ANMELDENZehn Jahre vergingen, doch die Erinnerungen an ihre vergangenen KĂ€mpfe hallten immer noch leise nach â nur fĂŒhlten sie sich mittlerweile an wie ein weit entfernter Traum. Das Anwesen war erfĂŒllt von Lachen, Liebe und dem verfĂŒhrerischen Duft frisch gebackener Kekse, der aus der KĂŒche strömte.Liam, mittlerweile ein kluger und selbstbewusster Teenager, saĂ mit seiner kleinen Schwester Amelia, die gerade neun Jahre alt geworden war, im Garten. Sie lachten herzlich, wĂ€hrend er ihr half, zum ersten Mal Fahrrad zu fahren.âFahr langsam, Amelia!â, rief Liam und rannte neben ihr her.âIch habe keine Angst!â, rief sie vergnĂŒgt und kicherte, wĂ€hrend sie leicht schlenkernd vorwĂ€rtsrollte.Vom Balkon im Obergeschoss beobachtete Savannah die beiden mit einem sanften LĂ€cheln. Ihr Haar war nun lĂ€nger, und ihre Augen trugen immer noch dieselbe WĂ€rme in sich, in die sich Adrian vor so vielen Jahren verliebt hatte. Sie legte eine Hand auf ihre Brust, tief dankbar fĂŒr den Frieden, den ihre Familie endl
Sechs Monate spĂ€ter war das Anwesen wieder von Lachen erfĂŒllt. Das GerĂ€usch von Liams kleinen Schritten, wie er durch das Wohnzimmer rannte, brachte allen so viel Freude. Tante Lisa saĂ auf dem Sofa und lĂ€chelte, wĂ€hrend sie ihm zusah, wie er mit seinen Spielzeugautos spielte.Savannah, die sich nun im fortgeschrittenen Stadium ihrer Schwangerschaft befand, saĂ mit einem strahlenden LĂ€cheln neben ihr. Ihr Babybauch zeichnete sich deutlich unter ihrem leichten Kleid ab. Adrian kam aus der KĂŒche und hielt ein Glas Saft in der Hand. âHier, meine Liebeâ, sagte er sanft und reichte es ihr.âDanke dirâ, lĂ€chelte sie und nahm einen Schluck. âDu bist in letzter Zeit wirklich unglaublich fĂŒrsorglich.âAdrian grinste. âDu trĂ€gst immerhin meine kleine Prinzessin in dir. NatĂŒrlich kĂŒmmere ich mich um dich.âLiam drehte sich um und hielt spielerisch den Atem an. âPapa, woher weiĂt du denn, dass es ein MĂ€dchen ist?âAdrian beugte sich zu ihm hinunter. âWeil ich es spĂŒren kannâ, sagte er mit einem Z
Zwei Tage spĂ€ter wurde Savannah schlieĂlich aus dem Krankenhaus entlassen. Ihre Hand war immer noch bandagiert, und Adrians Schulter trug einen leichten Verband, doch beide waren einfach nur unendlich dankbar, am Leben zu sein.Als sie zu Hause ankamen, rannte Liam ihnen in dem Moment entgegen, als sie eintraten. âMama! Papa!â, rief er ĂŒberglĂŒcklich. Er klammerte sich fest an Savannahs Beine. âIch habe euch so sehr vermisst!âSavannah lĂ€chelte schwach, wĂ€hrend FreudentrĂ€nen in ihre Augen stiegen. âIch habe dich auch vermisst, mein Schatz.âAdrian hob Liam in seine Arme und kĂŒsste seine Wange. âUnser kleiner Mann war so starkâ, sagte er sanft. âDu hast Mama stolz gemacht.âTante Lisa kam aus der KĂŒche und wischte sich die HĂ€nde an ihrer SchĂŒrze ab. In dem Moment, als sie Savannah sah, brach sie in TrĂ€nen aus. âOh, Gott sei Dank bist du sicher zurĂŒck, mein Kind!â, rief sie schluchzend und schloss sie fest in die Arme.Savannah lĂ€chelte und hielt sie eng umschlungen. âMir geht es jetzt g
Der nĂ€chste Morgen verlief ruhig, doch der Frieden wĂ€hrte nicht lange.Savannah ruhte sich noch immer im Krankenhaus aus, als Detective Henry mit ernsten Neuigkeiten den Raum betrat. Adrian richtete sich kerzengerade auf und hielt ihre Hand fest umschlungen.âWir haben die meisten Beteiligten gefasstâ, sagte der Detective. âAber Cassandra ist letzte Nacht entkommen. Sie hat einen der WĂ€rter ausgetrickst und ist geflohen. Wir befĂŒrchten, dass sie etwas extrem GefĂ€hrliches plant.âAdrians Herz fiel in ein tiefes Loch. âSie meinen, sie lĂ€uft immer noch frei herum?!âHenry nickte ernst. âJa. Und wir glauben nicht, dass sie ruhen wird, bevor sie ihr Ziel erreicht hat.âSavannahs HĂ€nde begannen zu zittern. âSie wird wieder versuchen, uns zu holenâ, flĂŒsterte sie. âIch spĂŒre es.âAdrian stand auf, erfĂŒllt von kochender Wut und lĂ€hmender Angst zugleich. âSie wird dich nie wieder anrĂŒhren. DafĂŒr werde ich persönlich sorgen.âNathaniel, der stumm in der Ecke gesessen hatte, schaltete sich ein.
Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer.Als die Polizei Roses Aussage fertig aufgenommen hatte, war die gesamte StraĂe bereits voller Nachbarn und Polizeisirenen. Adrian konnte nicht mehr stillstehen. Er lief umher wie ein Mann, der in Flammen stand, und rief jeden an, der irgendwie helfen konnte. Sein Kopf fĂŒhlte sich gleichzeitig völlig leer und erschlagend voll an. Er musste sich bewegen. Er musste sie finden.Detective Henry traf schnell ein. Er besaĂ diese ruhige Art â jene Art von Ruhe, die andere vor dem Ausrasten bewahrte. Er legte eine Hand auf Adrians Schulter. âErzĂ€hlen Sie mir noch einmal alles, ganz langsamâ, sagte er.Adrian erzĂ€hlte die Geschichte mit brechender Stimme. Er berichtete Henry von dem Lieferwagen, den Masken und der Art, wie Savannah geschrien hatte. Er erzĂ€hlte ihm von dem unheimlichen Anruf, bei dem die Worte fielen: âWir haben Ihre Frau.â Henry hörte aufmerksam zu, machte sich Notizen, seine Augen scharf und fokussiert.âWir lassen die Aufnahme
Es war ein strahlender Nachmittag, ruhig und friedlich. Die Vögel drauĂen sangen leise, und Savannah spĂŒrte, wie die kĂŒhle Brise ihre Haut streichelte, wĂ€hrend sie nahe dem Balkon stand. Zum ersten Mal seit Wochen hatte sie das GefĂŒhl, wieder frei atmen zu können. Adrian war zu einer kurzen geschĂ€ftlichen Besprechung aufgebrochen und hatte versprochen, in einer Stunde zurĂŒck zu sein.âStreng dich nicht an, Lieblingâ, hatte er vor dem Weggehen gesagt. âIch bin bald zurĂŒck. Ich habe Rose gebeten, in deiner NĂ€he zu bleiben.âSavannah hatte gelĂ€chelt, genickt und ihm zum Abschied gewunken. Doch tief in ihrem Inneren kroch ein seltsames GefĂŒhl empor. Etwas fĂŒhlte sich ganz und gar nicht richtig an.Sie wandte sich an Rose. âIch möchte nur einen kurzen Spaziergang vor dem Tor machen. Es geht mir gut.âRose zögerte. âMadam, der Herr hat gesagt âââIch bin nur fĂŒr eine Minute drauĂenâ, unterbrach Savannah sie sanft. âIch brauche einfach nur etwas frische Luft.âRose seufzte und nickte schlieĂ







