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KAPITEL 4

Author: DEBBY KEN
last update publish date: 2026-07-23 00:41:55

KAPITEL VIER: DAS ANGEBOT DES TEUFELS

THEOS PERSPEKTIVE

Ich bewegte mich durch die Nacht, meine Krieger dicht hinter mir. Die Grenze brachte immer Ärger mit sich, aber heute Nacht fühlte es sich anders an.

Plötzlich fing ich den Duft einer Wölfin auf. Sie roch nach Blut, Angst und etwas anderem. Etwas Uraltem und Mächtigem, das an meinem Wolf zerrte, wie ich es noch nie zuvor gespürt hatte. Ich entdeckte sie zusammengebrochen gerade noch innerhalb meines Territoriums. Eine Frau in einem zerrissenen Kleid, ihr Knöchel schlimm verdreht und ihre Haut blass vor Erschöpfung. Dennoch summte ihr Blut unter der Oberfläche. Stark. Verborgen. Es rief mich wie eine Herausforderung, die ich nicht ignorieren konnte.

Kai, mein Wolf, regte sich heftig. Sie sah wunderschön aus, selbst in ihrem zerbrochenen Zustand. Sie hatte zarte Gesichtszüge und ihr dunkles Haar war vom Lauf zerzaust. Meine Brust zog sich bei einem seltsamen Ziehen zusammen. Kein Mitleid, sondern etwas Tieferes und Gefährlicheres. Ich drückte es nieder. Bindungen waren Schwächen, die ich mir als Alpha nicht leisten konnte.

Einer meiner Krieger meldete sich zu Wort. „Alpha, wir sollten sie liegen lassen. Ärger folgt jedem, der von dieser Seite der Grenze flieht.“

Ich hockte mich neben sie und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihr Atem ging flach und schnell. Ich bemerkte ein frisches, rohes Mal eines gebrochenen Gefährtenbandes an ihrem Hals.

Die kleine Kätzin wurde gerade verstoßen, dachte ich bei mir.

Diese Macht in ihrem Blut flammte erneut auf, als meine Finger ihre Haut berührten. Es fühlte sich wie ein Blitz an. Kai knurrte leise zustimmend. Schön, stark, mein. Der Gedanke überraschte mich, doch ich schob ihn beiseite.

„Nun ja, wie sich herausstellt, mag ich Ärger… Heb sie auf“, befahl ich. Meine Stimme duldete keinen Widerspruch. „Bringt sie zurück in die Festung und versorgt ihre Wunden. Ich will Antworten, bevor wir über ihr Schicksal entscheiden.“

Die Männer gehorchten ohne Frage. Sie kannten mein Temperament. Ich ging neben ihnen her, während sie sie trugen. Mein Blick blieb auf ihrem Gesicht, während dieses Ziehen mich nicht losließ. Der rivalisierende Alpha würde keiner schwachen Frau so weit nachjagen. Es steckte mehr hinter ihr, und ich wollte wissen, was.

In der Festung arbeitete die Heilerin schnell. Ich stand in der Ecke und beobachtete. Ihr gebrochener Knöchel wurde fest verbunden und ihre Schnitte gereinigt. Die Heilerin sagte, sie sei vergiftet worden, doch sie habe hart gekämpft und durchgehalten. Beeindruckend.

Ich verschränkte die Arme und musterte jedes Detail. Die Art, wie sich ihre Brust hob und senkte. Der schwache Duft von ihr, der im Raum hing. Mein Wolf lief unruhig in mir auf und ab. Rastlos und neugierig. Beschützend auf eine Weise, die mich ärgerte. Ich schickte die anderen weg und setzte mich auf einen Stuhl neben dem Bett. Die Stunden vergingen langsam, während ich mit meinen Gedanken kreiste, die um diese seltsame Verbindung wanderten.

Als ihre Augen sich öffneten, fuhr sie mit einem Keuchen hoch. Schmerz zuckte über ihr Gesicht. Sie drückte sich gegen das Kopfteil des Bettes und sah sich panisch um. Ihr Blick fiel auf mich und sie erstarrte. Tränen sammelten sich schnell in ihren Augen.

„Wer seid Ihr?“, flüsterte sie. Ihre Stimme zitterte. „Warum bin ich hier? Bitte. Wenn das wieder eine Falle ist, ertrage ich das nicht. Nicht noch einmal.“

Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück. Ein langsames Lächeln umspielte meine Lippen. Ich sorgte dafür, dass sie meine Präsenz im Raum spürte – die Art, die schwächere Wölfe ohne ein Wort unterwerfen konnte. „Du brichst in meinem Territorium zusammen und fragst mich, warum du hier bist?“ Ich hielt meinen Ton ruhig, aber neckend. „Ich bin Theodore. Alpha vom Silver Crest. Und ich habe dich halb tot an meiner Grenze gefunden, Kätzchen. Ich hätte dich den Hunden überlassen können. Und doch bist du hier. Atmest… in meinem Zuhause.“

Sie schüttelte den Kopf. Frische Tränen liefen. „Ich… ich… ich war in Gefahr… Ich wollte Eure Grenze nicht überqueren… Ich hoffe, das löst keinen Krieg aus… bitte.“

Ich stand langsam auf und trat näher. Sie zuckte zusammen. Ich blieb am Fußende des Bettes stehen und verschränkte die Arme. Meine Aura umhüllte sie. Intensiv. Unnachgiebig. Ich neigte den Kopf und studierte ihre Augen. „Beruhige dich, Kätzchen. Wenn ich dich tot gewollt hätte, wärst du nicht aufgewacht. Die Leute, die dich gejagt haben, sind an der Linie stehen geblieben. Sie wussten es besser, als mich herauszufordern. Du bist sicher… vorerst. Aber ich brauche Antworten. Warum haben sie dich gejagt?“

Sie sah weg. Ihre Hände kneteten die Decke. „Ich möchte nicht darüber sprechen.“

Ich lachte leise. Der Klang hatte eine scharfe Kante. Ich trat näher und beugte mich herunter, sodass unsere Gesichter nah beieinander waren. Meine Stimme wurde zu einem spöttischen Flüstern. „Ach wirklich? Du rennst wie ein verwundetes Kaninchen in mein Territorium und erwartest, dass ich dich ohne Fragen beschütze? Rede, oder ich schicke dich persönlich zu ihnen zurück. Deine Entscheidung, Prinzessin.“

Ihre Augen weiteten sich vor neuer Angst. Das gebrochene Band war immer noch in dem Schmerz auf ihrem Gesicht zu sehen. Sie schluckte schwer. „Mein Gefährte… Mein Gefährte will mich töten.“

Ich hob eine Augenbraue. Ein spöttisches Lächeln spielte um meine Lippen. „Ach wirklich. Was hast du getan, um ihn zu verärgern, Prinzessin? Sein Lieblingsspielzeug gestohlen? Oder hast du einfach zu laut existiert für seinen Geschmack?“

Sie funkelte mich durch ihre Tränen an. Der Funke in ihren Augen gefiel meinem Wolf. „Er hat mich nie geliebt. Er hat mich drei Jahre lang belogen. Er hat mich wegen meines Erbes geheiratet, von dem ich bis dahin nichts wusste…“ Sie stockte, sprach aber weiter. „Er hat mich als seine Gefährtin verstoßen und mich in unserer Hochzeitsnacht vergiftet. Deshalb habe ich ihn erstochen und bin aus dem Fenster gesprungen, um zu fliehen. Das habe ich getan.“

Die Worte hingen zwischen uns. Ich spürte dieses seltsame Ziehen erneut. Stärker jetzt. Ihre Stärke trotz allem. Kai wollte sie auf der Stelle für sich beanspruchen. Das beschützen, was sich bereits wie meins anfühlte. Ich drängte das Gefühl zurück, doch es blieb. Sie war keine gewöhnliche Ausreißerin. Unter dem Schmerz trug sie Feuer in sich.

Ich richtete mich auf und gab ihr Raum. „Eine verstoßene Gefährtin also. Interessant. Ich kenne den benachbarten Alpha als zu ehrgeizig und selbstsüchtig. Aber du hast ihn überlebt. Das sagt etwas über dich aus.“

Sie beobachtete mich wachsam. Das Entsetzen saß noch in ihren Augen, doch etwas anderes flackerte ebenfalls auf. Erschöpfung. Ein winziger Faden Hoffnung. Ich sah, wie sich die Verbindung bildete, ob sie es wollte oder nicht. Meine Präsenz beeinflusste sie. Mein Duft. Meine Aura. Sie spürte das Ziehen selbst durch ihre Angst hindurch. Ich spürte es genauso. Es summte zwischen uns wie ein unter Strom stehender Draht.

Ich setzte mich auf die Bettkante. Nah genug, dass sie sich anspannte, aber nicht nah genug, um sie zu berühren. „Ich kann dich beschützen, aber das hat seinen Preis, Kätzchen.“

Sie sah mit verzweifelten Augen zu mir auf.

„Hier ist mein Angebot. Ich werde dich beschützen. Dafür sorgen, dass dein Gefährte und seine Leute dich nie wieder anfassen. Mein Wort ist Gesetz in diesen Landen. Niemand wird dich hier jagen.“

Ihr Atem beschleunigte sich. „Und was wollt Ihr im Gegenzug?“

Ich lächelte erneut. „Du wirst meine Konkubine. Mein, um dich zu behalten und zu beschützen. Dein Körper und deine Loyalität gehören mir. Im Gegenzug erhältst du Sicherheit und Macht, die du bei ihm nie hattest. Kein weiteres Rennen mehr. Keine gebrochenen Bande. Denk darüber nach, Prinzessin.“

Ihre Augen suchten in meinem Gesicht. Das emotionale Gewicht meiner Worte traf sie. Terror vermischte sich mit dem seltsamen Ziehen zwischen uns. Ich wartete und beobachtete jedes Flackern der Emotionen auf ihrem Gesicht. Das Kapitel ihres alten Lebens endete hier, und das neue begann mit mir. Ich würde sie nicht so leicht gehen lassen.

Das Schweigen dehnte sich zwischen uns aus, während sie noch nichts sagte. Ich beugte mich leicht vor. Meine Stimme wurde zu einem sanften Spott. „Wähle weise, Prinzessin. Da draußen stirbst du. Hier drinnen lebst du… zu meinen Bedingungen. Wie entscheidest du dich?“

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