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Behalte die Krone – ich nehme das MIT

Behalte die Krone – ich nehme das MIT

By:  TJCompleted
Language: Deutsch
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Meine Zwillingsschwester Bianca versuchte, sich das Leben zu nehmen, weil ich in der Schule besser war als sie. Offenbar hatte mein Erfolg sie zu sehr getroffen. Also schickten meine Eltern mich vom Anwesen der Familie Bellini fort. „Nur so lange, bis die Hochschulen ihre Entscheidungen bekannt geben“, versprach Mutter. „Danach kannst du wieder nach Hause kommen.“ Hinter ihr half mein Bruder Dante Bianca dabei, ihren neuen gepanzerten Bentley auszusuchen. Mein Freund Luca stand neben ihnen, in der Hand einen Strauß weißer Rosen – Biancas Lieblingsblumen. „Wenn irgendetwas passiert, ruf uns an, Valentina.“ Das tat ich. Einen Monat später stand ein betrunkener Mann vor meiner Tür und hörte nicht auf, gegen die Tür zu hämmern. Ich schloss mich im Badezimmer ein und rief meine Familie immer wieder an. Keiner meiner Anrufe wurde angenommen. Kurz vor Tagesanbruch schrieb Mutter mir schließlich: [Es tut mir leid, Schatz. Wir haben Biancas Geburtstag gefeiert. Wenn sie deinen Namen gesehen hätte, hätte sie sich vielleicht aufgeregt.] Danach bat ich nicht mehr um Hilfe. Der letzte Zulassungsbescheid traf ein, doch meine Eltern ließen mich weiterhin nicht heimkehren. Dann, bei unserer Gala zum achtzehnten Geburtstag, stellten die Bellinis Bianca ganz New York als ihre geliebte und einzige Principessa vor. Mutter schickte mir noch eine Nachricht: [Deine Schwester braucht noch Zeit. Bitte warte.] Diesmal war ich fertig mit dem Warten. Sie wussten nicht, dass ich meine Zusage vom MIT bereits angenommen hatte. Ich ließ die Familie Bellini hinter mir.

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Chapter 1

Kapitel 1

Ich senkte den Blick auf die vier individuell angefertigten LEGO-Figuren, die auf meinem Schreibtisch standen.

Ich hatte sie in meiner ersten Woche hier bestellt – Mutter, Vater, Dante und Luca.

Schon damals hatte es erbärmlich gewirkt, doch wenn ich sie um meine Lehrbücher herum aufstellte, fühlte sich die Wohnung weniger leer an.

Ich wollte sie gerade wegpacken, als mein Handy aufleuchtete.

[Mutter: Komm heute Nachmittag nach Hause. Wir müssen über deine Studienentscheidung sprechen.]

Mein Blick blieb an einem einzigen Wort hängen.

[Nach Hause.]

Etwas in mir regte sich, bevor ich es verhindern konnte.

Vielleicht hatten sie sich an ihr Versprechen erinnert.

Ich bestellte ein Taxi.

Monate zuvor hatte ich ein Auto der Familie Bellini genommen, um Bianca im Krankenhaus zu besuchen.

In dem Moment, als sie mich sah, erlitt sie einen weiteren Zusammenbruch.

Vater gab mir die Schuld und entzog mir den Zugang zur Familienflotte, damit ich nie wieder unangekündigt auftauchen konnte.

Als das Taxi an den eisernen Toren des Anwesens der Familie Bellini hielt, umringten die Wachen das Fahrzeug und befragten den Fahrer, bevor sie uns schließlich passieren ließen.

Als ich den großen Salon betrat, saß Bianca in der Mitte des Raumes. Vor ihr standen vier wunderschön verpackte Geschenke.

Mutter, Vater, Dante und Luca standen um sie herum.

„UCLA und USC“, sagte Mutter und strich Bianca über das Haar. „Unser Mädchen hat zwei wunderbare Zusagen in Kalifornien bekommen.“

Sie erwähnte nicht die Spenden, die Vater geleistet hatte, die Mitglieder des Kuratoriums, die er angerufen hatte, oder die Gefälligkeiten, die er im Austausch erwiesen hatte, um diese Zusagen zu sichern.

Bianca lächelte sanft.

„Ich weiß immer noch nicht, für welche ich mich entscheiden soll.“

„UCLA“, sagte Dante. „Die gehört zu den besten Universitäten.“

Luca schüttelte den Kopf.

„USC würde besser zu ihr passen. Sie ist kleiner, privater, und die Bellinis haben dort bereits Kontakte.“

Mutter drückte Bianca liebevoll die Schulter.

„Wie auch immer sie sich entscheidet, Kalifornien wird gut für sie sein. Ihre Ärzte haben immer gesagt, dass der Sonnenschein und das wärmere Klima ihre Genesung unterstützen würden.“

Sie diskutierten über Biancas Zulassungen, als hätte sie gerade ganz Kalifornien erobert.

Aber ich wusste, dass ihre Genesung nie das eigentliche Problem gewesen war.

Ich hatte gesehen, wie schnell Biancas Zerbrechlichkeit verschwand, sobald niemand mehr hinsah.

Einmal, nach einer ihrer Panikattacken, fand ich sie allein vor. Sie lachte über etwas auf ihrem Handy.

In dem Moment, als Mutter den Raum betrat, legte Bianca das Handy weg und ihre Hände begannen wieder zu zittern.

Ich erzählte meiner Familie, was ich gesehen hatte.

Mutter beschuldigte mich, eifersüchtig zu sein, während Dante behauptete, ich wolle Biancas Genesung gefährden.

Danach hörte ich auf, irgendetwas beweisen zu wollen.

Vater beobachtete alles von seinem Sessel aus. Der Stolz in seinem Gesicht ließ die strengen Linien seiner Züge weicher wirken.

Niemand bemerkte mich, als ich in der Tür stand.

Für einen verwirrenden Moment fühlte ich mich wie eine Fremde in dem Haus, in dem ich geboren worden war.

Dann hob Mutter den Blick.

„Valentina. Du bist hier.“

Die Wärme verschwand aus ihrer Stimme. Nicht vollständig, aber genug, dass ich den Unterschied hören konnte.

Bianca folgte ihrem Blick.

Ihr Lächeln verblasste.

Dante wies auf das Sofa.

„Steh nicht einfach dort.“

Ich setzte mich auf den Stuhl, der am weitesten von Bianca entfernt war.

Vater musterte mich auf der anderen Seite des Raumes.

„Sind alle deine Zusagen da?“

„Ja. Ich wurde an—“

„Die genaue Liste kann warten“, unterbrach Mutter mich.

Sie setzte sich neben Bianca und nahm ihre Hand, bevor sie wieder zu mir sah.

„Wir haben dich hergebeten, weil du alle Zusagen aus Kalifornien ablehnen musst.“

Mutter sprach vorsichtig weiter:

„Bianca braucht einen Neuanfang, und es wäre besser, wenn du nicht in ihrer Nähe studierst.“

Für einen Moment dachte ich, ich hätte mich verhört.

Mutter wusste, dass ich die vergangenen vier Jahre auf Stanford hingearbeitet hatte.

Es war mein Traum gewesen, seit meinem ersten Jahr an der Highschool.

Jeder fortgeschrittene Kurs, den ich belegt hatte, jeder Wettbewerb, an dem ich teilgenommen hatte, und jede schlaflose Nacht, die ich mit Lernen verbracht hatte, waren für die Chance gewesen, dorthin zu gehen.

Und jetzt bat Mutter mich, all das aufzugeben, als wäre es nichts.

Ich starrte sie an.

„Warum sollte ich das tun?“

Mutter fuhr vorsichtig fort.

„Bianca hat dieses Jahr sehr hart gearbeitet. Sie verdient es, ihr Studium zu beginnen, ohne das Gefühl zu haben, wieder mit dir konkurrieren zu müssen.“

Hart gearbeitet?

Ich wusste genau, wie Bianca diese Zusagen bekommen hatte.

Vater hatte gespendet, Kuratoriumsmitglieder angerufen und Gefälligkeiten ausgetauscht, bis sich die Türen für sie öffneten.

Ich hatte mir die Zusage von Stanford vier Jahre lang selbst erarbeitet.

Keine Spenden.

Keine Verbindungen der Familie.

Nicht einmal ein Wort der Ermutigung von den Menschen, die mich jetzt baten, alles wegzuwerfen.

„Ich habe nie mit ihr konkurriert“, sagte ich.

„Das musst du auch nicht“, flüsterte Bianca.

„Du gewinnst, ohne es überhaupt zu versuchen.“

Dante legte beschützend eine Hand auf ihre Schulter.

Ich sah Vater an.

„Ihr verlangt wirklich von mir, vier Jahre Arbeit wegzuwerfen, nur damit Bianca sich wohlfühlt?“

Sein Blick blieb kalt und ruhig.

„Die Entscheidung ist gefallen. Du wirst dich vollständig von Kalifornien fernhalten. Bianca verdient einen Ort, an dem sie nicht in deinem Schatten leben muss.“

Mutter stimmte ihm zu.

„Diese Familie hatte endlich ein Jahr voller Ruhe“, sagte sie. „Wir können nicht riskieren, dass irgendetwas die Genesung deiner Schwester gefährdet. Ich wusste, dass du es verstehen würdest.“

„Stanford hat eines der besten Informatikprogramme des Landes“, beharrte ich.

„Und Cornell ist ebenfalls eine hervorragende Universität“, erwiderte Vater.

„Weit genug von der Stadt entfernt, damit Bianca ihren Freiraum bekommt, aber nah genug, dass die Familie dich weiterhin erreichen kann.“

Er hatte über meine Zukunft schon entschieden.

Wie er entschieden hatte, wo ich wohnte.

Meine Isolation.

Wie viel Schutz ich verdiente.

Alles, ohne mich zu fragen.

Ich wandte mich Dante zu.

Er runzelte die Stirn, als wäre ich die Unvernünftige.

„Du wirst überall zurechtkommen. Das tust du doch immer.“

Schließlich sah ich Luca an.

Er hatte einst neben mir in der Bibliothek der Bellinis gesessen, während ich meine Stanford-Bewerbung ausfüllte.

Er hatte meine Schläfe geküsst und gesagt, er könne es kaum erwarten, dass ich dort zu ihm komme.

Jetzt wich er meinem Blick aus.

„Luca?“

Sein Kiefer spannte sich an.

Für eine dumme Sekunde erwartete ich immer noch, dass er mich verteidigen würde.

Stattdessen sagte er leise:

„Du bist brillant, Val.“

„Eine Universität ändert daran nichts.“

Dann sah er zu Bianca.

„Aber sie ist nicht wie du. Sie braucht jemanden, der sich um sie kümmert.“

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