MasukIch habe sechzehn Jahre lang von den Brosamen der Rudel-Wohltätigkeit überlebt, nur damit der Mann, dem ich drei Jahre lang vertraut habe, mich am Hochzeitsaltar betäubt. Zeth wollte nicht meine Liebe – er wollte das versteckte Vermögen meiner toten Eltern. Er plante, mich unter einem gefälschten Vertrag zu töten, noch bevor der Mond unterging. Zerbrochen und blutend von einem zerrissenen Gefährtenband floh ich in die eisigen Wälder und rannte direkt in Theodore – den kalten, rücksichtslosen Alpha des rivalisierenden Territoriums. Theo regiert sein Rudel mit einer strengen rechtlichen Charta, die emotionale Bindungen verbietet. Dennoch gerät sein innerer Wolf völlig außer Kontrolle, sobald er meinen Duft wahrnimmt. Um am Leben zu bleiben, akzeptiere ich einen erzwungenen Konkubinen-Vertrag. Doch während meine wahre Herkunft erwacht und die Lügen der Vergangenheit sich entwirren, erkennt Zeth, dass er die ultimative Mondkönigin weggeworfen hat. Theo muss sich entscheiden zwischen seinem heiligen Gesetz und der zerbrochenen Kätzin, die nun seine Seele besitzt.
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XYRAS PERSPEKTIVE Der schwere Duft von Kiefern und Kerzenwachs umhüllte mich, als ich am Altar stand. Meine Hände zitterten leicht unter den Spitzenärmeln meines Kleides. Sechzehn Jahre in leeren Zimmern und kalten Nächten hatten zu diesem Moment geführt. Nachdem der Überfall mir meine Eltern genommen hatte, wurde ich zwischen Wohltätigkeitsunterkünften verschiedener Wolfsrudel hin- und hergeschoben. Sie gaben mir für kurze Zeit Essen und ein Bett, aber ich gehörte nie wirklich dazu. Ich war immer die Außenseiterin. Immer nur vorübergehend. Zeth sah mich an einem regnerischen Abend und zog mich an sich. Drei Jahre seiner beständigen Anwesenheit verwandelten meine einsame Welt in etwas Warmes. Diese Ehe war nicht nur Liebe. Sie war Überleben. Ein echtes Zuhause, aus dem mich niemand mehr vertreiben konnte. Ein Ort, an dem ich endlich etwas bedeutete. Zeth stand neben mir, groß und ruhig in seiner Hochzeitskleidung. Seine Finger streiften meine, und ich lächelte zu ihm auf. Diese warmen braunen Augen hatten meine Brust immer leichter gemacht. „Du siehst wunderschön aus, Xyra“, sagte er leise. Seine Stimme trug dieses sanfte Grollen, nach dem ich mich gesehnt hatte. „Ich kann es kaum erwarten, das offiziell zu machen.“ „Ich fühle dasselbe“, flüsterte ich zurück. Die Worte schmeckten süß auf meiner Zunge. „Nach allem. Du fühlst dich richtig an.“ Der Älteste sprach die alten Worte, und wir wechselten unsere Gelübde. Ich wiederholte jede Zeile mit meinem ganzen Herzen. Zeth tat dasselbe, sein Blick fest auf meinen gerichtet. Als der Ritualkelch kam, hob er ihn zuerst für mich. „Trink mit mir, Liebste“, sagte er. „Lass diesen Wein unser Band für immer besiegeln.“ Das Metall fühlte sich kühl in meiner Handfläche an, als ich ihn an die Lippen führte und tief trank. Die Flüssigkeit schmeckte zuerst warm und gewürzt. Dann traf mich etwas Seltsames. Ein leichter metallischer Nachgeschmack, wie Blut, das sich mit den Trauben mischte. Ich zögerte, lächelte aber trotzdem. Ich schob es auf die Nerven an meinem großen Tag. Nichts weiter. Die Zeremonie endete mit Jubelrufen der Versammlung. Zeth nahm meine Hand und führte mich durch den Saal. Wir schlüpften in unsere privaten Gemächer im hinteren Teil des Gebäudes. Die Tür schloss sich hinter uns mit einem soliden dumpfen Schlag, dann drehte er den Schlüssel im Schloss. Ich dachte, es wäre wegen der Privatsphäre. Mein neuer Ehemann wollte in unserer Hochzeitsnacht mit mir allein sein. Ich trat näher und schlang meine Arme um seinen Hals. „Wir haben es geschafft, Zeth. Ich gehöre jetzt dir. Wirklich dir.“ Er hielt mich einen Moment, dann zog er sich zurück. Sein Lächeln blieb, aber seine Augen veränderten sich. Sie wurden distanziert. Fast amüsiert auf eine Weise, die mir einen Schauer über die Haut jagte. „Ja, du gehörst mir, Xyra. Zumindest für die nächsten paar Minuten.“ Ich lachte leise, weil ich dachte, er neckte mich. „Was meinst du damit? Komm her, ich will dich spüren.“ Er ging zu dem kleinen Tisch und goss sich ein Glas Wasser ein. „Drei Jahre, Xyra. Drei Jahre sorgfältiger Planung. Du warst einfacher, als ich erwartet hatte. So vertrauensvoll. So begierig nach jedem Krümel Aufmerksamkeit von jemandem, der so tat, als würde er sich kümmern.“ So tat? Das Wort landete wie Steine in meinem Magen. Ich starrte ihn an und suchte nach dem Witz. Mein Lächeln verblasste. „Zeth, hör auf. Das ist unsere Hochzeitsnacht. Wenn das ein Spiel ist, ist es nicht lustig.“ „Ich scherze nicht.“ Sein Ton blieb weich, fast sanft. Das erschreckte mich mehr als Schreien es getan hätte. Er stellte das Glas ab und wandte sich mir ganz zu. „Das Konsortium“, sagte er, „ist mehr wert, als du dir vorstellen kannst. Allein die Minen.“ Er machte eine Pause, als wäre er geduldig mit jemandem, der schwer von Begriff war. „Deine Eltern haben etwas Außergewöhnliches aufgebaut. Es ist schade, dass sie so vorsichtig waren, wer es erben darf.“ Das Wort Eltern traf sie tief. „Als deine Eltern starben, haben sie ihrer geliebten Tochter etwas hinterlassen. Das Testament gibt dem Ehemann bei der Heirat die operative Kontrolle.“ Er richtete seine Manschetten. „Der Zusatz, der vor sechs Monaten eingetragen wurde, besagt, dass bei deinem kinderlosen Tod innerhalb des ersten Ehejahres das volle Eigentum auf den Witwer übergeht.“ Er sah mich an. „Dauerhaft.“ Ich hörte die Worte und verstand sie einzeln. Sie ergaben zusammen keinen Sinn. „Zeth.“ Ihre Stimme brach bei seinem Namen. „Wir haben gerade geheiratet.“ „Ja.“ Er nahm den Dolch. „Du hast gesagt, ich wäre dein Schatten.“ Ich flüsterte. Etwas huschte über seinen Gesichtsausdruck, da und weg. Es war kein Schuldgefühl, sondern eher leichte Unannehmlichkeit. „Ich habe vieles gesagt. Es hat funktioniert, oder?“ Meine Knie gaben nach. Ich klammerte mich an den Bettpfosten, um nicht zu fallen. Der Raum begann langsam zu kippen. „Nein. Du liebst mich. Du… du hast es jeden Tag gesagt.“ Der metallische Geschmack von vorhin kehrte stärker zurück. Meine Zunge fühlte sich dick und schwer an. Ich presste eine Hand auf meinen Magen, als die erste Welle des Schwindels mich traf. „Der Wein. Du hast etwas in den Wein getan.“ „Kluges Mädchen“, sagte er mit einem kleinen Nicken. „Langsam genug, damit wir reden können, aber schnell genug, dass du keinen echten Ärger machst. Ich wollte, dass du es aus meinem Mund hörst. Dass du dein Gesicht siehst, wenn alles zusammenbricht.“ Tränen brannten in meinen Augen. Ich wollte ihn anschreien, ihn schlagen, diesen Albtraum stoppen. Aber mein Körper verriet mich zuerst. Meine Beine zitterten, als ich einen Schritt auf ihn zu machte. „Warum? Ich habe dir alles gegeben, Zeth. Mein Herz, mein Vertrauen, meinen Körper. Ich habe dir Dinge erzählt, die ich nie jemandem erzählt habe. Die Nächte, in denen ich weinend von alten Erinnerungen aufwachte und du mich gehalten hast. War irgendetwas davon echt?“ Er seufzte wie ein Elternteil, das von einem Kind enttäuscht ist. „Manche Teile waren angenehm genug. Du siehst hübsch aus, wenn du lächelst, und du hast mein Bett schön gewärmt. Aber Geschäft ist Geschäft, Xyra.“ Der Verrat schnitt tiefer durch mich als jede Klinge. Ich umklammerte meine Brust, als könnte ich mein brechendes Herz zusammenhalten. All diese ruhigen Abende, an denen er meine Stirn küsste und versprach, ich würde der Welt nie wieder allein gegenüberstehen. Lügen. Jede Berührung, jedes geflüsterte Wort, jeder Plan für Kinder und ein gemeinsames Leben. Ich hatte meine gesamte Zukunft auf Sand gebaut, und jetzt kam die Flut. „Wie konntest du mir das antun?“ Meine Stimme brach, und Tränen liefen über meine Wangen. „Ich war so lange allein. Du wusstest das. Du hast gesehen, wie sehr ich jemanden brauchte, der bleibt. Ich habe dich mit jedem Stück von mir geliebt. Bedeutet das gar nichts?“ Zeth verschränkte die Arme. Sein Gesicht zeigte kein echtes Bedauern. „Ach, du armes Ding.“ Ich sank auf die Bettkante. Mein Hochzeitskleid bauschte sich um mich wie ein grausamer Witz, und der Schwindel wurde schlimmer. Schwarze Flecken tanzten vor meinen Augen. „Bitte, Zeth. Wenn auch nur ein kleiner Teil von dir sich gekümmert hat, lass mich gehen. Tu das nicht.“ Er trat näher und hob mit einem Finger mein Kinn an. Seine Berührung fühlte sich jetzt kalt an. „Das kann ich nicht. Lose Enden sind gefährlich. Schlaf, Xyra. So wird es leichter.“ Der Raum drehte sich schneller. Ich versuchte, seine Hand wegzuschieben, aber meine Arme fühlten sich wie Blei an. „Du wirst das bereuen“, flüsterte ich. Meine Worte wurden an den Rändern undeutlich. „Jemand wird sehen, was du bist.“ Er lachte leise. „Sie werden sehen, was ich sie sehen lassen will. Und bis dahin wirst du verschwunden sein.“ Die Tür blieb verschlossen. Dieses Geräusch von vorhin hallte jetzt in meinem Kopf wider. Endgültig. Unnachgiebig. Meine Augen wurden schwer, als das Gift mich unterzog. Das Zuhause, das ich gefunden zu haben glaubte, war nie meins gewesen. Ich war mit offenen Armen und einem hoffnungsvollen Herzen in mein eigenes Ende gelaufen. Der Verrat brannte heißer als das Gift in meinen Adern. Als die Dunkelheit mich umfing, war mein letzter klarer Gedanke, wie vollkommen ich von dem Mann getäuscht worden war, den ich meinen Ehemann genannt hatte.KAPITEL VIERUNDACHTZIG: DIE ÜBERPRÜFUNG NACH DER ÜBERGABEXYRAS PERSPEKTIVEMarcus forderte die Aufzeichnungen der Überprüfung nach der Übergabe an, und das Büro fand sie innerhalb einer Stunde – einen echten Bericht, aber viel breiter, als wir gehofft hatten. „Er deckt den gesamten Übergabeprozess ab“, sagte Marcus uns. „Keine Untersuchung zu unserer fehlenden Akte.“Theodore zögerte nicht. „Das ist die wichtige Unterscheidung. Hol die Zusammenfassung und jeden Anhang zu ungelösten Angelegenheiten. Nichts weiter.“Was hereinkam, gab uns etwas Reales, auch wenn es dünn wirkte. Die Übergabe war überprüft worden, nachdem diese alten Aufgaben an neue Büros übergegangen waren. Es gab chaotische Inventare, lose Enden, unbeantwortete Anfragen. Keine Liste jeder Akte, aber ein Abschnitt packte mich sofort.Manche Überführungsaufzeichnungen blieben unzugeordnet, weil unterstützende Anhänge fehlten oder unvollständig waren. Der Prüfer sagte den Büros: Prüft, was ihr habt, und protokolliert all
KAPITEL DREIUNDACHTZIG: DIE PFLICHT, DIE NIE ANGENOMMEN WURDEXYRAS PERSPEKTIVEMarcus schickte eine Anfrage an das Büro, das in der Übergangs-Querverweisung aufgeführt war. Er hielt sie einfach: Hatte das Büro die geerbte Bezeichnung jemals formell angenommen? Gab es eine Liste ungelöster Anfragen, die damit kamen? Und – am wichtigsten – gab es irgendeine direkte Erwähnung der fehlenden Quelleakte?Theodore prüfte den Entwurf, bevor er rausging. Er strich eine Zeile, die zu sehr nach Anschuldigung klang. „Wir haben den Beweis, dass die alte Bezeichnung in ihre Struktur gemappt wurde“, sagte er. „Aber wir haben keinen Beweis, dass jede ungelöste Anfrage mitging. Ich lasse die Formulierung nicht mehr behaupten, als wir wissen.“Er hatte recht, und ich stimmte zu. „Lass sie erklären, was sie formell angenommen haben. Das gibt uns etwas Reales. Wenn wir sie beschuldigen, eine Akte verloren zu haben, bevor wir wissen, dass sie sie überhaupt hatten, geben wir ihnen eine gute Ausrede, sich
KAPITEL ZWEIUNDACHTZIG: DIE FOLGE, DIE NIE GESCHLOSSEN WURDEXYRAS PERSPEKTIVEMarcus reichte den Antrag mit seiner üblichen Präzision ein und legte die Lücken dar – fehlendes Ziel, das Inventar, das die Akte nicht erklären konnte, und eine Referenz, die Hoffnung auf einen Folgeprozess weckte. Vielleicht würde das uns endlich sagen, was passiert war, nachdem alles zum Stillstand gekommen war.Das Büro sagte, das Register habe überlebt, aber es müsse noch gegen die ursprüngliche Referenz geprüft werden, bevor sie es freigäben. Theodore, immer ruhig, nickte nur und schickte Marcus zurück, um schriftlichen Beweis zu holen, und hielt sich an sein Ritual, seit die erste Notiz unter meiner Tür verschwunden war.Während wir warteten, ging ich die Anweisungen für ergänzende Überführungen noch einmal durch. Diesmal langsamer, und etwas sprang heraus – ein Detail, das ich vorher übersehen hatte. Eine ungelöste Überführung bleibt offiziell offen, bis eines von drei Dingen geschieht: Das empfange
KAPITEL EINUNDACHTZIG: DIE REFERENZ AUSSERHALB DES REGISTERSXYRAS PERSPEKTIVEMarcus ging zurück zum Aktenbüro. Diesmal war seine Anfrage auf das Wesentliche zusammengestutzt: die ursprüngliche Referenz, wann sie erfasst wurde, wie sie klassifiziert war und alles, was sie mit dem alten Stapelinventar verband. Eine so knappe Anfrage, dass niemand sie für eine Anschuldigung halten konnte.Was er zurückbrachte, war noch weniger. „Nur ein teilweiser Auszug“, sagte Marcus und legte ihn hin. „Er ist getrennt von der Hauptüberführungszusammenfassung gespeichert. Kein Ziel. Keine Notiz, die erklärt, warum er außerhalb der regulären Abfolge steht.“Theodore zögerte nicht. „Frag nach, ob diese fehlenden Felder im Original leer sind oder nur in der Kopie weggelassen wurden, die sie dir gegeben haben.“Das klickte sofort. „Wenn die Info im Original steht, war jemand einfach faul beim Kopieren. Aber wenn sie in beiden fehlt, ist das eine Lücke, die in die Aufzeichnung selbst eingebaut ist.“Marcu











