flüsterte sie, als sie ihn näherkommen sah.

Inzwischen hatte Hunter den Anruf beendet. Ihre Blicke trafen sich, und das, was sie fühlten, ließ beide Körper erzittern.

Während ein sanftes Lächeln Claires trockene Lippen umspielte, verzog sich Hunters Gesicht. Wut kochte in seinen Augen, als er sich an ihre Nachrichten erinnerte.

Ich reduziere meine Nahrungsaufnahme, Hunter. Von einer Frucht pro Tag werde ich es auf einen Bissen pro Tag reduzieren. Ich werde nichts essen, bis du nach Hause kommst und mit mir isst.

„Du …“ begann er, doch sein Satz wurde vom Klingeln seines Telefons unterbrochen.

Genervt schaute Hunter auf den Anrufer. Es war Enzo, der Wächter, den er in seinem Penthouse beauftragt hatte, um Zara zu beschützen.

In diesem Moment verschwand Claire für ihn. Alles, woran er denken konnte, war Zara, als er den Anruf annahm.

„Hallo“

„S-Sir“, Enzos Stimme war gefährlich angespannt. „Miss Levine wurde entführt.“

„Unmöglich!!! Meine Zara kann nicht … sie …“ Hunter verlor die Fassung.

Claire sah ihn mit gerunzelter Stirn an, als sie Zarahs Namen hörte.

„Hunter, was ist passiert?“

Sie war verärgert, weil sie gerade erst aufgewacht war und das Erste, was sie von ihrem Ehemann hörte, der Name seiner Ex-Geliebten war.

Sehr zu ihrem Missfallen drehte Hunter sich um und verließ ihre Station, als wäre sie keine Frau, sondern irgendeine zufällige Person, die seine Aufmerksamkeit nicht verdiente.

Fortsetzung folgt …

Hunter sammelt wirklich Hater, oder?

Aber die arme Claire – sollte sie nicht einfach aufgeben? Würdet ihr euch für so einen Mann bemühen, der sich wegen seiner Ex von seiner Frau scheiden lassen will? Kommentiert und lasst es uns wissen.

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