LOGINÉlena, 28 Jahre alt, arbeitslose Juristische Assistentin, ergattert eine Stelle als persönliche Assistentin bei Adriana Volkov , einer kalten, magnetischen Milliardärin. Seit vier Jahren mit Thomas zusammen, ist ihr Leben stabil, vorhersehbar … lauwarm. Schon beim Vorstellungsgespräch durchbohrt Adrianas grauer Blick sie. Eine Frage schwingt mit: Können Sie gehorchen? Zwischen den Glaswänden des Büros wird die Anziehung zur Besessenheit. Intensive Blicke, Berührungen, gestohlene Küsse. Élena entdeckt ein Verlangen, das sie nie zuvor für eine Frau empfunden hat. Doch jede Nacht, die sie bei Adriana verbringt, ist eine weitere Lüge gegenüber Thomas. Zwischen Schuldgefühlen und brennender Leidenschaft, zwischen ihrer bröckelnden Beziehung und dieser Frau, die sie verzehrt, muss Élena eine Wahl treffen: in ihrem lauwarmen Leben bleiben , oder sich dem Feuer hingeben. Eine Geschichte von verbotenem Begehren, einvernehmlicher Dominanz und der Entdeckung seiner selbst.
View MoreLéa erhebt sich langsam, nimmt ihre Serviette und legt sie auf den Tisch. — Du hast recht, sagt sie. Ich bin gekommen, um mich zu verabschieden. Also auf Wiedersehen, Victoria. Auf Wiedersehen, Maya. Pass auf dich auf. Pass auf dein Herz auf. Lass es nicht in diesem Haus zurück, wenn du gehst, so wie ich meines zurückgelassen habe. Sie geht um den Tisch herum, tritt auf Victoria zu und küsst sie auf die Wange, ein keuscher und trauriger Kuss, der etwas zu lange dauert. Dann wendet sie sich mir zu, beugt sich vor und küsst mich ebenfalls auf die Wange. Ihre Lippen sind warm und weich, ihr Atem streift mein Ohr, und sie flüstert: — Wenn du mich brauchst, wenn du reden möchtest, wenn du verstehen willst, ruf mich an. Meine Nummer steht in Victorias Telefonbuch. Sie hat sie nie gelöscht. Sie richtet sich auf, nimmt ihren roten Mantel und geht, ohne sich umzudrehen. Die Eingangstür fällt mit e
Das Esszimmer ist ein kleiner Raum neben dem Wohnzimmer, mit einem runden Glastisch und Stühlen aus gebürstetem Stahl. Victoria setzt sich an das Kopfende des Tisches, Léa und ich setzen uns einander gegenüber, und ich kann nicht anders, als sie anzusehen, ihr Gesicht, ihre Bewegungen, ihre Mimik zu beobachten. Léa besitzt etwas Magnetisches, eine Präsenz, die den Raum erfüllt, ein inneres Licht, das im Gegensatz zu Victorias Kälte steht. — Du bist sehr schön, Maya, sagt Léa, während sie ihre Serviette auseinanderfaltet. Victoria hatte schon immer einen guten Geschmack bei der Auswahl ihrer Dinge. Das Wort Dinge fällt wie ein Stein. Es ist dasselbe Wort, das Victoria benutzt, dieselbe Sprache der Entmenschlichung. Doch aus Léas Mund klingt es anders, beinahe wie eine Behauptung, wie Stolz, wie eine Herausforderung. — Danke, sage ich und senke den Blick auf meinen Teller. — Senk den Blick nicht, sagt Léa. Vor mir musst
Gegen halb eins sagt Victoria mir, ich solle mich umziehen. Sie hat Kleidung im Schlafzimmer vorbereitet, diesmal ein schwarzes Kleid, eleganter als das graue, körpernaher und weiblicher. Dazu einfache schwarze Ballerinas und eine feine, transparente Strumpfhose, die meine Beine wie eine zweite Haut umschließt. — Du bist wunderschön, sagt sie, als ich wieder nach unten komme, und dieses Kompliment ist das erste, das sie mir macht, seit ich hier angekommen bin, das erste echte Kompliment, und ich spüre, wie meine Wangen heiß werden und mein Herz schneller schlägt. — Danke, Ma’am. — Setz dich auf das Sofa, beweg dich nicht und warte auf mich. Ich hole etwas aus meinem Büro und komme gleich zurück. Sie steigt die Treppe hinauf, ihre Schritte hallen durch die Stille, und ich bleibe allein im weißen Wohnzimmer zurück, auf dem schwarzen Ledersofa sitzend, die Hände auf den Knien verschränkt und den Blick auf den Garten geri
Ich gehe die Treppe hinunter, meine Beine zittern, mein Herz schlägt viel zu schnell, das Bild von Léa hat sich wie eine Verbrennung in mein Gedächtnis eingebrannt, und ich setze mich auf das Sofa, die Hände auf den Knien, den Rücken gerade, und warte auf Victoria, warte auf die Strafe. Doch in meinem Kopf kreisen Léas Worte immer wieder. Meine einzige Liebe, meine einzige Herrin, mein einziges Bedauern. Léa liebte Victoria. Victoria hatte sie zurückgewiesen. Und jetzt kommt Léa zurück. Was wird sie mir sagen? Was wird sie tun? Und warum hat Victoria dieses intime und belastende Foto aufbewahrt, versteckt in ihrem Büro wie einen beschämenden Schatz? Victoria hatte über Léa mit einer Kälte gesprochen, die ihre Verletzung kaum verbergen konnte. Vielleicht ist Victoria doch nicht so gefühllos, wie sie behauptet. Vielleicht hat Victoria Léa ebenfalls geliebt und diese Liebe hat ihr Angst gemacht, sie dazu gebracht davonzu

















