Masuk(Aus Arias Sicht)Die Männer erstarrten. Ich brach los.Oscar und ich gingen gemeinsam auf sie los.Sie waren in der Überzahl, aber wir beide waren stark, und wir hatten immer gut als Team gekämpft. Bald lagen sie auf dem Boden, stöhnend.Oscar fand Seil und fesselte sie. Er stand auf, wischte sich die Stirn – und das Erste, was aus seinem Mund kam, war kein „Was ist passiert“.„Du hast Ja gesagt. Gerade eben. Ich habe dich gehört.“Als ich nicht antwortete, runzelte er die Stirn. „Nimmst du es zurück?“Ich wollte antworten. Er stieß mich zur Seite –„Vorsicht!“Ein Schuss.Mir wurde weiß vor Augen. Ich verlor völlig die Kontrolle. Ich griff nach einem Messer und stieß es in den Schützen – einmal, zweimal, immer wieder.Er wurde nach Sekunden still.Mit zitternden Händen rief ich den Krankenwagen. Ich kniete mich neben Oscar und drückte fest auf die Wunde, sinnlos.Das Blut wollte nicht aufhören. Ich drückte, und es kam weiter. Eine Silberkugel.Genau wie beim letzten Mal.Musste er je
(Aus Arias Sicht)In den nächsten Tagen ließ Oscar sich nicht blicken.Aber ich spürte ihn überall.Jeden Morgen ein frischer Blumenstrauß auf meinem Schreibtisch. Den ganzen Heimweg über spürte ich Blicke in meinem Rücken. Ein warmes Abendessen, das mich erwartete, wenn ich ankam.Hatte er nicht ein ganzes Rudel, um das er sich kümmern musste?Ich rieb mir die Schläfe, resigniert.Die drei Tage vergingen schneller als erwartet.Mit einem mulmigen Gefühl kam ich nach Hause, das Herz raste. Sogar beim Abendessen war ich mit den Gedanken woanders.Ich konnte mich immer noch nicht entscheiden.Es war nicht nur, dass ich an uns zweifelte. Ich hatte meine Mission nicht vergessen.Aufgabe eins. [Nicht Oscars Gefährtin werden.]Sagte ich ja zu ihm, würden wir uns für den Rest unseres Lebens nie vollständig verbinden können. Keine Markierungszeremonie. Kein Gefährtenband.Nur zwei Herzen, die sich festhielten. Wie lange konnte das halten?Und war das fair ihm gegenüber?Ein Klopfen an der Tür
(Aus Arias Sicht)Jahre hatte ich darauf gewartet, das von ihm zu hören.Er war zu spät.Ich hielt meine Stimme ruhig. „Du kommst zu spät, Oscar. Geh nach Hause.“Er ergriff meine Hand. Der Blick in seinen Augen kam der Verzweiflung nahe.„Warum? Hast du dich in jemand anderen verliebt?“„Nein, ich –“„Wenn es kein anderer ist“, unterbrach er, die Stimme lauter werdend, „warum gehst du dann plötzlich weg? Du hast mich geliebt, oder? War das alles von Anfang an nur gespielt? Die Prophezeiung. Hast du nur so getan, wegen der Prophezeiung?“Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.Etwas in seinem Gesicht gab nach. „Du hast gelogen. Die ganze Zeit.“Ich schwieg einen langen Augenblick. „Ich habe nicht gelogen, Oscar. Ich habe dich wirklich geliebt. Wir sind zusammen aufgewachsen. Wir haben zu viel durchgemacht. Daraus wird immer etwas. Der Tag, an dem ich erfuhr, dass ich deine Schicksalsgefährtin war, war der glücklichste Tag meines Lebens.“„Aber du hast
(Aus Oscars Sicht)„Oscar – du –“ Mein Vater zitterte vor Wut. „Was soll das bedeuten? Du machst einen Rückzieher?“Meine Stimme war flach. „Einen Rückzieher? Ich habe nie gesagt, ich würde Catherine heiraten. Das habt ihr für mich entschieden.“Er richtete einen zitternden Finger auf mich. „Hör sofort auf mit diesem Unsinn! Du liebst sie seit Jahren. Alles ist vorbereitet. Willst du die Prophezeiung in den Wind schlagen und dieses Rudel ins Unglück treiben?“„Wenn sich ein Schicksalsband so leicht übertragen lässt, wie viel Glauben sollten wir dieser Prophezeiung dann noch schenken?“Ich wählte meine Worte bedächtig, einen nach dem anderen. „Nichts auf dieser Welt ist vorherbestimmt. Und wenn irgendetwas versucht, es zu sein, werde ich es unter meinen Füßen zertreten.“Ich wandte mich ab, um zu gehen.Vor der Tür stand eine Wand aus Leibwächtern.Mein Vater bellte ihnen zu: „Bringt Oscar zum Umziehen. Er nimmt an der Markierungszeremonie teil.“Ich ließ meinen Blick über sie wandern.
(Aus Oscars Sicht)Catherine. Meine Schicksalsgefährtin?„Ist das ein Witz?“Bevor ich es verarbeiten konnte, drängte Catherine sich an allen in der Tür vorbei und warf sich in meine Arme.In dem Moment, als ich sie sah, spürte ich es – dieses Band. Vertraut und gleichzeitig falsch.Mein Wolf war zurück. Aber etwas stimmte nicht mit ihm. Ganz und gar nicht.Wie konnte mein Wolf nur darauf bestehen, dass die Frau vor mir meine Schicksalsgefährtin war?Catherines Augen glänzten vor Tränen. „Oscar. Oscar, die ganze Zeit – wir waren es. Wir sind füreinander bestimmt. Wir können zusammen sein.“„Nein –“Die Worte waren aus mir heraus, bevor ich sie zurückhalten konnte.Dann traf mich die Stimme meines Vaters von hinten – hart wie Stein.„Nein was? Oscar, glaubst du, das ist ein Spiel? Geh dich umziehen. Die Markierungszeremonie mit Catherine beginnt.“Ich drehte mich zu ihm um, fassungslos. „Was soll das? Aria ist meine Schicksalsgefährtin.“Er stieß einen langen Seufzer aus. „Aria war über
(Aus Oscars Sicht)Die Tüte mit dem Essen traf den Boden. Suppe spritzte über die Fliesen.Dann kam meine eigene Stimme – schreiend, bevor ich denken konnte.„Was hast du gesagt?“Ich zwang mich zur Ruhe. Ich machte zwei Schritte auf die Tür zu, dann gaben meine Beine nach. Mein Assistent fing mich auf, bevor ich zu Boden ging.„Wo ist sie? Bring mich zu ihr. Jetzt.“Ich eilte zu dem Zimmer und stieß die Tür auf.„Herr Whitlock, warten Sie – Sie können noch nicht rein.“Die Krankenschwestern versuchten, mich aufzuhalten. Ich drängte mich an ihnen vorbei.Ich taumelte ans Bett. Meine Hand zitterte, als ich das Laken von ihrem Gesicht hob.Ich erstarrte.„Das … ist nicht Aria.“Eine Krankenschwester trat vor und zog das Laken wieder über den Körper, die Arme verschränkt.„Aria? Sie ist unten. Sie ist ohnmächtig geworden, weil sie zu viel Blut gegeben hat – sie ruht in einem anderen Zimmer. Diese Patientin hat nur denselben Namen. Sie haben sich im Zimmer geirrt. Tun Sie so etwas nie wied







