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VERSTRICKTES GELÜBDE
VERSTRICKTES GELÜBDE
Blossom writes

Kapitel 1

last update Veröffentlichungsdatum: 24.05.2026 06:43:29

„Du bist immer noch Jungfrau, oder, Ellie?“

Jakes Stimme war laut genug, dass die halbe Villa es hörte. Er hatte den Arm um seine neue Freundin gelegt, das Handy in der anderen Hand schon auf Aufnahme.

„Little Miss Perfect. Zweiundzwanzig Jahre alt und hat noch nie einen Mann rangelassen. Kein Wunder, dass die Kanzlei dich nicht wollte.“

Gelächter. Überall gingen Handys hoch. Ich konnte den Post schon sehen: Elena Voss frigide, irrelevant.

Die Hitze schoss mir in die Wangen. Jakes Onkel war Partner bei Meridian. Er war der Grund, warum meine Praktikumsempfehlung gestrichen wurde. Nach allem, was ich mir aufgebaut hatte, würde ein besoffenes Gerücht auf dieser Party mich wieder zur Witzfigur machen.

Etwas in mir riss.

„Bin ich nicht“, sagte ich. Zu laut. Zu scharf.

Jake grinste. „Beweis es.“

„Ich schlafe mit jemandem. Mit Cassian Hale.“

Stille. Jemand ließ ein Glas fallen.

„Meinem Stiefbruder.“

Es war, als hätte jemand die Musik abgedreht.

„Bullshit“, keuchte Jakes Freundin. „Richard Hales Sohn? DER Cassian Hale?“

„Seit der Hochzeit unserer Eltern“, log ich weiter. Die Lüge schmeckte süß und giftig auf meiner Zunge. „Er kann die Hände nicht von mir lassen.“

Ich drehte mich um und floh auf die Terrasse, bevor sie sehen konnten, wie meine Hände zitterten. Die kühle Nachtluft traf mein Gesicht. Was zur Hölle hatte ich getan?

Cassian Hale hasste mich seit dem Tag, an dem meine Mutter mich adoptiert auf sein Anwesen gebracht hatte. Seit vierzehn Jahren.

Er war der goldene Erbe. Brillant, rücksichtslos, unantastbar. Ich war nur die Waise, die seinen Namen bekommen hatte, aber niemals seine Familie sein würde.

Und jetzt hatte ich seinen Namen als Waffe benutzt.

„Möchtest du das wiederholen, Stiefschwester?“

Das Blut gefror mir in den Adern.

Die Stimme war tief. Samt und Stahl. Eiskalt vor Wut.

Ich musste mich nicht umdrehen, um zu wissen, wer hinter mir stand.

Langsam drehte ich mich um. Cassian lehnte am Türrahmen, die Arme vor der breiten Brust verschränkt. Schwarzes Hemd, Bartschatten, sturmgraue Augen, die Feuer einfrieren konnten. Das goldene Licht der Party ließ ihn wie einen rächenden Engel aussehen.

Hinter ihm Jakes Handy filmte immer noch. Das rote Licht blinkte.

Er kam auf mich zu. Langsam. Mit bedächtigen Schritten, die mich rückwärts drängten, bis das steinerne Geländer sich in meinen Rücken bohrte.

„Du hast also allen erzählt, dass ich dich ficke, Elena?“ Seine Stimme war gefährlich leise. „Weißt du, was passiert, wenn mein Vater dieses Video sieht?“

„Ich... ich bin in Panik geraten...“

„Und hast genau die eine Lüge gewählt, die uns beide ruinieren würde. Brillant.“

Er blieb einen Schritt vor mir stehen. Ich konnte sein Parfüm riechen - dunkle Zeder und etwas Scharfes wie eine Klinge.

„Du hast zwei Möglichkeiten“, sagte er, eine Hand neben meiner Hüfte auf das Geländer gestützt. So nah, dass nur ich ihn hören konnte.

„Du gehst da jetzt rein und sagst allen, dass du eine pathologische Lügnerin bist, die von mir besessen ist.“

Sein Blick fiel für den Bruchteil einer Sekunde auf meinen Mund.

„Oder du spielst deine Lüge zu Ende. Morgen ist das Board-Dinner meines Vaters. Du kommst als meine Freundin. Und du überzeugst jeden dort, dass du verrückt nach mir bist.“

Mein Magen verkrampfte sich.

„Das klingt nach der Hölle“, flüsterte ich.

Sein Lächeln war scharf und voller Versprechen.

„Gut. Betrachte es als deine Strafe, kleine Lügnerin.“

Er beugte sich zu meinem Ohr.

„Na? Was wird es, Little Miss Perfect?“

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