MasukEvelyn atmete tief ein und regte sich benommen. Ihre Augen flatterten auf, als sie langsam wieder zu sich kam. Ihre Sicht war noch verschwommen, während sie mühsam versuchte herauszufinden, wo sie sich befand. Sie befand sich in einem schwach beleuchteten Raum; das einzige Licht kam von einer einzigen Glühbirne, die von der Decke hing. Der Raum war karg eingerichtet, abgesehen von ein paar Pappkartons und einem einzigen Metallstuhl, der vor ihr stand. Sie versuchte, sich aufrecht hinzusetzen, doch eine Welle von Schwindel und Übelkeit überkam sie, und sie sackte wieder zurück. Ihr Kopf pochte, und als sie die Hand hob, um sich an den Hinterkopf zu fassen, stellte sie fest, dass ihre Handgelenke an die Armlehnen des Metallstuhls gefesselt waren, auf dem sie saß, und als sich ihre Augen an das schwache Licht gewöhnt hatten, konnte sie sehen, dass ihre Knöchel an die Stuhlbeine gekettet waren. Sie zuckte zusammen, als sie angestrengt nachdachte, um sich
Als Jason erkannte, wie wenig Zeit er seit der Veröffentlichung seines Albums mit Evelyn verbracht hatte, räumte er seinen Terminkalender für diesen Tag frei und beschloss, sie zum Mittagessen einzuladen, um sie mit köstlichen Delikatessen zu verwöhnen. In seinem Auto, in der Nähe ihres Showrooms, sah er, wie sie nach einem Taxi winkte. Da er an einer roten Ampel feststeckte und sie nicht aus den Augen verlieren wollte, rief er sie auf ihrem Handy an, doch zu seiner Bestürzung log sie, sie sei bei Doris, obwohl er deutlich sah, wie sie in ein Taxi stieg. Wollte sie wirklich so unbedingt mit ihm zu Mittag essen, dass sie lügen musste, um ihm auszuweichen? War sie sauer auf ihn, weil er sich in letzter Zeit so rar gemacht hatte? Als die Ampel auf Grün sprang, überlegte Jason, ob er umkehren oder doch bis zu Evelyns Ausstellungsraum weiterfahren sollte. Er entschied sich für Letzteres. Als er am Straßenrand anhielt, sah er Evelyns
Eine Woche später war Evelyn immer noch skeptisch, ob sie Jason alles erzählen sollte, was vor sich ging. So, wie er ihr seine Liebe bekundete, wusste sie, dass sie ihm mittlerweile vertrauen können sollte. Aber… Aber sie war sich nicht sicher, ob seine Gefühle für sie echt waren oder nur gespielt. Vor allem jetzt, wo sie herausgefunden hatte, dass auch ihre Schwester ihm nicht trauen konnte. Es war ohnehin nicht besonders schwer, ihm in diesen Tagen aus dem Weg zu gehen. Seit der Veröffentlichung seines Albums war Jason ständig auf der einen oder anderen Show, bei der einen oder anderen Autogrammstunde und bei all den anderen Dingen, die Musiker während ihrer Promotion-Touren so tun. Evelyn hatte alle Hände voll zu tun. Sie hatte eine Woche lang auf eine Antwort von Dr. Fletcher gewartet, doch diese kam nie. Sie hatte versucht, vernünftig zu bleiben und drastische Maßnahmen zu vermeiden, doch mit der Zeit schwand ihre Gedul
Das Viertel, in dem Dr. Adam Fletcher zuletzt gesehen worden war, lag in einem Labyrinth aus engen Gassen, gesäumt von schäbigen Häusern und baufälligen Läden. Es gab nur wenige Bäume, und die, die dort standen, waren karg und halb abgestorben. Die Geräusche des Viertels waren eine Kakophonie aus Musik und Stimmen, der Geruch von exotischen Gewürzen und Kochfeuern erfüllte die Luft. Auf den Straßen spielten Kinder, deren Lachen von den Hauswänden widerhallte. Die Bürgersteige waren rissig und uneben, und in den Ecken türmte sich Müll. Die Luft war schwer vom Geruch nach Müll und Verwesung. Als Evelyn die genaue Adresse erreichte, die man ihr genannt hatte, klopfte sie leise an die heruntergekommene Tür, aus Angst, sie könnte aus den Angeln fallen. Dieser Ort war dringend renovierungsbedürftig. Nachdem sie vor ein paar Tagen das letzte Tagebuch ihrer Schwester gelesen hatte, beschloss Evelyn, dass sie Doktor Fletcher finden musste, der bis
„MARCUS! Tausch dieses Kleid gegen das trendigste Kleid vom letzten Monat aus. Das nehmen wir in die Kollektion auf!“, rief Aubrey Marcus zu, der gerade eine der Schaufensterpuppen ankleidete. „Ja, Ma’am!“, spottete Marcus scherzhaft und salutierte. „Tess! Lola! Diese Schaufensterpuppen sind nicht richtig angezogen. Bitte glättet die Falten“, sagte Aubrey zu den anderen Mädchen. „Lilly! Komm und hilf mir mit diesem Stoffhaufen.“ Währenddessen saß Evelyn in ihrem Büro und trug die Entwürfe in ihr Skizzenbuch ein. Zwei Tage nach Jasons großem Geburtstag meldete sich Celine Philippe bei ihr und teilte ihr mit, dass sie in zwei Tagen im Showroom sein würde. Das war heute. Die Atmosphäre im Showroom war voller Vorfreude, während sie sich auf diesen bedeutsamen Tag vorbereiteten. Eine Stunde später erhielt sie eine SMS von Celine, dass sie gerade ankam. Evelyn eilte zum Showroom, wo ihre Assistentinnen bereits warteten.
Jason folgte ihrem Blick zu dem, was ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein Seufzer entfuhr ihm, bevor er sich zu einem Lächeln zwang. „Ja!“, antwortete er nonchalant. „Dein Adam Cupid. Ich dachte mir, du würdest ihn gerne persönlich kennenlernen.“ „Aber es ist dein Geburtstag, nicht meiner. Warum schenkst du mir so ein kostbares Geschenk?“, piepste Evelyn mit leiser, gedämpfter Stimme. Sie war in diesem Moment völlig hingerissen. Ihre Augen ließen den umwerfenden Mann, der auf sie zukam, keine Sekunde aus den Augen. „Wow! In echt sieht er noch viel heißer aus.“ Jason runzelte die Stirn und warf ihr einen intensiven Seitenblick zu. Fühlten sich andere Typen auch so, wenn ihre Freundinnen ihm hinterher sabberten? Das Karma ist wirklich grausam! Er beugte sich zu ihr hinüber und senkte seine Stimme, sodass sie ihn direkt am Ohr hören konnte. „Hör auf, ihn so anzustarren. Du machst mich eifersüchtig.“ Evelyn rührt







