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Kapitel Sechs – Weglaufen

مؤلف: Joy Heart
last update تاريخ النشر: 2026-09-16 02:19:25

Die Nacht war lang. Savannah saß auf dem Bett und starrte auf die Scheidungspapiere.

Ihre Tränen waren getrocknet, aber ihre Brust schmerzte immer noch wie Feuer. Sie hatte nicht unterschrieben. Sie hatte sich geschworen, dass sie es nicht tun würde.

Nathanaiels Worte hallten in ihrem Kopf wider.

„Du verlässt dieses Haus nicht, bevor du unterschreibst.“

Sie sah wieder auf die Papiere. Dann zur Tür. Dann zurück auf ihren Bauch.

Ihr Baby trat sanft, als würde es ihr sagen, was sie längst wusste.

Wenn sie blieb, würde sie alles verlieren.

Wenn sie ging, konnte sie wenigstens das Kind beschützen.

Am nächsten Morgen verließ Nathaniel früh das Haus, um zur Arbeit zu gehen. Er sah sie nicht einmal an, bevor er die Villa verließ. Sein kalter Anzug, seine kalten Augen, sein kaltes Herz. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss, und Stille erfüllte die Flure.

Savannah blieb einen langen Moment regungslos sitzen. Ihr Atem ging schnell, ihre Hände zitterten. Sie wusste, dass dies ihre Chance war. Vielleicht die einzige, die sie jemals bekommen würde.

Sie griff nach der Tasche, die sie unter dem Bett versteckt hatte. Sie packte die wenigen Kleidungsstücke, das bisschen Geld, das sie gefunden hatte, und die Dokumente hinein, die sie sicher aufbewahrt hatte. Ihre Hände zitterten so stark, dass ihr der Umschlag zweimal herunterfiel.

Ihre Brust hämmerte, als sie die Tasche schloss. Sie flüsterte sich selbst zu: „Du kannst das schaffen. Du musst es tun.“

Die Dienstmädchen waren in der Küche beschäftigt, und ihre Stimmen hallten durch den Flur. Klatsch, Gelächter, grausame Worte.

„Sie ist immer noch hier?“

„Das arme Ding. Er wird sie bald genug hinauswerfen.“

„Cassandra wartet auf ihren Platz.“

Savannahs Brust brannte. Sie hielt die Tasche fester und ging leise zur Hintertür. Ihre Schritte waren sanft, ihr Atem flach.

Sie öffnete die Tür und trat in die Morgenluft hinaus. Der Himmel war grau, die Wolken schwer vom Regen.

Ihre Füße bewegten sich schnell, beinahe rennend. Sie wagte es nicht, sich nach der Villa umzusehen. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde sie Ketten zerbrechen, aber gleichzeitig, als würde sie ins Feuer treten.

Sie erreichte die Hauptstraße und winkte ein Taxi heran. Der Fahrer hielt an und sah auf ihr blasses Gesicht und ihre zitternden Hände.

„Wohin?“, fragte er.

Savannah biss sich auf die Lippe. Sie wusste nicht einmal, wohin sie wollte. Sie platzte einfach heraus: „Irgendwohin, weit weg. Fahren Sie einfach.“

Das Taxi setzte sich in Bewegung. Savannah presste ihr Gesicht gegen die Fensterscheibe, während Tränen über ihre Wangen liefen. Die Villa wurde hinter ihr immer kleiner.

Ihre Brust schmerzte, aber ihr Herz flüsterte: Du bist frei. Wenigstens für jetzt.

Stunden später fand sie sich in einem kleinen Teil der Stadt wieder, weit entfernt von den hohen Glastürmen, die Nathanaiels Namen trugen. Die Straßen waren voll, laut und voller Menschen, die sie nicht kannten und denen sie egal war.

Sie betrat ein billiges Motel, ihre Tasche schwer auf ihrer Schulter. Die Frau am Empfang warf ihr einen kurzen Blick zu und gab ihr den Schlüssel, nachdem sie bezahlt hatte.

Das Zimmer war klein, die Farbe blätterte von den Wänden, das Bett war alt. Aber es gehörte ihr. Für jetzt war sie hier sicher.

Savannah ließ sich auf das Bett fallen und hielt sich den Bauch. Ihre Tränen kamen wieder, schwer und endlos.

Sie flüsterte ihrem Baby zu: „Ich habe es geschafft. Ich bin gegangen. Wir sind frei.“

Aber ihre Stimme zitterte. Angst erfüllte ihr Herz. Wie lange würde es dauern, bis Nathaniel bemerkte, dass sie verschwunden war? Wie lange, bis er seine Männer schickte, um sie zurückzuzerren?

Ihr Handy vibrierte. Eine Nachricht von einer unbekannten Nummer.

Savannah, du kannst dich nicht für immer verstecken.

Ihr Blut gefror. Ihre Hände zitterten. War er es?

Sie schaltete das Handy schnell aus und warf es beiseite. Ihre Brust hob und senkte sich schnell.

Die Stunden vergingen langsam. Sie saß am Fenster und umarmte sich selbst. Jedes Geräusch draußen ließ sie zusammenzucken. Jeder Schatten schien Nathanaiels Gesicht zu tragen.

Der Regen begann wieder, prasselte heftig gegen die Scheibe. Sie hielt sich den Bauch und flüsterte: „Ich werde dich beschützen. Ich verspreche es.“

Aber tief in ihrem Inneren wusste sie, dass der Sturm gerade erst begonnen hatte.

Weit entfernt auf der anderen Seite der Stadt saß Nathaniel in seinem Büro. Sein Telefon klingelte. Die Stimme seines Assistenten klang scharf.

„Sir, die Dienstmädchen sagten, Madam ist weg. Ihre Tasche fehlt.“

Nathanaiels goldene Augen verengten sich. Sein Kiefer verspannte sich. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, seine Stimme klang wie Stahl.

„Sie glaubt, sie kann weglaufen?“

Er stand auf, seine große Gestalt ragte über den Schreibtisch. Seine Stimme wurde tiefer, dunkler.

„Findet sie.“

Savannah wusste es noch nicht. Aber die Jagd hatte bereits begonnen.

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