Nach Verlobter „Madre“ sagte, ließ ich los
Vor der Zeremonie der Verlobungsrituale verkündete mein Verlobter Vincent auf dem Frachtschiffsdeck am neuen Kai, dass meine Stiefschwester Sophia, seine erste Liebe, die an einer Herzkrankheit litt, seine rechtmäßige Ehefrau sei. Er hielt Sophia im kalten Licht des Suchscheinwerfers im Arm und lächelte zärtlich: „Nach den Regeln der Mafia zählt nur eine Frau, die von den Kernmitgliedern der Familie anerkannt wird, als Madre der Familie. Alle anderen sind bloß Geliebte.“
Unter dem Segen der Familienältesten tauschten sie schwarze Diamantketten aus, schworen sich ewige Treue und schlossen den Bund der Liebe.
Ich sah still zu und vereinbarte einen Termin für einen Schwangerschaftsabbruch.
Vom sechzehnten bis zum achtundzwanzigsten Lebensjahr hatte ich zwölf Jahre lang nur Vincent geliebt – doch in seinem Herzen gab es immer nur Sophia.
Da dies so war, entschied ich mich loszulassen.
Ich reiste zu einem geheimen Außenposten in Südamerika und hinterließ Vincent nur einen Abschluss zur Aufhebung der Verlobung sowie ein Abschiedsgeschenk.
Doch ausgerechnet er, der mir gegenüber stets gleichgültig gewesen war, brach völlig zusammen – er kümmerte sich nicht einmal mehr um die Familienangelegenheiten...