Blexyn
Für zwanzig Jahre haben die Familien Marchetti und Castellano ihre Toten begraben und es Tradition genannt. Jetzt türmen sich die Leichen schneller, als es irgendein Don noch wegreden kann, und die Stadt beobachtet, welches Imperium zuerst fällt.
Seraphina Marchetti wurde dazu erzogen, unantastbar zu sein — die einzige Tochter des Dons, scharfzüngig und noch schärfer im Verstand, auf Vorstandsetagen statt Schlafzimmer vorbereitet. Sie hatte nie vorgehabt, zu einem Friedensvertrag zu werden.
Dante Castellano wurde dazu erzogen, eine Waffe zu sein. Er hat mehr Männer begraben, als er zählen kann, ohne einmal mit der Wimper zu zucken. Er hatte nie geplant, Ehemann der Tochter der Familie zu werden, die seine Mutter ins Grab gebracht hat.
Als ihre Väter einen Pakt schließen, um das Blutvergießen zu beenden, wird Sera und Dante eine einzige Entscheidung aufgezwungen, die eigentlich gar keine Entscheidung ist. Heiratet, oder seht zu, wie alle, die ihr liebt, auf den Straßen sterben. An ihrem Hochzeitstag wird ein Priester die Worte sprechen, ein Ring wird ihr den Finger hinaufschieben, und eine Pistole wird in den Nacken gedrückt, damit sie Ja sagt.
Was als Vertrag aus Drohungen beginnt, wird langsam etwas, das keiner von beiden bestellt hat und das sich keiner leisten kann. Irgendwo zwischen der Stille eines geteilten Bettes und dem Kugelhagel, der sie immer wieder findet, fragen sich zwei Erben, die dazu erzogen wurden, einander zu vernichten, ob sie nicht vielleicht von Anfang an auf derselben Seite hätten stehen sollen. Doch der Frieden hat eigene Feinde, und jemand will beide Familien mit den Gelübden verbrannt sehen.
Das ist die Geschichte einer erzwungenen Ehe, zerbrochener Loyalität und einer Liebe, die einen Krieg überstehen muss, den keiner von ihnen begonnen hat — erzählt mit einem Ring in der einen Hand und einer Waffe in der anderen.