LOGINDie Familien Moretti und Romano fĂŒhren seit zwölf Jahren einen erbitterten Krieg.âšEines regnerischen Abends in Manhattan kreuzen sich die Wege von Isabella âBellaâ Moretti, der Tochter des Dons, und Luca Romano, einem gefĂŒrchteten Capo der rivalisierenden Familie. Die Anziehung ist sofort, roh und absolut verboten.âšWas als eine einzige gestohlene Nacht beginnen sollte, wird zu geheimen Treffen, gefĂ€hrlicher Leidenschaft und einem Spiel, bei dem jeder Fehler einen Krieg auslösen kann. Zwischen Blut, LoyalitĂ€t und Verlangen mĂŒssen Bella und Luca entscheiden:âšihre Familien⊠oder einander. Am Ende finden sie einen Weg, die Regeln neu zu schreiben â und sich ihr Happy End zu erkampfen.
View MoreDer Regen kam richtig runter. Nicht so ein leichter Nieselregen, sondern richtig heftig. Isabella Moretti trat aus der Galerie und machte den Schirm auf. Die Luft roch nach nassem Asphalt und Abgasen. Es war fast Mitternacht. Die meisten GĂ€ste waren schon weg. Nur noch zwei Ă€ltere MĂ€nner standen drinnen an der Bar und redeten zu laut ĂŒber irgendein Bild, das sie angeblich kaufen wollten.
Bella zog den Mantel enger. Ihr Fahrer hatte wieder abgesagt. Irgendeine âwichtige Sacheâ. Sie wusste, was das bedeutete. In ihrer Familie bedeutete das immer Ărger.
Sie ging die StraĂe runter. Die AbsĂ€tze klackerten auf dem nassen Gehweg. Sie hasste es, allein unterwegs zu sein, aber sie hatte keine Lust, noch lĂ€nger in der Galerie zu warten.
Sie sah den schwarzen Wagen zu spÀt.
Die TĂŒr ging auf und ein Mann stieg aus. GroĂ. Dunkler Mantel. Er stellte sich direkt in ihren Weg.
Luca Romano.
Bella blieb stehen. FĂŒr eine Sekunde konnte sie nichts tun. Sie kannte das Gesicht. Jeder kannte es. Der Capo von den Romanos. Der Mann, der letztes Jahr drei von den Leuten ihres Vaters umgebracht hatte.
Ihre Hand ging zur Clutch. Die kleine Pistole war drin.
âLass esâ, sagte er. Die Stimme war ruhig. Tief. âIch bin nicht deswegen hier.â
Bella schluckte. âDann geh aus dem Weg.â
Er ging nicht. Regen tropfte von seinem Gesicht. Er sah sie einfach an. Zu lange.
âDu solltest um die Zeit nicht allein rumlaufenâ, sagte er.
âIch komme klar.â
Er lĂ€chelte ganz leicht. Nicht freundlich. âDas weiĂ ich. Deshalb ist das hier dumm.â
Er kam einen Schritt nĂ€her. Bella wich zurĂŒck, bis sie mit dem RĂŒcken an der Wand war. Der Schirm kippte. Kaltes Wasser lief ihr in den Nacken.
âIch hab dich seit Wochen beobachtetâ, sagte er leise. âHab mir eingeredet, ich soll die Finger davon lassen. Heute Nacht hab ichâs gelassen.â
Bella spĂŒrte, wie ihr Herz zu schnell schlug. âDas ist Selbstmord.â
âJa.â Sein Blick ging auf ihren Mund. âTrotzdem steh ich immer noch hier.â
Sie hÀtte die Waffe ziehen sollen. Oder schreien. Oder einfach weglaufen. Stattdessen griff sie in seinen Mantel.
Der Kuss kam plötzlich. Hart. Fast wĂŒtend. Seine Hand war sofort in ihrem Haar und hielt ihren Kopf fest. Bella machte einen Laut, den sie selbst nicht kannte. Der Schirm fiel zu Boden. Der Regen tropfte auf beide.
Als sie sich lösten, atmeten sie beide schwer.
âEine Nachtâ, sagte er heiser. âNur eine. Dann ist es vorbei.â
Bella sah ihn an. Ihre Lippen brannten. âDu lĂŒgst. Du weiĂt genau, dass das nicht reicht.â
Er sagte nichts. Er kĂŒsste sie einfach nochmal.
Zwanzig Minuten spĂ€ter waren sie in einem Hotel in Midtown. Suite im obersten Stock. Luca schloss die TĂŒr ab und machte kein Licht an. Nur das Licht von drauĂen kam rein.
Bella legte die Clutch ab. Die Pistole darin fĂŒhlte sich plötzlich sinnlos an. Sie drehte sich zu ihm um. Er hatte den Mantel schon ausgezogen. Das Hemd spannte ĂŒber der Brust.
âDu kannst immer noch gehenâ, sagte er.
âDu könntest mich hier einsperren und meinem Vater den Kopf schicken.â
Er lachte kurz. Ohne Humor. âWĂ€re einfacher.â
Er kam auf sie zu. Bella blieb stehen. Als er vor ihr war, strich er mit dem Daumen ĂŒber ihre Unterlippe.
âSag es klar. Willst du das oder nicht?â
âIch will dasâ, sagte sie. âAuch wenn es uns beide umbringt.â
Mehr brauchte er nicht.
Der nĂ€chste Kuss war hĂ€rter. Er zog ihr den Mantel von den Schultern. Dann den ReiĂverschluss am RĂŒcken runter. Das Kleid fiel zu Boden. Darunter nur schwarze Spitze.
Luca sah sie an. Lange. âScheiĂeâ, murmelte er. âDu bist noch schlimmer, als ich dachte.â
Bella griff nach seinem Hemd und riss die Knöpfe auf. Ein paar sprangen auf den Boden. Ihre HĂ€nde fuhren ĂŒber seine Brust. Narben. Mehrere. Eine lange auf der linken Seite, eine unter dem SchlĂŒsselbein.
Er packte sie an den HĂŒften und hob sie hoch. Sie landeten auf dem Bett. Sein Körper war schwer und warm ĂŒber ihr. Er kĂŒsste ihren Hals, biss leicht zu. Bella drĂŒckte die HĂŒften nach oben.
âNicht so schnellâ, keuchte sie.
âDochâ, sagte er gegen ihre Haut. âWir haben nur die eine Nacht. Ich will alles.â
Seine Hand schob den Stoff beiseite und war sofort da. Bella stöhnte. Laut.
âSchon so nassâ, murmelte er. âUnd dabei hasst du mich.â
âIch hasse dichâ, sagte sie atemlos. âAber ich will dich trotzdem.â
Er lachte leise. Das GerĂ€usch ging ihr direkt unter die Haut. Er zog ihr das Kleid ganz aus und warf es weg. Dann setzte er sich zurĂŒck und sah sie an. Bella lag da, nur noch in Spitze, die Haare wild, die Lippen rot.
FĂŒr einen Moment war es still. Nur der Regen drauĂen.
Dann beugte er sich wieder ĂŒber sie.
Es war nicht zĂ€rtlich. Es war hart und hungrig und ein bisschen verzweifelt. Er kĂŒsste und biss und markierte. Bella kratzte ĂŒber seinen RĂŒcken und zog an seinem Haar. Als er endlich in sie stieĂ, kam aus beiden ein Laut gleichzeitig.
Sie bewegten sich schnell. Fast wĂŒtend. Bella kam zuerst, mit seinem Namen auf den Lippen. Luca kurz danach, das Gesicht in ihrem Hals vergraben.
Danach lag nur noch der Regen und ihr Atem.
Luca rollte sich zur Seite, aber sein Arm blieb um sie. Bella starrte an die Decke. Ihr Körper fĂŒhlte sich an, als hĂ€tte jemand einen Schalter umgelegt.
âDas war dummâ, flĂŒsterte sie.
âDer beste dumme Fehler seit Langemâ, antwortete er.
Er strich mit den Fingern ĂŒber ihre HĂŒfte. Langsam. âEine Nacht, hast du gesagt.â
âIch hab gelogen.â
Er lĂ€chelte ganz leicht. âIch auch.â
Bella setzte sich auf und zog das Laken hoch. âWenn mein Vater das rausfindet
âDann sind wir beide tot.â Luca setzte sich auch auf. Die Laken rutschten runter. Narben und Muskeln im Licht von drauĂen. âAber ich bin nicht bereit, dich nach einer Nacht gehen zu lassen. Und du bist es auch nicht.â
Sie wollte widersprechen. Wollte aufstehen und sich anziehen und hier raus. Stattdessen lehnte sie sich vor und kĂŒsste ihn. Langsamer diesmal.
Als sie sich lösten, sagte er gegen ihren Mund:
âWir machen das weiter. Heimlich. So lange, bis einer von uns nicht mehr kann. Oder bis alles in die Luft fliegt.â
Bella sah ihn an. Sie wusste in dem Moment, dass sie schon verloren hatte.
âDann lass es in die Luft fliegenâ, sagte sie leise.
DrauĂen wurde der Regen langsam schwĂ€cher.
Irgendwo in der Stadt schliefen zwei Familien, die keine Ahnung hatten, was gerade angefangen hatte.Und in einem Hotelzimmer in Midtown lagen zwei Menschen, die sich eigentlich umbringen sollten, und fingen an, den gefÀhrlichsten Fehler ihres Lebens zu machen.
Die ersten Tage nach dem Treffen fĂŒhlten sich unreal an.Bella und Luca fuhren nicht zurĂŒck in eines der alten Verstecke. Stattdessen brachte Raffaele sie in ein kleines Haus am Stadtrand, das unter seinem Namen lief. Kein Luxus. Aber sicher genug. Zwei von seinen MĂ€nnern blieben in der NĂ€he. Nicht als Bewacher. Als stille Beobachter.âIhr seid unter Beobachtungâ, hatte Raffaele gesagt, bevor er ging. âVon beiden Seiten. Macht nichts Dummes.âJetzt saĂen sie in der KĂŒche des Hauses und tranken Kaffee, der zum ersten Mal seit Wochen nicht aus einer Dose kam.âDrei Monateâ, sagte Bella in die Stille.âDrei Monateâ, wiederholte Luca.Sie sahen sich an. Zum ersten Mal seit der Flucht lag keine unmittelbare Todesgefahr in der Luft. Nur die schwere, zĂ€he Ungewissheit.Die erste Woche verlief seltsam ruhig.Keine SchĂŒsse. Keine Nachrichten ĂŒber neue Tote. Die StraĂen, die vorher Kriegsgebiet gewesen waren, blieben still. Bella und Luca blieben gröĂtenteils im Haus. Manchmal gingen sie abends
Die fĂŒnf Tage bis zum Treffen fĂŒhlten sich an wie fĂŒnf Jahre.Bella und Luca wechselten noch einmal den Ort. Ein kleines, heruntergekommenes Apartment am Rand von Queens. Dritter Stock. Hintereingang. Die VorhĂ€nge blieben den ganzen Tag zu. Luca ging nur raus, wenn es absolut nötig war. Bella blieb drinnen und zĂ€hlte die Stunden.Am ersten Tag schwiegen sie viel.Am zweiten Tag redeten sie ĂŒber alles, was schiefgehen konnte.Am dritten Tag hörten sie auf zu reden und fingen an, sich festzuhalten.Am Morgen des dritten Tages saĂ Bella am Fenster und starrte auf die graue StraĂe. Luca kam hinter sie und legte die Arme um ihren Bauch.âNoch zwei Tageâ, murmelte er gegen ihr Haar.âZwei Tage, und dann entscheiden zwei alte MĂ€nner ĂŒber unser Leben.ââNein. Wir entscheiden mit. Wir sind am Tisch.âBella drehte sich in seinen Armen um. âUnd wenn sie Nein sagen?ââDann kĂ€mpfen wir. Oder wir sterben. Aber wir sterben nicht auf den Knien.âSie kĂŒsste ihn. Der Kuss war langsam und tief. Sie land
Die zwei Tage bis zum Treffen zogen sich wie Wochen.Bella und Luca blieben in dem kleinen Apartment im dritten Stock. Die VorhĂ€nge blieben den ganzen Tag zugezogen. Luca ging nur raus, um die Umgebung zu prĂŒfen und Essen zu holen. Bella blieb drinnen. Sie putzte die Waffen, die sie hatten. Sie ĂŒbte, die Pistole schnell aus der Tasche zu ziehen. Sie starrte an die Wand und rechnete durch, wie viele Dinge schiefgehen konnten.Am Abend vor dem Treffen saĂen sie auf dem Bett und aĂen kalte Pasta aus Plastikschalen.âDie Capos heiĂen Enzo und Salvatoreâ, sagte Luca. âEnzo ist von uns. Alt. Hat zwei Söhne verloren. Salvatore ist von den Morettis. Dein Vater vertraut ihm nicht ganz, aber er hat Gewicht.âBella nickte. âUnd Raffaele bringt sie beide.ââJa. Wenn niemand abspringt.âSie stellten die Schalen beiseite. Luca legte sich zurĂŒck und zog sie mit. Der Sex war langsam und still. Als wollten sie die Nacht festhalten. Danach lag Bella mit dem Kopf auf seiner Brust und hörte den Herzschla
Der Hafen roch nach Salz, Ăl und altem Metall.Luca parkte den Wagen zwei StraĂen entfernt unter einer kaputten StraĂenlaterne. Es war kurz vor Mitternacht. Der Himmel hing tief und grau ĂŒber den Lagerhallen. Bella saĂ neben ihm und starrte auf die dunklen GebĂ€ude.âZwei von Matteos Leuten sind schon daâ, sagte Luca leise. âEiner auf dem Dach. Einer in dem Transporter links. Wenn es schiefgeht, decken sie uns den RĂŒckzug.âBella nickte. Die kleine Pistole in ihrer Jackentasche fĂŒhlte sich schwerer an als sonst. Sie stiegen aus. Die Luft war feucht und kalt. Ihre Schritte hallten leise auf dem Asphalt.Das Lagerhaus stand am Ende der Reihe. Die Tore waren halb offen. Drinnen brannte nur ein einziges Licht â eine nackte GlĂŒhbirne an einem langen Kabel.Luca legte eine Hand auf ihren RĂŒcken. âZusammen. Egal was.ââZusammenâ, flĂŒsterte sie zurĂŒck.Sie gingen rein.Onkel Raffaele stand in der Mitte der leeren Halle. Neben ihm zwei MĂ€nner. Ălter. Breit. Die HĂ€nde sichtbar leer, aber die Jac











